



Milton Glaser ist, wie Paul Rand und vielleicht sogar im moderneren Sinne auch Tibor Kalman, eine dieser amerikanischen Old-School-Institutionen, mit denen man sich visuell vielleicht nicht mehr immer anfreunden kann, deren Handwerk, deren Liebe zum Beruf und deren Witz und Charme, der jede Arbeit durchdringt, umwerfend ist. Wo Tibor für mich stets mehr Denker, mehr Editor, als Designer war, hat Glaser mich immer eher als Illustrator mit starken Wurzeln in den 60er und 70er Jahren beeindruckt. Mit einem starken, wenn auch sehr vielseitig ausgeprägtem Hang, zur modernen, psychedelischen Kunst. Sein I LOVE NY ist eine Ikone der Pop-Art und (ähnlich wie das davon ja eindeutig inspirierte aber sehr viel schwächere, weil zeitgeistigere «Ein Herz für Kinder» in Deutschland), eine dieser Sachen, die eine ast surreale Resonanz haben. So simpel, daß es sofort in den Schatz urbaner Mythen eindringt, wie die lila Kuh, aber so brilliant, daß eben keiner vorher drauf kam.
11. Juli 2005 20:13 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.