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MICHAEL BIERUT: SEVENTY-NINE SHORT ESSAYS ON DESIGN

Die meisten der in diesem Buch versammelten Texte kennt man schon von dem – von dem New Yorker Pentagram-Partner Michael Bierut mitgegründeten – Blog Design Observer, zu dem seit kurzem übrigens auch wieder Gründungsmitglied Rick Poynor gehört. Bierut gehört zu den profiliertesten und erfahrensten Mainstream-Designer in den Vereinigten Staaten und seine Texte zeichnen sich durch eine kluge Mischung aus Ambition und Realitätsinn aus, die einem stets dazu verleitet, zur Melodie dieser 79 kurzen Songs mitnicken zu wollen. In den kurzen Essays feiert Bierut Vorbilder, kritisiert selbstgefällige Designer, fordert Mut und Bescheidenheit, lob Logos und verdammt Schriften, lacht über Marketingtrends und schimpft über unbezahlte Pitches. Von Architektur bis Politik, von Disney bis IBM, jeder einzelne der Texte ist so lesenswert, dass sich das intensivere, ruhige Lesen, dass ein Buch gegenüber der Online-Fassung ermöglicht, auf jeden Fall lohnt, zumal das Buch schön bibliophil aufgemacht ist und Bierut liebevoll jedem Text eine eigene Schrift zuweist, was bei anderen Designern ein nerviger Gag sein könnte, in seinen Händen aber oft zu einem Metakommentar oder zumindest zu einem gelungenen VisualPun gerät. Bierut entpuppt sich als smarter Autor, der mit cleveren Headlines und anmachenden Textanfängen in den Bann zu schlagen vermag, der ein solides und druckvolles Ende schreiben kann, und der stets in der Lage ist, persönliche Meinung und generelle Anmerkungen zum Stand des Grafik Designs in den letzten drei Dekaden nahtlos zu verbinden, Lebenserfahrung mit Stars wie Kalman und Vignelli und über Jahrzehnte gewachsene Berufsphilosophie wunderbar zu fusionieren. 79 ist mit knapp 250 Seiten ein Buch, das sich unterhaltsam lesen lässt, ungewohnt unwuchtig für ein Designers-on-Design-Textbuch, das aber in keiner Gestalter-Bibliothek fehlen sollte.

17. Dezember 2007 12:54 Uhr. Kategorie Buch, Design. 3 Antworten.

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