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MGMT: Oracular Spectacular

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MGMT – oder eigentlich «The Management» – haben mit ihrem zweiten Album unfraglich den Durchbruch geschafft. Der leicht psychedelisch angehauchte elektronische Prog-Pop der New Yorker Ben Goldwasser and Andrew VanWyngarden schillert pinkflirrend in Gaydisco-Synthsounds, ohne je wirklich billig zu wirken. Hinter der Glamfassade wabern aus hellen Synth-Hooklines tieferere Gewässer hervor, die dem Sound eine längere Haltbarkeitsdauer verleihen dürften als man beim ersten Hören erwartet. Die Tracks spielen mit Popzitaten, sowohl harmonisch als auch in der Instrumentierung, und immer wieder schweben Bowie, Kate Bush, Wire, Ween, die Beatles und Fetzen von 80s-RetroDisco durch den Raum, wenn die beiden Psychedelic-Freaks ihre Plattensammlung durchgehen und die verschiedensten Stile durch die Drogenküche schieben. Und wer hätte gedacht, dass dabei radiotaugliche Hits wie Time to Pretend, Electric Feel und – allen vorweg in solider 80er-Camouflage – Kids herauskommen würden? Die zweite Hälfte des Albums – obwohl  weitgehend im gleichen seltsamen Mix von 70s-Feeling und 80s-Synthsounds  gehalten – ist die weniger einprägsame, aber langfristig lohnendere Abteilung der CD. 4th Dimensional Transition ist neben Of Moons, Birds & Monsters der vielleicht ausuferndste und beste Track der CD (was einiges heißt), gefolgt von der Neofolk-Persiflage Pieces of What. Man wird das Gefühl nicht los, das Goldwasser und VanWyngarden einfach nur spielen wollen, hier mal zupfen, dort mal drücken, sich fast selbstverliebt in Soundeffekten ausprobieren und das Ergebnis ist eine seltsam moderne Psychedelia-Mischung, die manchmal an Neu! erinnert, manchmal an die Flaming Lips oder Grandaddy – und auf seltsame Art und Weise am allermeisten an Brian De Palmas wunderbares Musical Phantom of the Paradise. Oracular Spectacular ist auf seltsame Art und Weise eine unwirkliche Platte, Pop im besten Sinne, eitel und flirrend und masturbatorisch, eine Fata Morgana aus Klang und Rebellionsposen-Image… und dabei die ganze Zeit selbstreferentiell, ironisch, postmodern, und auch einfach mal albern. MGMT wirken zunächst leichtgewichtig, wenig ernstzunehmend, und erst mit zunehmenden Hören des Albums wird dir klar, wie viele Schichten in der Produktion, den Zitaten und den Details der Platte stecken – absolut liebevoll gemacht.

2. November 2008 12:27 Uhr. Kategorie Musik. 2 Antworten.

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