
www.buerofueraufmerksamkeit.de/

Beim Klau von Ideen geht es ja nicht immer nur um Visuals, sondern oft auch um Texte und Slogans. Wenn man hier genauer hinliest, fällt einem schnell auf, dass da verdächtige Nähe besteht, oder? Aufmerksamkeit, Reizüberflutung… und da Thomas Junold sein Büro in Kamen schon eine ganze Weile betreibt und die Site von u-p-media doch arg neu und unfertig wirkt, kann man sich vielleicht denken, wer zuerst da war. So Sachen passieren, man übernimmt vielleicht auch oft unbewusst etwas, aber von den individuellen klaren Lösungen, die der untere Text verspricht, ist er bezeichnenderweise selbst weit entfernt.
Jenseits der reinen Swipefile-Sache finde ich generell interessant, wie austauschbar Texte von Designbüros oft klingen, im großen wie auch im kleinen – meine grundsätzliche Regel ist ja, je serviceorientierter der Text auf der Seite sich anbiedert, desto größer sollte der Bogen sein, den ein Kunde um diese Agentur machen sollte, un in 90% der Fälle gibt einem das Portfolio dann auch recht. Als Designer verkaufen wir neben professionellem Service und handwerklichem Können von uns und unseren Angestellten eben doch auch (hoffentlich) Individualität – nur spiegelt die sich fast nie in den Selbstbschreibungen wider. Wobei ich selbst nur zu gut weiß, wie unsagbar schwer die zu schreiben sind :-D. Man möchte ja schon Aufträge. Ob sich aber von der Texttonalität anzuhören wie ein Massagesalon der richtige Weg ist, sei mal dahingestellt. Denn wenn alle Agenturen die im Kern gleichen Texthülsen abfeuern, kann der Kunde sich nicht entscheiden, welches Designstudio für ihn das richtige ist. Da helfen auch Konstrukte wie 360°-Design, Tiefendesign, doppelte Neugier und und und nicht, die dem vermeintlich zu einfachen Designprozess eine Artorganisatorisches Exo-Skelett verpassen und den Entscheidern einen Mehrwert aus der Laterna Magica vorgaukeln wollen, nicht. Individuell sind die Kommunikationsporzesse, Arbeitsweisen und die entsprechenden Ergebnisse. Da ist fast jedes gute Designbüro etwas anders aufgestellt und hat seinen eigenen Flavour. Die besten Designer haben oft die schlimmsten Homepages – oder habt ihr bei Sagmeister je einen anschleimenden Hallo-Kunde-nimm-mich-ich-brauch-Geld… Text gefunden? Eben.
18. Februar 2009 08:16 Uhr. Kategorie Design. Tag Branche, Fail. 4 Antworten.
ja, das ganze ist ein wenig unlustig.
Das sollte dich nicht groß ärgern – schau dir die Projekte und das Portfolio an, das entlarvt sich doch von selbst, oder?
Ich hab mich über die Jahre an wirklich dreiste Plagiate gewöhnt, muss ich sagen. Ob die dann bewusst sind – was man oft meint – oder wirklich nur Zufall, der Zeitgeist lauert ja überall, weiß man fast nie. Ich selbst bin ja auch – unbewußt hoffentlich meist – inspiriert von Dingen, die ich in Büchern oder Magazinen sehe oder tanke auch bewusst oft Ideen eines bestimmten Stils für Projekte, um dann möglichst viel wieder zu vergessen und frisch an diesen Stil zu gehen, eine bestimmte Bildsprache aber vorher eingeatmet zu haben. Design ist nicht Kunst, es ist eher wie Musik, Evolution, aufeinander aufbauen, weiterentwickeln, adaptieren… was aber in diesem einen Fall natürlich nicht zutrifft, schon klar.
sagmeister umgeht das problem ja, in dem vermeintlich nur auf studentenfragen antwortet, dort aber alles sagen kann, was man sonst in einem entprechendem text sagen würde.
der mann ist einfach clever :-)
naja, stefan hat zum einen ein relativ kleines büro und die kunden rennen ihm die tür ein, da brauchst du keine schleimtexte, wenn man – wie die jayz-geschichte belegt – ja fast eher versucht ist, sie zu vergraulen (erfolglos) und ohnehin mehr und mehr selbst in richtung kunst driftet. sagmeister inc. ist einfach kein normales studio im klassischen sinne mehr