
Die britischen Indierocker um Paul Smith bleiben ihrem Sound auf dem zweiten Album nahtlos treu. Das Erfolgsrezept von A Certain Trigger wird auf Our Earthly Pleasures fortgesetzt, verliert vielleicht ein bisschen an Schärfe und Druck, zugunsten komplexerer Songstrukturen. Das Quintett produziert mit Our Velocity einen fast berechenbaren Hit, mit einem wunderbar billigem New-Wave-Keyboard, einem schön gemachten Break zum Refrain und genügend Speed, um bei Konzerten für viel Spaß in den ersten Reihen zu sorgen. Wie so viele Bands tendieren auch Maximo Park bei ihrem zweiten Album etwas mehr Richtung Midtempo, weniger Wut, mehr Feeling, weniger Rock, mehr Indie. Books from Boxes und Sandblasted and Set Free sind solche ruhigeren Nummern, Your Urge ist teilweise sogar nervig flach, die mehr zum Kopfwippen als zum Moshen einladen. Die Produktion verleiht den Songs eine an die Strokes erinnernde Nüchternheit, obwohl manchen Songs etwas weniger staubtrockene Sounds vielleicht gar nicht geschadet hätten, denn wenn man schon Richtung Pop segelt, dann sollte man es auch ernsthaft tun. So wie es ist, entfalten die Nummern eine schöne direkte Live-Atmosphäre, einen dichten Klangteppich, gegen den Smith mit seinem intensiven Tremolo anarbeitet, seine kleinen Notizen aus dem Alltag croont und bellt.

Maximo bewegen sich Richtung Mainstream, keine Frage… wenn sie dort nicht schon immer waren. Die Heavy Rotation bei Sendern wie 1Live zeigt, dass diese Strategie aufgeht und die Musik, die bei dieser Reise vom Londoner Underground auf die großen internationalen Bühnen entsteht, ist ehrlich, oft berührend geblieben und hat wenig von der ursprünglichen Intensität verloren. Unter der Flut der in den letzten Jahren aus UK und den US kommenden Neo-Brit-Poppern ist Maximo Park nicht mein Favorit, aber Our Eartly Pleasures zeigt sehr solide Songwriting-Qualitäten. Mir fehlt vielleicht etwas der Mut, der Drang, etwas wirklich neues zu liefern. Ich befürchte, dass das Quintett – wie etwa Placebo – vielleicht einfach nicht genug Bandbreite hat, um über die Jahre spannend zu bleiben, sich im Kreis drehen wird, immer und immer wieder die gleichen drei vier Songs produziert, mit kleinen Iterationen. Sich nicht weiterzuentwickeln, den Stil zu polieren und perfektionieren, macht sicherlich für den zweiten Longplayer Sinn, bei der dritten Platte sollte aber eine Suche nach mehr drin sein…
5. April 2007 08:26 Uhr. Kategorie Musik. 6 Antworten.
Psst, die sind gar nich aus London!
Autsch. Newcastle, sorry, ich fix es.
Wobei sich der Londoner Underground gar nicht auf die BAND bezog, sondern auf den Sound aus England in den letzten fünf sechs Jahren.
Insofern lass ich es auch drin…
Ach so, das hatte ich auch kurz überlegt, aber dann wollte ich doch lieber motzen. ;-)
Motzen ist doch super :-D