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Rick Poynor
hat Recht: nahezu alle Modemagazine für Frauen sehen identisch aus – Frauen (Gesicht oder Oberkörper), die mit leicht geöffnetem oder lächelnden Mund direkt aus dem Cover zum Betrachter schauen. Die Variation beschränkt sich auf das Aussehen des Models an sich, nicht auf die photographische Inszenierung, die stets identisch ist, auch was den Stil des Photos angeht: Farben, Retusche, Körnigkeit. Um das Photo herum, wie plagende Insekten, das Model fast erstickend, reißerische Marktschreiersätze, meist in vielfarbiger serifenloser Typographie, die Gewichtsverlust, besseren Sex und den perfekten Mann (oder den Weg zum gleichen) anpreisen. Cosmopolitan, Vogue, Brigitte – es ist kein Unterschied zu erkennen. Als großer Bewunderer der bahnbrechenden Arbeit von Alexei Brodovitch, der gezeigt hat, wie dynamisch, kinetisch und lebendig Typographie und Photo zusammenkommen, dass das reine Zusammenstellen von Bild und Text eine hohe Kunst sein kann und dessen Coverentwürfe bis heute größtenteils frisch und inspiriert wirken… bin ich von der Ideenlosigkeit, Plattheit und geistigen Leere der heutigen Magzincover entsetzt. Die Marketinggruppen der Zeitschriften glauben, dass dies der CoverLook ist, den die Leute wollen, der sich verkauft – aber ich bin nicht sicher, dass es einem Magazin hilft, wenn ich auf einem fünf Meter langem Regal mit Zeitschriften keine einzige klar erkennen kann, wenn alle «Marken» zu einem Gesamtmatsch zerfließen. Die Gleichmacherei, das Abkupfern, die Langeweile ist absolut unerträglich. Im Grunde sehr bezeichnend für unsere Gesellschaft: Es ist gleichzeitig zuviel und doch zuwenig. Eine Flut von Bildern, und kein einziges berührt dich.

25. August 2007 08:25 Uhr. Kategorie Photos. 12 Antworten.

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