
Um es gleich vorweg zu sagen: Der meiste Hype um das Air ist ein bisschen typisches Apple-Marketing. Denn es ist keineswegs so, dass das neue MacBook Air revolutionär ist oder gar von iPad «gelernt» hat. Denn tatsächlich ist das 13″ Modell ein zunächst sehr normales Laptop geworden – und das ist tatsächlich die große Überraschung und die große Stärke des Geräts.
Nachdem ich ursprünglich ein 11″ bestellt hatte, einfach des bestechenden Formfaktors halber, hat mich dann doch die Nachkaufdissonanz gepackt und ich habe auf ein 13″ mit 2,13 Ghz, 4 GB RAM und der 256 GB Flashspeicheroption gewechselt. Denn was hat man von einem kleinen, leichten Notebook, das man dann immer dabei haben kann, das aber mit 800er FSB, weniger L2-Cache, langsameren Prozessor und vor allem eben nur mit 128 GB immer einen faulen Kompromiss abgibt und dessen Bildschirm so schmal ist, dass die meisten Nutzer sich das Dock an die Seite schieben, um ein paar horizontale Pixel zu gewinnen. Es mag sicher sein, dass das 11″ deutlich mehr iPad-Feeling aufkommen lässt, beim 13″ war das gar nicht so.

vs. iPad
Tatsächlich dürfte es aber auch beim 11″ so sein, dass es (noch) einen großen Unterschied zwischen subkompakten Notebooks und dem iPad gibt. Das iPad ist eine Scheibe die nur aus einem einzigen durchgehenden Touchscreen besteht, über den man alles steuert. Das Air ist ein Notebook, das man aufklappt, das also im Arbeitsmodus doppelt so viel Platz weg nimmt. Das iPad ist drehbar, mit dem Air arbeitet man nicht im Hochformat, man hält es nicht wie ein Buch. Keine Frage: Zum Lesen oder zum Ansehen von Videos, aber auch zum schnellen Surfen, zum Lesen von RSS, Tweets oder Facebook, aber auch für kurze Mails und einen fixen Text, ist das iPad nicht nur ausreichend, sondern wirklich einfach besser. iBooks auf dem Air würde aus meiner Sicht keinen Sinn machen. Das Air mag in Sachen Größe und Gewicht eine Art Brücke zwischen den «normalen» Macs und den mobilen Geräten schließen, in der Art und Weise, wie man damit umgeht und was es kann, ist der Unterschied riesig. Es ersetzt nicht ansatzweise das iPad – so wenig wie das iPad einen iMac vollends ersetzt. Die beiden Geräte ergänzen sich aber bestens, vor allem, wenn man mit Tools wie MobileMe, Dropbox oder Evernote für eine Abstimmung wichtiger Dateien und Daten sorgt. So kann ich einen Text auf dem ipad anfangen, auf dem MacPro recherchieren und weiter schreiben und abends auf dem MBA in Form bringen, ohne Probleme. OmniFocus, GrandTotal und zahlreiche andere Programme sind auf der Workstation und dem mobilen Leichtgewicht identisch und können so leicht bearbeitet werden. Aber im Kern unterstreicht das Air fast eher den noch bestehenden Unterschied zwischen OSX und iOS: An OSX wird gearbeitet, an iOS konsumiert. Du kannst am iPad ein bisschen was gestalten und skizzieren oder schreiben, aber die reine Freude ist es nicht – ebenso wenig ist es denkbar, ein Buch oder Comic am Air zu lesen oder sich einen ganzen Spielen als PDF durchzulesen… alles Dinge, die mit dem iPad bestens funktionieren. Es sind – so ähnlich sie sich architektonisch zu sein scheinen – völlig unterschiedliche Geräte.

vs. MacBookPro
Und das ist die eigentliche Überraschung. Denn anstatt sozusagen iPad+X zu sein, ein sehr tragbares Gerät, an dem man ab und zu ein wenig ernsthafter Arbeiten kann, entpuppt sich das vollausgestattete 13″-Gerät als echtes Arbeitstier. Obwohl eigentlich als Ergänzung meines zwei Jahre alten MBP 15″ (2,53 Ghz Core2Duo, 4 GB Ram, 350 GB HDD mit 7200 Umdrehungen, GeForce 9600 GT) gedacht, wird es dieses wahrscheinlich komplett ersetzen. Denn obwohl es fast nur halb so viel wiegt und deutlich kleiner/schmaler ist, ist es unterm Strich insgesamt schneller als das MacBook Pro… und das trotz nominell schlechterer Leistungsdaten. Trotz der etwas schlechteren Grafikkarte (das MBA hat nur den Onboard-9400M-Chip von Nvidia) und des langsameren Prozessors macht der Verzicht auf eine normale Festplatte den Start des Laptops und von Applikationen sowie alle Zugriffe auf Festplatten so enorm schnell, dass selbst große iMacs und der MacPro dagegen irgendwie frustrierend langsam wirken. Bei kleineren Programmen wie iCal oder Mail gibt es fast keine Wartezeit mehr und selbst Photoshop CS5 startet so blitzschnell, dass man umso mehr staunt, als dass man wenig erwartet hätte. Von den 256 MB Festplatte sind noch 220 frei, nachdem eigentlich alle wichtigen Werkzeuge des täglichen Gebrauchs installiert sind, inklusive Photoshop (plus Plugins), Indesign, Illustrator, iWork, Lightroom und einiger anderer Programme plus etwa 600 aktive Schriften. Wer mit LogicPro arbeitet, wird an der Festplatte verzweifeln, aber den retten die 100 GB mehr, die das MBP liefert, auch nicht. Während man bei prozessorintensiven Sachen einen Moment länger wartet – wenn etwa Viveza ein Bild verändert – ist der Start der meisten Plug-Ins um ein vielfaches schneller, auch mit Indesign lässt sich völlig problemlos auch mit größeren Dateien arbeiten. Die einfache Tatsache ist: Gefühlt ist der fast 1000 Euro teurere MBP schleppender, nicht nur in Sachen Gewicht. Auch die Akkulaufzeit ist um einiges besser – ich habe das erste Unibody-MBP, also noch mit austauschbarem Akku, die Laufzeit ist also kürzer als bei aktuellen MBPs (die ganz generell mit i7 Prozessoren, SSD-Option und 8 GB RAM dem Air natürlich weit überlegen sind) – aber es ist frappierend, wie viel länger das Air läuft. Wer nur surft, Mail checkt, Termine in iCal plant und etwas schreibt, kommt entspannt auf fünf bis sieben Stunden Laufzeit. Bei Video (HD) geht die Laufzeitanzeige natürlich rapide in Richtung 1:30 bis 2:30, aber auch das ist immer noch ein sehr, sehr guter Wert für so ein kleines Gerät. Das Display ist in Sachen Blickwinkel schlechter als das vom MBP und ich persönlich mag die rahmenlose Vollverglasung ja – aber irgendwo muss man der Tatsache, dass der Displaydeckel am Air gerade mal so dick ist wie drei vier A4-Blätter ja Rechnung tragen. Denn immerhin ist die gesamte Front des geschlossenen Air nur so hoch wie das Display des MBP allein. Kompromisse wie auch die fehlende Tastaturbeleuchtung (man merkt erst wie wichtig sie ist, wenn sie nicht mehr da ist) und die fehlende Fernbedienung (kein IR) muss mann da einfach in Kauf nehmen. Tut man auch gerne – mein MBP braucht etwa 1:30 Minuten vom Einschalten bis zum Booten. Das fast identische Routinen startende Air hingegen keine 20 Sekunden. Obwohl man ein Gerät mit 30 Tagen Standbyzeit ohnehin nicht mehr abschaltet – Deckel zu und fertig, wie beim iPad wird nur noch neugestartet, wenn irgendetwas abgestürzt zu sein scheint.

Luftiglockerleicht
Ich war bisher nie der Meinung, dass Laptops sich zum mobilen Arbeiten eignen. Das Air dürfte meine Meinung ändern. Es passt bequem, wenn auch nicht nahtlos, in den Taschenbegleiter und ist gefühlt kaum schwerer als das iPad (iPad und eine noch mit drei Batterien bestückte Apple-Tastatur sind faktisch schwerer), es lässt sich fast gedankenlos überall mit hin nehmen. In der Arbeit fällt besonders auf, dass es meistens gar keinen Ton von sich gibt, nur wenn der Prozessor richtig zu arbeiten hat, ist ein Lüfter zu hören, ungewohnt, wenn man das iPad gewohnt ist, aber gegen das Gebläse vom MBP fast unhörbar. Die Wärmeentwicklung vieler Laptops – auch des Macbook Pro – , die ein Arbeiten eben mit dem Gerät auf dem Schoß zum körperlichen Härtetest machten, ist mit dem Air ebenfalls vorbei. Das MBA wird in einem derart geringen Maße warm, dass man ab jetzt im Winter wieder die Heizung andrehen muss. Nahezu aller Nervereien, die ein Laptop normalerweise mit sich bringt, sind hier verschwunden, inklusive der Angst um die Festplatte. Trug man früher das Laptop immer etwas wie ein rohes Ei – die guten Daten!!! – so wird es jetzt entspannt wie das iPad unter den Arm geklemmt oder wie ein Buch herumgetragen… es gibt ja keine Festplatten mehr, die einen Headcrash davontragen könnten. Damit sind übrigens auch die üblichen kleinen Aussetzer wegen des dusseligen Festplatten-Kopf-Schutzes der MacBooks passé. Auch die trotz der unfassbaren Dünnheit des Gerätes hochstabil wirkende Verarbeitung, bei der sich der millimeterdünne Bildschirm kaum biegen lässt, entspannt zusammen mit dem 1,3-Kilo-Gewicht ungemein beim Hantieren mit dem Air. Es ist schwer zu erklären, aber du fasst es einfach nicht mehr an wie ein Notebook, sondern eher wie ein Notizbuch. Und das ist eine gute Sache. Der Verzicht auf ein DVD/CD-Laufwerk ist aus meiner Sicht keine große Sache, sondern eher überfällig – zum einen kann jedes im Netzwerk verfügbare Mac-Laufwerk für das Air freigegeben werden, zum anderen nutze ich kaum noch CDs. Der Abschied in iTunes vom CD-Logo, die Einführung von MobileMe und AppStore macht auch deutlich, dass Apple sich generell zunehmend (und zu Recht) von den Silberscheiben als Datenträgern verabschieden wird. Selbst der beigefügte USB-Stick wirkt ja irgendwie bereits altbacken. Selbst der SD-Slot wirkt überflüssig, dürfte für viele Nutzer mit kompakten Digitalkameras und ohne Eye-Fi-unterwegs sicherlich sinnvoll sein.

Zubehör
Aber ganz ohne Zubehör geht es natürlich nicht. Empfehlenswert, neben einer MagicMouse, ist sicherlich eine externe Festplatte, die TimeMachine-Backups kann, eventuell eine Carbon-Copy-Spiegelung zulässt und trotzdem noch etwas Platz für zusätzliche Daten liefert. Die Freecom XXS 1 TB beispielsweise passt vom Formfaktor her perfekt zum Air. Wer nicht wie ich ein Datensicherheitsfanatiker ist und schon 700 GB allein für Backups verplant, ist mit 1 TB mobiler Daten im Format 109.8 x 79.5 x 13.5 mm bestens bedient, auch wenn 2,5″-Festplatten natürlich nicht sonderlich rasant sind. Wobei es nur eine Frage der Zeit ist, bis die derzeit noch unfassbar teuren 1TB-SSDs massenmarkttauglich und bezahlbar werden. Sieht man ja jetzt schon am Preis des Air-Flashspeichers im Vergleich zur früheren SSD-Option der Vorgänger.
Leider hat Apple dem Air (noch) keine 3G-Option angedeihen lassen, was mir reichlich unverständlich ist, da die Technik ja sogar im iPad vorhanden ist. Bis es soweit ist, hilft ein mobiles Funk-WLAN, wie etwa das MiFI oder das Huawei E5. Die etwa iPhone-großen Geräte nehmen zB die Zweitkarte der Telekom zum iPhone auf, brauchen nahezu keinerlei Einstellung und erzeugen ein Miniatur-WLAN für bis zu 5 Endgeräte. Der Akku hält 5 Stunden, Stromversorgung geht aber auch via USB. Wer nicht ohnehin durch einen Jailbreak (oder ein Tethering-Angebot seines Mobilfunkanbieters) sein iPhone zum WLAN-Funknetz-Spender umfunktioniert hat, ist mit einem E5 bestens bedient, einfach kann man kaum noch mobil ins Web. Selbst ein Web’n'Walk-Stick wirkt dagegen kompliziert.
Den Bassjump habe ich ja bereits vorgestellt – wer am Air Musik hören will, kommt nicht mehr drum herum, die verbauten Lautsprecher sind zwar laut, aber Bass findet einfach nicht statt. Mit dem Bassjump klingt das Air aber ausgezeichnet und steht dem MBP in Sachen Sound nichts nach. Dass der Subwoofer dabei allerdings selbst halb so viel wiegt wie das gesamte Air (0,64 kg), muss man dabei leider in Kauf nehmen. Natürlich ziehen Zubehör wie E5 (sofern am USB-Port angeschlossen) und der Subwoofer den Akku des Air schneller leer – aber eine handlichere Klanglösung als den Bassjump, der keine Stromversorgung, keine Kabel außer eben dem einem USB-Kabel braucht, wird man so schnell nicht finden.

Fazit
Man darf sich nichts vormachen – der erste Air von Apple war ein Spielzeug, mit absurd kurzer Akkulaufzeit, seltsamen Hardware-Sonderlösungen wie der USB-Schublade, kaum Leistung und einem unfassbaren Preis. Der neue Air ist dagegen ein sehr normales Notebook, vielleicht sogar tatsächlich Vorläufer einer Generation hochintegrierter Notebooks, die immer leichter und mobiler werden und bei denen die Größe eigentlich nur noch von Faktoren wie Akkus, Bildschirm und einer normalgroßen Tastatur abhängt, deren Speicher und Prozessoren aber verschwindend klein geworden sind. Das Air macht begreifbar, welchen Weg Apple in den kommenden Jahren gehen wird, um die iOS-Geräte und die «normalen» Macs näher zusammen zu kriegen. Man braucht nicht viel Phantasie, um sich ein Hybrid-Betriebssystem vorzustellen, das nahezu identisch die Grenzen zwischen Mobilgeräten und «Desktop» endgültig auflöst. Es ist fast bewundernswert, mit welcher stoischer Ruhe Apple diesen Weg vorbereitet und durch diese Scheibchen-Taktik Usern wie vor allem aber auch Entwicklern die Chance gibt, einen wahren Kulturschock langsam und peu à peu mitzumachen. Es ist ebenso bemerkenswert, wie wichtig Anbieter wie Dropbox bei dieser Strategie sind – Dropbox ist für fast jede iPad-Applikation inzwischen zum Quasistandard geworden, oft vor Mobileme -, insofern bin ich gespannt, wie Apple darauf reagieren wird, indem es entweder Dropbox kauft oder MobileMe ordentlich ausbaut (iOS 4.2 deutet ja bereits auf letzteres hin). Der Air ist kein Kompromiss-Spielzeug mehr, sondern ein atemberaubend leichtes Gerät, dass fast 1:1 den Highend-Leistungsstand von vor etwa 24 Monaten erreicht hat oder diesen sogar schlägt. Wer also keine vier Kerne in seinem Mobilrechner braucht (und ich finde immer noch, 3D und echt massiver Filmschnitt gehören doch noch auf den Schreibtisch, einstweilen) – der ist mit dem Air für alle Anforderungen gewachsen, für zuvor ein Unibody-MacBookPro 5.1 von Ende 2008 nötig war. Ohne jede Abstriche. Keine Frage, ein 7,1er Modell von Mitte 2010 ist diesem Standard wieder deutlich voraus – aber das 17″ wiegt eben auch 3 Kilo, selbst das deutlich leistungsschwächere 13″ noch 2 Kilo. Insofern ist das Air das erste ultramobile Notebook, mit dem sich richtig seriös arbeiten lässt, und an dem eben diese Arbeit deutlich mehr Spaß macht als an jedem anderen MacBook zuvor. Es ist so gut, dass man fast unweigerlich eine lange Wunschliste im Kopf hat – längere Akkulaufzeit, abnehmbares und als eine Touchscreen ohne Tastatur nutzbares Display mit eigenem Akku -, vor allem aber ist bemerkenswert, dass eine Hardware, die man eigentlich für mobile Präsentationen und vielleicht Mail eingeplant hatte sich als stark genug entpuppt, um auch die Creative Suite und Lightroom problemlos zu nutzen. Das Air ist ein Notebook, das man unterschätzen will, weil es so klein und zierlich wirkt, und das einen dann um so mehr positiv überrascht. Und das hat man heutezutage ja selten genug.
8. November 2010 21:29 Uhr. Kategorie Technik. Tag Apple, Hardware. 19 Antworten.
Thanks, das war genau das, was ich wissen wollte! Das 13″MBA ist so gut wie bestellt. Die Fotos sehen absolut dekadent aus. I love it ;-)
Es ist echt gut – ich überleg gerade, wofür ich das 15″ eigentlich noch brauchen würde…
Wenn möglich, bestell die Vollausstattung. Ist immer noch relativ preiswert gemessen am MBP und Aufrüsten nachträglich geht nicht. Zumal 4 GB Ram und 256 GB Flash auch echt fast eher ein Minimum sind.
Dekadent sieht eher der Boden aus …
Danke für die super Beschreibung HD. Ich habe das 13” Mac Book Air vor einer Woche bei gravis in Köln getestet. Optisch kann man wirklich nichts negatives sagen. Es sieht sehr sexy aus. Kompaktes und zurückhaltendes Design finde ich ohnehin genial. Aber ob man wirklich damit arbeiten kann, wage ich fast zu bezweifeln. Auf dem Macbook Air waren PSE und Office installiert & ich habe einfach beiden Programme gestartet und stelle fest, dass es da schon Probleme gab. 2GB ist definitiv zu wenig um einigermassen reibungslos zu arbeiten und ob 4GB für alltägliche Programme wie PS, IND und AI oder Quark reichen … hmm ich würde sagen nein!
Natürlich muss man hier stark differenzieren, denn nicht jeder arbeitet im alltäglichen Leben mit so ressourcen-hungrigen Programmen wie wir.
Sicherlich ist das neue Air ein Hingucker aber meiner Meinung nach viel zu teuer und für mich persönlich unbrauchbar.
Wie du schon richtig geschrieben hast, man kann sehr gespannt sein, was Apple daraus macht: „ … Vorläufer einer Generation hochintegrierter Notebooks …“ Ich bin sehr gespannt was auf die 3. Generation.
PS. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, damit unterwegs (in der Bahn oder Café) etwas zu coden. Deshalb überlege ich mir ein kleines Macbook zu holen, um unterwegs zu programmieren. Falls du irgendwann dein 15” verkaufen möchtest – einfach Bescheid geben.
Ohne blöd klingen zu wollen – bist du ganz sicher, dass Gravis das NEUE Air hatte? Ich war vorletzte Woche bei Gravis, meinen Zeppelin in Reparatur zu geben und da stand noch ein 13″ der Vorgängergeneration, das man – bis auf das andere Touchpad und Details wie die USB-Klappe – zunächst echt gut für das neuere Air halten kann. Ich hab’s erst gemerkt, als ich mich an der alten Klick-Lösung des Touch-Pads störte. Und das alte Air geht in Sachen Tempo gar nicht, da war schon das Starten von Safari eine Qual. Gar kein Vergleich zum Nachfolger.
Während man natürlich nicht so smooth arbeiten kann wie am MacPro mit 16 GB und acht oder zwölf Kernen, ist es einfach so wie oben beschrieben. Ich war ja selbst erstaunt – es arbeitet sich 1:1 wie am MacBookPro Version 5.1. Das heißt konkret, dass Photoshop auch mit großen Bildern sehr gut lief, auch komplexe Filter wie Viveza, Topaz oder Exposure laufen in absolut erträglichem Tempo, alle Caching-Prozesse von PS fühlen sich sogar schneller an, nur bei reinen Filter-Sachen wartest du etwas. Wichtig ist aber auch, dass es CS5 ist – CS4 ist immer lahm. Mit CS4 macht es übrigens kaum keinen Unterschied, wieviel RAM du hast, nach 4 GB ist ja eh Schluss, weil diese Version nicht mehr als um die 3 GB adressieren kann. CS5 in 64bit geht mit RAM sehr viel besser um, kann auch endlich mehr Bilder gleichzeitig öffnen – kann aber mit 4 GB sehr anständig arbeiten.
, Probleme gibt es erst, wenn man recht viele Bilder gleichzeitig auf hat. Multitaskign darf man mit zwei Kernen sicher nicht überreizen – aber wenn man nicht zig Sachen gleichzeitig macht kann nach wie vor fast kein Programm die vielen Kerne so richtig nutzen. Ganz klar ist ein 7.1er MBP mit i7 und 8 oder 16 GB leistungsstärker und damit die bessere Wahl, wenn man nur damit arbeitet. Tue ich aber nun mal nicht – für mich ging es bei diesem Kauf um Mobilität, es war ja eigentlich sogar eher nur als mobile Alternative zum 15″er gedacht, ich bin ja selbst überrascht, dass das MBP gegen das Air etwas alt aussah. Als Hauptarbeitsplatz käme es sicher nicht in Frage – aber da käme für mich selbst eigentlich gar kein Notebook in Frage, einfach weil die 2,5er HDDs immer miese Leistung haben. Abgesehen davon kommt man mit einem vollausgestatteten 15″ MBP fast an die Leistung eines vergleichbaren iMac heran und mit dem 27″ Display auch an den Bildschirm – allerdings für mehr als das doppelte an Geld. Man darf auch nicht vergessen, wie vergleichsweise preiswert das Air im Vergleich zum MBP ist – woher die Meinung kommt, die Air-Notebooks seien teuer, ist mir ein Rätsel, die Obergrenze ist 1700 Euro brutto, da fangen die Pros erst richtig an. Unterhalb der Vollausstattung macht das sicherlich keinen Spaß – 4 GB muss echt sein und 256 GB ist eigentlich sogar eher etwas wenig, weil so durchgehend gut ist WLAN/3G ja doch noch nicht, dass man immer mit webbasierten Daten arbeiten könnte
Office habe ich nicht installiert, aber iWork läuft wie ein Traum, die Startzeit von Pages ist kaum wahrnehmbar. In der Regel habe ich iCal, Mail, Evernote, Dropbox immer aktiv, PS und ID gleichzeitig dazu laufen zu lassen ist gar kein Problem, auch iWork und Ecto dazu geht noch. Ich denke aber, dass hier die Art, wie OSX 10.7 mit Multitasking umzugehen scheint (Programme à la iPhone «einfrieren») hier nochmal einen richtigen Leistungsschub bringen wird, wenn die Programmierer es erst einmal unterstützen.
Das 2008er MacBookPro kam ja auch schwer ins rotieren, wenn ich bei einem Phototermin 120 GB RAW-Bilder durchgeschaut oder bearbeitet habe, Und man muss ganz klar sehen, dass etwa zwischen den alten 24″ iMacs (die den C2D-Prozessor haben, der jetzt auch im Air arbeitet) und den neuen i7-iMacs mit 8 GB gravierende Unterschiede liegen, also auch die neuen MacBooks deutlich mehr Power haben sollten, vor allem wenn man ihnen eine große SSD spendieren würde. Für die neuen MBP spricht vor allem Quadcore, die neue GT-Grafikkarte und mehr RAM als früher (bis 16 GB) – ansonsten hat sich ja nicht viel getan, Festplatten und RAM-Tempo sind gleich geblieben.
Die Flash-Speicher-Lösung holt aber eine Menge gefühltes Tempo heraus. Das Starten von Programmen, Kopiervorgänge, alles, was die «Festplatte» betrifft, ist frappierend beschleunigt – und dann wartet man halt auch mal gern eine halbe Minute länger, bis ein Filter fertig gerechnet hat. Und bei Mail oder iCal merkst du gar nichts – hier muss man klar sagen, dass wahrscheinlich sogar das 11″ entspannt mithalten könnte. Überhaupt kommt es sehr drauf an, was man macht – ich bin recht sicher, dass Webdesigner, die eher mit kleinen Bildern arbeiten und eher coden, phantastisch wenig Interesse an Powermaschinen haben müssen, 3D-Frickler und Filmschneider aber natürlich am Air weinen werden.
Für mich persönlich ist aber erst einmal nice, mir unterwegs nicht mit zig Geräten – das iPad muss ja immer mit inzwischen – unnötiges Gewicht zu machen. Bei Präsentationen, Phototerminen und im Urlaub-mit-Restarbeit schleppt man ja immer einen halben Maschinenpark mit sich herum. Da macht es etwas aus, wenn iPad und Air zusammen weniger wiegen als vorher nur der Macbook Pro. Die Entscheidung fällt nämlich weg, ob man etwas zuhause lässt – nimmt man iPad mit Tastatur mit oder doch nur Laptop? -, weil das Gewicht jetzt gut erträglich ist. Wenn ein Beamer vor Ort ist, kann man jetzt wirklich sehr sehr relaxt zu Präsentationen fahren. Und auch beim Arbeiten auf dem Sofa oder im Bett macht das Gewicht und Format einen Unterschied (noch heftiger beim 11″, denke ich mir) – weil man viel weniger Rücksicht auf das Gerät nehmen muss, dass weniger warm, weniger laut, weniger schwer einfach nicht mehr so eine Last ist.
Wenn ich das richtig mitbekommen habe, hat das Air aber nur noch WLAN, d.h. kein Gigabit-LAN on board. Macht es das nicht etwas langsam, wenn man mal auf externe Massenspeicher zugreifen will, oder auf eine Time Machine ein Backup machen möchte? Da hat Kabel ja doch einige Vorteile.
Du meinst, dass es von der Geschwindigkeit einem MBP von vor zwei Jahren entspricht? Dann sollte es ja ungefähr so schnell sein wie meines von vor drei Jahren (wobei das wohl auch ausstattungsabhängig ist).
LAN gibt es noch, man muss allerdings einen USB-Port dafür opfern. Firewire gibt es gar nicht mehr (die armen Musiker ;-D).
Es ist für mich aber ein mobiles Notebook – und während der Unterschied zwischen N-WLAN und GigLan immer noch mehr als schmerzhaft ist, habe ich auch am MBP nur noch in Extremfällen, wenn man über 10 GB für einen Termin verschiebt, ein Kabel gehabt.
Time Machine nutze ich an mobilen Geräten etwas primitiver – da kommt einfach per USB eine mobile Festplatte ran (die oben genannte Freecom) – ich fand die TimeCapsule zu unzuverlässig und ein Notebook muss ich auch echt nicht stündlich abgleichen.
Mein MBP 15″ ist das 5.1 von Ende 2008 (erste Unibody-Generation), mit der damaligen Vollaustattung, also 4 GB, 320 GB mit 7200 U/m und dem 2,5er Prozessor. Das Air hat 4 GB und 256 GB Flash. Die Grafikkarte ist schlechter (9400 onBoard statt 9600er eigener Chip), aber da ich nicht spiele, werd ich das wahrscheinlich nie merken :-D.
Vereinfacht gesagt ist das Air ein mobiler Rechner, mit dem man verblüffend gut arbeiten kann. Aber kein reiner Arbeitsrechner, der etwas mobiler ist. Wer nur einen Mac hat/braucht und damit intensiv arbeitet, ist hiermit sicher dauerhaft nicht glücklich (es sei denn, die Arbeit besteht aus Texten, Mails, Projektplanung, etwas Bildediting, etwas Layout – für so richtig fies echte Designarbeit braucht man aber ja eigentlich ohnehin nach wie vor ganz altmodisch einen MacPro und einen Quato-oder Eizo-Monitor, der hardwarekalibrierbar ist, iMacs sind nett, aber die Farben nicht genau).
Aber wer bei Meetings und Präsentationen einen Begleiter will, der deutlich mehr kann als das iPad, aber nahezu genauso mobil ist, der wird verdammt glücklich mit dem Air sein, weil es ein sehr sehr reales Arbeiten auch in ganz und gar out-of-office-Situationen erlaubt.
Ja das war das neue Air :-) Ganz sicher.
Danke für die ausführliche Beschreibung. Für die Präsentationen, kleine Works, Layouts, Mails oder Programmierung usw. sicherlich Perfekt.
Aber mein Aperture macht das bestimmt nicht mit :-)
Was soll ich sagen – alle Bilder, die oben verwendet sind, hab ich gestern mit der 5DII gemacht, auf das Air gezogen, hab die etwa 30 gemachten Bilder in Lightroom 3.2 importiert, bearbeitet (Belichtung, Profilkorrekturen, Schärfe usw) und dann als 500px breite JPG exportiert, vom Air aus per Automator hochgeladen und den Beitrag in Ecto geschrieben… und das alles fühlte sich nicht langsamer an als auf dem MacPro, vom MacBookPro, das unter LR immer schwer in Stress geriet, mal ganz zu schweigen. Nur – ganz klar – alles am Air ist auf Leicht und Tragbar optimiert, nicht auf Leistung und Vielseitigkeit. Wenn Apple selbst den (durch iPhone-Remote auch nicht mehr so wichtigen) IR-Port weglässt, wird klar, wie sehr die hier auf jedes Gramm geachtet haben.
Aber Aperture ist eh nicht mein Ding, muss ich zugeben. LR kann am meisten und hat den für mich individuell angenehmsten Workflow – CaptureOne macht die besten Ad-hoc-Farben ohne langes Drehen. An Aperture konnte ich mich einfach nicht gewöhnen, obwohl ich iPhoto für meine iPhone-Bilder ja durchaus gewohnt bin.
Ich habe auch vor einem Jahr nur mit LR gearbeitet. Mich hat eigentlich das gesamt Konzept von Aperture überzeugt. Bearbeitung im Vollbildmodus, gute Rauschenverhältnisse auch bei ISO +1600, Orte (iPhone APP „GPS Motionx“ arbeitet wunderbar!), Gesichtserkennung, Quick Brush-Pinsel mit Kantenerkennung, Lupe & meiner Meinung nach sehr natürliche Farben.
Außerdem kann man X-beliebige Farbprofile z.B. CMYK unter Aperture direkt zuweisen (geht das mittlerweile auch unter LR?!)
Der Leuchttisch ist mein fav. wenn es darum geht, Bilder nebeneinander zu bewerten, wobei das auch direkt in Viewer sehr gut funktioniert.
Capture One, Bible oder DXO Optics Pro sind definitiv ein Muss, wenn es darum geht das beste aus den RAW Daten herauszuholen (habe ich mir sagen lassen!) Leider bin ich auf Photokina nicht dazu gekommen, mir die Programm genauer anzuschauen.
Bibble hab ich vor Ewigkeiten benutzt – gibts das immer noch :-D. DXO mag ich das Concept nicht – zu sehr Windows. C1 ist großartig, mangelt aber echt an Features (Plug-Ins, Pinsel usw).
LR 2 war etwas schwach, LR 3.2 ist schon ein ziemlicher Hammer – man muss sich nur angewöhnen, nicht mit den Preset-Automatismen zu arbeiten. Noise, Schärfe, Farbeinstellungen und die Pinsel sind großartig gelöst. C1 ist in der Tiefe etwas besser – aber ich habe ohnehin doch wieder angefangen, mehr mit Photoshop zu tun.
Features wie Gesichtserkennung, Orte und vor allem den etwas peinlichen Freistellerpinsel find ich eben eher in iPhoto angesiedelt. Das ist toll für private Photos. bei iPhoto und Aperture nervt mich die Art, wie Daten zu «Ereignissen» werden. Super fürs Private, wo du nach und nach von iPhone und S90 dein Leben zusammensammelst (in einer bizarr groß werdenden Datei, leider) – aber für RAW, wo die Datenmengen auch nochmal böse anders sind, gar nicht vernünftig. Hier haben Phocus und C1 das noch beste Konzept – Ordner und Cachebilder, und LR ist eine Art Kompromiss, arbeitet ja auch mit einer eigenen Datei, die aber ganz gut zu steuern ist, indem man Projekte fix wieder löscht.
Den Leuchttisch mochte ich auch, wobei das in LR eigentlich auch geht, mehrere Bilder zu vergleichen (analog zu Bridge).
Aperture ist ein super Tool – Marc mag es ja auch sehr – aber man merkt dann ja nach einer Weile, wozu man greift, wenn man mit RAW arbeitet… und im letzten Jahr ist C1 da weniger und weniger geworden, weil ich auch das neue Interface eher zu kompliziert finde, und LR immer mehr, weil es schnell ist, extrem versatil und in den Details sehr überzeugend.
Und ein Feature wie schnell mal eine Flash-Gallerie für einen Kunden zum Preview aus der Software generieren auch gar nicht SO doof ist. Hab ich früher serverbasiert gemacht, aber so ists natürlich noch einfacher.
Junger Padawan, die Macht der SSD du entdeckt hast. Die SSD ist ein kraftvolles Werkzeug um auch deinem MBP zu neuem Leben zu verhelfen.
Yodi
Sent from my Jediphone.
Gabs damals nur zu absurd horrenden Preisen – und die sind bei MBP und iMac immer noch eine recht teure Option, wie ich finde.
Wäre als Nachrüstungs fürs MBP natürlich eine Option – aber what for?
nette Geräteflotte. Alles schön abgerundet. Nur das iPhone 4 ist wieder klassisch flach. Nimmt mich wunder ob die neuen Compis rund organisch bleiben oder wieder flach und eckig werden. Naja ich hab gerade ein neues weisses macBook ohne SSD und auch dies läuft total easy & smooth auch wenn ich mal Photoshop öffne. Hab dem mac Book den Vorzug gegeben weil ich damit auch DVDS schauen will auf dem Sofa. Und ich es grundsätzlich hasse etwas an einen mobilen Computer anzuschliessen. Ich will das Ding auf den Knie halten.Da wäre ein wenig mehr touch schon nett. Das Trackpad ist total in ordnung aber es sollte noch mehr können find ich.
Geht ja weniger um die Geräteflotte als mehr um den Größenvergleich. Bei einem Büro bleibt ja nicht aus, dass man zT mehrfach den halben Apple-Store rumstehen hat… DVD benutze ich tatsächlich so gut wie gar nicht mehr, CD erst recht nicht, USB habe ich noch (LaCieKey), aber eher weil ich bei einem Kunden vor Ort nach wie vor nicht ins Netzwerk darf und so nur etwas archaisch der Datenaustausch funktioniert). Ich finde die Politik, auf externe Datenträger weitgehend zu verzichten, ganz richtig von Apple…
Hallo,
stehe gerade vor der Entscheidung: MacBook Air 13″ (2,16, 4GB) oder MacBook Pro 13″ (2,7, 8GB). Dein Artikel war schon sehr interessant für mich, ich tendiere eher zum Air (schon allein der Auflösung wegen) allerdings bin ich mir unsicher ob für meinen Zweck die Leistung ausreicht. Wäre toll wenn du mir noch mal eine Einschätzung auf Basis der gleich folgenden Angaben geben könntest.
Ich selbst bin freier Grafik Designer und habe als erstes Arbeitsgerät ein iMac 27″. Allerdings steht der in meinem Büro und da ich auch häufig Abends und am Wochenende zu Hause arbeite kann ich diesen nicht immer nutzen. D.h. der zu kaufende Laptop sollte ein bisschen mehr als nur ein mobiles Zweitgerät sein. Zur Zeit besitze ich noch ein MacBook Pro 17″ (2,5 early 2008) welches mir gute Dienste erwiesen hat, aber einfach nicht transportabel genug ist.
Nun zu meinem Leistungsbedarf. Neben den Standards (Mails, Surfen usw.) ist InDesign CS5 (Durchschnittsdatei bei Indesign: 30 Seiten, 20 Tif HiRes Verknüpfungen) und Photoshop CS5 eigentlich dauerhaft offen. Mache relativ viel Editorial Design im Fashionbereich, also Lookbooks, Imagefolder usw. Dann kommt noch Illustrator und Lightroom hinzu, aber nicht ständig offen, nur bei bedarf. Oft läuft dann noch Font Explorer und ggf. auch Acrobat Pro.
Privat werden ziemlich häufig Serien oder Filme in 720p geschaut, oft auch unterwegs. Wie verhält sich da das Air? Lüfter, Wärmeentwicklung, Akkulaufzeit?
Falls noch etwas unklar sein sollten geben ich gerne noch weitere Auskünfte.
Wäre wirklich toll wenn du mir ein kleine Einschätzung geben könntest, wäre dir sehr dankbar.
Viele Grüße
Mischotti
Das hört sich nach einer Menge prozessorintensiver Arbeit an – da würde ich zu einem 8 GB Pro mit SSD raten, auch wegen Thunderbolt. Das Air wird zwar sicher in den nächsten Monaten ein Update kriegen, aber es klingt derzeit nur nach einem kleinen Bump mit Thunderbolt, Sandybridge-Prozessoren und der schnelleren Samsung-SSD. Für wirklich intensive Arbeit in PS und IND ist das Air aber dennoch nicht die ideale Wahl – ich habe letztens im Urlaub recht viel mit Indesign und PS gearbeitet und das geht schon sehr gut, aber wenn es primär für diesen Zweck sein soll, ist das Pro einfach im Endeffekt die bessere Wahl – es sei denn, du brauchst es supermobil und leicht (darum geht es beim Air). Beim Air geht es darum, dass es eigentlich gar kein Arbeitstier ist – es ist ja kaum größer oder schwerer als ein iPad – aber man KANN damit durchaus ganz seriös arbeiten. Nur, wenn man primär damit arbeiten will, ist das Pro einfach besser aufrüstbar. Zu SSD kann aber nur dringend raten – das macht einen unfassbaren Unterschied. Wobei ich die Speicherblades im Air gefühlt noch einen Tick schneller finde als die SSD, die Apple derzeit z.B. im MacPro verbaut. XBench sieht das anders, aber rein vom Feeling her ist der Air fixer. Aber für CS5 und gerade für PS tust du dir mit 8 GB RAM und schnellerem Prozessor schon einen Gefallen.
Die Abwägung ist halt – mobil ja oder nein. Das Pro wiegt nur 2 Kilo mehr, so ists ja nicht. Und natürlich der Preis. Die Daten, die du verarbeitest – abhängig davon, was HighRes Tiff heißen soll – 50 Megapixel? 80? – verarbeitet es an sich problemlos, nur Filter in PS dauern etwas. Indesign ist meist völlig egal, solange man nicht in die Hochaufgelöste Ansicht wechselt – wobei die auch am MacPro keinen Spaß macht, je nach den Bildern, die man da ansehen will (komplexe EPS zb). Mit mittlerer Auflösung kein Ding, weil die Bilder ja nur verlinkt sind. Fontexplorer und einiger anderer Kram läuft auf dem Air im Hintergrund, das macht gar nüscht.
Video – auch HD – per VLC oder iTunes geht völlig problemlos mit dem Air, Wärmeentwicklung ist minimal, den Ventilator hört man nur, wenn man den Prozessor förmlich prügelt und er ist extrem leise, das Gerät ist nicht GANZ so lautlos wie das iPad, aber bei normaler Arbeit auch nicht wirklich weit davon entfernt. Akku läuft bei mir im Schnitt 7-8 Stunden, natürlich kürzer, wenn ich Filme schaue oder richtig massiv Arbeite, aber sehr solide. Das Standby von 30 Tagen hab ich nie ausgereizt, aber as instant-on-feeling ist schon gegeben. Ein gutes halbes Jahr nach dem Kauf bin ich mit dem Air immer noch extrem zufrieden – seltsamerweise machen gerade Applikationen wie Mail oder iCal, Reeder und sowas ENORM Spaß auf dem kleinen Gerät, gerade wegen der 13″, die andererseits beim Photoshop nicht den größten Spaß machen, ging aber bisher überraschend gut. Es ist keineswegs ein «Netbook». Es ist federleicht, in der Tasche kaum bemerkbar. iPad und Air zusammen wiegen unterwegs weniger als früher das Pro allein.
Ein vollaufgerüsteter Pro allerdings ist im Grunde – mit dem Display dazu – ein 27″ 8 GB iMac. Hier musst du abwägen -brauchst du eher Arbeitspower daheim am Schreibtisch oder eine leichte Tasche wenn du unterwegs bist?
Also: Endprofessionell ist natürlich nur, der Name sagt es, das Pro. Aber es war immerhin so, dass ich den Air eigentlich nur als Nischengerät für Präsentationen usw gekauft hatte und das Pro behalten wollte und dann binnen kurzer Zeit verkauft habe – - –
Wenn du die Zeit hast, warte noch ein Jahr – ich denke, nächstes Jahr wird es noch einmal einen Formwechsel beim Pro geben – und beim Air eben bis zum Sommer/Herbst, da kommt den Gerüchten nach da das fällige Update, das zumindest schnelle Prozessoren verspricht (und Thunderbolt, was das Warten sicher lohnen dürfte, wenn es erst einmal bitte das dazugehörige Display gibt).
Hallo,
ich danke dir für deine schnell und wirklich ausführliche Antwort.
Sagen wir mal so, ich würde nicht vor dieser Entscheidung stehen, wenn Apple im MacBook Pro 13″ das gleiche Display wie im 13″ Air verbaut hätte. Die 1280 Pixel sind einfach ein bisschen zu wenig, dass würde mich schon sehr stören. Wenn dies nicht so wäre, hätte ich das Pro schon in der Tasche, die 700 Gramm mehr kann ich schon verkraften.
Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass ich noch ein paar Monate warten werde und das nächste Update des Air abwarte um zu sehen was es da so gibt. Wenn ich mich dann immer noch nicht entscheiden kann ist die Zeit zum neuen Pro ja auch nicht mehr so lang.
Aber noch mals vielen Dank für deine Antwort.
Ums mal gerade konkret zu machen – ich komme gerade von zwei Tagen Job vor Ort beim Aufttraggeber. Da im Büro keiner der iMacs abkömmlich war und mein MacPro echt nicht sonderlich transportabel ist, habe ich das mit einigen Bedenken mit dem Air und dem etwas älteren 24″ Display gemacht (das mit den drei Kabeln). Job war ein Büchlein, etwa 60 Seiten, 20×20, mit hochkomplexen PDF/AI (Grundrisse) und Bilddaten die ich am Ende auf etwa A3 bei 500 dpi (IsoCoated) hochgerechnet habe. Und das ging völlig problemlos, muss ich sagen. Bestimmte Sachen sind am MacBookPro sicher fixer – PDF schreiben usw, Photoshop-Filter… aber andererseits reißt die rasante SSD auch einiges raus. Ich war ziemlich angenehm überrascht.
Wenn Air, dann un-be-dingt das Upgrade abwarten. Bessere SSD, Sandy-Bridge (ich denke mal der i5) und vor allem Thunderbolt. Damit wird stellt Apple ja eigentlich die eigene Welt auf den Kopf, weil PCs völlig modular werden, solange nur ein Kabel dazwischen ist. SO etwas wie einen MacPro braucht man dann fast nicht mehr, das Konzept der internen Festplatte wird nahezu hinfällig. Eine externe HDD ist mit TB ja exakt genau so schnell wie eine interne, eine SSD-Lösung (wie etwa derzeit von LaCie) ist rasant, Monitore, USB und Strom in Zukunft mit einem Kabel angeschlossen. Ich denke, das Air wird wohl (auch) nur einen TB-Port kriegen (die iMacs haben ja zwei) – auf diese Updates zu warten, lohnt sich unbedingt.
Wenn es Power sein muss, am Rande, würde ich beim MBP unbedingt das 15″ nehmen – das 13″ ist auf keinen Fall besser als ein Air.