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Lucky Elephant: Starsign Trampoline

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Die gar nicht mehr so jungen Briten Lucky Elephant ihrem Debut mit einem entspannt-kinderliedigen Instrumental (dem später mit Burn Down The Acres eine Art Kontrapunkt folgt) beginnen, das die beschwingte Grundstimmung des folkig-poppigen Albums vorgibt, das karamellweiche Gutelaunemusik liefert. Surrealistische Instrumentenwolken, entspannter Gesang mit wunderbar französischem Akzent von Emmanuel Labescat, fast an Múm gemahnende leichte Hooks – ein bisschen klingen Lucky Elephant wie das uneheliche Kind der Flaming Lips und Arcade Fire, das auf sehr glücklich machenden Drogen in die Musikecke im Kindergarten gestellt wurde. Zwar zeigt Red Ties vs. the Bees (und der Titel klingt doch schon sehr nach den Lips, oder?) durchaus auch eine düstere Seite der Band, die plötzlich auch mal kurz nach den Red Sparrows klingen kann, aber im großen und ganzen ist der Abgrund unter der guten Laune des Albums nur selten spürbar – aber irgendwie durchaus immer da, die Musik wird nie banal oder oberflächlich. Auch  Modern Life zeigt die musikalische Spannbreite der bühnenerfahrenen Combo, die man bei einem Debut in dieser Form kaum erwarten dürfte, die Spielfreude und die völlige Souveränität, mit der eben auch brütende Tracks hingelegt werden. Die altmodisch und oft kurios klingenden Instrumente, die das Quartett virtuos bedient, tragen zu einer fast zeitlosen Stimmung bei, die treffsicher die Grenze zwischen Licht und Schatten demarkiert, die fast kein Song so gut auf den Punkt bringt wie Call It The End (The Beginning), der zunächst fröhlich vor sich hinhoppelt, um dann plötzlich zu einer düsteren Akustikwolke zu mutieren – und zurück in einen nur knapp an der Belanglosigkeit entlangschrappenden Schmuseblues, den dann aber wieder eine ähnlich Múm-artige Instrumentalnummer kontert. Die Band, mit anderen Worten, reißt immer wieder das Steuer herum, zaubert Regenwolken und Sonnenschein auf die transluzenten Projektionsflächen und scheint tatsächlich munter (und absolut erfahren) auf einer Art inneren Trampolin durch die Stimmungsregister zu hüpfen. Es ist eine großartig unschuldig-melancholische-glückliche Platte, facettenreich und schimmernd, die sich mehrfach anzuhören absolut lohnt.

12. Januar 2010 05:41 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Eine Antwort.

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