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LOGITECH DI NOVO EDGE

Die neue Logitech diNovo Edge ist der Nachfolger des diNovo Desktop, den ich seit einiger Zeit verwende. Und als penetranter Early Adaptor – und dank Weihnachten – habe ich natürlich nicht Nein sagen können. Im Büro stehen insofern seit Ende letzter Woche bei Steffi, Marian und mir Sets aus der Edge und der MX Revolution Maus auf dem Schreibtisch. Und hier ein kurzer Testbericht zur Tastatur…

Das beste vorweg: Die Tastatur ist rein optisch ein Genuss. Aus einem Stück Acryl gelasert und unten mit mattiertem Alu abschließend, setzt Logi hier erneut einen visuellen Standard. Mehr Lifestyle geht nicht auf dem Schreibtisch. Zugleich ist die Tastatur in vieler Hinsicht auch technisch innovativ. Unsichtbare Symbole, die erst auf Tastendruck – also on the fly – sichtbar werden, die Touchdisc, berührungssensivie Lautstärkeregelung… hier steckt viel Idee drin. Es kann keinen Zweifel geben, dass die diNovo Edge in Sachen integrierter Technik, Schlichtheit und Design einen neuen Meilenstein in Sachen Tastatur darstellt. Wer einmal mit der «normalen» diNovo gearbeitet hat,weiß,dass es danach keinen Weg zurück mehr zur normalen Tastatur gibt. Insofern bietet sich auch nur ein Vergleich zwischen dem bisherigen diNovo-Desktop und der Edge an.

Und da kommt wieder Logis Ein-Schritt-vor-zwei-zurück-Denken ins Spiel. Während die Edge eindeutig Vorteile ins Spiel bringt, hat der normale 2.0er-Desktop einige Eigenschaften gehabt, die ich schon vermisse. Etwa die drei dezidierten Buttons links, die frei belegbar waren, die runde Player-Steuerung unten rechts, die vielleicht einen Hauch einfachere Lautstärkeregelung. Die Tatsache,dass die Edge kein NumPad mehr hat,ist ein Desaster. Auch, dass man Tastatur und Maus getrennt kaufen muß und beide auch getrennte Dongle aufweisen, also zwei USB-Ports belegen, ist nicht der Bringer. Zudem wäre, wenn man schon auf integrierte Akkus setzt (die alte diNovo hatte AA-Batterie-Akkus) schön, wenn es eine Art Brücke zwischen Tastatur- und Mausladegerät gäbe, damit man nicht zu viel Kabel auf dem Tisch hat bzw nur eine Steckdose belegt.

Die Rückseite ist seltsam 70s-Orange. Entweder findet man das schick oder nicht. Ich mags, aber es ist ein seltsamer Kontrast zur dezenten Optik der Frontseite.

Die Füße sehen nicht so aus, stehen aber rutschfest und stabil. Im Gegensatz zur diNovo2 finde ich, arbeitet es sich mit dieser Tastatur etwas besser, wenn die hochgeklappt ist.

Die Ladekontakte zur Station. Es ist manchmal etwas fummelig, die Tastatur wirklich so einzusetzen, dass sie auch lädt. Inwieweit der Akku sich gegenüber der bisherigen Lösung mit einzelnen Batterien als Vor- oder Nachteil erweisen wird, muss ich abwarten.

Die Zoomtasten am linken Rand ersetzen die alten frei belegbaren Buttons für Web, Mail usw. Da sie Buttons nicht in allen Applikationen funktionieren und ich in Word usw.nur selten Zoome…sind sie eher ein Rückschritt.Wäre sinnvoller,wenn man sie wenigstens neu belegen könnte und doch wieder Launch-Buttons hätte. Sehr ärgerlich.

Die Fn-Tasten übernehmen bei der Edge diese Launch-Funktion und sind komplett frei belegbar. Es sind aber immer zwei Finger nötig, um ein Programm zu starten. Eher ein Rückschritt…ich habe mich vielleicht auch nur zu sehr an die drei Launch-Tasten der dinovo2 gewöhnt :-D. Auch der MediaPlayer wird jetzt über Fn-Tasten, nicht mehr über eine eigene kleine Steuerung, verwaltet. Vier der Fn-Tasten sind komplett frei belegbar.

Die Touchdisc ist gewöhnungsbedürftig. Sie funktioniert wie ein Laptop-Touchpad, und kann die Maus kurzzeitig ersetzen. Sinnvoll, wie ich finde, zumal man – mit etwas Übung – auch recht passabel damit horizontal und vertikal scrollen kann. Allerdings mit einer Maus wie der MX eher überflüssig. Die Touchdisc macht klar, dass die Edge eigentlich nicht als Arbeits-Tastatur gedacht ist, sondern als eine Art Fernbedienung für Media/Web-PC im Wohnzimmer. Aber auch am Schreibtisch einfach mal eine gute Idee.

Die Lautstärkeregelung sieht sexy aus, funktioniert auch ganz gut, spricht aber nicht immer verlässlich an und ist nicht so präzise zu steuern wie die einfachen Plus-und Minus Buttons der diNovo2.  Man sieht hier sehr schön, warum Logitech zur diNovo Edge ein Wischtuch packt – die Acryloberfläche spiegelt wunderbar, zeigt aber auch jeden Fingerabdruck. Nach einigen Minuten Arbeiten wirkt die Tastatur etwas beschmiert. Das macht den Genuß des sleeken Highend-Gerätes wieder etwas zunichte.

Die Tasten selbst sind leichtgängig und ebenso gut nutzbar wie die der alten diNovo. Das Feeling entspricht einer hochwertigen Laptop-Tastatur. Sie sind einen Hauch schwammiger. Das Tastaturlayout ist etwas anders als bei der diNovo2, und so kommt man ab und an einfach noch auf falsche Tasten, vor allem im Bereich der Navigationstasten rechts. Die Alu-Handballenablage ist mitunter beim Arbeiten etwas kalt, aber nie wirklich störend. wärmeres Material wäre hier aber sicher angenehmer gewesen.

Bei meiner Tastatur habe ich ein massives Problem mit der Leertaste, die oft nicht anspricht. Kann sich noch einspielen, aber wenn es nicht besser wird, muss ich reklamieren. Mal sehen, ob die anderen Tastaturen das auch haben. Kann einfach Pech sein, aber generell sollte so etwas NIE passieren bei einer Tastatur dieser Preislage.

Die Ladestation ist an sich ein Blickfang. Leider geht davon ein ziemlich unansehnliches schwarzes Kabel ab. Der Stecker der Ladestation ist ein winziger, brüchig aussehender Adapter. Keine gute Lösung. Man hätte die Ladestation – zumal sie nicht sehr klein ist – auf USB umstellen sollen, so daß man nur einen Port weggibt für Strom UND Ladevorgang. Spart Kabel und Steckdosen. Aus der Ladestation hätte man dann zugleich noch einen USB-Hub machen können. Sinnvoll wäre auch ein modulares System, dass erlaubt, Maus und Tastatur in der gleichen Station zu laden. Auf meinem Schreibtisch steht eh zu viel Müll herum. USB statt Strom, Multi-Hub und dann schicke transparente Kabel… dann macht die Ladestation auch Sinn. So nicht wirklich.

Bleibt abzuwarten, wie sich die Edge im Alltag bewährt. Rein vom Marketing her wäre ein Set aus Edge,MX Revolution plus im Design ähnlichem NumPad sicherlich ein sinnvollerer Vermarktungsschritt gewesen. Ich denke aber, Logi wird ein solches Kit auch irgendwann anbieten. Blind empfehlen kann ich die Edge derzeit nicht, die normale diNovo ist einen Hauch pragmatischer und alltagsfreundlicher. Der reine Spassfaktor der Tastatur aber ist unschlagbar. Und das ist an sich ja auch etwas wert.

20. Januar 2007 15:08 Uhr. Kategorie Technik. 40 Antworten.

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