
Wenn wir über Design reden, geht es oft so abgehoben um den Entwurf und die Idee und eine der vielleicht wichtigsten Phasen einer Produktion gerät dabei völlig außer Sicht: Die Korrekturen. Abgesehen davon, dass man vor den ersten Korrekturen immer am meisten Angst hat – was gefällt dem Kunden, was darf bleiben, was wird abgelehnt… ist dieser Abschnitt derjenige, in dem aus einer Idee eine konkrete Sache wird, in dem Ecken und Kanten abgeschliffen, Fehler gesucht und beseitigt wird. Es macht meist Spass, dabei zu sein, wenn nach und nach in einem Filterprozess die großen und kleinen Patzer von beiden Seiten gefunden und behoben werden. Auch wenn es konkret hochanstrengend ist, dem fertigen Produkt kann man eine gute Korrekturphase anmerken und deshalb mögen wir Korrekturen, bei denen blöde Fehler gefunden werden, bevor sie im Druck verewigt werden und man sich hinterher totärgert.
Wie komme ich drauf? Steffi sitzt seit zwei Tagen über einem wahren Berg an Zetteln an den Korrekturen zum Saisonheft 07/08 der Philharmoniker und leistet dabei eine Löwenarbeit, die – wie auch bei Kaupp, wo sie und Diana Lamprecht stunden- und tagelang am Telefon gemeinsam bei der Sache sind – viel zu oft unbesungen bleibt. Nicht nur hier, im Büro, sondern auch auf der anderen Seite: Die Leute, die mit uns Korrekturen fahren, bei den diversen Aufträgen, sind Gold wert und man kann sich nicht oft genug für die Geduld und de Nerven aller Beteiligten bedanken, denn Korrekturen sind meist die Phase, in der der Spaßfaktor dem Ernst des Lebens weicht und da braucht man Nerven. Und ich denke, in anderen Büros ist es genauso – die Korrektur ist unersetzlich wichtig und der Job, obwohl nicht glamourös, an Wichtigkeit nicht hoch genug anzusetzen. Detail is everything – und ohne gute Korrekturen gäbe es also kein (halbwegs) gutes Design.
24. Mai 2007 20:52 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.