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Little Boots: Hands

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Zu Little Boots braucht man kaum noch etwas sagen, die Ex-Dead-Disco-Stimme Victoria Hesketh war nun wirklich das Phänomen des letzten Jahres, erst bei Youtube, dann mit ihrem Debutalbum auch in den Charts. Ähnlich wie Imogen Heap ist Hesketh ein Online-Erfolg und ähnlich wie Heap produziert sie einen zuckerwatteleichten Elektropop, der scheinbar mühelos zwischen Kylie Minogue und Indie-Disco balanciert. Nur: Was bei Imogen Heap nach wie vor Spaß macht und fein austariert ist, wirkt bei Little Boots gründlich misslungen.

Wer den etwas härteren Sound von Dead Disco mochte, wird um das verlorene Potential des exzellenten Trios trauern, denn trotz einiger erstklassiger Stücke ist Hands oft hart an der Grenze zur Weichspülermusik. Es ist fast etwas beängstigend, dass die von Youtube bereits bekannte Version von Meddle mit Tenori-On und Piano, in ihrer ganzen Schlichtheit, zu den schönsten Tracks des Albums gehört. Der Rest wirkt überproduziert, übergeschliffen, kantenlos, Teflonmusik eben. Für wirklich große Popmusik ist das Album einfach etwas zu synthetisch und süßstoffig, der Gesang zu weich, die Tracks zu smooth, einen Song wie Tune Into My Heart hätten auch StockAitkenWatermann nicht schlechter hingekriegt. Das Phil Oakey von Human League auf dem zuckerwatteklebrigen Symmetry singt, schafft endgültig den Bezug zu einer Phase von soften Synthpop in den 80s und 90s, den Little Boots augenzwinkernd erneuern zu wollen scheint. Lediglich die Auskopplungen Meddle und New In Town verbreiten so etwas wie Energie – der Rest ist zwar als Metapop vom Coverdesign bis zur Selbstinszenierung durchaus zu verstehen, macht aber dennoch weniger Spaß als so manche andere Pop-Produkte ähnlicher Bauart, wie etwa Robyn oder La Roux, deren Modell hier einfach noch einen Tick näher an den Mainstream herangetragen wird. Hands hätte nach allen Vorzeichen wirklich großartig werden können, ist am Ende aber weniger brillanter Pop als vielmehr oft hart an der Grenze zur Ibiza-Disco-Muzak, ein Erfolg à la Lady Gaga dürfte also absolut vorprogrammiert sein.

26. März 2010 21:54 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Keine Antwort.

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