
Kleiner Tip, den vielleicht noch nicht alle kennen. Das Lido in Düsseldorf ist ein puristisch strenger Kubus mit einer direkt mittig im Rhein gelegenen Terasse. Direkt unter der von JSK entworfenen neuen 150 langen Brücke zwischen Hafen- und Speditionsstraße (also sozusagen zwischen zwei Ingenhoven-Bauten, direkt hinter der Kaistraße 16) gelegen, ist die Ponton-Terasse wunderbar mit schlichten modernen Holzmöbel und einladend großen Bänken möbliert. Man hat einen großartigen Ausblick aufs Wasser, die Preise sind für den Schickimicki-Medienhafen passabel (0,75 Wein = 15€), und zumindestens unser Kellner war nicht allzu arrogant. Überhaupt ist unglaublich, wie sich der Medienhafen weiter und weiter entwickelt, auch wenn die moderne Architektur in ihrer Ballung allmählich etwas monoton zu werden droht. Mir fällt schwerer und schwerer, den Bauten eine eindeutige Handschrift zuzuschreiben, die stilistische Konvergenz der großen Architektur-Studios/Büros sticht hier förmlich ins Auge, Formen und Materialien sind nahezu austauschbar… es ist etwas frappierend daß ausgerechnet der alte Gehry-Bau immer noch am prägnantesten ist. Das insgesamte Flair, wenn auch teilweise, ganz im Beat von Düsseldorf, etwas chichi ausgefallen, ist auf jeden Fall einen Besuch wert und zeigt, wie man brachliegende Stadtbezirke tatsächlich binnen einer Dekade anschieben kann, daß Architektur und Design de facto wirken.
Photo von decapitated
8. Juli 2006 11:22 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.