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Leica D-Lux 3 und Fuji F30


Ganz kurz ein Finale zum Thema kleine mobile Digitalkamera. Dank dem fast schon unglaublich freundlichen und geduldigen Herr Krause bei Foto Frankenberg konnte ich die D-Lux 3 und die Fuji F30 auch noch jeweils etwa 30 Minuten im Laden testen.

Ergebnis: Die Leica D-Lux 3 (baugleich mit der LX2 von Panasonic) ist eine sehr nette Kamera. Viele überzeugende Details am Gehäuse und in der Arbeit mit der Kamera, für mich vielleicht etwas arg zu groß, aber das 16:9-Format ist absolut überzeugend. Sie hat nur einen bedeutenden Nachteil. Sie rauscht wie sonstwas. Wäre sie eine 6-MP-Kamera mit weniger Rauschen und vor allem ohne den wirklich unerträglichen (auch bei der C-Lux schon sehr kritischen) Noise-Entferner Venus III, der ab ISO 200 beginnt, Kinder-Aquarelle aus Photos zu panschen, wäre ich sehr sehr in Verlockung geraten. Das Handling ist exzellent, und ich hätte einige Zeit zwischen «Hmmm, tolle Kamera» und «Passt aber nicht in die Hosentasche» hadern müssen. Aber so? Die Bilder verwackeln trotz Antishake Modus II noch eher als bei der C-Lux (die kleiner ist und insofern theoretisch eher Wackelbilder liefern müsste) und der abstruse Noise-Faktor in den Bildern macht alles jenseits von Tageslicht nahezu undenkbar. Nein, sorry, Leica. Alles an dieser Kamera ist richtig, bis auf den Sensor (und vielleicht die manuelle Objektivklappe, ein einfahrendes Objektiv à la C-Lux wäre schöner.) Alles an dieser Kamera macht Spaß.. nur nicht die Bilder, die am Ende herauskommen.

Schon bei ISO100 und ausreichend Licht wirkt das Bild bei 100% recht rauschig. Und unter ISO 100 geht nichts. Man achte auf auf den violetten Reflex am Blitzschuh.

ISO100. Unscharf trotz Antishake im effektiveren Modus 2.

ISO200. Deutlich sichtbares Rauschen, auch in der Haut. In den dunklen Partien fängt die Venus-Software bereits an, die Farben zu vermatschen.

ISO 200. Verwackelt. Bei normaler Ladenbeleuchtung und Antishake. Und achtet auf das Rauschen in dem dunklen Sockel. Mit dieser Kamera machst du bei keiner Party und bei keinem Konzert auch nur ein einziges Bild.

ISO 400. geht schon nur noch als schwarzweißes Bild mit Tri-X-Flair :-D.

ISO 1600. Jedes Handy macht bessere Bilder.

Mal im Vergleich die C-Lux mit 1600, auch sehr schlecht, aber immer noch einen Tick besser:

Unterm Strich ist die D-Lux nicht nur nicht besser als die C-Lux, sondern faktisch etwas schlechter. Was beim Vergleich einer als hochwertige Kompakt-Digitale angebotenen Kamera mit einer einfachen Damenhandtaschen-Point&Shoot-Subkompakt irgendwie etwas seltsam scheint. Das wird aber Ärger geben, wenn Mama im nächsten Urlaub bessere Bilder macht als Papa, oder?

Die Fuji F30 ist für 299 Euro eine Killer-Kamera. Preis-Leistung ist unschlagbar. Sie ist etwas größer und schwerer als die Leica C-Lux, die eingebauten künstlichen Geräusche sollte man bitte SOFORT abschalten und das Handling ist nicht wirklich intuitiv, wie bei sonst fast jeder DigiCam, aber das legt sich recht schnell. Sie liegt nicht sehr gut in der Hand, einhändiges Photographieren ist eher schwierig, was ich bei Subkompakten wichtig fände. Man kann alle Parameter außer Fokus manuell recht effektiv einstellen, was die C-Lux (leider) nicht leistet, man sogar den Range des Auto-ISO (bis 400 oder wahlweise bis 1600) einstellen, das grüne AF-Licht ist das effektivste, was man sich denken kann (ich wette, die Kamera kann auch noch im Totaldunkeln scharfstellen). Die Fuji F30 hat keinen mechanischen Antishake, sondern schraubt die ISO-Zahl hoch, bis die Belichtungszeit reicht. Der SuperCCD-Sensor ist für eine Ultrakompakt-Kamera tatsächlich aber umwerfend gut. Es rauscht bei 1600 gerade einmal so wie bei anderen Kameras schon bei 400. Der Zoom ist sehr reaktionsschnell und lässt die C-Lux im direkten Vergleich behäbig wirken (die zugegeben aber 3,6x statt 3x schaffen muss). Nachteile sind, dass die Fuji (wie fast alle Kompakten) überhaupt erst bei Brennweite 36 mm anfängt (die Leica C-Lux bei 28 mm, sie ist die kleinste Weitwinkelkamera der Welt), dass der Fokus wirklich ekelhaft laut knarzend ist, dass die Fuji insgesamt einen Hauch langsamer zu reagieren scheint als die Leica und die Farben nicht ganz so natürlich aufs Bild bringt. Im Rauschen haben beide so derart ihre jeweiligen Vor- und /Nachteile, dass die einfache Entscheidung unmöglich ist. Man müsste beide dabeihaben und immer jeweils zwei Bilder machen.

Am Ende bin ich dann bei der Leica C-Lux 1 geblieben, weil die Fuji mit XD-Karte noch einmal eine extra Ausgabe bedeutet hätte und ich XD nicht mag (passt in fast kein Lesegerät), weil die Leica einfach eleganter, schöner, handlicher und wertiger wirkt (die Fuji sieht einfach aus wie eine gräßlich anonyme Knipskiste, sorry, grottenhässlich, absolutes Japandesign), weil sie sehr viel leiser operiert, weil die Fuji in hellem Licht zu violetten Lichtschatten an Objekten neigt, weil das Leica-Display einen Hauch klarer und brillianter ist … und weil ich mir so nicht zuletzt den Stress mit dem Umtausch spare, obwohl ich sicher bin, dass Frankenberg da sehr kulant reagiert hätte. Alles in allem hat die Leica mehr Stil und die tatsächlichen Vor/nachteile IM Bild halten sich in Balance. Leider konnte ich die Bilder nicht auf meine SD-Karte ziehen, um sie hier noch einmal zu präsentieren, sorry. Was ich an der Leica inzwischen auch noch mag, obwohl es mich mitunter auch ärgert: Sie reagiert auf Licht wie eine normale Kamera, d.h. wenn es ihr zu dunkel wird, unterbelichtet sie anstatt ISO oder Belichtungszeit ungefragt zu pushen. Was bei Partys dann zunächst ärgert (man muss auf High Sensitivity umschalten), ist aber im Alltag einfach für recht authentisch wirkende Lichtstimmungen doch noch zu gebrauchen. Die C-Lux ist keine geniale Kamera, aber anscheinend das, was ich derzeit erwarten darf…

Ich muss aber sagen: Wer für 299 Euro eine gute 6-MP-Kamera sucht (und alles über 6-MP ist DEFINITIV derzeit Unsinn), wird nichts besseres finden als die Fuji F30. Für den Preis ist die Kamera einfach komplett unschlagbar, zumal sie eine der ganz ganz wenigen Digitalkameras ist, die im Low-Light-Bereich ohne Blitz wirklich noch relativ solide Ergebnisse bringt. Hätte die Fuji auch noch einen mechanischen Antishake, sie wäre beängstigend und könnte wahrscheinlich auch komplett OHNE Licht Photos machen. Sie geht bis 3200 ISO und obwohl das Rauschen hier die Bilder nahezu unbrauchbar macht, ist diese ISO-Zahl in der Qualität bisher von GAR keiner anderen kleinen Subkompakten erreicht und manchmal ist ein rauschiges Bild immer noch besser als GAR keins. Traumhaft wäre allerdings, ehrlich gesagt, der Fuji-Chip in der C-Lux oder in der D-Lux 3 ;-).

21. Oktober 2006 19:14 Uhr. Kategorie Technik. 7 Antworten.

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