HD Schellnack /// Kontakt iPhoto s90 Typographie Pop Alternative Aktionen Twitter nodesign Licht Apple Photographie Denken Fail Natur Fragen Dayshot Belletristik Winter Studium Software Medien Vernacular Fun Comics Werbung Gesellschaft Farbe Web Print iOS ScienceFiction Electronic Zukunft Jazz Frühling Magazine Hardware Retro Klassik Kitsch Drama Sommer Zitat Herbst Sachbuch Kunst Fantasy Emma Organisation Kultur

LE WEEKEND

Samstag arbeiten an Sachen für Bielefeld und am Elvis-liebt-dich-Heft die Zähne ausbeißen. Geht nicht in die richtige Richtung, muß ich noch mal sehen. Viel Kleinkram nebenbei.

Um 18.30 kommt Sandra und holt verschiedene Dinge von sich ab. Mir fehlen die Worte, zu erklären, wie absurd das Ganze ist. Ich rede wahrscheinlich wieder viel zu viel. Hier geht für mich surreal wie in einem Wachtraum, bei dem du nur hilflos zugucken kannst, eine große Liebe zu Ende, leise und vernünftig und verrückt. Da ist nichts, was du dagegen tun kannst. Und das drängendste Gefühl ist, daß du dir Sorgen um sie machst. Nicht mal um dich selbst. Wir weinen beide eine Menge und sagen mal richtige und auch mal falsche Dinge und es ist bittersweet, sie wiederzusehen und sie zu verlierengehen zu sehen und dann ist es vorbei

Abends in die Templebar, Kirsten, Björn und Sabrina. Die sich alle drei nicht richtig kennen, was die Sache seltsam macht, nicht unbedingt schlecht. Man hat für alle drei nicht so richtig ruhe, was schade ist. Zu laut auch. irgendwie wird dir bewußt, daß man mit Sabrina mal mehr Zeit hätte verbingen sollen, als die Zeit noch da war. Tolles Mädel :-D. Die Band, PathosFM, klingt in lichten Momenten wie Fehlfarben-meets-Kettcar, in den nicht so lichten passt nichts zusammen eher wie eine schlechte Proberaum-Kapelle, der man noch ein paar Monate im Timing-Trainingslager wünscht. Potential ist da, Marcel, der Sänger, hat die richtige Attitude für einen Deutschband-Frontmann, aber Schlagzeug und Gitarren sind mau und das Zusammenspiel funzt nicht gut. Es fehlt auch einfach die Vielseitigkeit und authentische Emotionalität von Bands wie Tomte oder Kettcar, andererseits der fröhliche Druck von Sachen wie Angelika Express. Schon gut für 45 Minuten, dann hätte Schluß sein müssen. Nachts mit müden Augen durch die Stadt, mit Kirsten, Björn und Chuck noch um 3 am Bahnhof Falafel essen. Essen bei Nacht ist wie immer. Polizisten nehmen Nazis an der einen Ecke fest, an der anderen beäugen junge aufgekratzte Testosteron-Türken die Glatzen von mir und Björn. Die Stadt ist kalt und naß wie meine Stimmung, die heute eher gedeckt ist. Unter den ganzen EmoKids kommst du dir plötzlich irgendwie alt vor. War trotzdem ein guter Ausklang. So bis 4 oder 5 noch mit Björn geredet, den ich nach wie vor für den smoothest man alive halte. Ruhig, begabt, interessiert, interessant. Bin immer wieder froh, daß solche Leute hin und wieder meinen Weg kreuzen. Der Friseur an seiner Ecke hat im Schild stehen:
FRISEUR
FREUND

Was will man mehr im Leben?
Sonntag zu Sandras Oma und Eltern. Nach 18 Jahren längst auch meine Familie, durch Dick und Dünn. Gerade ist da bei denen etwas passiert, wogegen die Scheidung von Sandra unwichtig und klein wirkt… und wir sitzen da und reden kaum über uns, nur kurz. Die werden mir alle unendlich fehlen, oben bei Sandras Oma wird dir einfach klar, daß selbst wenn du die noch weiter besuchen wirst, es einfach nie mehr das gleiche sein wird. Mit Sandras Mutter ein seltener echter Moment, wahr und gut und eine der guten Sachen, die aus dieser Misere erwachsen. Wird nicht ewig halten, und ich ermutige sie ja auch dazu, natürlich als Mutter zu Sandra zu halten, aber für den Moment ist es gut und überraschend, zu sehen, wie sie für mich und diese Ehe ist. Hätte ich nicht erwartet und ich freue mich.

Dann zu meiner Mum, essen gehen. Zu müde, um noch vernünftig zu reden. Es dreht sich, auch wenn es nominell natürlich um Sandra und mich geht, auch vielleicht manchmal eher um sie und ihre eigene Beziehung zu Hermann. Nicht zu ändern, klar, aber zwei verschiedene Paar Schuhe. Auch um Klischees von mir und Sandra, Bilder von Besuchen von uns, die nicht kongruent sind mit dem unbeobachteten Leben von uns beiden. Keiner kennt Sandra so wie ich und keiner kann deshalb ganz verstehen, warum ich mich vor allem um sie, weniger um mich, sorge. Am Ende kann sowieso keiner, nicht mal meine Mutter, wissen, was zwischen mir und Sandra abging, nach 20 Jahren fast nahtloser Liebe, und noch abgeht und wie wir beide uns jetzt wahrscheinlich jeweils fühlen… aber das ist auch nicht wichtig. Wichtig ist, daß sie und Hermann jetzt einfach da sind. Das reicht.

Danach noch die ganze Nacht ICQ. Die längste und weirdeste «Unterhaltung» in meinem ganzen Leben ever, nahtlos bis um 10.00 Uhr. Mit anderen Worten no sleep am gesamten Wochenende. Adrenalin olé. Rechne mit Crash am Montag abend, schwebe aber schön. Alles ist gut.

5. Dezember 2005 01:52 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

Antworten

Schreibe eine Antwort, oder hinterlasse einen Trackback von deiner Site. Antworten abonnieren.


Creative Commons Licence