
Da Lamb sich ja mehr oder minder aufgelöst haben, bleiben einem nur noch Collections wie diese Remix-CD, die direkt einem Best-of-Album folgte (hohoho), vielleicht in Zukunft noch ein Live-Album oder eine DVD mit den exzellenten Videos. Seufz. Wenn das so weitergeht ist Lamb bald ebenso wie Police eine jener Bands mit mehr Best-of als tatsächlichen Alben. Und wie bei Police, fehlt den Soloarbeiten einfach die Synergie… wie etwa bei Lou Rhodes erstem eigenen Album, dem einfach Barlows irrlichternde Kreativität am Computer fehlt. Lamb Remixed versammelt natürlich die verschiedenen Variationen, die die verschiedensten DJs Lamb-Songs angetan haben. Die Songs variieren von Klassikern, die oft bekannter sind als die ursprüngliche Version (wie etwa K&Ds Trans-Fatty Acid …ein Schicksal, das Lamb übrigens vor allem mit Moloko teilen) bis hin zu eher uninspirierten Disco-Krachern, vor allem aus der späteren Phase des Duos stammten, als man weniger einer der Groundbreaker des TripHop war, sondern mehr und mehr (durch aber auch exzellenten) Pop produzierte und (leider) auch gut genug für einen Opel-Commercial war (Gabriel). Den späten Remixes fehlt insofern der typische Mix aus Drum’n'Bass-Rhythmen mit Jazzelementen, die Leichtigkeit von Lamb. Andrew und Louise, das ist das eigentliche Highlight der Doppel-CD, kommentieren die Remixes und scheuen auch nicht davor zurück, Missfallen auszudrücken. Das schöne an Lamb Remixed ist, dass man all die Tracks, die man vorher größtenteils nur digital besitzen konnte, weil sie zum Teil aus raren Quellen stammen, nun schön sauber versammelt auf einer Doppel-CD hat. Ein paar Tracks, wie etwa den grandiosen AphexTwin-Remix, hatte ich auch zum Beispiel noch gar nicht. Und die Songs von Barlow und Rhodes sind so großartig, daß auch komplette Reworkings ihnen nichts anhaben können, sondern nur (vor allem zu Beginn der Karriere von Lamb) meist gelungene Alternativen entstehen, die – wie etwa bei Cottonwool – komplett eigenständige Songs ergeben.
God, I miss this band.
3. Oktober 2006 12:30 Uhr. Kategorie Musik. 6 Antworten.
Morgen spielt Louise Rhodes übrigens im Kölner Stadtgarten:
http://www.stadtgarten.de/Konzertsaal.htm
hi, ich war gestern beim lou rhodes konzert in berlin und es war großartig!!
ich kannte sie und lamb überhaupt nich. sie steht mit ihrer gitarre auf der bühne und singt, mehr nicht. sie hat so eine wahnsinnige austrahlung und stimme, das dass aber reicht um einen zu fesseln.
Ich hab Karten für morgen, aber ich befürchte, ich werde diese Singer-Songwriter-Schiene eher langweilig finden, ich war auch von Tori Amos und ihrem Klavier nie so begeistert, fand die Aufnahmen mit Band aber atemberaubend und hab mich geärgert, ausgerechnet die Tour MIT Band verpasst zu haben… . Unter dem Video-Link oben findest du neben den gesammelten Videos der Band übrigens auch reichlich Live-Material von Lamb, sowohl MP3 als auch DivX, das zeigt, wie gut die Band die vertrackten Studiokompositionen auch live umsetzen konnte.
ich hoffe sie wird dich genauso begeistern wie mich aber es ist halt eine sehr ruhige, “einfache” musik. ich denke dafür muß man auch in einer bestimmten stimmung sein. am besten bestimmt mit einer hübschen dame im arm. viel spaß und sag mir dann wie es war.
(in berlin waren nicht wirklich viele leute da)
Ich werd’s wohl berichten :-D
Lou ist grandios, aber wie das so ist: Lamb ist für mich eine wirklich große Band gewesen und die beiden Soloprojekte – bei Barlow ist es ja die Band Hoof – sind irgendwie nicht das gleiche, die Chemie, der Mix dieser unterschiedlichen Charaktere von Andy zappeliger Percussion und Louises Hang zum Zen-Pathos fehlt.
[...] Das ist schon Synchronizität, oder? Nach über zwei Monaten entscheide ich mich, endlich mal die Lamb-Remixed-CD zu bloggen und stelle dabei fest, daß Ex-Lamb-Stimme Louise Rhodes nicht nur ein erstes Soloalbum am Markt hat, sondern genau am nächsten Tag in Kölner «Stadtgarten» auftritt. Wenn mich jemand fragen würde, welche zehn CDs ich mit auf eine einsame Insel nähe, wären etwa vier (von vier) Alben von Lamb dabei. Da ich Lamb aber noch niemals wirklich live gesehen habe, war der Kölntermin – kurzfristig hin oder her – also Pflicht. [...]