
Noch vor Madonna, wenn auch kurzlebiger, ist Kylie Minogue sehr viel weniger als dünnstimmige Sängerin denn als Zeitsymptom beachtlich, als mediale Inszenierung,ebenso wie ihr männlicher Counterpart Robbie Williams oder die seminalen Prototypen dieser Art von Pop, die Pet Shop Boys. Es scheint also nur sinnvoll, der Frau die die gelernte Logik der Soapopera ins echte Leben gezerrt hat, sich vom Mädchedn nebenan zum Inbegriff des anorektischen neuen Sexsymbols verwandeln konnte, dieser Ikone der Selbstinszienierung, die Musik, Mode, Photographie zu einer postmodernen Gesamtfranchise verrührt hat, eine eigene Ausstellung zu widmen. Von 8. Februar bis 10. Juni läuft Kylie – The Exhibiton im Victoria & Albert Museum in London. Die Ausstellung fokussiert sich vor allem auf die Kostüme des Stars, die Selbstinszenierung, das reine nackte Image, hinter dem die Musik zum reinen Teil des Gesamtproduktes, des Package Designs, wird. Kylie Minogue ist,wie andere Popstars vor und nach ihr, ein reines Designprodukt, eine Reißbrettdiva, die Quintessenz der Industrie.
7. Februar 2007 21:27 Uhr. Kategorie Design. 7 Antworten.
Hm. Nee. Auch wenn ich weiß, daß man das nicht sollte, aber da muß ich Dir doch mal stark widersprechen. Kylie ist, wie auch Madonna, Robbie und ähnliche Künstler, vor allem Produkt der eigenen Disziplin. Zugegeben, das fällt speziell bei Herrn Williams erst auf den zweiten Blick auf. Aber so ein Star werden zu wollen, hat in erster Linie eben mit Wollen zu tun. Mit der Bereitschaft, jeden Schritt zu tun, der in Richtung Erfolg führt. Dein letzter Satz beshreibt das ja recht negativ und man kann natürlich darüber denken wie man will. Aber viele Künstler werden deshalb nie Stars, weil sie den Mumm dazu nicht haben, weil sie auf halbem Wege stehenbleiben. Und genau so, wie mancher Magier seinen Trick Zeit seines Lebens lebt (was das bedeutet, haben wir ja erst vor kurzem im Kino gesehen), genau so leben diese Menschen ihre Karriere mit jeder Faser. Davor habe ich respekt.
Naja, aber das WOLLEN ist das gleiche, daß die Leute in Casting-Shows an den Tag legen: PRODUKT sein zu wollen, Franchise, Image, Idol. Harte Arbeit, Mumm, Nerven.. alles das würde ich jedem, der im Medienzirkus ein paar Jahre überlebt, immer zuschreiben, vor allem wenn sie wie Madonna, Williams und Minogue eher bewusster die eigene Karriere zu steuern scheinen, während andere Franchises, wie Spears oder Aguillera relativ weniger gefestigt auftreten, was aber täuschen mag.
Es ist kein Angriff gegen Minogue, sondern eher die ja nicht neue Realisierung, das die kommerzielle Designrevolution, die die Impulse von der Nachfrage hin zum Angebot verschoben hat, wie Sloterdeijk so schön im letzten Spiegel gesagt hat, den Designer zum Revolutionär gemacht haben. Minogue ist insofern – wie andere Popstars – ein Designartikel, ein lebender iPod, ein Stylingobjekt. Ob man es dann magt oder nicht, ist eher die gleiche Frage, ob man eher Nike oder Adidas bevorzugt :-D. Der Clou – im Sinne von Bruce Maus LIFE STYLE – ist eben, daß dieses Produkt der Autopeisis fähig ist, sich quasi selbst «bauts, wartet und unterhält.
Wie sehr diese DSDS – Sternchen wirklich wollen, siehst Du dann zwei Monate nach ihrem Sieg. Warum nur verschwinden sie so schnell in der Versenkung, warum gab es Bro’Sis nur so kurz. Weil diese Weicheier nicht gewillt sind, den Weg mit aller Konsequenz zuende zu gehen.
Natürlich versucht jeder Künstler, einmalig zu sein, sich abzuheben vom Rest der Branche. Jedenfalls, wenn er länger als einen Modezyklus überleben will. Du hast recht wenn Du sagst, daß er damit zweifelsohne zu einem Produkt wird. Oder eben zu einer Persönlichkeit. Letztere Formulierung würde ich eher begrüßen.
Nein, Meister.
Er wird zum GEGENTEIL von Persönlichkeit.
Schau dir mal Minogue – oder besser wirklich noch Madonna – durch ihre Karriere hindurch ab.
Sie werden zu Marken. Zu dem, was Björn Syffus so schön architektonisch «Decorated Duck» nennt.
Die DSDS -Sternchen verschwinden deswegen wieder so schnell, weil sie, mit Verlaub, einfach sch… sind!!!
Hansi Hinterseer ist auch scheiße, der hält sich aber wie Pech. Das mag jetzt ein Beispiel sein, das weh tut, trifft aber den Kern. Und ich bin überzeugt davon, daß es einer ausgesprochen gefestigten Persönlichkeit bedarf, um sich so als Marke zu präsentieren, wie es Madonna tut.
Vielleicht sehe ich “mein” Business auch aus einer anderen Perspektive als Ihr, sehe mehr die Menschen und weniger die Marke, weil es für mich selbstverständlich ist, mit den Menschen zu tun zu haben.
Ich kenne Madonan nicht persönlich und darum geht es auch nicht. Es geht nicht um den MENSCHEN, es geht um dessen Design als komsumables Produkt. Gerade Madonna, wie übrigens (viel kurzlebiger) auch Chris Aguillera durchlaufen Produktzyklen und Image-Freshups, die ziemich präzise an das Pattern von Konsumartikeln erinnern. Nicht umsonst vergleiche ich in einem Vortrag Madonna mit Coca Cola (basierend auf Bruce Mau natürlich).
Den Menschen dabei zu sehen ist für das Design etwa so wichtig wie de Näherin eines Nike-Turnschuhs in China. Ob Madonna eine gefestigte Persönlchkeit oder ein eurtotisches Nervenbündel ist, ist für das PRODUKT, das außen funktioniert am Markt, völlig unwichtig. WER Kylie Minogue ist, ist für die Betrachtung des Designs zweitrangig, WAS sie ist (oder zu was sie gemacht wurde) ist wichtig.
Das es für diesen Prozeß natürlich besonders zielstrebiger, harter Kandidaten bedarf, klaro. Wie im chinesischen Leistungssport. Aber für die Betrachtung des Trainings in Olympia-Kaderschmieden dort sind die Menschen, die trainiert werden, erst einmal eine andere FRAGESTELLUNG :-D. So auch hier.
An Frankie Goes To Hollywood, den Sex Pistols, Den Monkees, Kylie, Robbie et al ist eben spannend, daß sie durch verschiedene Prozesse Inbegriff von synthetischen Pop-Produkten sind, heute etwas mehr selbstgesteuert als früher, bei denen Kylie wie ein Architekt mitbestimmt, wie ihr Design auszusehen hat. Ich will die Stars von heute keineswegs als simple Opfer oder so darstellen, dass sind hart arbeitende Menschen, die ihre Karriere steuern oder mitsteuern. Aber darum geht es nicht bei dieser Betrachtung als Pop-Phänomen.