Das klingt aber sehr sehr sehr schade – und ist ein Menetekel für Designstudiengänge an anderen Standorten. Die Bergische Uni schließt in voraussichtlich fünf Jahren den Kommunikationsdesign-Studiengang. Und das trotz namhafter Dozenten, trotz preisgekrönter Arbeiten und trotz engagierter Studenten. Ich sage seit einiger Zeit, dass die Tatsache, dass an jeder dritten FH Design angeboten wird, ein Problem werden kann – zumal Design als Fach in Sachen Ausstattung einfach teurer ist als etwa Lehramt oder BWL.Mann, schade…. ich hoffe, dass es da doch noch irgendeine konstruktive Lösung gibt.
16. Juli 2009 11:53 Uhr. Kategorie Design. Tag Studium. 12 Antworten.
Ich finde es nicht schade.
Es gibt eh zu viele Designer und zu wenig offene Stellen.
Weniger ist mehr.
Abstrakt sicher richtig – aber für die Betroffenen und für einen guten Designstandort mit einiger Tradition echt übel (vermute ich einmal, ohne die konkrete Gefühlslage in Wuppertal zu kennen).
DE_SIGNER Immer nach dem Motto ws ich habe nimmt mir keiner und wo die anderen bleiben ist mir scheißegal?? Wo haben Sie denn studiert un d was, wenn es die Möglichkeit nicht gegeben hätte, oder Sie wären schon mal unter denen gewesen, die “zu viel” sind?? Sorry, aber die Einstellung ist ziemlich bescheiden, ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen.
außerdem bedeutet eine Möglichkeit abzuschaffen ja nicht, dass es weniger Designer geben wird, die Aspiranten werden sich halt nur – noch geballter – an den verbleibenden Möglichkeiten wiedertreffen.
Damit sind ie Dozenten überfordert, die Qualität des Unterrichts leidet und es wird auf lange Sicht nicht weniger, aber weniger gute Designer geben. Ob das dem Zwecke dienlich ist?
@MUM
dito.
Naja, er hat generell recht. Die Branche – aber natürlich auch jeder, der nach einem Diplom Job und Auskommen als Designer sucht – , leidet bis zu einem gewissen Grade unter einer Schwemme, die Honorare und Gehälter drückt. Ideal für Auftraggeber (und auch für Arbeitgeber), subideal für die Designer selbst.
Allerdings bin ich nicht sicher, ob weniger Bildungsangebot und Chancen, ob ein Standortsterben eine Lösung ist. Ich denke nicht.
Ganz im Gegenteil. Mehr Bildungschancen, mehr Gerechtigkeit und mehr Förderung sind wichtig, aber ebenso eine strengere Benotung, ein leistungsorientiertes Studium, dass fördert aber auch fordert… das die vielen hochmotivierten Studenten und Dozenten unterstützt aber auch ehrlich, früh und klar sagt, wenn jemand eben nicht das Talent, das Feuer hat, um als Designer zu bestehen.
Bin gespannt, wie es in Wuppertal weitergeht – und welche Alternativen im Bergischen Land für alle entstehen, die hier Design studieren wollen…
ich bin mir nicht sicher ob ich jemandem, der sich »de_signer« nennt ein fach- und sachkräftiges urteil zutraue. ;)
gibt es solche diskussionen nicht überall? jann in aachen hiess es auch schonmal alles pleite, läuft alles aus. ihr habt JETZT das glück komplett neue professoren zu haben. deshalb drücke ich euch die daumen, dass das für aachen nicht zutreffen wird. sowas ist ja doch immer ein ordentlicher schub.
Naja, Thomas, vom Screennamen auf die Urteilskraft zu schließen ist auch etwas hart – auch wenn natürlich hinter einem Aliasnamen gemachte Statements unweigerlich weniger Kraft besitzen als solche, die sich einer Person zuordnen lassen.
na ja, vielleicht heißt er ja so von Zeichnen, oder es ist ein Typo, soll se signer heißen. Ws sas heißt kann man bei Leo Französisch finden:-) Egal, er/sie ist sicher ganz nett, wenn er/sie nicht gerade solche nicht ganz netten statements zu enbenso wenig netten eventuell anstehenden Ereignissen abgibt. Manchmal sind diese aber auch einem gewissen Futterneid zuzuschreiben:-)
Mum, es hat mit Futterneid nichts zu tun – es GIBT zu viele Designer. Was in allererster Linie nicht so sehr für die etablierten Designer ein Problem ist – insofern kein Futterneid nötig – sondern vor allem für die vielen, eben zu vielen Newcomer, die am Ende von ihrer Arbeit nicht leben können. Es gibt so etwas wie Übersättigung.
Dazu kommt, wie ich heute wieder gesehen habe, dass an den Hochschulen recht wenig gesiebt wird. Ich habe heute wirklich exzellente Arbeiten bei Schauraum gesehen und wirklich Sachen, die mehrere Besucher unisono schlecht fanden – aber faktisch haben die Arbeiten fast alle die gleiche Note. Das ist natürlich sehr Feel-Good und sympathisch (und auch ein wenig konfliktscheu vielleicht), hilft aber pragmatisch niemandem. Der Student kann seine Arbeit nicht richtig einschätzen, die FH kriegt keinen guten Ruf und der Arbeitgeber muss am Ende doch Portfolios schauen, weil Noten so gar keine Ahnung von dem tatsächlichen Talent eines Bewerbers geben, weil TOLLE Leute und gar nicht so tolle Leute mit den gleichen Noten von den Hochschulen kommen.
Wie gesagt, wir brauchen also sicher nicht weniger FHs mit Designstudiengängen, sondern eine klare Vor-Studium-Aufklärung über Anforderungen und Berufschancen (ergo weniger Studenten) und ein Studium, das Qualität sichert und Leute an den Markt bringt, die auch relativ schnell erfolgreich selbständig oder als Angestellte loslegen können. Das ist ganz zentral eben auch die Aufgabe eines Studiums.
Solange aber im Rahmen des BA/MA viele FHs langsam aber sicher dezent dazu gebracht werden möglichst VIELE Studenten aufzunehmen (bringt nämlich Geld in die Landeskasse), wird sich dieses Problem nicht lösen, ganz im Gegenteil.
Inzwischen gibt es online eine Petition gegen die Schließung. http://www.ipetitions.com/petition/uniwtal_kd/index.html
Mehr Infos hier:
http://www.wirsindkd.de/
Wobei man fragen muss – auch wenn ich ja selbst für den Erhalt von KD in Wuppertal bin:
– Ist es nicht logisch, dass die Dozenten für einen Erhalt sind? Wo sind die Stimmen Dritter?
– Wieso wird immer Bazon Brock genannt? Gibt es nichts Neueres? Das ist, als würde die Uni Essen noch Fleckhaus anführen.
– Ist es nicht auch okay, wenn das Land wirtschaftlich denkt? Zumal KD im Umfeld von Wuppertal mehrfach alternativ angeboten wird?
– Gibt es neben der reinen Protesthaltung einen Lösungsansatz, der funktional ist? Wie wäre es zB mit einer privaten Einrichtung? Was sind Dozenten und Studenten bereit, zu tun?