
Es gibt nichts neues mehr und jetzt kommt der Rave zurück. Wo andere Combos wie die Infadels eher von Acid-treibenden 606-Bässen angetrieben sind, lassen sich die Klaxons eher von den Inspiral Carpets und den Charlatans inspirieren, verweben die Reminiszenz an die 90er aber geschickt mit neuen Einflüssen und schaffen so ein Dancefloor-Rave-Gitarrenpop-Monster, das sich gewaschen hat. Da reiht sich ein fast Chemical-Brothers-tauglicher Track wie Atlantis to Interzone an einen geradlinigeren wunderbaren Augen-zu-und-tanzen-Beat wie It’s not Over Yet. Die smooth perlende Openernummer Two Receivers mit einem schwer Peter-Hook-geschädigten hellen Basslauf wird gekontert von einem surrealen und herrlich selbstironischen Monstertrack wie Four Horsemen of 2012. Myths of the Near Future ist ein durchweg gut gelauntes Album, mit nie langweiligen Songs, die sich für Tanzfläche und Walkman gleichermaßen eignen. Richtig neu ist das alles nicht, aber eine schöne gut gelaunte Ladung Pop mit gerade genug Edge, um nicht langweilig zu werden.
26. Februar 2007 21:59 Uhr. Kategorie Musik. 4 Antworten.
ergänzend noch ein link zu the klaxons: modular people. mit der ein oder anderen noch unbekannteren band und natürlich den hervorragenden presets. außerdem gibts nette t-shirts – wo hab ich denn meine kreditkarte …
http://www.modularpeople.com/03/uk_splash.htm
Und dem 1-A New Young Pony Club. Nice-o.
claxon heißt auf italienisch Hupe. Super, ‘ne Band, die sihc Hupe nennt… wieder nur die ersten vier Zeilen geschafft… Mist – aber ich arbeite daran.
[...] Eins ist mal klar: Diesen Gig werden die Klaxons so schnell nicht vergessen. Im ziemlich vollgestopften Kölner Prime Club haben die New Raver aus London ihre Tour beendet und schienen selbst von den «fucking psychos» im Publikum überrascht zu sein – ebenso wie die Security, die von der Moshcrowd komplett überfordert war. Leuchtstäbe, Pogo und ich glaube, wir waren so drei viermal mit ein paar zig Leuten auf der Bühne, bis die Band teilweise nicht mehr spielen konnte. Ich hab selten ein Konzert erlebt, wo das Publikum SO derbe abgeht, selbst bei Deichkind war es dagegen fast noch normal. Reynolds und Co. beginnen den Gig mit einer seltsamen Punk-Nummer, die mal so gar nicht nach den Klax klingt und steigen dann aber sofort mit Atlantis to Interzone absolut voll ein und ab dem Song steht keiner mehr im Publikum ruhig. Nach dem ruhigeren Air-Konzert hab ich mich hier mitten ins Publikum geworfen und damn, ich war froh, am Ende noch meine Jacke am Leib und alle Knochen beieinander zu haben, das war hoher Seegang und mehr Spaß, als man für 18 Euro eigentlich haben dürfte. Die Band bringt die Songs des gesamten Album, überraschend gut (vor allem wenn man bedenkt, dass sie sich bei einigen Tracks vor lauter Publikum auf der Bühne kaum noch bewegen können und Reighton und Reynolds unter dem Druck der Masse gemeinsam gebeugt vor dem Mikrophon der Keyboards stehen… ), aber deutlich härter, mit einer soliden Prise Punk-Flair, die dem eher poppig produzierten Album mitunter fehlt. Live fällt auf, das nahezu jeder Track des Albums ein Hit ist, und die völlig verschwitzt auf der Bühne ackernden Klaxons das Publikum in immer wildere Tanzorgien stürzen. Es ist ein enger, heißer, frenetischer Gig und das Publikum vielleicht ein bisschen geiler, ein bisschen mehr Rave als die Band eigentlich selbst, der eigentliche Kick ist, in dieser wogenden, schwitzenden Masse zu stehen, Leute über Kopf zu tragen und einfach breit grinsend gemeinsam zu feiern. Was unter normalen Bedingungen rein musikalisch ein B-Gig wäre, schwingt sich so zu einem der besten persönlichen Konzerterlebnisse 2007 soweit auf, einfach vom reinen Party-Mach-Level her. Perfektes Tourende für die Band, würde ich mal schätzen :-D. [...]