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Kele: The Boxer

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Wie schon so oft betont, ist ist es nur all zu oft so, dass das Soloalbum eines Band-Frontmanns enttäuscht. Nachdem sich Bloc Party auf den letzten beiden Alben anscheinend entsetzlich anstrengen mussten, um die diversen Vorlieben und Geschmäcker, die auf dem ersten Album noch zu so einer grandiosen Melange zusammenfanden, hat sich Sänger Kele ein Soloalbum gegönnt, das seinen Hang zu Dancefloor weiter ausbaut. Dabei ist tatsächlich ein Track herausgekommen, der trotz aller billigen Kirmes-Sounds und Technomätzchen von vor fünf Jahren ausgezeichnet funktioniert. «Tenderoni» blubbert und wubbert, stampft und mahlt, hat eine abstrus einfache Hookline und präsentiert sich als kongenialer Jogging-Soundtrack, scheint auch einfach gar nicht mehr zu wollen. Stumpfer Beat, simpler Bass und jede Menge Adrenalin ergeben einen schmerzfreien Gute-Laune-Song, dem man wenig übel nehmen kann.

Leider funktioniert das kein ganzes Album lang. Trotz des großartigem «Pugilist at Rest»-Artwort des Covers ist der Rest von «The Boxer» leider eine Art Worst-Of der letzten Bloc-Party-Alben. Dürre Sounds, Kele als Ein-Mann-Chor, Mid-Tempo-Tracks mit großen Gesten, die kein Mensch glaubt, gepflegte Langeweile. «Yesterdays Gone» ist etwa so spannend wie die 40ste Wiederholung von «Last Christmas» und im Grunde wird es nicht viel besser. Kele wehleidet sich durch Songs, die darunter leiden, dass keiner ihnen mal deutlich in den Hintern tritt. Es gibt scher ein paar ganz gute Momente, etwa bei «The Other Side» oder «Walk Tall», aber das bleiben Ausnahmen. Der Abstieg von Bloc Party von einer Meilensteinband zu einem Hit-and-Miss-Projekt wird hier greifbar, das Soloalbum mutiert zum Schuldgeständnis in Form von belanglosen Bubblepop-Dancenummern, die eine Dannii Minogue sogar größtenteils besser hingekriegt hätte.

29. Dezember 2010 19:12 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Eine Antwort.

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