
Creative Review stellt einige Arbeiten der deutschen Photographin Kathrin Kur vor, die in der Tat sehenswert sind. Kurr blickt in ihren Arbeiten hinter die Kulissen der Bewusstseinsindustrie, schaut in Produktionsstätten für Fernseher, in Motion-Capture-Studios, in Filmsets, aber auch auf leere Golf-Übungsplätze oder Schießstände. Sie zeigt tiefgefrorene Splitter, die in den karg ausgeleuchteten, zugleich leer und überfüllt wirkenden Bildern häßlich, karg und ernüchternd wirken, unmenschliche Plätze, die wir eher mit Entertainment verbinden würden, denen hier aber so gar nichts unterhaltsames anhaftet, die vielmehr bedrohlich wirken wie Sets von einem dystopischen SF-Film. Wenn ich jemals Buchcover für JG Ballard-Bücher machen würde, wäre Kur die Photographin, die ich mit den Visuals beauftragen würde, weil sie wie Ballard den Vorhang zu einer unsichtbaren, unvermuteten Hässlichkeit beiseite schiebt, die unmittelbar hinter der glatten sanften Oberfläche unserer technokratischen Gesellschaft wartet – und aus dieser Häßlichkeit dann wieder eine faszinierende beängstigende Ästhetik hervorzaubert.
3. Februar 2008 11:25 Uhr. Kategorie Design. Eine Antwort.
http://www.kathrinkur.com/honkkong.html
boah. dagegen ist ja jeder abgefuckte hinterhof in kreuzberg eine schönheit.