
Ein neues Semester, ein neues Projekt. Nach der Grenzen-Ausstellung im letzten Jahr diesmal der Versuch, ein Buch zu produzieren, in dem jeder Student so 12-16 Seiten zur freien Gestaltung bekommt. Die Studenten haben das Thema – Katharsis - selbst in Gruppen erarbeitet und gewählt und kümmern sich in Gruppen auch selbst um Sponsoren, Druckerei, Anzeigenkunden und die Präsentation. Auch die Arbeiten werden gemeinschaftlich bewertet und jeder Input gibt nur eine Richtung, keine echte Korrektur. Das Ziel ist, dass die Studenten sich – jenseits des Scheinmachens – möglichst für sich selbst austoben und eine visuelle Sprache finden und eine Arbeit bringen, auf die sie (nach ihren jetzigen Möglichkeiten) wirklich stolz sein sollen und zeigen wollen, die irgendwas sagt. Jeder Studi hat sich selbst ein Subthema ausgewählt und jetzt geht es nach viel Vorgeplänkel und Besprechungen und Konzeption in die erste Runde von tatsächlichen Entwürfen. Ein paar Schnipsel davon sind hier und schon ganz vielversprechend. Alles noch weitgehend im Frühstadium, ohne Typo usw….




































28. Juni 2007 10:59 Uhr. Kategorie Stuff. 9 Antworten.
Beeindruckend! Ich bin gespannt, wie es weitergeht!
Da muss man aber die Katharsis teilweise suchen. Einiges wirkt mehr wie ein Interprtationsversuch zu Katastrophe. Aber ich verstehe ja nicht so viel davon.
Also, das gezeichnete in der Mitte; das find ich toll. Das würd ich kaufen. ;)
Rest ist nicht so mein Fall; aber die sollen sich ja auch austoben und nicht gefallen.
Und weiter unten hat dann der Enkel eines McKean – Sandman – Covers vorbeigeschaut? Aha. Muss es auch geben…
Ich finde die Bilder durchwegs spannend, ob sie nun zum Tehma passen oder nicht. (Was ich ohne weiteres Wissen zur Idee sowieso nicht entscheiden kann oder will.) Die Vielfalt, die Ideen, das Handwerk: spitze! Geht es wirklich darum, die Bilder zu «kaufen», oder auch einfach mal anzuerkennen, dass eine Idee gut umgesetzt wurde? Wenn ich hier so Geplänkel höre, denke ich oft, dass ich offenbar keine Ahnung von Design habe.
@HD: Was haben Deine Studenten eigentlich für eine Vorbildung?
Vorbildung? Das ist individuell verschieden, im Schnitt keine. Manche haben Praktika gemacht. Die sind im 4. Semester, im 1 und 2 Semester arbeitet man der RA derzeit noch (leider) nicht am Rechner, sondern eher Theorie und so Zeichnen und Handwerk. Ich hoffe, das ändert sich mehr in Richtung best of both worlds.
Und immer dran denken: Erste Entwürfe, nur Bildebene, nix fertiges
@CElly
Wenn ds Thema Katharsis heißt sollten die Arbeiten sich auch damit beschäftigen. Sicher ist jedes Bild für sich als Arbeit anzuerkennen. Aber solange mir nicht jemand sagen kann, wo bei “Ich hasse…” noch das Thema verborgen ist, kann ds ja als Arbeit nett sein, da verstehe ich eben nix von Design, aber es ist am Thema vorbei. Und alles was man nicht selber beiträgt als Geplänkel zu bezeichnen ist auch ein wenig arrogant und schreit nach Katharsis;-)
Wie sähe ein Beitrag zu Katharsis konzeptionell von DIR aus, Mom? Also, was würdest du da sehen wollen?
Bitte bedenken, ganz nebenbei: Außer der Bildergeschichte von Maren ist hier nichts komplett gezeigt. Und idch fände 20-mal die gleiche Idee von Reinigung eher langweilig. Wir haben nicht wenig wert drauf gelegt, es eher assoziativ zu halten, man muss ja nicht immer mit dem Holzhammer arbeiten…
was soll ich denn zu den unteren Bildern assoziieren???
Katharsis im alten Sinne ist die Läuterung oder Reinigung von den eigenen Ängsten durch das Erleben von Angst oder Furcht in der Tragödie. Einige der Bilder oben induzieren sicher Angst und Furcht, aber soviel Phantasie, dass ich mir eine Reinigung dadurch vorstellen kann??
Aristoteles war der Meister der Katharsis, vielleicht sollte man ihn lesen um den Begriff zu verstehen. Der späteren Interpretation durch die Psychoanalytiker die in der psychoanalytischen Therapie das Ausleben von Aggression als mögliches Mittel zur Befreiung von krankmachenden Affekten und neurotischen Symptomen propagieren, ist inzwischen von den meisten ehemaligen Befürwortern widersprochen. Heute geht man davon aus, dass bewusst evozierte aggressive Handlungen sich selbst durch Feedback-Effekte unbewusst auch auf kognitiver Ebene verstärken. Also hier keine Katharsis.
Bei den ganz unteren beiden Bildern, so du sie meinst, geht es bei Marcel um die Reinigng von eigener Aufgestauter Aggression qua Musik – es hat also irgendwie sogar einen Grund, dass das Artwork verdächtig an Metal-CD-Cover erinnert :-D.
Und so ganz platt vom Begriff ausgehend.. Gott, das wäre doch auch öde. Hätten wir das Buch ROT genannt, hätte dann auf jeder Seite was rotes sein müssen? Ich glaube, 256 Seiten griechische Tragödie wäre etwas gähn gewesen. Es geht um die Frage, teilweise auch sehr gebrochen, wie man mit Angst umgeht, mit Wut, wie man sich reinigt. Dabei gibt es dann eine fast nicht mehr verständliche Verklausulierung, wenn etwa zB Kirsten den Jacobsweg durch Tintenkleckse kommunziert. Der Trick wird in den nächsten Wochen sein, geheimnisvoll zu sein, aber das Geheimnis durchdringbar zu machen. Bei einigen Arbeiten ist das schon inder Basis schaffbar – die Bilder von Yvonne oder die von Wanda, die Arbeit von Maren finde ich relativ klar, wenn man sich etwas Mühe damit gibt – bei anderen noch nicht so. Spannend ist aber vielleicht auch gerade, einen Ausgangspunkt A zu haben und ganz woanders angekommen zu sein. Solange die Reise spannend und das Ergebnis EHRLICH Ist (bei Studenten aus dem 4. Semester geht es nicht so wirklich um um die Frage, ob es gut oder schlecht ist,sondern für mich um Ehrlichkeit und Das-Beste-aus-sich-rausgeholt-haben), dann bin ich glücklich damit.
Und immer der Hinweis: Du siehst von 16 Seiten immer nur einige Bilder und die noch unfertig.