
Der schwedische Singer/Songwriter mit dem spanisch klingenden Namen präsentiert mit seinem zweiten Album – nach etlichen EPs – eine der Konsensscheiben des auslaufenden Jahres, das mit Down The Line und Teardrop gleich zwei Instant-Hits bietet. Mit einer an Nick Drake (den man leider stereotyp bei dieser Art Musik im Kopf hat) erinnernden minimalistischen Ruhe und Melancholie singt Gonzales die Songs in einfachsten Arrangements zur Gitarre, auf die bare bones abgespeckt. Der Sound ist so einfach, so pur, dass zu den bisherigen Veröffentlichten kein Evolutionssprung stattfindet und tatsächlich wäre jede weitere Produktionsfinesse – Streicher, Drums, Keyboard – auch ein Schritt zurück hinter die intime Einfachheit und Ehrlichkeit des ersten Albums Veneer. Ob in Coverversionen – die Gonzales natürlich anbietet, immerhin ist sein Knife-Covertrack Heartbeats dank Sony ein Welthit geworden, ganz zu schweigen von seiner beschwingt rausgerotzten Love will Tear Us Apart-Version – oder Eigenkompositionen, Gonzales bringt eine eigentümliche Mischung von leichtigkeit und Schwermut, die ein Neofolk-Zeitphänomen zu sein scheint… es gibt immer mehr Acts, die diesen introvertierte Soundtrack zum Cocooning liefern. All der Hype – und die daraus resultierende Vorsicht im Umgang mit Phänomenen wie Feist oder Gonzales, die nur allzu schnell im Mainstream gelandet sind (Veneer war ein absoluter Bestseller im Jahr 2006)- ändert allerdings wenig daran, dass In Our Nature wie sämtliche EP- und LP-Vorläufer eine grandiose Musik liefert, die zwar stillsteht, an der aber auch nicht mehr oder weniger zu machen, weil sie an sich zu einer schlichten, fast hypnotischen Perfektion geronnen ist, an deren intimer, melodischer Formel zu rühren sicher ein Fehler wäre. Der Erfolg von Gonzales und Co belegt die im Strom elektronischer Musik wachsende Sehnsucht einer ganzen Käuferschicht nach überschaubaren, ehrlich anmutenden Musikstrukturen. Perfekte Kopfhörermusik für die Tage, an denen der Schnee fällt.
20. Dezember 2007 17:22 Uhr. Kategorie Musik. Eine Antwort.
cool. ich glaub das will ich auch haben. hört sich superhörenswert an..