Paul hört, wie sich hinter ihm die Tür öffnet. 21 Bolzen werden von Servomotoren aus der Türzarge in das Futter zurückgezogen, eine blitzschnelle tonlose rhythmische Kadenz, die Paul jedesmal wieder Freude macht. Die kurze Nicht-Melodie, die seinen goldenen Käfig öffnet, gefolgt von den sicheren Schritten des Chefpagen, Schuhgröße 41, genähtes Leder, eine Vertrautheit im Gang, als könne er auch blind seinen Weg durch die Zimmer finden.
Paul blickt nicht auf. Den Rücken zu Marshall Rice, zählt er dessen Schritte durch die große Suite, die ein Drittel der gesamten Etage einnimmt. Die anderen zwei Räume sind leer, seit Paul hier ist, unbewohnt und von seinem Verlag bezahlt.
Das Schloss, deutsche Wertarbeit, produziert in Dresden, dessen Geräusch an einen High-Tech-Tresor erinnert, ein Audio-Design, das Präzision und feinste Mechanik verspricht, schirmt Paul von der Außenwelt ab. Es lässt sich nur von außen öffnen, mit der Keycard in Mashalls Hosentasche. 21 Bolzen aus massivem Stahl, die Paul zum Gefangenen machen.
…
23. Januar 2007 14:27 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.