
Da wir Nina einen bespielten 2GB-iPod geschenkt hab, hatte ich die Möglichkeit, mir den Zwergen-MP3-Player mal näher anzusehen. Nur noch halb so groß wie der alte Shuffle, gehört der Shuffle zu den kleinsten Wiedergabegeräten am Markt, so klein, dass Kopfhörer dagegen fast klobig und schwer wiegen – in der Tat sind meine schon sehr leichten Sony-Inner-Ear-Kopfhörer schwerer als der gesamte Player. Die Bedienung ist gewohnt intuitiv, zumal Apple sie rigoros eingeschränkt hat. Du kannst den iPod ein/ausschalten, zwischen Shuffle und Repeat wählen, ansonsten sind in der von iPods gewohnten Ringstruktur vor/zurück/laut/leise/Play/Pause angeordnet.

Ein/Ausschalter, die LED ist der einzige Status-Feedback, sie zeigt mit zwei Farben und Blinken z.B. den Batteriestatus an.
Ein Display, einen EQ oder fortgeschrittene Einstellmöglichkeiten sucht man hier absolut vergeblich, selbst vorspulen ist eher nur als Basisfunktion vorhanden. In der Tat nicht dumm: Wer mehr will, kann sich einen normalen iPod kaufen oder sein Handy benutzen – der Sinn des Mini-iPod ist sicher maximale Mobilität und Leichtigkeit, für alles andere hat man ja eigentlich eine Lösung. Das mit dem EQ ist der vielleicht größte Makel, es wäre schön, wenn man hier zumindest via iTunes etwas einstellen könnte, man muß aber sagen, dass die Grundeinstellung einen für die meisten Songs mehr als ausreichenden, recht angenehmen Sound bietet. Ich persönlich könnte mit mehr Bass leben, aber ich bin ja da auch etwas extrem. Die Lautstärke ist über meine Sony Ex-71 absolut ausreichend (außer vielleicht bei alten CDs, die scheinbar immer weniger Dynamik haben). Die beigefügten Kopfhörer von Apple kann man besser vergessen und sich eine akustisch bessere Alternative kaufen, die dann auch ohne EQ-Tricks auskommt.

Shuffle und Repeat, mehr gibts nicht.
Das Handling ist wie bei jedem iPod, obwohl der Winzling keine normale iPod-Schnittstelle hat sondern nur einen 3,5″-Stecker. Das Dock nutzt anscheinend einen weiteren Anschluß im 3.5-Zoll_Port, um (recht fix) die Daten zu überspielen. Der iPod wird normal verwaltet, schnell erkannt und bietet automatisch an, aus den vorhandenen Musikmaterial eine Zufallsauswahl selbst zu treffen und aufs Gerät zu kopieren – wodurch die Random-Idee des Shuffle wunderbar auf die Spitze getrieben ist :-D. 2 GB ist die richtige Größe für so ein kleines Gerät, man hat im Grunde immer eine schöne Collection von Hits griffbereit und kann schnell den Inhalt austauschen – ich finde, auf 20GB-und aufwärts hat man immer zu viele Tracks, die man skippen muss bis man an den Good Stuff kommt. Natürlich ist auch dieser iPod appletypisch eine Art BlackBox, d.h. man bekommt Tracks nicht herunter und kann Songs nur via iTunes, nicht mit einem Dateimanager verwalten – es sei denn, man greift zu Tools wie yamipod o.ä.

Die gewohnte einfache Apple-Steuerung ohne Clickwheel à la AppleRemote.
Wäre eigentlich toll, wenn die Remote irgendwann so aussähe wie der Shuffle.
Die edle Aufmachung, extrem einfache Bedienung und die nahtlose Integration in iTunes (die eigentlich nur für Mac-User Sinn macht, ich empfinde das an sich identische iTunes auf Windows nach wie als Fremdkörper, unter OS X aber finde ich es sinnvoll – seltsam) machen den Mini-MP3-Player zum guten Kauf, keine Frage. Den iPod Shuffle gibts im Apple Store in verschiedenen Farben, u.a. auch in Rot für Bonos RED-Projekt.
15. Juni 2008 20:25 Uhr. Kategorie Technik. 6 Antworten.
Ich bitte um Entschuldigung, fühle mich aber gezwungen eine kleine klugscheißerische Bemerkung zu machen:
Ältere CDs klingen nicht leiser, weil sie WENIGER Dynamik haben, sondern weil sie MEHR Dynamik haben, also mehr Unterschiede zwischen laut und leise. Seit etwa Mitte der 90er werden CDs im Mastering, also der abschließenden Klangbearbeitung, mit Hilfe von Kompressoren gnadenlos auf subjektive Lautheit getrimmt, indem Lautstärkespitzen vermieden werden und gleichzeitig leise Stellen angehoben werden. Es geht ausschließlich um die subjektive Lautstärke, nicht um die messbare maximale Lautstärke, die durch die 16bit-Auflösung vorbestimmt ist.
Vorreiter waren da Oasis mit “(What’s The Story) Morning Glory”.
Der wahrnehmungspsychologische Hintergrund ist, dass (innerhalb gewisser Grenzen) von 2 Musiktiteln in der Regel der subjektiv lautere bevorzugt wird.
Siehe auch
http://de.wikipedia.org/wiki/Loudness_war
Ansonsten: Wie immer schöne Fotos! :-)
Viele Grüße von Zippo!
(Magister Artium Musikwissenschaft)
dann scheiss doch auch mit 0db ;-) klug.
Zippo – vielen Dank für die Info! Sehr cooles Stück Musikgeschichte.
Wobei ich – eben subjektiv – bei älteren CDs durchweg das Gefühl habe, sie sind insgesamt – also auch in den Spitzen, die man bei Pop ja eh nicht so hat – deutlich leiser. Auf Ninas iPod-Mix zB ist «The ballad of Dorothy Parker» von Prince dabei – und der Track ist fast unhörbar leise. Das wirkt nicht wie Kompression, sondern wie eine Anhebung um ein paar dB. Leider hab ich keinen Ripper, der hier eine Korrektur macht, aber normalerweise ists auch kein Problem – es fiel mir nur auf.
Die Kompression ist heutzutage ja oft schon unerträglich, da wird ordentlich gepumpt.
Na, HD, der gute Steve kocht dich doch noch weich!
Hat er doch schon :-D Vielmehr hat mich der gute Bill weichgekocht.
sidechain olé
pump, pump, pump :-D