Intelligence, humanity and courage. The combining of these three virtues may seem unobtainable to the ordinary person, but it is easy. Intelligence is nothing more than discussing things with others. Limitless wisdom comes from this. Humanity is something done for the sake of others, simply comparing oneself with them and putting them in the fore. Courage is gritting one’s teeth; it is simply doing that and pushing ahead, paying no attention to the circumstances. Anything that seems above these three is not necessary to be known.
Yamamoto Tsunetomo: Hagakure.
25. Juli 2006 14:32 Uhr. Kategorie Stuff. 11 Antworten.
Ja, die gute Hagakure-Lehre…sehr kluge Zeilen verfasst in einer Zeit, die unserer heutigen in Nichts und doch in soviel gleicht. Damals kämpften tapfere Samurai für ihren Fürsten und ihre Ehre, heute kämpfen skrupellose Topmanager mit denselben Phrasen im Hinterkopf für mehr Geld und pfeifen auf ihre Ehre…Aber trotzdem als Entscheidungshilfe für die kleinen alltäglichen Probleme gut zu gebrauchen. Ich persönlich mag den Teil mit der Entscheidungsfindung in drei Atemzügen und das wichtige Dinge nebensächlich und unwichtige Dinge sehr wichtig genommen werden sollen. Erinnert einen immer daran das Leben etwas lockerer zu sehen;)
IUch sehe zwischen Managern und Samurai keinerlei Zusammenhang, das ist nur Augfenwischerei. Samurai sterben für ihre Meister, Manager lassen sich abfinden, Samurai folgen einem strengen Ehrenkodex, nicht der eigenen Gier, und sie streben nach einem inneren Zeil, nicht nach Konsum. Die Verbindung zwischen Hagakure und einer Art Leitfaden für Managererfolg habe ich nie verstanden.
Das Buch ist nicht unkritisch zu betrachten, hat auch seine zynischen Seiten (ist immerhin ein Leitfaden, der eine Art Polizeikaste drauf trimmen sollte, unkritisch und fröhlich ins Messer zu springen, wenn es drauf ankommt), aber ich lese es immer und immer wieder, weil es – wie das I Ching – auf einfache Weise eine enorme Tiefe schafft und in den anekdotischen Beispielen (wobei ich die englische Übersetzung in der Zusammenstelung elunger finde als das deutsche Gegenstück) scheinbar indirekt und irritierend leicht einen komplexen philosophischen Teppich knüpft, der aber niemals steif oder allzu kohärent wird, immer fluide und lebendig bleibt, pragmatisch.
Und mich erinnert es eher immer daran, das Leben etwas ernster zu sehen :-D. Ich finde, das Hagakure ist auf sehr leichte Art ein sehr strenges Buch.
Als Entscheidungshelfer im Alltag ist das I Ching aber deutlich schöner.
Wie Manager darauf kommen sich das Hagakure auf die Fähnlein zu schreiben hab ich auch nie verstanden… aber wahrscheinlich liegt es daran, dass die Samurai einfach »cool« und direkt waren – ihre Denke der westlichen ziemlich oft ziemlich fremd ist und man deshalb nicht alles so ernst nehmen muss, was da drin steht… wir sind schließlich zivilisiert, somit fällt das mit dem “für die Ehre sterben” schon mal flach… und wenn wir soweit sind können wir das mit der Ehre auch komplett streichen ;>
Ich hab es vor ein paar Jahren mal gelesen (zusammen mit Myamoto Musashis »Fünf Ringe«, sowie dem passenden Roman dazu: E. Yoshikawas »Musashi«) und auch wenn nicht mehr alles wortwörtlich im Kopf ist, so schwirren doch viele Weisheiten des Öfteren mal in zahlreichen Situationen durch die Gedanken…
Ich mag die Gedanken von Ehre, Treue und Respekt… es gibt sie – meiner bescheidenen Meinung nach – nur noch viel zu selten in unserer ach so tollen Gesellschaft…
~Chris
Hinter dem Ding Manager = Samurai steckt dieses blöde Wall-Street-Denken,d aß sich Bänker als «Masters of the Universe» betrachten, obwohl sie ihren eigenen Job kaum simpel beschreiben können (jaja, ich lese gerade offenbar Bonfire of the Vanities :-)
Ehre und Treue sind leider in Deutschland historisch von den falschen Leuten belegt und zu sehr an das Land, nicht an die eigene innere Haltung, gebunden worden. Insofern Begriffe, mit denen man sehr vorsichtig agieren muß. Obwohl es schon so ist, daß ich selbst einen sehr harten inneren Moralkodex habe, den Außenstehende dann entsprechend auch mitunter gar nicht oder eben falsch verstehen, weil er nicht so 100% in unsere Zeit paßt.
zum letzten Absatz im comment von Chris
nicht beweinen, für sich selbst in den Alltag übernehmen (geht meist ganz gut und wenn nicht gut, dann eben nur: geht) Vielleicht finde andere es dann auch toll, machen mit und irgendwann sind diese “Tugenden” dann eben nicht mehr so selten. Nicht immer weinen, machen :-D
Ich würd es jetzt nicht direkt als Geweine bezeichnen…
Ich für meinen Teil richte mich soweit es irgend geht ja auch nach meinem inneren Kodex… wenn man es denn so nennen darf.
Doch um so eine Einstellung zu verstehen muss man wohl inzwischen bekennender Comic- und/oder Fantasy-Freak sein bzw. eine gute Erziehung genossen haben ;>
~Chris
Ohne wirklich ein Widerwort zu geben, weil ich glaube, meine Moral stammt auch direkt von Mickey Mouse ab, aber… wieso Comic/Fantasy?
Zu Heldengeschichten gehört doch immer eine verdammt große Menge Pathos dazu… und sowohl Comic, als auch Fantasy, stehen oft genug in ziemlich direkter Nachfolge zu Mythen und Sagen, die sich gern mit Ruhm und auch Ehre bekleckert haben.
~Chris
Lieber Chris, wenn Ehre, Treue und Respekt für dich nur noch im Comic/Fantasybereich realisierbar sind, solltest du weinen.
Wenn es uns nicht gelingt, Gedanken die uns berühren, außerhalb von Säbelraseln und sich mit Ruhm und Ehre Bekleckern (mein Gott, was für ein Bild) für uns zu erhalten und zu leben, dann muss man sich nicht wundern, dass die Gesellschaft, zu der man ja auch selbst gehört, eben nicht mehr so toll ist. Aber wie gesagt, jammern hilft nix, vormachen geht aber.
Ich denke, treue und Ehre existieren in Wirtschaft und Politik nur noch bedingt, weil sie nicht immer systemaffin sind. Die Frage ist in diesem Bereich, wie man Treue und Ehre definieren würde. War Helmut Kohl seinen Geldgebern nicht treu gegenüber, als er ihre Namen verschwieg, war er nicht ehrenhaft seinen Freunden gegenüber? Aber verstieß er dabei nicht zugleich gegen einen höheren Ethos?
Insofern hat Chris nicht unrecht, Frau Mama aber auch, denn im privaten kann sicher jeder für sich seiner eigenen Vorstellung von Treue oder Ehre folgen, egal wie dieser Kodex im Einzelnen dann aussieht.
Zugleich ist immer zu hinterfragen, warum Medien wie Buch, Comic, Film einen simplen Ehrenpathos kommunizieren und inwieweit hier gesellschaftliche Treuemechanismen etabliert und kommuniziert werden,d as moderne Pendant zum Himmelsversprechen.
Und bitte bedenkt. In dem Absatz aus Hagakure geht es nicht EINMAL um Treue oder Ehre, wir haben also etwas Threaddrift, sondern um Intelligenz, Menschlichekti und Mut. Und darum, wie einfach diese scheinbar so schwierigen Ziele zu erreichen sind :-D
Liebe Frau Mutter, ich habe nicht gesagt, dass Ehre, Treue und Respekt für mich »nur noch im Comic/Fantasybereich realisierbar sind«, sondern, dass dieserlei Geschichten inzwischen wohl das Medium der Wahl geworden sind, wenn es darum geht dieses Gedankengut zu übermitteln.
Desweiteren geht es mir auch nicht um das – im Genre immer wieder gern genommene – Säbelgerassel… auch in Mythen, Fabeln, Sagen, Märchen etc. floß literweise Blut und doch ging es darum zwischen den Zeilen zu lesen und die für einen selbst wichtigen Erkenntnisse daraus zu ziehen.
Man muss Metaphern und Symboliken verstehen… auch eine Sache, die vielen Jugendlichen inzwischen abhanden gekommen ist.
Ich bitte also darum mich nicht einfach in den Topf der barbarischen nach Ruhm und Ehre lechzenden Gesellschaftshassern zu werfen und mir einen Heulkrampf an zu dichten.
Ganz im Gegenteil. Wer es schafft in ein Blog zu schreiben, sollte wenn überhaupt, dann nur vor Freude weinen. Denn uns geht es doch im Vergleich zu so vielen anderen richtig gut. Auch wenn es jetzt richtig abgedroschen klingt… ab und zu muß man es sich einfach mal wieder bewußt machen, dass all unser – typisch deutsches – Geheule und Geflenne in überhaupt keiner Relation zu unserem Lebensstandard steht.
~Chris