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INFADELS LIVE IN KÖLN

Okay, was ist der Unterschied zwischen einer deutschen und einer britischen Band? Etwa fünf Pfund Koks. Während die aus Darmstadt kommenden Data Break sich im bei der Vorband noch recht leeren Underground charmant aber etwas steif und nervös durch ihr Set quälen, schaffen die Infadels von der ersten Sekunde an – mit dem Opener Love Like Semtex – Partystimmung. Der Unterschied ist, daß das Quintett musikalisch wie vom Auftreten her eine Pub-Party-Combo sind, deren seltsamer Mix aus Dark Disco, Acid House, Talking Heads und New Wave ohne Anstrengung Spaß macht. Von den Pink abgeklebten Instrumenten über die seltsamen Outfits, von der Inszenierung der Musik auf der Bühne, die deutlich stärker nach vorne geht als auf dem Album, von der reinen puren Partystimmung… die Band weiß, wie mans live bringt. Keyboarder/percussionist Richie, der nicht viel zu tun hat, da er meist nur die Midi-Sets neu einstellt, springt wie ein Irrsinniger auf und ab, Drummer Matt, der sehr kontrolliert und funktional den Computerklick umsetzt, ist mit vollem Körpereinsatz bei der Sache und nach dem Gig entsprechend schweißgebadet. Sänger Bnann gibt sich als extrovertierter Partymacher, feuert das Publikum an, tanzt über die Bühne, als wäre er in der großen Halle, nicht bei einem Kneipengig. Überhaupt ist der ganzen Band eine Spielfreude anzumerken, bei der man sich fragt, warum man eigentlich 70 Euro für müde Riesencombos hinlegt, zumal die Infadels nicht eine Sekunde lang unprofessionell oder amateurhaft wirken, das Set ist tight, ausgewogen, sauber runtergespielt, wie die CD getragen von den druckvollen Acidbässen und Analogsounds des Keyboards. Rock’n'Roll meets House meets Funk meets 80s Dark Disco und das alles bei vollster Lautstärke. Die Infadels haben vielleicht ein, zwei ruhigere Nummern, wie etwa Stories from the Bar und Murder that Sound, liefern aber ansonsten eine Tanzhymne nach der anderen ab, darunter die Hits Can’t get Enough und Jagger 67, teilweise deutlich ausgedehnter und exzessiver als auf dem Album, die Jungs sind nicht umsonst auf einem Label namens Wall of Sound :-D. Uns schwerfällige Deutsche dazu zu kriegen, zu tanzen, ist keine einfache Sache und hier gehts ab dem ersten Song los, es wird geklatscht, mitgesungen und tatsächlich der Arsch bewegt. Die Infadels wissen also wahrscheinlich überhaupt gar nicht, daß die deutschen Konzertbesucher eigentlich eine tough crowd sind. Und genau so solls ja auch sein. Nach dem Break kommen noch ein paar Fotos von den Infadels live im Underground in Köln.






11. April 2006 09:11 Uhr. Kategorie Live. 3 Antworten.

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