HD Schellnack /// Kontakt iPhoto s90 Typographie Pop Alternative Aktionen Twitter nodesign Licht Apple Photographie Denken Fail Natur Fragen Dayshot Belletristik Winter Studium Software Medien Vernacular Fun Comics Werbung Gesellschaft Farbe Web Print iOS ScienceFiction Electronic Zukunft Jazz Frühling Magazine Hardware Retro Klassik Kitsch Drama Sommer Zitat Herbst Sachbuch Kunst Fantasy Emma Organisation Kultur

IMITATION IS THE SINCEREST FORM OF PLAGIARISM….

… auch wenn man bei sich selbst klaut.



Auf den Photos seht ihr nicht das gleiche Heft, sondern einmal das Spielzeitheft 2004/5 von Bielefeld (jeweils oben) und einmal das Heft 2006/7 vom schauspielhannover (jeweils unten). Gleiches Format, über weite Strecken gleiche Farben und gleiche Bildpositionierung. Nahezu gleiches Spaltenraster. Und so weiter. Ich mag Heinrich Kreyenburgs Arbeiten eigentlich, weil er so a bisserl in einem britischen Stil à la Intro denkt, wenn auch bunter, er hat so eine grelle Sachlichkeit, die ich mag. Aber so heftig sollte man nicht einmal von sich selbst inspiriert sein. Und ich zerbrech mir hier den Kopf, mit Bielefelds Schriftzug (orange und dazu noch Versalien in Bold/light) mehr oder minder unfreiwillig zu derbe nah am alten Auftritt von Bochum herangekommen zu sein (es hat sich einfahc so ergeben)…. weia.

Im Idealfall, so wie ich es mit Oberender in Bochum z.T. hatte, ist die Zusammenarbeit mit einem Theater ein Privileg, weil man direkt an soziokulturellen Themen, mit klugen und engagierten Leuten arbeitet und wie ein Brennglas in die Stadt hineinleuchten kann. Auch mal böse sein darf, oder irritierend oder einfahc just plain silly. Du mußt dich nicht verkaufen, oft ist die Verweigerung des Anbiederns sogar ein Hauptverkaufsgegenstand. Als Theater machst du Kunst, deine Printkommunikation sollte das reflektieren und weiterspinnen, nicht langweilig sein. Ein wirklich mutiger Intendant, der diese Nähe von Radikalität und Popularität begreift, ein Chefdramaturg mit ehrlich künstlerischem Anliegen und dazu ein Designer, der oim Kultursegment preiswert arbeitet, weil er generell härter und kantiger sein will, mehr von sich in die Arbeit einbringen will… (was bei vielen Theatern irgendwie inzwischen verloren geht auf dem langen Treck durch Sponsoren und Aboverkauf)… das ist eine explosive Mischung, die unweigerlich Erfolg bringt. Klar… wenn wir scheiße waren in Bochum, waren wir unsäglich schlecht. Dramaturgengerangel, Leute, die mir Vorschriften gemacht haben, zu kurz gesprungene Ansätze. Aber wenn wir gut waren… whoa. Ich denke mal, Jan Frerichs denkt da genauso.

Ich mag das schauspiel hannover sehr. Absolut. Mutiges Haus. Thomas Laue, der jetzt mit Anselm Weber in Essen ordentlich aufmischen wird, hat da phantastische Sachen bewegt. Sehr schade, daß das Design sich nun damit begnügt, einen schnellen Aufguß des Vorjahresheftes eines anderen Theaters zu machen. Gibt sicherlich Gründe und Heinrich ist zu gut, um das so mirnixdirnix zu machen, aber auf den ersten Blick ist es eine vergeudete Chance für ein ambitioniertes Saisonheft.

29. Juni 2005 20:32 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

Antworten

Schreibe eine Antwort, oder hinterlasse einen Trackback von deiner Site. Antworten abonnieren.


Creative Commons Licence