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HUSSEIN

Sie haben es wirklich getan. Und die Amerikaner, egal ob ein Irakisches Gericht das Urteil gefällt hat, haben es gebilligt, haben es gewollt. Den Tod eines Mannes – egal, was er getan hat – durch den Strick. Willkommen zurück im 14. Jahrhundert, Welt. Das ist so eng dran an Georges Bush Wunsch, ihm den Kopf des Mannes zu bringen, der seinen Vater ermorden lassen wollte, dass man sich einer Gänsehaut nicht erwehren kann. Seit 2001 hat eine Verschiebung im westlichen Denken stattgefunden, die mit «beängstigend» nicht zu beschreiben ist. Wir haben wichtige Werte so schnell, so heftig über Bord geworfen – oder werfen lassen –, dass man sich wie in einem billigen SF-Film aus den Siebzigern vorkommt. Husseins Tod ist eine große Niederlage für die Demokratie, kein Sieg. Eine faire Verhandlung an IGH Den Haag, den die USA ja ohnehin nicht anerkennen, obwohl dieses Projekt zu den wichtigsten Internationalen Standards hätte werden können, und dann nach einem eventuellen entsprechenden Urteil lebenslänglich ins Gefängnis… aber Tod durch den Strick? Barbarisch. Hussein wird so bestenfalls vom 10-Cent-Despoten (und ehemaligen Partner der USA, nicht vergessen, bevor er zum medialen Neo-Hitler aufgebauscht wurde) zum Märtyrer gemacht. Und im Irak wird für diesen Egotrip des Bush-Clans noch viel unschuldiges Blut fließen. Wie Morrisey schon wusste: Barbarism begins at home.

30. Dezember 2006 10:56 Uhr. Kategorie Stuff. 9 Antworten.

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