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Human Nature


Das ist schons seltsam, einen Film zu gucken, bei dem man das Gefühl nicht loswird, er fühle sich an, als habe Charlie Kaufmann die Finger mit drin (abgesehen davon, daß er vage an Peter Hoegs Die Frau und der Affe erinnert, allerdings ohne dabei eben unfreiwillig komisch zu sein, was bei Hoegs Buch leider komplett der Fall ist). Ein abstrus-absurdes kleines Moralstück über das, was Menschen ausmacht und antreibt. Da wird eine Frau zum Tier und wieder zur Frau und wieder zum Tier und wieder zur Frau, ein Affenmensch (oder vielmehr sein Sohnemann) macht mehr oder minder spiegelbildlich das gleiche durch, und ganz nebenbei spielen eigentlich überall die Hormone und Egos verrückt. Das dabei von Anfang an klar ist, daß Dr. Bronfman (Tim Robbins) tot ist und Charaktere schon erzählen, bevor sie überhaupt eingeführt sind, gehört dabei nur zu den Details des Kaufmannschen Wahns. Gedreht hat den Film dann von Videoclip-Meister Michel Gondry, der kürzlich auch Kaufmanns Skript zu Eternal Sunshine of the Spotless Mind verarbeitete, der allerdings hier auf jegliche Effektmätzchen verzichtet und einen visuell weitgehend normalen Film abdreht. Human Nature ist nicht Being John Malkovich und erst recht nicht Adaption, aber gut genug, um nicht übersehen zu werden… und da der deutsche Verleih den Film anscheinend als platte Komödie verpackt, IST er leicht zu übersehen. Schon fast bezeichnend, daß der Verleih einen Film, der sich jeder Kategorisierung so leichtfüßig entzieht, einfach mirnixdirnix ins Komödienfach steckt. Aber da stand in der Videothek auch letztens schon The Rules of Attraction (ultralose basiert auf dem Brett Easton Ellis Buch)… und das sagt dann auch alles.
Unter den relativ braven und meist hoch vorhersehbaren Filmen, die ich in letzter Zeit so gesehen habe (der müde Bad Santa, der von Plotlöchern gequälte Gothika und der eigentlich ebenfalls sehr sehenswerte Shaun of the Dead, der nur im letzten Drittel etwas durchhängt), ragt Human Nature jedenfalls als ein unberechenbares kleines Juwel heraus. Kaufmann ist der beste Drehbuchautor, den die USA derzeit haben

29. Mai 2005 22:11 Uhr. Kategorie Film. Keine Antwort.

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