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HTC P 3600 TRINITY

Seit Ende letzten Jahres habe ich mal wieder einen neuen PDA. Mein Qtek S200 hatte ein Akkuproblem (die Akkus wurden komplett entladen, also so, dass sie defekt und nicht wiederaufladbar waren) und Amazon hat anstelle einer Reparatur den gesamten Neukaufbetrag an mich zurück überwiesen. Das ist mal Service. Also habe ich prompt – natürlich wieder bei Amazon – das Nachfolgegerät geordert. Hier ein kleiner Testbericht nach einem Monat Praxis.


HTC, die seit langem als OEM-Hersteller die Telefon-PDAs von Telekom, O2, Orange, Qtek und für andere Firmen bauen, bringen den P 3600 unter eigenem Namen heraus, was sicherlich eine kluge Entscheidung ist. Der Nachfolger von den Magician- und Prophet-Modellen ist jedenfalls die rundherum ausgereifteste Kiste, die ich seit langem in der Hand hielt. Nahezu alle Kinderkrankheiten sind beseitigt, was jetzt noch kommen muss, ist Miniaturisierung und vielleicht ein paar Features. Angeblich ist ein GPS ja sogar eingebaut, aber deaktiviert. Stupid. Der Trinity überzeugt, davon abgesehen, aber mit einer Vielzahl an Anschlüssen zur Welt: WLAN, UMTS, GPRS Bluetooth, Infrarot und natürlich Quadband-Telephon. Und einen doppelt so schnellen 400-Mhz-Prozessor, der sich gegen die 200 MHz des Qtek positiv abhebt. Was das Herz begehrt also.

Den P 3600, auch Trinity genannt, gibt es in weiß und schwarz. Und ich habe blind bestellt bei Amazon… und das irrsinnige Glück gehabt, ihn in Schwarz zu bekommen. Ich kann auch nur zu dieser Farbe raten. Hier sieht man auf dem hochglänzenden Material zwar auch jeden Fingerabdruck (das war beim Qtek S200 schöner gelöst, der war nämlich matt), aber in weiß sähe mir die Kiste doch zu sehr nach iPod aus.

Eine der Neuerungen des Trinity ist, dass er auch ohne Touchpad zu bedienen ist. Das Touchpad und der Eingabestift sind einwandfrei, aber es gibt ein neues Scrollwheel samt OK-Klick, mit dem das Betriebssystem – Win CE 5 – auch einhändig zu bedienen ist. Gerade das Surfen im Web macht mit dem Scrollwheel einfach Spaß, ebenso das Suchen von Adressen in der Kontaktliste. Kleine Sache, aber große Wirkung.

Natürlich hat auch das Trinity eine Kamera. Und wie bei jedem Handy ist sie im Grunde unbrauchbar. Kein echter Zoom, kein Blitz, keine gute Optik. Trotzdem ist die Kamera im Verhältnis zu alten M/XDAs immerhin grob in Ordnung, um mal einen Schnappschuss zu machen. Sie reagiert schnell, das riesige Display macht Spaß und zwei Megapixel sind ja solider Standard.

Das Kameradisplay ist gemessen an normalen Handys oder sogar Kameras riesig und zugleich gut navigierbar.

Apropos Kamera. Vorne hat das Trinity eine kleine Videokamera. Und ist damit für Bildtelephonie vorbereitet. Gute Sache, auch wenn die Technik bei anderen Handys und Phoneprovidern noch nicht ganz so weit ist. Und ich echt nicht weiß, ob ich das unbedingt im Alltag haben will :-D

Die Buttons an der Seite sind zum Teil nach wie vor frei belegbar. Problem ist allerdings, das die Funktionsvielfalt von Windows inzwischen so tight ist, dass man nicht mehr alle gewünschten Funktionen, die man auf Knopfdruck bräuchte, auf die vorhandenen Buttons legen kann. Der CommManager, mit dem man zentral BT, W-LAN und so weiter ein- und ausschalten kann, ist nicht mehr direkt über eine Taste erreichbar. Schade.

Wie der S200 hat auch der Trinity nicht nur eine 4-Wege-Wipptaste mit einem zentralen OK-Button, sondern auch vier dezente Sondertasten, die die Navigation des Gerätes ohne Stift zusätzlich erleichtern. Die Tasten sind beleuchtet, nur die Wippe leider nicht, was aber beim Handling keinerlei Probleme macht.

Der Stift steckt nicht mehr oben im Gerät, sondern unten, nahezu nahtlos verborgen. Ich musste ihn wirklich zuerst suchen. Sitzt bombenfest und ist trotz der kleinen Größe gut zu bedienen, eigentlich sogar besser als die alten zu langen Stifte der MDA I und II. Im Grunde also wie beim S200.

Noch eine Neuerung: Die SD-Karte sitzt nicht mehr oben oder unten offen, sondern hinter einer Klappe. Die Klappe ist eher nervend, lässt sich nicht gut öffnen und hängt an einem dürren Stück Plastik, wenn sie offen ist. Oft Karten zu tauschen, macht SO keinen Spaß. Nur eine Frage der Zeit, bis ich die abgebrochen habe :-D. Dahinter steckt nicht mehr eine normale SD-Card, sondern Mini-SD. Etwas ärgerlich, sich mal eben auch eine komplett neue Karte kaufen zu müssen mit der neuen Hardware. Andererseits kostet eine 2-GB-Card auch nicht die Welt und gemessen am Preis des Gerätes selbst ist es schon fast egal. Auf die 2 GB-Card passen gemütlich die TomTom-Karten, die man so im Alltag braucht und eben reichlich Musik.

HTC haben diesmal komplett auf den Audio-Ausgang verzichtet. Okay, der war ohnehin immer schon nur 2,5″, so dass man seit jeher einen Adapter brauchte, um normale Kopfhörer anzuschließen – und auch für USB-I/O gibt es natürlich einen Adapter. Beim Trinity gibt es aber eine andere Lösung, die ich derzeit teste. Ich habe mir einen Bluetooth-Empfänger von HAMA zugelegt, der das A2DP-Audiosignal via BT empfangen kann. Ist praktisch, aber nicht GANZ perfekt, weil es zum einen spürbar mehr Strom zieht, zum anderen, weil der HAMA-Empfänger ein leises Grundpfeifen hat, das auf Dauer ärgerlich ist. Ideal ist die Lösung also beileibe noch nicht. Dennoch ist es schön, die Musik im Grunde mit einem gerade mal daumengroßen Empfänger in der Tasche hören zu können.

Dazu kommt natürlich, dass auch der BT-Empfänger aufgeladen sein will, also auch via USB an den Rechner muss, um Strom zu tanken. Es gibt einfach zu viele Akku-Geräte hier. man sieht hier gut, dass das Hama zugleich auch als BT-Headset mit beliebigen Kopfhörern fungieren kann. Ist dann allerdings etwas leise, wie ich finde. Mein eigentliches Headset, das winzige Plantronics Discovery 640, ist deutlich besser in Sachen Audioqualität. Aber dennoch praktisch, dass die Headphones auch mal eben für ein Telefonat zu nutzen sind.

Kurzer Größenvergleich XDA II und Trinity. Wie der S200 ist auch der HTC deutlich kleiner als die ersten Generationen von Smartphones. Während das S200 weg war und das HTC noch nicht hier, musste ich das XDA noch einmal benutzen, es war ein Horror. Da wird einem schnell klar, wie enorm sich die Sache weiterentwickelt hat. Allein die Tatsache, dass die alten Geräte bei leerem Akku auf Werkszustand zurückfahren ist unerträglich. Während die alten MDA und XDA ständig abstürzen, Telefonieren fast unmöglich und das Handling ein Alptraum ist, sind die neuen Geräte einfach gegenüber normalen Handys ein Traum im Gebrauch. Die nahtlose Anbindung an Outlook macht das Verwalten von Terminen und Kontakten deutlich einfacher als bei herkömmlichen Mobiles und endlich funktioniert auch alles, während die ersten Kisten eher schreckliche Kompromisse waren. Da freu ich mich schon auf die nächsten Fortschritte. Etwas nervig ist zur Zeit, dass die Synchronisierung unter Windows Vista das Gerät nicht immer sofort beim Anschließen via USB erkennt, das hat fast Zufallscharakter.

Der Trinity ist von mir ziemlich mit einigen Tools modifiziert und inzwischen ein ziemlich unersetzbarer Begleiter geworden für Surfen, ICQ, Navigation, Textverarbeitung, SMS, Telefonie. Auf der Wunschliste stehen noch: Längere Akkulaufzeit, viel kompakteres Gerät ohne kleineres Display, GPS, eingebaute 4 GB Speicher, noch etwas schnellerer Prozessor.

Die HTC 3600 ist nicht perfekt, aber welches technische Gerät ist das heute schon? Wir sind mit mobilen Computern in einer Übergangsphase. Aber er ist in der Leistungsfähigkeit fast unübertroffen nah dran am Laptop, dabei fast so klein wie ein Handy. Derzeit das beste Smartphone, das man für Geld kaufen kann.

10. Januar 2007 11:47 Uhr. Kategorie Leben. 54 Antworten.

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