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HOT CHIP: THE WARNING

Offensichtlich von Soul und Funk der 70er und 80er geschädigt und von zu viel zu viel Telespiel-Soundtracks geprägt, legen Alexis Taylor, Joe Goddard und der Rest von Hot Chip auf ihrem zweiten Album The Warning von 2006 einen seltsamen Musikmix hin. Breakbeat, D’n’B-Bässe, dazu übelste Synthiepop-Flächen und ein an New Order gemahnender körperloser, von der Musik entfernt schwebender Gesang wehren sich standhaft gegen jede Einordnung in musikalische Schubladen.

Der offensichtliche Hit des Albums ist When I was a Boy from School, eine entspannt-konzentriert nach vorn stampfende Nummer mit herrlich eingehendem Gesang und einem himmlichen Refrain, wie geschaffen für die Heavy Rotation und – leicht remixed – sicher auch für die Clublandschaft. Over and Over hat mit verzergeltem Bass und leicht schräger Gitarre die Indieclubs bereits erobert. Andere Tracks sind weniger zugänglich, wie das stotternde Colours oder das monoton atonale Won’t Wash. Hot Chip schaffen mühelos die Balance zwischen wirklich angenehm hörbaren Pop und Klangstrukturen, die wuchtig, bedrohlich und verunsichernd wirken können. Gerade so, als sei in Zuckerwatte ein giftiger Zyankalikern, der erst noch so köstlich nach Mandeln riecht, das man nicht merkt, was man da eigentlich isst. Haben Hot Chip einmal die Haken in dir, lässt die Musik dich nicht mehr los und unter der Glossyness des scheinbar harmlosen Retro-Synthiepops entdeckt man skurrille und angenehm nerdige Ideen, die das oft eben doch zu weichgespülte Album zu einem insgesamt guten entspannten Trip machen.

24. Februar 2007 10:21 Uhr. Kategorie Musik.
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