Da die Bielefelder Philharmoniker sich Anfang der kommenden Saison eine neue Homepage verpassen, verwaist das bisherige Design. Da wir das Layout eigentlich noch spannend finden, aber es niemals für einen neuen Kunden zweitverwerten würden, haben wir die Idee, es (fast) zu verschenken.
Die Site basiert auf Flash, hat aber für nicht-Flashplayer-Nutzer eine komplette HTML-Variante, es gibt ein kleines AIR-basiertes CMS für News und Termine. Das mit einem red dot ausgezeichnete Design bietet einiges an Individualisierungsmöglichkeiten, wie etwas saisonspezifische Backgroundbilder, eine klare Konzertgliederung, Raum für Downloads, ein Gästebuch und und und…
Ich finde völlig okay, wenn eine Site stirbt, so funktioniert das Web und bleibt frisch – aber wenn da draußen ein Orchester oder eine andere Einrichtung ist, die mit dem bestehenden Layout weitestgehend kongruent als Nutzer ist, sich aber eine volle Site-Konzeption eigentlich nicht leisten kann oder will und das Design der Site mag, würde ich das Design stiften.
Anfallen würden natürlich die Kosten beim Programmierer, der natürlich einiges anpassen und den Content einpflegen müsste, aber von unserer eigenen Seite aus würde ich die Gestaltung verschenken, unter der Bedingung, dass die neue Site auch schön bleibt. Das Design dürfte etwa in zwei Monaten nutzbar sein.
Einfach kurze Mail an nodesign, ich glaube ja nicht, dass sich jemand meldet, aber man kann es ja mal versuchen…
12. Juli 2010 18:53 Uhr. Kategorie Design. Tag nodesign. 12 Antworten.

Tolle Sache, HD. Ich hoffe, dass die schöne Site in gute Hände kommt – jemand, der es verdient.
Wäre doch lustig – wobei die Phillies die durchaus auch «verdient» hatten und es auch völlig okay ist, wenn sie jetzt mit einem neuen GMD etwas anderes wollen, das ist völlig gang und gäbe. Und während ich bei vielen Sites, auch von uns, immer denke: Okay, let it die… sehe ich das hier noch nicht ganz so. Für eine zwei Jahre alte Sache steht das Design noch ganz gut da und wäre mit etwas Schliff sicherlich nochmal zwei Jahre gut einsetzbar.
Total super! Ich liebe die Seite. Wenn ich jetzt nur noch ein Orchester hätte …
der ph-ilharmoniker und der tambour-zuq würden die seite gerne für ihren starcraft2-clan haben. könnte mir das layout total super mit kerrigan im hintergrund vorstellen :D
fabian ist immer noch blizzard-addicted. ;)
ich baue auch gerade MEINE neue seite, aber ich befürchte für das design hätte ich keine verwendung. ich wüsste nicht wie …
Okay, das ist mal was Neues.
Dass man Ideen recycelt, die nicht umgesetzt wurden kennen wir wahrscheinlich alle und darüber kann man schon ausgiebig diskutieren.
Aber ein Design zu verschenken das vom eigentlichen Nutzer offenbar ziemlich kurzsichtig aufgegeben wird (wir haben ja auf dem Sommerfest kurz darüber gesprochen) wirft ein paar Fragen auf. Zunächst mal das Thema Nutzungsrechte und ob das überhaut so ohne weiteres möglich ist. Dann die Frage nach dem Konzept des Designs, das ja idealerweise etwas mit dem Kunden zu tun hat und dann nicht so ohne weiteres übertragbar sein dürfte (auch innerhalb der gleichen Branche). Und letztlich auch nochmal die Motivation hinter einer solchen Überlegung: Hängt man wirklich bloß an der Arbeit oder will man da auch jemandem einen Auswischen? Als Kunde würde ich das zumindest so verstehen (es sei denn das ist mit denen abgesprochen).
Ich kann es schon nachvollziehen aber so ganz wohl wäre mir bei der Sache nicht.
Das Nutzungsrecht liegt, wie immer bei uns, und wenn der Klient es nicht mehr nutzt, kann ich es weiterlizensieren, wie ich mag.
Ob sich jemand findet, der Lust hat, entweder dies nur zu modifizieren (wie ein Theme für WordPress, gelle?) oder aber noch ein paar Euro zu investieren und es zu redesignen und «seins» zu machen, weiß ich nicht – bisher hat sich keiner gemeldet, beim Blog wie diesem auch an sich unwahrscheinlich, ist ja nur so eine Spontanidee.
Das Konzept ist so offen – da wir für die Philharmoniker unter Peter Kuhn jede Saison einen komplett anderen Look hatten und die Site ganz bewusst völlig frei von jedem Corporate Design entwickelt haben – dass damit alles gehen dürfte, es ist ein «Theme». Wir haben es in zwei Saisons mit komplett anderen Inhalten bespielt und die Site sah anders aus, fertig.
Und ich will ganz und gar den Bielefelder Philharmonikern, für die wir ja noch arbeiten, eins auswischen, warum auch? Zum einen haben wir recht viele Kunden, die wir im Print betreuen, aber nicht im Web, oder umgekehrt. Beim mediacampus leide ich auch darunter, dass wir denen den Printauftritt machen aber nicht die Homepage, die nichts mit dem Auftritt gemein hat, den wir machen. Aber so läuft das Spiel – das man einen Kunden rundum betreuen kann und darf wird zur Ausnahme, vor allem bei Web, wo dem Auftraggeber zig Leute permanent was neues und superpreiswertes anbieten :-D. ich finde auch sehr okay, Websites so zu planen, dass sie nach 2-4 Jahren einfach auf den Müll wandern, eher Zeltbauten sind als Hochhäuser. Also keine Bange: ich will niemanden einen auswischen.
Und ich würde das auch jetzt, beispielsweise, nicht bei der Suchthilfe oder sowas machen… aber hier mag ich das Konzept, obwohl veraltet noch, und würde es fast lieber weiterentwickeln als wegwerfen. Die Site hat ein paar Sachen, die einfach «richtig» sind, wenn man einen Stil mag, der nicht ganz 08/15 ist, und bevor man es wegwirft kann man ja mal fragen. Ob sich jemand meldet – da hab ich auch meine Zweifel, klar. Aber wenn man sich HPs von Philharmonischen/Symphonischen Orchestern so ansieht – selbst ein 1:1-Transfer wäre da noch oft besser. :-D
Ideen recyclen tue ich übrigens – ganz Bruce Mau folgend – unglaublich gern. Was für A nicht passt, kann für B sehr richtig sein. Die Vorstellung, jede Idee aus dem Nichts komplett neu machen zu müssen, ohne Lernprozesse, ohne ein eigenes Fundament, ist falsch und auch stillos und nicht zuletzt unökonomisch. Konzepte und Ideen, die funktionieren, kann man weiterentwickeln, und auch visuelle Ideen, die zunächst scheitern, aber dennoch gut sind, sollte man feilen und weiter anbieten, bis man für eine Idee, die man mag, einen passenden Partner hat.
So haben wir – ganz banales Beispiel – dem Theater Bielefeld vor zig Jahren eine Kampagne für ein Stück mit einem gestorbenen Vogel vorgeschlagen, was die Marketingreferentin angeekelt ablehnte (ungeachtet des sehr mutigen und durchaus perfekt zu dem Motiv passenden Stücks, um das es ging). Jahrelang lag die Idee dann brach, um dann vom institut für kredit- und finanzwirtschaft aufgegriffen zu werden als Metapher für das Bankensterben – auch wenn wir hier aus Budgetgründen nur mit Stockimages arbeiten konnten. Ich persönlich fand auch sehr schön, dass die Bänker hier mutiger operieren als ein Theater-Marketing.
Ich bin absolut für die Weiterentwicklung und Adaption von bestehenden Ideen. Was der Musik und der Schriftstellerei bis in die höchsten Ränge hinein billig ist, sollte uns Designern recht sein.
Zumal es eh Fakt ist – wir alle, Architekten, Musiker, Designer, Kreative – wir alle klauen und leihen und entlehnen wie verrückt, setzen Zitate neu zusammen, reagieren meinethalben positiv oder negativ auf externe Stimuli, verweigern uns einem Trend oder folgen ihn und so weiter.
Ich glaube nicht, dass Design soziopathisch-solpsistisch zu sein hat und The Big Idea eines Auteurs braucht oder auch nur brauchen sollte. Design ist sozial, evolutionär und kommunikativ. Anders, ganz nebenbei, ist das auch nie gewesen – rückblickend nennt man borrowing und stealing dann nur eleganter den «Stil einer Epoche» ;-D
echt schön und verspielt – irgendwie voll süß. Wünschen uns ja auch grad eine neue Site für clownfisch.eu. Können das aber auch nur mit sehr begrenzten Bordmitteln realisieren. Hab also sofort an eine Adaption gedacht. Und die Session Struktur haben wir ja über die Themen irgendwie auch. grübel grübel …
Das wäre dann ja fast Utopia: Sites die nicht sterben müssen :D und so einfach schöne Seiten für »(fast) zu verschenken«
… aber irgendwie dann doch zu sauber und perfekt gegenüber unserem Rest …
Die Frage ist, ob ihr euch einen Umbau durch Marian leisten könnt – soll ich fragen, was es kostet? Es ist natürlich umso einfacher, je mehr man die Struktur nicht antastet – deshalb dachte ich daran, dass eventuell ein Orchester das beste sei.
Marian wird seinen normalen Stundensatz nehmen, denke ich.
Was ich verschenke, ist im Prinzip die vorgeleistete Arbeit, die in diesem Fall bei 10-15.000 Euro lag.
… und die Site wird ganz schnell unperfekt mit den passenden Photos im Background :-D. Die Struktur ist so unsichtbar, dass neue Photos den Look teilweise drastisch ändern – hatten wir ja beim Astronauten, der nicht so monochrom rüberkam wie diese Pix.
Großes Lob, sehr elegant gelöste Seite. Kannte ich noch nicht. Besonders gut gefällt mir die unkonventionelle und geschmeidige Navigation und das Verhalten der Punkte in der Orchesterübersicht.
Ich bin normalerweise kein Freund von aufgebrühtem Design. Ich bin mir aber sicher, dass die (dann neue) Seite sicherlich durch den neuen Inhalt optisch auch einen anderen Eindruck hinterlassen wird. Vor allem wenn man die aufgedeckten Kosten dafür bedenkt. Das Einpflegen der Inhalte müsste ja nicht unbedingt vom Programmierer selbst getätigt werden? Ergo weitere Kostenersparnis. Wie auch immer, tolle Aktion.