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Guestreview Marc Dirkmann: Canon EOS 5D Mark II

Da Amazon mir meine Canon 5DII noch nicht geschickt hat – sie soll in den nächsten Tagen kommen, wenn auch Batteriegriff und Zusatzakkus noch nicht da sind -, Marc Dirkmann seine aber über einen anderen Händler schon vor Ort hat, habe ich ihn gebeten, kurz einen ersten Eindruck von der neuen EOS zu schreiben. Ich bin gespannt, wann ich meine kriege, sie soll am Freitag bei Amazon rausgegangen sein. Hier ist Marcs Bericht:

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Am 31.12 war es auch bei mir soweit. Obwohl ich nicht vorbestellt hatte, klingelte der Postbote eher bei mir als bei HD. Die Cam hat so viele Neuerungen das dieser Bericht endlos werden würde. Z. B. das es jetzt wie bei den anderen, neueren Canon Modellen 2 Modi für den Selbstauslöser gibt, damit man nicht 10 Sekunden warten muss, man kann sehen wie viele Auslösungen man mit einer Akkuladung geschafft hat und ganz genau wie viel Kapazität der noch hat usw… Daher gehe ich nur auf die Punkte ein die ich am wichtigsten fand, bzw. die wirklich sinnvoll sind.

1. Eindruck: Das Auspacken ist halt wie immer. Das Gehäuse im großen und Ganzen so wie die alte 5D. Allerdings mit ein paar kleinen Änderungen. Größeres Display welches zusätzlich auch noch eine sehr viel höhere Auflösung bietet. Wo die 5D noch 2,5″ TFT mit 230.000 Bildpunkten hatte ist jetzt ein schönes 3″ display mit satten 920.000 Bildpunkten.
Die nächste Änderung am Body ist die neue Anordnung der Funktionstasten am LCD Display oben. Die Taste für die LCD Beleuchtung ist jetzt endlich nicht mehr ganz in der Mitte sondern ganz außen und somit viel besser erreichbar. Der ein oder andere wird jetzt sagen «das interessiert doch keinen», aber wer mal Bilder auf Konzerten gemacht hat und nicht immer mit Automatik knipst wird sich freuen, dass er die Beleuchtung schnell einschalten kann.

2. Bedienung und Menüführung: Das Menü ist komplett überarbeitet. Abgesehen von schönen Farbverläufen ist es jetzt, fast einheitlich mit dem der 40D oder 350D, in mehrere Registerkarten gegliedert. Man hat auch die Möglichkeit sich eine komplett eigene Registerkarte mit den wichtigsten Optionen selber zu gestalten. Im LiveView bekommt man dann auch auf dem Display sämtliche Einstellungen angezeigt (benötigt man allerdings auch nur wenn man mit Stativ arbeitet). Des weiteren Kann man sich 3 Aufnahmemodi, wie bei der 40D auch schon, selbst belegen. Das ist ganz praktisch, aber wirklich genutzt habe ich das bei der 40D schon nie. Man hat halt die Möglichkeit und der ein oder andere nutzt es sicher. Dür diejenigen, die gerne vollautomatisch knipsen, kann man jetzt auch mit der Programmautomatik RAW knipsen und hat noch einen CA Modus indem man alle Einstellungen schön auf dem Display angezeigt bekommt und umständlich über den Joystick verstellen kann. Wer aber schon ca. 2400€ für ein Gehäuse ausgibt sollte besser im manuellen Modus oder Blend- bzw. Zeitautomatik bleiben. Die Auto-ISO-Funktion, welche es bei der 40D auch schon gab, ist überarbeitet worden. Wer also gerne auf Konzerten knipst, möglichst viel aus den Bildern rausholen will, aber nicht andauernd die Lichtempfindlichkeit verstellen möchte ist damit ganz gut bedient. Mir gefällt die Automatik immer noch nicht wirklich. Wenn ich im manuellen Modus, großer Blende und langer Belichtungszeit in Richtung Licht knipse wird die Lichtempfindlichkeit nicht auf ISO 50, sondern nur auf ISO 400 gestellt und das Bild überbelichtet. Macht also nicht immer wirklich Sinn.

3. Autofokus: Überall liest man, dass der AF zu langsam wäre und nicht genau ist. Kann ich absolut nicht nachvollziehen. Er ist meiner Meinung sehr viel besser als der des Vorgängers und auch sehr präzise. Technisch soll er zwar bei gleichem Licht erst arbeiten, aber man merkt deutlich das er, im Gegensatz zur alten 5D, auch endlich bei wenig Licht gut scharf stellt. Im LiveView gibt es mehrere Möglichkeiten den AF zu nutzen. Zum einen wird der Spiegel runtergeklappt, fokussiert dann und wieder eingefahren. Die andere Möglichkeit ist, direkt über das Display zu Fokussieren was logischerweise allerdings nicht so genau ist. Für Videos gibt es noch eine spezielle Möglichkeit. Damit die Umstellung nicht so sehr auffällt tastet sich der AF langsam ans Objekt ran. Dabei macht der Motor Geräusche als wenn irgendwas kaputt wäre (wird auch alles schön mit aufgenommen durch Mikrofon). Also beim Filmen sollte man wirklich auf’s manuelle Scharfstellen zurückgreifen!

4. Vignettierungskorrektur:
Die Canon-Objektive werden automatisch korrigiert. Naja ansatzweise. Ich lasse die Funktion eingeschaltet weil das Bild dadurch deutlich klarer wirkt. Muss man aber einfach selber testen. Ich mag Vignettierungen ja total und bin froh das man die Funktion auch bei Bedarf abschalten kann.

5. High-ISO:
So langsam kommen wir mal zu den eigentlichen Highlights der Cam. ISO von 50-25000. Also ganz ehrlich gesagt sollte man ISO von 50-6400 in Betracht ziehen. Alles was drüber ist, ist absolut unbrauchbar und ähnelt eher einem alten Handyfoto oder einer billigen Webcam. Dafür ist das Rauschen bei ISO 6400 noch erträglich, wenn man zu wenig Licht hat. Das Rauschen im Allgemeinen sieht sehr analog aus.

6. Auflösung: 21MP!!! Endlich Massenhaft Pixel! Überall wird kritisiert das die Canon so viel auf einen kleinen Chip packt. Die Kritik ist schon nicht unbegründet. Man braucht halt ein passendes Objektiv dafür. Die Festbrennweiten von Canon sind absolut kein Thema. Bei Zoomobjektiven sollte man möglichst zu den L-Objektiven greifen.

Die Optiken haben halt ne gewisse Grenze die in Linienpaaren pro Millimeter angegeben werden. Gute Festbrennweiten schaffen zwischen 80 und 100 lp/mm, Zooms zwischen 50 und 80 lp/mm

Beispiel für Festbrennweite mit 90 Linienpaaren: 90 lp/mm mal 2 (weil man ja mindestens 2 Pixel für ein Linienpaar, also 2 Linien braucht) und das ganze mal der Sensorhöhe der Kamera. Im Fall der 5D II also 24mm. Also 90lp/mm x 2 x 24mm = 4320 Pixel in der Höhe.

Die Canon hat 3744 in der Höhe. Unser Objektiv mit 90lp/mm reicht also aus. Sollte der Wert unter 3744 liegen wird das Bild halt matschig.
Bei der Kleinbildformat Chipgröße sollte man einfach berücksichtigen das bei 21 bis max. 24MP einfach Schluss ist.

7. Bildqualität: Eigentlich hatten wir alles schon. Hohe auflösung und keine unscharfen Bilder mit entsprechender Optik, guten AF der auch anständig scharf stellt (wobei man mit der manuellen einstellung immer noch mehr rausholen kann. Gerade im Liveview kann ich nur empfehlen 10-fach zu zoomen und scharf zu stellen. Wer das nicht macht ist selber schuld), ein gutes Rauschverhalten usw. Also verglichen mit der 1Ds III wird man so schnell keinen Unterschied feststellen. Bei den direkten Testbildern, die ich gesehen habe, würde ich sogar sagen das die 5D II in gewissen Bereichen ein wenig mehr Details bringt. Bei High ISO ist sie der 1Ds III eh weit voraus. Alles in allem eine relativ günstige Cam mit semiprofessioneller bis professioneller Bildqualität.

8. Video: So wirklich verstehe ich nicht warum alle so scharf auf die Videofunktion sind. Die Qualität ist super, aber scharfstellen muss man selber und das Zoomen ist auch nicht wirklich komfortabel. Stativ ist auch Pflicht wenn man anständig filmen will. Also wenn man genau weiß was man macht usw. Lassen sich damit bestimmt Filme in Kinoqualität zaubern. Dazu braucht man aber trotzdem genau so viel Licht wie am Hollywood-Set und man muss halt alles total gestellt filmen. Also scharf stellen und los gehts, dann wieder umbauen, einstellen und es kann weiter gehen. Alle anderen Videos werden, bis auf die bessere Qualität, eher einem typischem Homevideo ähneln.

Und hier noch ein paar Test-Bilder von Marc, die das ISO-Rauschen dokumentieren:

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ISO50
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ISO100
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ISO200
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ISO400
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ISO800
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ISO1600
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ISO3200
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ISO6400
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ISO12500
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ISO25000

5. Januar 2009 21:14 Uhr. Kategorie Technik. Tag , . Keine Antwort.

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