Ähm…
erstmal sind das keine Photos, sondern echt nur Schnappschüsse. Die Motive an sich sind ja schon schrecklich abgegriffen, das sind echt nur so Klicketi-Klick-Mitnehm-Bilder. Echte Photos sind schon was anderes. Naja… und der Look ist halt Photoshop ;-D.
Klar Klicketi-Klick. Aber halt von jemandem, der einen guten Blick hat. Wollt Dir nicht unterstellen, dass Du nichts Besseres hinkriegst :) Das mit Photoshop wollte ich hören. Ich leide bei meinen Sachen manchmal an sowas wie einer Purismus-Neurose, dabei gehts einfach völlig klar, die Bilder im RAW-Konverter und in PS zu »entwickeln«.
Ich hab den Purismus nie gehabt, ich bin Futurist. Je mehr ich mit ner Maschine machen kann, umso besser. Analog hatte ich nie den Spielraum, die Vielfalt, das Vertrauen. Digital fängt gerade erst an, Spaß zu machen. Obwohl analoge Photos natürlich auch genial sind, aber ich finde so ab der 12-MP-Grenze werden digitale SLR spannend. Ab 20 wirds richtig lustig. Und im Photoshop zu drehen macht deutlich mehr Spaß und ist billiger, als im Photolabor neben jemanden zu stehen und immer. «Mehr blau, mehr blau» zu rufen. Ich bin aber auch Amateur,ich verstehe aber mal vollauf, warum Profis nach wie vor auf Chemie setzen, da gehen wunderbare Dinge.
Und nein, eigentlich kriege ich echt keine besseren Bilder hin. Ich bin kein sonderlich guter Photograph. Zu wenig Zeit.
Es ist in dem Fall (Photos nicht in PS bearbeiten, dann sind sie nicht mehr echt) kein produktiver Purismus, sondern eher ein lähmender. Total irrational. Und na klar gehen mit Chemie wunderbare Dinge ;)
Naja, Photos sind nie «echt». Ob digital oder analog, es ist immer Technologie im Spiel. Diese Unterscheidung ist so wie der Bäcker, der sich über Chemie im Essen aufregt, als sei aufgehender Hefeteig an sich nicht AUCH schon Chemie… :-D Photographie ist per Definitoion ein modernes, technologisches Medium, immer gewesen, seit der ersten Sekunde, ästhetisch auch lange Zeit geprägt von den Neuerungen des Machbaren und das wird auch immer so bleiben. In der Photographie galt lange, daß die technologie auch den formalen Aspekt entscheidend mitprägt und -trägt, nicht umsonst waren viele gute Photographen auch an der Technik hinter dem Auslöser interessiert, an Linsen und Darkrooms, Verschlußzeiten und Chemie. Das es inzwischen z.T. anders ist, und sich die Photographen den Habitus des technikfeindlichen Künstlers leisten können, des Fortschrittffeindes, des Bewahrers des Guten und Echten, hat etwas damit zu tun, daß Photographie als Medium per se aus der «heißen Phase» heraus ist und schon von Besitzstandsbewahrern verwaltet wird, während die Avantgardisten längst weitergewandert sind (im Design ist es, nebenbei, ähnlich). Denn bei aller Liebe zu derzeit angesagten Ästhetiken wie Lomo und Holga und Polaroid… das sind alles Looks, die im Grunde rückwärtsgewandt sind. Ich liebe die und liebe es auch, solche Sachen digital zu emulieren und mit Zitaten zu spielen, aber im Sinne von Photographie als Kunst wäre das natürlich Betrug und man sollte hier lieber die digitale Optik pur nutzen. Hier muß sich auch in den Köpfen der Macher der Schritt erst vollziehen, daß es Photographie in der bisherigen Form nichtmehr gibt. Die digitale Revolution löst das auf, daß die Kamera noch die Form einer Kamera hat, istnur ein Zugeständnis an den Konsumenten. Wir scannen, wir photographieren nicht mehr. Man hat in der Photographie derzeit noch zwei Wahlmöglichkeiten: Bei der analogen Technologie zu bleiben und die gute alte Zeit zu loben. ich glaube, das wird immer gehen. Es gibt auch Leute, die beherzt nur nach Vinyl-Platten greifen. Oder eben nach vorne zu gehen. Beides ist okay, ich werte hier nicht. Ich schreibe auch noch nach der alten Rechtschreibung. Ich schreibe auch immer noch mit Füller. Ich liebe auch den warmen analogen Charme von einer SX, einer Hassel, einer Leica. Aber ich liebe eben auch Backsteinbauten und Jahrhundertwendegebäude und 60er-Jahre-Architektur. Aber ich würde von keinem guten modernen Architekt vermuten, daß er sich in seiner Arbeit zu solchen Rückgriffen hinreissen läßt. Als Archtitekt, als Künstler gehst du nach vorn.
Die Herausforderung für echte Photographen ist also weniger, sich an untergehende Formate zu klammern, als vielmehr zu versuchen, das Charisma, die Randomness, die schöne Mangelhaftigkeit der alten Technologien in dem Ausreizen neuer Technologien zu finden. Wer früher Polaroid analog verschmiert, geknickt, zerschnitten und die Emulsion bearbeitet hat, wird im digitalen Bereich ähnlichkreativ in der Lage sein, die CCD auszubauen, umzumodeln, an Software selbst zu stricken und nicht zuletzt auch den Darkroom Photoshop komplett zu meistern und als kreatives Werkzeug zu mißbrauchen (denn wahre Kreativität am Rechner wendet sich ja immer gegen die Software, die dich gängelt).
Da hab ich was angerichtet. Du hast vermutlich in allem was Du hier oben schreibst recht bzw. macht was Du hier sagst in meinen Ohren mächtig Sinn. Überzeugen musst Du mich nicht. Ich habe nur laut über meine Zimperlichkeit nachgedacht, diese Ansichten nicht auch konsequenter auf meine Sachen zu übertragen.
Warum sehen Deine Photos so verteufelt gut aus? Sach doch mal.
Ähm…
erstmal sind das keine Photos, sondern echt nur Schnappschüsse. Die Motive an sich sind ja schon schrecklich abgegriffen, das sind echt nur so Klicketi-Klick-Mitnehm-Bilder. Echte Photos sind schon was anderes. Naja… und der Look ist halt Photoshop ;-D.
Klar Klicketi-Klick. Aber halt von jemandem, der einen guten Blick hat. Wollt Dir nicht unterstellen, dass Du nichts Besseres hinkriegst :) Das mit Photoshop wollte ich hören. Ich leide bei meinen Sachen manchmal an sowas wie einer Purismus-Neurose, dabei gehts einfach völlig klar, die Bilder im RAW-Konverter und in PS zu »entwickeln«.
Ich hab den Purismus nie gehabt, ich bin Futurist. Je mehr ich mit ner Maschine machen kann, umso besser. Analog hatte ich nie den Spielraum, die Vielfalt, das Vertrauen. Digital fängt gerade erst an, Spaß zu machen. Obwohl analoge Photos natürlich auch genial sind, aber ich finde so ab der 12-MP-Grenze werden digitale SLR spannend. Ab 20 wirds richtig lustig. Und im Photoshop zu drehen macht deutlich mehr Spaß und ist billiger, als im Photolabor neben jemanden zu stehen und immer. «Mehr blau, mehr blau» zu rufen. Ich bin aber auch Amateur,ich verstehe aber mal vollauf, warum Profis nach wie vor auf Chemie setzen, da gehen wunderbare Dinge.
Und nein, eigentlich kriege ich echt keine besseren Bilder hin. Ich bin kein sonderlich guter Photograph. Zu wenig Zeit.
Es ist in dem Fall (Photos nicht in PS bearbeiten, dann sind sie nicht mehr echt) kein produktiver Purismus, sondern eher ein lähmender. Total irrational. Und na klar gehen mit Chemie wunderbare Dinge ;)
Naja, Photos sind nie «echt». Ob digital oder analog, es ist immer Technologie im Spiel. Diese Unterscheidung ist so wie der Bäcker, der sich über Chemie im Essen aufregt, als sei aufgehender Hefeteig an sich nicht AUCH schon Chemie… :-D Photographie ist per Definitoion ein modernes, technologisches Medium, immer gewesen, seit der ersten Sekunde, ästhetisch auch lange Zeit geprägt von den Neuerungen des Machbaren und das wird auch immer so bleiben. In der Photographie galt lange, daß die technologie auch den formalen Aspekt entscheidend mitprägt und -trägt, nicht umsonst waren viele gute Photographen auch an der Technik hinter dem Auslöser interessiert, an Linsen und Darkrooms, Verschlußzeiten und Chemie. Das es inzwischen z.T. anders ist, und sich die Photographen den Habitus des technikfeindlichen Künstlers leisten können, des Fortschrittffeindes, des Bewahrers des Guten und Echten, hat etwas damit zu tun, daß Photographie als Medium per se aus der «heißen Phase» heraus ist und schon von Besitzstandsbewahrern verwaltet wird, während die Avantgardisten längst weitergewandert sind (im Design ist es, nebenbei, ähnlich). Denn bei aller Liebe zu derzeit angesagten Ästhetiken wie Lomo und Holga und Polaroid… das sind alles Looks, die im Grunde rückwärtsgewandt sind. Ich liebe die und liebe es auch, solche Sachen digital zu emulieren und mit Zitaten zu spielen, aber im Sinne von Photographie als Kunst wäre das natürlich Betrug und man sollte hier lieber die digitale Optik pur nutzen. Hier muß sich auch in den Köpfen der Macher der Schritt erst vollziehen, daß es Photographie in der bisherigen Form nichtmehr gibt. Die digitale Revolution löst das auf, daß die Kamera noch die Form einer Kamera hat, istnur ein Zugeständnis an den Konsumenten. Wir scannen, wir photographieren nicht mehr. Man hat in der Photographie derzeit noch zwei Wahlmöglichkeiten: Bei der analogen Technologie zu bleiben und die gute alte Zeit zu loben. ich glaube, das wird immer gehen. Es gibt auch Leute, die beherzt nur nach Vinyl-Platten greifen. Oder eben nach vorne zu gehen. Beides ist okay, ich werte hier nicht. Ich schreibe auch noch nach der alten Rechtschreibung. Ich schreibe auch immer noch mit Füller. Ich liebe auch den warmen analogen Charme von einer SX, einer Hassel, einer Leica. Aber ich liebe eben auch Backsteinbauten und Jahrhundertwendegebäude und 60er-Jahre-Architektur. Aber ich würde von keinem guten modernen Architekt vermuten, daß er sich in seiner Arbeit zu solchen Rückgriffen hinreissen läßt. Als Archtitekt, als Künstler gehst du nach vorn.
Die Herausforderung für echte Photographen ist also weniger, sich an untergehende Formate zu klammern, als vielmehr zu versuchen, das Charisma, die Randomness, die schöne Mangelhaftigkeit der alten Technologien in dem Ausreizen neuer Technologien zu finden. Wer früher Polaroid analog verschmiert, geknickt, zerschnitten und die Emulsion bearbeitet hat, wird im digitalen Bereich ähnlichkreativ in der Lage sein, die CCD auszubauen, umzumodeln, an Software selbst zu stricken und nicht zuletzt auch den Darkroom Photoshop komplett zu meistern und als kreatives Werkzeug zu mißbrauchen (denn wahre Kreativität am Rechner wendet sich ja immer gegen die Software, die dich gängelt).
Da hab ich was angerichtet. Du hast vermutlich in allem was Du hier oben schreibst recht bzw. macht was Du hier sagst in meinen Ohren mächtig Sinn. Überzeugen musst Du mich nicht. Ich habe nur laut über meine Zimperlichkeit nachgedacht, diese Ansichten nicht auch konsequenter auf meine Sachen zu übertragen.