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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 13:11:23 +0000</pubDate>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 02:13:56 +0000</pubDate>
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		<title>Analogue Thinking</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 00:08:47 +0000</pubDate>
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<p>Auch wenn ich zum Mindmapping inzwischen Omnigraffle auf dem iPad verwende &#8211; obwohl das Programm nach wie vor recht buggy ist und wichtige Features fehlen -, ist es doch immer wieder überraschend, wie gut es funktioniert, mit mehreren Leuten einfach mit Zetteln auf einer großen Wand zu arbeiten. Was zu Recht zum etwas belächelten Workshop-Klischee geworden ist, die Arbeit mit Post-Its, funktioniert nach wie vor ausgezeichnet, wenn man eine Story zu entwickeln versucht. Ich kenne nach wie vor kein digitales Mittel, dass so quick and dirty, intuitiv und schnell ist wie die gelben Zettelchen, Ausdrucke, Transparentpapier und und und. Vielleicht, weil man schneller schreiben kann, einfacher verwirft, oder weil die größere Fläche und das haptische Manipulieren das Gehirn eben doch mehr anregen als Vektorboxen schieben, weil das tatsächliche Malen auch für einen Selbst die Visualisierung und Klärung von Gedanken erleichtert, die Ordnung und Inspiration schafft&#8230; &#8211; es geht wenig über das Malen und Kleben an einer großen Wand, wo man aus Alternativen und Möglichkeite und vielen What-Ifs eben doch schnell ein If-Then konzentrieren kann. Danach geht digital fast alles schneller und besser &#8211; festhalten, in Form klopfen, Mindmapping, Projektplanung und und und&#8230; aber bisher habe ich (und als bekennender Digitalfreak kann ich fast nur sagen: leider) immer noch keine Software gefunden, die Stift und Papier völlig ersetzt.</p>
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		<title>Lucky Ducky</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 22:10:33 +0000</pubDate>
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		<title>Licht</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Aug 2010 13:43:28 +0000</pubDate>
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		<title>Chew!</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Aug 2010 09:25:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HD Schellnack</dc:creator>
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		<title>Stuttgart 21</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Aug 2010 09:06:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HD Schellnack</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ob Elbphilharmonie oder Stuttgart - natürlich ist es f [...]]]></description>
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<p>Durch die Pressekonferenz am Montag zu Stuttgart 21 &#8211; dem von Christoph Ingenhoven (und ursprünglich Frei Otto mit-) entworfenen neuen Stuttgarter unterirdischen Bahnhof, dessen Bauarbeiten Anfang August begannen &#8211; und die zum Teil ja heftigen öffentlichen Reaktionen darauf, kommt mir in den Sinn, wie schwer es heute für Architekten und Designer ist, das Neue und vor allem das Nicht-Mittelmäßige, das Nicht-Gewohnte zu kommunizieren. Die bornierten und populistischen Kommentare zum Bahnhof &#8211; bei denen man das Gefühl nicht loswird, als würden hier recht viele Dinge, politischer Filz, DB-Geschäftemachereien und eben ein neues Gebäude, das mit all dem letztenendes nicht ursächlich verbunden ist, sondern nur zum Symbol der Aufregung hochgejazzt wird &#8211; machen deutlich, wie gemütlich sich viele Menschen im Vertrauten und im Bekannten eingerichtet haben. Alles, was diese Tapetenhaftigkeit verändert, wird in Zeiten, in denen ja ohnehin alles im Flux ist, umso vehementer angegriffen, oft in einer verwirrenden pseudoökologisch-neokonservativen Rückwärtsgewandtheit, in der sich eine oberlehrerhafte Modernisierungsangst artikuliert, wie man sie ansonsten bestenfalls aus den Kundenbriefen von Manufaktum kennt.</p>
<p>Ob Elbphilharmonie oder Stuttgart &#8211; natürlich ist es falsch, wenn Architekturprojekte zu Bereicherungsmaschinerien für Privatiers und Fianziers, aber auch Baufirmen oder Politikern mutieren&#8230; aber dieser Prozess, das inzwischen nahezu jede öffentliche Vergabe einem Labyrinth gleicht, in dem am Ende eben doch egoistische Interessen oft obsiegen, kennen wir auch vom Autobahnausbau &#8211; aber wir würden wegen der Privatisierung von Teilstrecken, endlosen Baustellen und kafkaesken Absurditäten nun nicht die Autobahnen als solche in Frage stellen (obwohl das mehr Sinn macht, als einen modernen Bahnhof zu verhindern, finde ich).</p>
<p>Ich war letztens selbst im schönen Stuttgart und konnte selbst sehen, dass der Stadtkern durch die Idee eines unterirdischen, infrastrukturell nahezu unsichtbaren Bahnhof, der oben einfach urbanen Freiraum schenkt, nur gewinnen kann. Man mag argumentieren, dass sie in der Mitte oft hochgradig zugebaute Stadt dadurch auch nicht mehr zu retten ist, aber jedes bisschen zählt. Man hat in Essen beim Abriss am Limbecker Platz gut gesehen, wie wunderbar ein großer Freiraum in der urbanen Mitte sein kann, eine Lunge, ein Park, ein Ausblick ohne Hochhäuser &#8211; bis dann ein riesiges Shoppingcenter den freien Ausblick gegen eine graue Gitterwand mit Konsumlogos austauschte und damit erst unfreiwillig umso deutlicher machte, wie wichtig ungestörter, ruhiger Blick ist.</p>
<p>Insofern wirkt es gerade etwas verstörend, wenn eine Mixtur aus «Unser-Dorf-soll-schöner-bleiben»-Gestrigen und einem seltsam falsch verstanden konservativen Ökologismus nun in einer anti-modernen Haltung schockgefroren verharren, wo wir eine Zweite Moderne nicht nur dringend brauchen, sondern in neuer, weniger dogmatischer Form, doch längst auch ansatzweise deutlich erleben. Es wirkt seltsam, wenn ein Architekt, der fast als Pionier einer offenen, hypermodernen und zugleich deutlich am Menschen orientierten durchlässigen Architektur nun ausgerechnet von den Grünen angegriffen wird, die in der Rolle der Bestandsverwalter seltsam deplaciert wirken und mit der Totalverhinderungsmentalität auch die sinnvollere Mit-Gestaltungsoption verzichten, S21 zu einem «grüneren», also zukunftstechnologischeren Projekt zu machen.</p>
<p>Wir kennen das selbst als Designer &#8211; die Mühsal der Veränderung. Was immer du machst, wenn es einen wirklichen grundlegenden Wandel nicht nur oberflächlich sondern im Denken und Handeln bewirkt, wenn es ungewohnt oder etwas «anders» ist, kannst du darauf wetten, es werden sich die die Bestandswahrer melden, die ihre Formulare im «gewohnten» Look haben wollen und die die «Das-war-doch-immer-so-warum-ist-das-jetzt-anders»-Melodie anstimmen. Nach 15 Jahren Erfahrung kann man den Text dieser Menschen, deren Bedenken man trotz allem natürlich ernst nehmen muss, fast lippensynchron mitsingen. Der Clou ist freilich, dass man genau weiß, in zwei Jahren meckern die gleichen Leute, wenn das dann «vertraute» neuere Design weiterentwickelt und verändert wird. Es gibt einfach Menschen &#8211; durchaus viele -, denen jede Veränderung, jeder Fortschritt, jede Unsicherheit Angst macht, denen die Mehrarbeit, sich auf neue Prozesse&#8230; selbst wenn diese, einmal verarbeitet, unweigerlich vorteilhafter sein mögen&#8230; einzulassen, nicht vermittelbar scheint. :-D Erik Spiekermann hat hieran einmal begründet, dass sich das Mittelmaß deshalb so oft durchsetzt (und nicht das «Beste»), weil es am wenigsten begründet werden muss, am leichtesten auch vom Mittelmaß selbst wieder verstanden wird, weil die Nomenklatura am wenigsten für «schwierige» Ideen kämpfen muss, weil man nichts hat, woran man sich reiben kann. Aber: «Nur wo die Dinge sich reiben, entsteht Glanz» (dank an Karin Schmidt-Friderichs ;-D).</p>
<p>Nun geht es mir weniger um die Frage, ob S21 ein gelungener Entwurf ist &#8211; ich persönlich finde, allein die Tatsache, dass so viele Menschen einen doch inzwischen recht alten, durch zig Kompromisse und bürokratische Mühlen gegangenen Ansatz immer noch als «futuristisch» bezeichnen, spricht fast für sich und die Qualität der Idee, ebenso wie mich eine Architektur anspricht, die uneitel genug ist, sich nahezu unsichtbar zu machen und unter der Erde zu verstecken. Würden wir von Koolhaas, Hadid, Foster oder Libeskind diese Art von Zurückhaltung erwarten dürfen, deren Ästhetik sich fast nur noch technologisch-teleologisch artikuliert, in Form von Lichtaugen, deren Form der Funktionalität folgt, an deren klarer Gestalt sich Designer wie Aicher oder Rams kaum würden reiben können. Obwohl ich die Elbphilharmonie von HdM als «Signature Architecture» deutlich weniger mag &#8211; das Gebäude ist ungleich eitler als S21 -, geht es aber darum, dass wir Projekte wie Stuttgart oder Hamburg brauchen. Trotz absurder Mehrkosten (die es einzudämmen und zu kontrollieren, zu demokratisieren gilt), trotz aller Bedenken. Wir brauchen eine Kultur der Zukunft in unserer Architektur, unserer Technologie, unserem Design &#8211; eine Idee von einem «Morgen», auf das unsere Architekten hinbauen, auf die wir Designer zugestalten &#8211; in Form von Produkten und Bauten, die die Zukunft vorwegträumen, die eine Fuller-esque Entschlossenheit zum Anderen haben. Das Wichtige an S21 ist nicht ein Lichtschacht oder die Frage, ob man einen alten Bahnhof abreisst oder nicht &#8211; sondern der futuristische Gestus, der Mut, nicht eine U-Bahn, sondern einen ganzen Bahnhof unter die Erde zu verlegen, eine komplexe, unsichtbare Maschinerie unter die Stadt zu legen in einem technologischen Zauberstreich, der Bevölkerung einen Open Space zurückzugeben, einen Ort zum Flanieren oder Entspannen, und zugleich eine fast magische Aufwertung von Technik zu ermöglichen, die elegant und leicht zu verschwinden scheint. Es ist die Idee von Apples altem OS X, von einem neuen Interface, dass der Blackbox Binärcode ein menschliches Antlitz gab, übertragen auf ein technisches Konzept von Mobilität. Natürlich gebrochen &#8211; wir sind nicht so weit, von weißen, sauberen, reinen Bahnhöfen träumen zu dürfen&#8230; aber die Idee verdient Applaus. Aus den ehemaligen Kathedralen der Moderne, die sich eitel in den Skylines wie platte Würmer breitmachten, sind inzwischen reine Schmuddelorte geworden. Und wenn auch S21 auf Dauer sicher eben doch auch wie jeder Bahnhof ganz banal ein Ort für Bäckereien und Drogeriemärkte, Dönerstände und Junkies, Pissoirs und Abgase sein dürfte &#8211; wer mag bei den Renderings und Zeichnungen aus dem Büro Ingenhoven nicht von einer Zukunft träumen, in der wir umweltfreundlich mit blitzschnellen Zügen sauber und effizient von einem unterirdischen Terminal zum nächsten Sausen, ohne die Welt darüber mit Gleisen zu vernarben?</p>
<p>Tatsache ist, wir brauchen solche Objekte des Träumens, die uns ermöglichen, Reisen und Verkehr anders zu denken, eine an Stanley Kubrick gemahnende Ästhetik in die Profanität des ICE-Alltags zu suggerieren. Ein Projekt wie S21 &#8211; mit allen Fehlern und allen Kompromissen &#8211; ist das Versprechen einer Zukunft, in der Bahnfahren sexy ist. Und ebenso wie wir Bike-Designer brauchen, die das Fahrrad zum «coolen» Objekt machen, zum dem Auto vorzuziehenden, besseren Fortbewegungsmittel, so brauchen wir eben auch Architekten, die unterirdische Zukunftswelten denken, in denen Reisen zu einer futuristischen Vision wird. Auch wenn der reale Bahnhof unweigerlich dieser Vision nie gerecht werden kann.</p>
<p>Es ist an dieser Stelle nicht meine Aufgabe, über die komplexe und widersprüchliche Sinn- oder Sinnlosigkeit einer Untertunnelung zu sinnieren, das Thema finde ich auch denkbar langweilig, zumal es die Architektur nicht tangiert. Wer glaubt, ein Architekt könne solche Entscheidungen maßgeblich beeinflussen, sollte überlegen, warum das Büro Ingenhoven seit ewiger Zeit um diesen Bahnhof kämpft &#8211; ein Architekt hat denkbar wenig Einfluss auf Entscheidungen eines Bahn- oder Landeschefs. Auch als Designer habe ich bestenfalls absolut indirekt Einfluss auf die Wege, die ein von uns betrautes Unternehmen geht &#8211; man kann zureden und einflüstern, inspirieren und anregen, aber man hat keinerlei Macht, man ist ja Dienstleister.</p>
<p>Die Angst, die man haben muss, ist, dass die Kommunen unter der Negativ-PR, wie wir sie in Hamburg und Stuttgart gerade erleben, unter dem Hype von Bürgerbefragungen und Protesten und Pressespektakel in Zukunft falsch reagieren. Richtig wäre, ganzheitlicher und transparenter zu planen und Verfilzungen und Geschäftemacherei zu unterbinden (so unmöglich das in der Baubranche meist ist). Falsch wäre, in einer Art Schreckstarre gegenüber der Öffentlichkeit zu verharren und auf stadtplanerischen Mut zu pfeifen. Denn eins muss klar sein: Am Anfang sind meist immer alle dagegen. Es gibt einen Impuls bei den meisten Menschen, der das Neue ablehnt &#8211; selbst dann, wenn das «Alte» offenbar kaum noch richtig funktioniert, umso mehr, wenn es noch passabel zu laufen scheint &#8211; und lieber in gewohnten Bahnen bleiben möchte.</p>
<p>Wir leben, vereinfacht gesagt, in anti-idealistischen, anti-utopistischen Zeiten. Das ist, gegenüber den Zwanziger Jahren, ein großer Verlust. Man mag sagen, dass aus den großen Utopien jener Zeit die Monster von Stalinismus und Faschismus geboren wurden, aber schaut man sich den Beginn des letzten Jahrhunderts an, ist man verblüfft über die künstlerische und soziale, literarische und musikalische Energie, die sich an der Gegenwart (auf)reibt, die in die wildesten Richtungen gegen die Wirklichkeit fabuliert und weit entfernt ist von dem traurigen Realpolitik-Umgang, den Kultur heute mit der Gesellschaft pflegt. Wir sind eine Welt, in der das kleine Rad wichtiger scheint als der große Wurf, in der Reform einen schlechten Beigeschmack bekommen hat, in der schon die Idee einer anderen Gesellschafts- oder Wirtschaftsorganisation selbst angesichts massiver Wirtschaftskrisen so unvorstellbar scheint wie die Idee eines anderen Umgangs mit Energie und Ressourcen, selbst wenn die halbe Welt im Sturm versinkt.</p>
<p>Stuttgart ist, so banal das klingt, das Opfer schlechter Planung und schlechter Öffentlichkeitsarbeit, einer antibürgerlichen Politik, die jetzt wahrscheinlich zurecht das Echo zu spüren bekommt. Es ist verständlich, den sichtbaren Ausfluss dieser Politik &#8211; den Bahnhof &#8211; zum Prügelknaben zu machen, aber es ist dumm. Die Reaktion der Politik wird sein, weiter business as usual zu machen, weiter hinter verschlossenen Türen zu dealen &#8211; aber in Zukunft auf städtebaulichen Mut zu verzichten und auch architektonisch im Kleinklein zu bleiben. Es wird immer und ausnahmslos schwer sein, die Öffentlichkeit von Gebäudeentwürfen à la Morphosis und Sauerbruch Hutton zu überzeugen, so wie es nicht einfach war, die sperrige Ästhetik des Eisenmann-Mahnmal zu kommunizieren. Halbwegs mutige Architektur ist nichts für den kleinsten gemeinsamen Nenner, sie begeistert erst mit etwas Abstand und muss überzeugen dürfen. Selbst vernünftige, zukunftsweisende, wenig symbolische Architektur wie die eines Christoph Ingenhoven, der ja eher dazu tendiert, seine Gebäude fast unsichtbar in die Natur einzubetten, sind noch anders genug &#8211; futuristisch genug -, um offenbar den Mob von der Kette zu lassen. Der sich offenbar anstatt eines unterirdischen Bahnhofs, der Raum für die Stadt freigibt, immer noch eine hochherrschaftliche Kirchen des Verkehrs wünscht, eine altbackene Architektur der Macht, die sich nicht sanft zurücknimmt, sondern nur gebaut ist, um zu beeindrucken.</p>
<p>Es ist insofern der öffentliche Protest, der selbst unweigerlich den Weg des kleinsten geringen Nenners gehen muss und vereinfacht, der die bestehenden Strukturen nicht hinterfragt, sondern verfestigt. Die Verfilzung von Politik und Wirtschaft wird eher nach Wegen suchen, noch verborgener, noch sicherer im Untergrund zu werkeln, ohne negative öffentliche Meinungsäußerungen zu provozieren, bestenfalls werden PR-Profis versuchen, in Zukunft Großprojekte vorzukommunzieren und die Citoyens zu steuern. So verständlich und richtig der Protest der Bürgerschaft gegen eine Politik ist, die scheinbar losgelöst und machtvergessen in die eigene Tasche wirtschaftet und dafür selbst infrastrukturellen Unsinn in Kauf nimmt, so falsch ist der Wir-sind-das-Volk-Komplettprotest. Wichtiger und zentraler wäre, die aktiven Bürger mehr in die Politik zu bringen, stärker zu involvieren und zu gestaltenden Kräften der Stadt zu machen &#8211; sprich, ein komplett anderes Denken über Politik einzufordern anstatt einen Kopfbahnhof. Aber vielleicht ist es einfach einfacher, <i>gegen</i> etwas zu sein, als für etwas. <i>Gegen</i> braucht noch keine Antworten, keine Utopien, keine Ziele, <i>für</i> ist schon deutlich schwieriger. Zentral aber wäre, dass sich Bürger, Politiker, Unternehmen und auch Architekten an einen Tisch setzen und über die Städte, das Zusammenleben von morgen nachdenken. Während der jetzige Protest den Status-Quo zementieren will, nur gegen den Wandel an sich zu sein scheint, wäre es deutlich spannender, offene Netzwerke zu spannen, in denen der ja unhaltbare Status Quo hinterfragt, durch das Säurebad der Zukunft gejagt wird und mit Mut und Energie an der Urbanität von morgen gewerkelt wird. Stuttgart könnte dafür ein guter Einstieg sein, Hamburg ebenso. Wichtig ist, den berechtigten Unmut der Bürger zu etwas positivem zu formen und die Protestler zu fordern, mehr als nur ein «Nein» zu liefern, sondern eine positive, langfristige, zukunftsgerichtete Energie zu stiften, die uns endlich aus dem postmodernen Permafrost befreit.</p>
<p><i>Bild: Ingenhoven Architects.</i></p>
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		<title>Sonne</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Aug 2010 17:13:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HD Schellnack</dc:creator>
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		<title>Friedhof</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Aug 2010 08:22:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HD Schellnack</dc:creator>
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		<title>Bitte hier</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Aug 2010 16:48:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HD Schellnack</dc:creator>
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		<title>Circus</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Aug 2010 08:26:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HD Schellnack</dc:creator>
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		<title>Lou Rhodes: One Good Thing</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Aug 2010 07:54:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HD Schellnack</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Rhodes entwickelt in der essentiellen Reduktion eine me [...]]]></description>
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<p>Back to the Basics &#8211; Lou Rhodes inzwischen drittes Soloalbum fühlt sich in vielerlei Hinsicht wie eine Rückkehr an. Nicht nur zu Andy Barlow, ihrem alten Lamb-Partner, der hier nahezu unsichtbar als Co-Produzent mitwirkt, sondern auch zu dem reduzierten Klang ihres ersten Albums, zu einer fast völlig von Gitarre und Stimme getragenen Produktion, die nur durch dezente Streicher gesättigt ist. Rhodes entwickelt in der essentiellen Reduktion eine melancholische Kraft, die auch die sehr persönlichen Texte widerspiegeln, die sich mit Abschied, Tod, Einsamkeit und anderen, für Rhodes fast ungewöhnlich dunklen Themen auseinandersetzen, die weniger esoterisch, weniger lyrisch wirken als sonst, sondern direkter, weniger durchdacht &#8211; auch wenn Rhodes eben nicht Rhodes wäre, wenn nicht Optimismus und eine fast etwas naiv wirkende Selbsthilfe-Ebene in die Texte einfließen würde. Das war schon bei Lamb so (<i>Bonfire, Little Things</i>) und ist auch hier so (<i>One Good Thing</i>&#8230;) und schafft auch ein gesundes Gegengewicht, verleiht dem Album ein Gefühl davon, dass Rhodes hier in der Musik und den Texten ihre eigenen Probleme in den Griff zu kriegen versucht. Musikalisch ist das Erblühen von «Bloom», das mitunter ja fast wieder nach einer Band zu klingen versuchte, wieder einer reinen Singer-Songwriter-Einsamkeit gewichen. Das ist teilweise natürlich grandios, weil Rhodes hier fast eine an Joni Mitchell erinnernde Intensität erreicht, eine Nahaufnahme von Stimme und Seele, die persönlicher und minimalistischer nur denkbar wäre, wenn auch noch die gelegentliche minimalistischen Pulsbeats und Streicher verschwinden würde, die ein bisschen kammermusikalische Ummalung und Tiefe geben. Dieser Fokus auf Rhodes gibt dem Album eine Nacktheit, eine Intensität, die auch in Zeiten von flutartig erscheinenden Neo-Folk-Album selten ist. Die sogar etwas zu viel ist, mitunter. Man spürt, dass Rhodes jeder Abstand zu sich selbst, jede Selbstironie, abhand gekommen ist – <i>One Good Thing</i> nimmt sich selbst einen Hauch zu ernst, und muss leider ohne die musikalischen Kontrapunkte auskommen, die Lamb immer so einzigartig gemacht hat &#8211; wo Rhodes tiefe Ernsthaftigkeit und Über-Selbstreflexion auf Barlows humorige Klangkonstruktionen und überbordende Kreativität und Lebensfreude prallten. Rhodes überzeugt als Solo-Künstlerin absolut, aber mit dem dritten Album wird klar, dass ihre weitere Karriere Gefahr läuft, in der ehrlichen Einfachheit zu stagnieren. Was insofern schade wäre, als dass Rhodes als Komponistin und Instrumentalistin einen sehr beschränkten Horizont hat, den sie abwandert. Ihre Songs, selbst ihre Zupftechnik, das klingt alles sehr gleich und kann schon über ein Album kaum Spannung aufbauen, geschweige denn über drei. Und so klingt ein Lied ziemlich wie das andere, tatsächlich so gleich, dass man das Album stundenlang auf Repeat hören kann, ohne überhaupt zu bemerken, dass es sich wiederholt, weil man ohnehin einen durchgehenden Klangteppich sehr gleich strukturierter Songs hört, die sich in Textur und Stimmung kaum ändern. Und auch als Vokalistin hat es sich Rhodes in einer bestimmten Art von Stimmlage und Phrasierung bequem gemacht, diesem halsig hingehauchten Timbre und der immer gleichen Art, Strophen zu setzen. Und dieser Baukasten, so grandios er sein mag, endet immer in der gleichen Architektur, man mag das Stil nennen und mögen, man mag das auf Dauer aber auch so empfinden, dass man keine neuen Songs braucht, die unverwechselbar wie die vor drei Jahren klingen. Rhodes schreibt ein musikalisches Tagebuch &#8211; und vielleicht lenkt die kompositorische Iteration immer gleicher Harmonien und Läufe ja auch den Blick mehr auf die Texte -, aber dafür wieder fehlt es den Texten an der letzten inneren Tragik, der Größe, der Würde, die ich dann erwarte, wenn sie nicht mehr Beiwerk sind, sondern nackt im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen.</p>
<p>Lou Rhodes ist eine grandiose Künstlerin, <i>One Good Thing</i> ein absolut kaufenswertes Album, und sie heute mit dem Ausnahmeprojekt Lamb zu vergleichen wäre sicher unfair. Aber es fällt auf, wie sehr Lamb von Neuerfindung, von innerer Unruhe, von der kreativen Spannung zwischen zwei Protagonisten gelebt hat, wie sehr Reibung, Eitelkeiten, Streit und Harmonie, Wechsel und individuelle Suchprozesse, die nicht zusammenzukommen scheinen, am Ende eben ein mehr als überzeugendes Gesamtbild ergeben, eine Gestalt, die eine einzelne Person nicht produzieren kann. Es ist die Krankheit zahlloser Soloalben von Künstlern, die entnervt den ständigen Abstimmungsprozessen und Reibungen ihrer Bands zu entkommen versuchen, um dann am Ende, bei sich selbst angekommen und auf sich selbst zurückgeworfen, irgendwie langweilig zu sein, ohne dass man genau festnageln könnte, was wie wo warum eigentlich fehlt, zumal es so homöopathisch wenig ist. Aber es fehlt eben etwas.</p>
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		<title>Ordnung&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Aug 2010 14:55:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HD Schellnack</dc:creator>
				<category><![CDATA[Design]]></category>
		<category><![CDATA[DesignmadeinGermany]]></category>

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		<description><![CDATA[    ... so aufgeräumt ist es ja zugegeben selten bei d [...]]]></description>
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<a href=http://www.hdschellnack.de/wp-content/uploads/schreibtisch.jpg rel="lightbox"><img src="http://www.hdschellnack.de/wp-content/uploads/schreibtisch-tm.jpg" width="500" height="333" alt="schreibtisch.jpg" /></a></p>
<p>&#8230; so aufgeräumt ist es ja zugegeben selten bei diesem Blick von meinem Schreibtisch. Dieses SonntagmorgenumNeun-Photo ist für die nächste Webausgabe des <a href="http://www.designmadeingermany.de/magazin/">DesignmadeinGermany-Magazins</a>, das bald erscheint und wieder eine (diesmal sogar fast kurze) Glosse enthält, die ich gerade freigegeben hab. Irre, was Nadine und Patrick auf die Beine stellen, bin sehr gespannt auf die vierte Ausgabe, die dritte war mehr als lesenswert und das Heft wird mit jedem neuen Nummer immer besser.</p>
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		<title>Vulgär</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Aug 2010 13:05:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HD Schellnack</dc:creator>
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		<description><![CDATA[«Vulgär ist eine Nachrichtensendung, die alle Problem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><font size="6"><span style="font-size: 24px;">«Vulgär ist eine Nachrichtensendung, die alle Probleme, auch solche, die strukturelle oder systemische Ursachen haben, personalisiert. Ein Sachproblem darf nicht Sachproblem bleiben, sondern muss Personalproblem werden: Das ist vulgär.»</span></font></p>
<p><i><a href="http://www.zeit.de/2010/31/Oeffentliche-Anstalten">Jens Jessen in der Zeit 31</a></i></p>
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