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Fauré Quartett: Wunderkind

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In wunderbarer Leichtigkeit und Eleganz hat das Fauré Klavierquartett hier frühe Kompositionen des titelgebenden «Wunderkinds» Felix Mendelssohn Bartholdy eingespielt. Dirk Mommertz bettet sein perlendes Pianospiel fast schwerelos über die verzahnten, für die Werke eines Teenagers überraschend komplexen Streicherarrangements von Erika Geldsetzer, Sascha Frömbling und Konstantin Heidrich. Angenehm fällt an der Produktion auf, dass sie zwar die übliche sonnige Grundstimmung hat, die der Romantik und Mendelssohn mitunter ja nunmal anhaftet (und die ja durchaus charming sein kann), aber auch Raum für interpretatorische Abstürze lässt, in denen leichte Kakophonie, Ruhe, Zusammenbrüche, tanzende Energieausbrüche jederzeit möglich sind. Das ist Kammermusik die nicht mehr für die Kammer gemacht ist, sondern alle fesseln ablegt, jederzeit wie ein Vulkan eruptieren mag. Spielerisch jederzeit auf der Höhe, spielen diese vier Musiker so einfühlsam, so abgestimmt aufeinander, das mitunter fast jazzige (nicht musikalisch, von der Reaktion aufeinander) Momente entstehen, die fast improvisiert wirken (es vielleicht aber nicht sind). Das Ergebnis ist eine klassische Einspielung, die die Gefühlswelt eines heranwachsenden und von zahlreichen Einflüssen inspirierten jungen Mannes in ein lebendiges, sehr modern wirkendes Gewand kleidet, das die Großmutter nicht vergrault, aber durchaus auf seine Art «junge» Klassik ist, intensiv, gelebt, emotional und doch von mathematischer, mitreissender Präzision. Wie von der Deutschen Grammophon nicht anders zu erwarten klingt das Album superb, kristallklar steht jedes Instrument in Raum, über Kopfhörer ist die Einspielung ein Traum, die Interpretation des dritten Klavierquartetts ein mitreissendes Audioerlebnis, ein Hörspiel ohne Worte.

28. Januar 2011 13:40 Uhr. Kategorie Musik. Tag .
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