
Das Trio um Esbjörn Svensson steckt auf der nicht mehr ganz neuen, aber noch aktuellen und zehnten CD Tuesday Wonderland die Grenzen dessen, was man mit Klavier, Bass und Drum machen kann, wieder einmal neu ab. Das Cover von Gabor Polatai zeigt eine seltsam verzerrte Wasserreflektion eines Herbstwaldes – und besser lässt sich die Stimmung von Tuesday Wonderland wohl tatsächlich kaum zusammenfassen. Durch die komplexen, kargen weitverzweigten Kompositionen wehen mitunter wie ein Sturmwind wilde Crescendi, peitschende Improvisationen mit verzerrten Bässen und scheppernden Drums, die nahtlos den Übergang von sanftmütigen Arrangements zu orkanartiger Avantgarde schaffen. Wo andere Klavier/Bass/Schlagzeug-Besetzungen sich schnell in der allzu jazzüblichen Coffeehouse-Belanglosigkeit verlieren, gratwandern E.S.T. mit akrobatischer Sicherheit zwischen Pop und E-Musik, ohne jemals ihren feingliedrigen, aufwendigst guillochierten Sound zu verlieren. Es ist ein schreckliches Klischee zu schreiben, dass Musik «Bilder» im Kopf erweckt, aber hier entstehen tatsächlich ungewöhnlich konkrete grobkörnige Schwarzweißfilme von Landschaften, von Stürmen, von Ruhe, von Reisen, die das Hören von Tuesday Wonderland zu einem Erlebnis erheben.
7. März 2007 07:44 Uhr. Kategorie Musik. Eine Antwort.
[...] aus den Parametern normaler Klavier/Bass/Schlagzug-Arrangements freigeschwommen und etwa auf Tuesday Wonderland einen hochfragilen, einsamen und doch oft wütend verzerrten Sound präsentiert, der seinesgleichen [...]