
Auf Seite 53 der aktuellen PAGE 4/09 entdecke ich endlich die lang angekündigte Schrift, die unsere Praktikantin Bianca Berning an der FH Krefeld im Typo-Projekt bei Ursel Schiemann gemacht hat – der eiernde Rasterfont ist nur eins der spannender Ergebnisse aus Ursels Arbeit mit ihren StudentInnen, die vorher nie eine Schrift entwickelt hatten. Gute Sache – und schön, dass die Page einem Studentenprojekt 6 Seiten Raum gibt.
2. März 2009 18:50 Uhr. Kategorie Design. Tag Studium, Typographie. 5 Antworten.
das ist eine grandiose idee. und sie beweisst mal wieder das eine gute idee die basis aller dinge ist.
Wie Peter Brugges Rasterfahndung-Projekt, dass ja auch hinreissend ist. Vielleicht sind solche Projekte auch eine Reaktion/ein Weg, Studenten, die nicht mehr klassisch typographisch zeichnen können, mit der Software aber noch nicht fit genug sind, um strukturell durchgehend klassische Fonts am Rechner zu entwickeln, an das Thema Schrift heranzuführen.Dabei sind dann natürlich Pixel/Cluster/Rasterfonts und völlig freie Sachen immer ideal. Ich hab was ähnliches – nicht so ausgereift bis zur finalen Schrift, sondern nur als ein Wort – ja mal vor Unzeiten an der RA gemacht, wo aus Haaren, Spiegelei, Kippen usw ein Wort gebaut wurde, oder auch an der WAM, wo ein Kurs Worte kochen mussten. Ich erinnere mich auch an ein sehr cooles Projekt, hab ich aber leider keine Unterlagen mehr von hier, von Anna-Lena und Ellen, die aus den Hüllkurven gesampleter Körpergeräusche ein fiktionales, völlig abstruses, Alphabet in mehreren Versionen gebaut haben und daraus wiederum mehrere Anwendungen und das Design des Booklets an sich – fand ich für Prä-Diplomer sehr gelungen damals.
Und ich bin vorgestern losgelaufen und habe erst mal aus Versehen die alte Page gekauft und nix drin gefunden … Tja, Abonnenten haben es eben besser ;-) Da werde ich doch noch mal los müssen. Die Doppelseite sieht schon mal gut aus! Und da sage ich auch gleich mal DANKE an Ursel, die echt schöne Sachen gemacht zusammen mit den Studierenden und sich die Mühe gemacht hat, die Ergebnisse an die PAGE zu schicken. Und DANKE an die PAGE natürlich auch, 6 Seiten für ein studentisches Projekt, da hast du Recht HD, das ist schon was … und dir HD, natürlich auch Danke für’s posten ;-))
Hab mir die Page heute auch geholt – ein wirklich schönes Projekt.
Etwas schade, dass Bianca bei einigen Buchstaben dann doch aus dem Raster raus musste, aber ging wahrscheinlich nicht anders. Interessant finde ich auch, dass viele Schriften total an Reiz verlieren, wenn sie als Font umgesetzt werden. So abfotografiert mit allen Unregelmäßigkeiten und Perspektiven hat das schon extrem was für sich.
Lars Harmsen und Uli Weiß hatten auch mal ein ähnliches Projekt in Karlsruhe realisiert gehabt:
http://www.magmabranddesign.de/projekte/lectures-workshops/hfg-karlsruhe-typoworkshop-von-lars-harmsen-und-uli-weiss
Wobei beide Workshops mich irgendwie wieder dezent an Sagmeisters Typo-Experimente erinnern (nicht zuletzt die Plastikbecher im Zaun in Karlsruhe, wobei mich die vollen/leeren Tassen dann eben wieder an die Eiersache erinnern) – Design als Dominosteineffekt :-D. Wobei ich bei den Eiern – obwohl gar kein Zusammenhang besteht – immer wieder an das tolle Wiglaf-Droste-Cover von Dirk Rudolph denken muss, für Wieso heißen plötzlich alle Oliver.
http://hansrohe.files.wordpress.com/2008/10/droste-kleine-webansicht.jpg