
Die Puertoricanische Basslegende Eddie Gomez und der aus Brasilien kommende Pianist Cesarius Alvim feiern auf Forever sozusagen eine 20-jährige Freundschaft und schenken den Zuhörern ein abgeklärt-entspanntes Album mit zeitlosem Duojazz, teils selbst komponiert, teils Klassiker neu interpretiert. Das Album besticht mit perlendem Barjazz, der oft gefährlich gefällig an der Dinner-Begleitmusik entlang schrammt, aber immer durch die Virtuosität der beiden Musiker scheint und elegant schimmert. Insbesondere Gomez besticht durch einen kraftvollen, immer präsenten Bass, der selten nur begleitet, meist um die Pianonoten herumtanzt und nicht nur in Solos durch Tempo und Fingerfertigkeit besticht, ohne jemals wirklich aufdringlich zu wirken. Alvim besticht mit präzisem, aber doch sehr laid-back klingendem, das gerade in den improvisiert klingenderen Passagen bei aller sonstigen Samtigkeit doch energetisch und viril klingen kann. Verblüffend ist, wie selten sich die beiden Interpreten dem «Groove»-Klischee ihrer Heimat hingeben, statt dessen präsentieren sie einen meist sehr urban klingenden Jazz, der eher nach Paris oder New York im Schnee in einer warmen Bar klingt als nach Brasilien. Sparsam, fast pointillistisch malen Gomez und Alvim ihre Klangbilder, die alles in allem eine sehr homogene und sehr angenehme Platte ergeben, die nun den Jazz zwar nicht neu erfindet, aber trotzdem ein großer Genuss ist. .
29. Januar 2011 20:02 Uhr. Kategorie Musik. Tag Jazz. Keine Antwort.