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DESIGN DISCUSSION 13

Mittelmäßigkeit
Ein Diskussionsabend über Grau, den Durchschnitt
und die Mitte als das Gute.

Prof. Dr. Erik Schmid vom Fachbereich Design
der Hochschule Niederrhein, diskutiert mit
HD Schellnack

Donnerstag, 17.01.08, 20 Uhr
Krefeld, Fabrik Heeder
Virchowstraße 130 (Eingang C)
STUDIO BÜHNE II
Eintritt frei

… was ganz strange werden dürfte, weil ich dem Lob des Mittelmaßes und em Guten des Mainstreams wirklich nur völlig theoretisch und abstrakt etwas abgewinnen mag, ansonsten glaube ich eher, dass es immer dort spannend wird, wo etwas besonders häßlich/irritierend/provokant ist und dort, wo etwas wirklich schön, gelungen, perfekt ist. Ich mag die Mitte nicht so. Der kommerzielle Erfolg liegt natürlich für bestimmte Produkte und Dienstleister genau in diesem Segment, aber generell gilt nach wie vor – das Abgekupferte, das Vertraute, das Allzubekannte, das Nicht-Herausfordernde muss man ja nie erklären, und das TVProgramm, als Manifest des kleinesten gemeinsamen Nenners ist ja fast schon unter Mittelmäßigkeit – dass in der Mitte der Straße eben doch die meisten Tiere überfahren werden. Ich würde meinen Klienten zumindest nur ungern Mittelmaß verkaufen wollen und ich denke, wer mit uns arbeitet ist selten mittelmäßig. Ich mag Grau als Farbe, da bin ich Aicher-geschädigt, aber dem Durchschnitt kann ich wenig abgewinnen. Ich mag Steve Reich lieber als Tokio Hotel und worauf sich viele Menschen einigen können, das ist mir meist suspekt. Auch in der Arbeit versuchen wir immer, Kunden dadurch von ihrer Konkurrenz abzuheben, dass wir sie besonders machen, ermutigen, gegen den Strom zu schwimmen – macht man das strategisch richtig, kann man in kurzer Zeit enorme Austiegsgeschichten entwickeln. Profilierung kann nicht durch Mittelmäßigkeit stattfinden. Wie viel Bullshit in der Mitte der Gaußschen Glockenkurve produziert wird, die weder richtig mies noch richtig gelungen ist, sieht man immer wieder schon bei Crowdsourcing-Logowettbewerben, aber auch bei Pitches. Die größte, permanente, kreative Angst ist doch, genau in diesem nichtssagenden Mittelfeld zu landen – insofern werde ich da in Krefeld wohl nicht als Advokat des Mainstreams auftreten. Wird entsprechend trotz nur zwei Leuten auf der Bühne mit verdächtig ähnlicher Frisur hoffentlich ein spannender Abend…

10. Januar 2008 10:49 Uhr. Kategorie Leben. 16 Antworten.

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