
Bevor im Blog vor lauter Missions-Eifer das Design untergeht, ein neues Experiment: Die Soapbox.
Ein Design-Gespräch über Fragen, die ich oder ihr vorschlagt (email an schellnack@nodesign.com). Das können generelle Themen sein, oder wir besprechen ein Design, ein Magazin, ein Plakat oder ein Logo ausführlicher – was uns an dem Tag halt gerade durch den Kopf geht und wofür gerade die Zeit ist. Immer am Mittwoch, damit der Freitag für den Fontblogzoff frei bleiben kann :-D. Bin gespannt, ob wir das gemeinsam ans Laufen kriegen. Diskussion, Fragerunde, Streit, Review – alles geht. Gastfragestellungen sind mir mehr als absolut willkommen.
Da es brandneu ist, mache ich den Anfang mit einer Fragestellung zu Thema Ausbildung:
Wie steht es eurer Meinung nach die Ausbildung zum Designer?
Passieren da spannende neue Dinge oder stagniert das, ist BA/MA ein Fortschritt oder ein Rückschritt, was ist entscheidend, um an Jobs zu kommen, sind die Dozenten auf den Wandel in der Branche vorbereitet, sollte man weniger Studenten zulassen, um den überfüllten Markt zu beruhigen, ist das Studium zu lang/zu kurz, wie sähe euer Traumstudium aus, wie wichtig ist Praxiserfahrung und und und…
Alles rund ums Studium also.
Ich hoffe, irgendeiner schreibt was – solche Experimente machen mich immer Bange.
(Und ja, Irrlicht geht auch bald weiter… :-D)
30. Juli 2008 13:12 Uhr. Kategorie Design. 34 Antworten.
da reisst du aber ein themenfeld auf. da weiss man ja gar nicht, mit was man anfangen soll. ich studier selbst gerade interface design in potsdam und hab vorher schon multimedia arts (besserer webdesigner) an der SAE abgeschlossen.
was ich ja spannend finde, obwohl bei designstudiengängen extrem ausgesiebt wird, kommen doch oft leute raus, die nicht wirklich gute ergebnisse abliefern und teilweise auch sehr praxisfremd sind (das ist sicherlich stark von der ausbildungstätte abhängig).
und zum thema BA/MA noch kurz was: ich versteh die ganze aufregung nicht so wirklich. soweit ich das mitbekomme gibts in potsdam da nicht wirklich gravierende unterschiede zwischen diplom und BA, aber das mag natürlich auch daran liegen, dass eine FH eh schon kurslastiger & strukturierter als eine Uni ist.
Ja, ist ein großes Themenfeld, find ich aber nach den Diplomarbeiten der letzten Wochen irgendwie spannend, insbesondere nach den Folkwang-Arbeiten.
Denn die grobe Meinung, dass da trotz Mappentests, trotz guter Dozenten (ich meine: Folkwang hat Rempen, Wipperman und de Jong… wie oberliga geht es noch), trotz allem irgendwie hauptsächlich Sachen kamen, die mich wenig begeisterten, fand ich verwirrend.
Was glaubst du, wie kommt das zustande?
ich hab das gefühl bei vielen fehlen die basics. zu wenig typographie. grafische grundlegen, raster usw. werden teils nur angerissen. gleichzeitig wohl oft auch stark künstlerisches arbeiten ohne klare konzepte. zusätzlich ist mir zb der druck bzw. anspruch der dozenten zu niedrig. gerade bei mir kommen oft nur gute arbeiten raus, wenn es druck in verbund mit korrekturphasen mit harter kritik, seitens der dozenten und der mitstudenten gibt.
Aus meiner Erfahrung halten viele Studenten diesem Druck nicht statt. ich war total froh als im letzten Diplom eine ganze Meute Leute endlich so motiviert war, den extremen Druck, den ich aufgebaut habe, auch durchzustehen. Vorher waren mir zwei abgesprungen und sind zu einfacheren Kollegen gewechselt.
Wie könnte man deiner Meinung nach die Basics (PDF, Farbworkflow, Raster, Typographie) besser beibringen. Ist die Fächertrennung eigentlich noch zeitgemäß? Ich habe mich oft gefragt, ob eine Trennung in Grafik-Design/DTP/Konzeption und was noch alles eigentlich Sinn macht oder ob man da nicht grundsätzlich in die falsche Richtung geht.
das mit dem druck ist ne gratwanderung. also 4 kurse die alle zu stressig sind hält kein mensch aus. normalerweise konzentriert man sich auf 1-2 und bei den anderen wählt man entweder was nicht so aufwendiges oder arbeitet kaum für den kurs.
was auch oft ein problem ist, wenn kurse nicht sauber strukturiert sind. durch den hochschulkontext kommts natürlich häufig vor, dass kurse verschoben werden, termine platzen usw. gut kommunizierte termine und deadlines machen einen kurs oft viel angenehmer für studenten und dozenten hab ich die erfahrung gemacht.
ich würde mir ein fach wünschen in dem wirklich die groben basics gelehrt werden. also layout-raster, typographie einstieg, bisschen farben usw. um auch für bestimmte bereiche interesse zu wecken. typographie zb. halten glaub ich selbst viele designer für vernachlässigbar und öde.
so dinger wie pdf, print-workflow usw. sollten natürlich sehr praktisch orientiert sein und in einem workshop oder ähnlichem struktiert sein. color management theorie hört sich ja kein mensch freiwillig an. wenn man aber damit arbeitet und ergebnisse sieht machts auch sinn sich mit der theorie auseinanderzusetzen.
zur eigentlich trennung: ich glaube es ist schwer zu viele dinge in einen kurs zu packen. es macht aber denke ich großen sinn tools und theorie zusammenzupacken, wie oben schon geschrieben.
was für mich oft wichtig ist in nem kurs: danach etwas in den händen zu halten. also ein ergebnis zu haben, was ich vorzeigen kann und was natürlich auch mit einem erfolgserlebnis verbunden ist.
bei uns in bern gibts vor dem eigentlichen studium zwei wochen lang grund-kurse, die allen studenten ein einigermassen anständiges rüstzeug bezüglich schrift-theorie beibringen soll. ich war noch am reisen und hab diesen kurs deshalb verpasst. am ende des ersten semesters kam underware vorbei und hat einen workshop gemacht, und da haben viele leute zum ersten mal erlebt, dass typo freude machen kann.
BA bei uns bedeutet vorallem, dass viel weniger zeit für die BA-arbeit zur verfügung steht als fürs diplom. gleichzeitig war in der schweiz aber der vierjährige kurs (ein jahr vorkurs à la bauhaus, drei jahre diplom) schon immer der regelfall, luzern hatte vor der BA-umstellung einen vierjährigen diplomkurs (also fünf jahre insgesamt).
ich denke eine designausbildung ist immer solange gut, wie sie die studenten zu immer noch mehr arbeit aufpeitscht. alle guten jungen grafiker die ich kenne sind arbeitstiere – natürlich haben sie talent, aber vorallem arbeiten sie täglich an sich und kommen so in wenigen jahren sehr weit.
designausbildung soll mir den raum zur entfaltung geben, mich dabei aber nicht auf einen bestimmten stil einschränken, sondern meinen sinn für konzept und gestaltung im allgemeinen schärfen.
fast wichtiger als die dozenten erscheinen mir jedoch die mitstudenten – mit ihnen messe ich mich, sie legen den massstab vor – und auch wenn ich selber automatisch eher zu friede freude eierkuchen tendiere, so ist doch der wunsch, besser als andere zu sein, eines der schmiermittel, die mich auch um 2 uhr nachts noch zum arbeiten bringen.
du schaust das ganze denke ich eher aus dozenten-perspektive an, ich natürlich aus studenten-sicht.
ich muss thierry zustimmen. viel motivation entsteht durch die mitstudenten. und gute dozenten fördern die konstruktive kritik von mitstudenten und nutzen die gruppendynamik um alle zu pushen.
Weniger Studenten anzunehmen und von vornherein auszusieben halte ich für sinnvoll. Zum einen spielt das bereits benannte Phänomen des gegenseitigen Anspornen zu Höchstleistungen dabei eine wichtige Rolle, andererseits gewährleistet man damit auch die Möglichkeit, dass Dozenten und Professoren auf die eigenen Probleme und Fehler eingehen können. In Großprojekten, die mitunter aus zwanzig Teilnehmern bestehen, ist es eben leider nicht möglich, wirklich alles im Detail diskutieren zu können. Soweit ich das mitbekommen habe, muss eine bestimmte Anzahl an Studienanfängern genommen werden, da sonst staatliche Förderungen gekürzt oder ganz wegfallen. Dass unter diesen Umständen die Qualität leidet, ist denke für alle etwas bitter, kann aber auch nicht geändert werden. Erst mit dem Master kann man durchaus etwas reglementieren und sich mehr oder weniger die Rosinen rauspicken, welche sich ja dennoch im Laufe der vielen Semester herauskristallisieren.
Um noch auf die Frage nach dem Bachelor einzugehen. Die Zeit für die Abschlussarbeit ist extrem kurz (bei uns circa 10 Wochen). In der Zeit muss Idee, Konzeption, Umsetzung und Präsentation (Druck, öffentliche Präsentation) angefertigt werden. Ich habe es bei meinem Abschluss gemerkt, dass neben der üblichen Stresssituation des »besonders tollen Bachelormachens« einfach kaum Raum ist sich auszuprobieren und Dinge auch mal ein paar Tage liegen zu lassen. Man sitzt relativ straight von Anfang bis Ende der Zeit an seiner Arbeit und versucht sie bestmöglich umzusetzen. Oftmals fehlen dann die Möglichkeiten den eingeschlagenen Weg zu verlassen und einfach rumzuspielen. Ich weiß nicht, wieviel Zeit die Studenten in Folkwang hatten, aber das wäre für mich eine logische Erklärung für die durchschnittlichen Arbeiten.
Soviel aus meiner Studentensicht :D
Stefan – wie würde man ideal aussieben? Sind die Mappentests zu lasch? Anscheinend sind sie doch so hart, dass es ein Buch wie Mythos Mappe braucht?
10 Wochen finde ich für ein gutes Projekt SEHR wenig. Zumal gutes Design (eigentlich) Freiraum für Trial/Error braucht, und es ist schon mehr als schlimm genug, diese Zeit später im realen Job nicht zu haben.
Wenn Studenten/Peer-Pressure am besten motiviert — Welche Arbeitsform findet ihr am besten, um diese Form des sich gegenseitg hochstachelns am besten zu nutzen aus eurer Erfahrung??
Ich kam ja schon aus der PC/Photoshop/Webdesign-Ecke und war froh, dass wir in den ersten zwei Semestern so viel in Richtung Kunst/Zeichnen/Malerei/Bastelstunde gemacht haben. Das hat mir viel gebracht. Gestalterische Grundlagen, mal was skizzieren etc.
Vielen Mitstudenten fehlten allerdings die Basics in Sachen Rechner und gerade das ist für die folgenden Semester total von Nöten und kann auch schlecht durch DTP aufgeholt werden, wenn einfach die Affinität zum Rechner fehlt.
Wie man das fördert weiß ich auch nicht, aber ich denke, dass gerade in Sachen Arbeitsweise, -einteilung, -konzept und -fluss praktischer gearbeitet werden soll.
Was nützt es mir wenn ich Funktion um Funktion in einem Programm lerne, aber eigentlich gar nichts damit anfangen kann, weil mir nicht klar ist wie das Tool sich in den Prozess einfügen kann?
Für Typographie brauchst du auch einen ganz anderen Ansatz für die Vorlesungen.
Die Schönheit und Aussagekraft von Schrift ist den meisten Leuten total fremd und verschlossen. Da darf man nicht direkt mit Kastifizierung und zig Fremdworten anfangen. Darf die Leute nicht dazu peitschen Antiquas durchzupausen. Wenn das Interesse für Schrift geweckt ist und die Leute Auf- und Abstrich zu schätzen wissen, dann werden sie fast von selbst damit anfangen Buchstaben zu pingeln.
Was ich persönlich total wichtig finde sind Gastdozenten und Workshops.
Wenn mir das Studium eines gelehrt hat, dann »meinen Geist zu öffnen« ;)
Am Puls der Zeit zu bleiben. Infos aufsaugen.
Dozenten und ihre Vorlesungen lassen oft zu Wünschen übrig… dumm, dass viele dann davon abgeschreckt werden, denn eigentlich ist in der Vorlesung doch egal, wichtig ist was du selbst draus machst. Was du abseits der Vorlesungen machst.
Selbstmotivation ist die Grundlage, die Basis. Der Dozent kann dir nur einen kleinen Wink geben… Arbeiten musst du schon selbst.
Thierry und Christoph haben aber auch ganz recht: Gruppendynamik spielt eine große Rolle. Fremdmotivation.
Die Gruppenarbeiten waren immer eine große Erleuchtung. Mitbekommen, wie andere Leute ticken. Arbeitsweisen adaptieren. Geben und nehmen.
Mappen finde ich ehrlich gesagt furchtbar. Wenn du mit dem Studium anfängst weißt du meistens noch nicht wirklich was dich erwartet… geschweige denn, kannst du mit den Programmen wirklich umgehen oder bist handwerklich schon so gut.
Schönes Thema, HD ;)
vorwegnehmend, ich kann nur aus meiner sicht in bern sprechen. jede klasse hat ein “atelier” mit arbeitsplatz für alle studenten (bildschirm kann man ausleihen, laptop muss man selber kaufen). oft verbringe ich an einem tag dort zwei, drei stunden damit, mit mitstudenten zu reden – über die je aktuellen arbeiten, aber auch einfach viel geplapper. soweit ich weiss fühlen sich alle meiner klasse dort wohl – vielleicht zu wohl fast, um konsequent viel zu arbeiten. zwischendurch gibts theorie in seminarräumen oder fachfremde kurse bei anderen dozenten. wöchentlich gibts einzelbesprechungen (zum teil auch zwei studenten gleichzeitig mit einzelnen arbeiten, um dadurch weitere interaktion zu ermöglichen), in der mitte des projekts gibts eine zwischenbesprechung / präsentation mit allen der klasse dabei. am ende dann wieder endpräsentation und später meistens noch einzelbesprechung mit dem dozenten.
grundsätzlich finde ich dieses format gut, im endeffekt gibts durch die zweiteilung aber auch einfach zwei sehr stressige phasen und ziemlich viel luft zwischendurch (ausser man plant die arbeit gut ein, was viele studenten nicht können).
dass wir oft auch bis zu 6 projekte gleichzeitig am laufen haben gegen ende semester hilft natürlich nicht. soweit ich weiss ändert sich das aber auch im verlaufe des studiums, also die einzelnen kurse werden immer wichtiger und mit mehr credits versehen, so dass man im zweiten jahr im gegensatz zum ersten schon weniger projekte gleichzeitig hat.
Wenn man nicht via Mappe filtert, wie dann? Wie kriegt man die Besten – im Sinne von Leute mit Talent und Feuer im Kopf, mit Motivation und Leidenschaft – in die Hörsäle.
Bern klingt konzeptionell spannend. Wobei ich die Häufung von Projekten (wobei 6 Bälle gleichzeitig in der Luft doch extrem nach Berufsalltag klingt :-D) unglücklich finde – die meisten Studenten dürften angesichts dessen ins Hudeln kommen, oder?
Was macht ihr in Bern inhaltlich? Mehr freies, konzeptionelles Design oder eher Werbeorientierung? Das scheint mir derzeit eine entscheidende Trennlinie in der Ausbildung zu sein – Markt vs. Kunst, nicht nur bei den Lehrenden, sondern vor allem auch bei den Studenten selbst.
@HD
Ich denke, dass man ideal nicht aussieben kann. Gerade bei den ersten Schritten in das Studium ist an vielen Mappen noch gar nicht so genau absehbar, wie gut/schlecht sich die Bewerber entwickeln werden. Da kann es durchaus sein, dass Leute durchgewunken werden, deren Mappe gut ist, sich dann aber als Luftnummer entpuppen – andersrum genauso. Von daher ist die Pflicht, dass viele aufgenommen werden müssen gut im Sinne dass sich auch Leute mit schlechter Mappe durchaus positiv entwickeln können. Andererseits bremst das halt die Gruppendynamik ziemlich und man sitzt in überfüllten Räumen und kann sich den Stoff quasi nur noch eintrichtern lassen, weil kaum Zeit für Diskussionen ist.
In meinem Studium habe ich gemerkt, dass kleinere Gruppen und Kurse das gegenseitige Hochstacheln enorm begünstigen. Ein wöchentliches Treffen vor der versammelten Mannschaft mit seinen Zwischenergebnissen bringt Input seitens der Lehrenden und der Mitstudenten. Einzelgespräche haben auch ihre Vorteile, jedoch fehlt mir da der Austausch und man bewegt sich doch ziemlich allein in seinem Feld. Letztendlich wird man in der Zukunft auch eher selten komplett allein an einem Projekt sitzen – da finde ich das frühzeitige Auseinandersetzen mit (öffentlicher) Kritik durchaus fruchtbar.
noch stärker auszusieben, und gerade über mappen halte ich für wenig sinnvoll. in potsdam werden alle leute eingeladen eine hausaufgabe zu bearbeiten und diese dann inkl. mappe zu präsentieren das hat vor- und nachteile, aber es gibt einen persönlichen eindruck und man kann seine arbeit verteidigen was ich für sehr sinnvoll halte.
und ich versteh ich auch nicht ganz den vorwurf, dass es zuviele leute gibt. qualität setzt sich so oder so durch und wird soweit ich das mitbekomm auch immer gesucht.
Bitte nicht falsch verstehen: Es steckt in solchen Fragen nie ein Vorwurf, ich überlege nur laut. Die Frage, ob man zuviele oder zuwenige Designer hat, kommt auch noch :-D…
Und Qualität, nur am Rande, setzt sich NICHT durch. Mittelmaß setzt sich durch, da hat Erik Spiekermann recht. Das einfache, was keine Erklärung braucht, der kleinste gemeinsame Nenner, das, was jeder sofort begreift – das setzt sich durch. :-D. Ausnahmen bestätigen die Regel.
wow, hab jetzt nicht alles gelesen, weil etwas im NRW Tag brass, aber prinzipielle ein super interessantes Thema:
Waren es den Typofehler, schlecht geschriebene pdfs und ähnliches, die dich an den vergangenen Diplomen gestört haben? oder war es nicht viel mehr das Fehlen der Lust sich selbst ans Messer zu liefern. ich weiß, dass wir das rad nicht neu erfinden können. Aber mit jedem Tag kommen neue Möglichkeiten auf uns zu. Diese können wir nutzen und neue Türen aufstoßen. Ich finde es im Moment total spannend Projekt anzuschieben, bei denen ich wirklich nicht weiß, ob sie finanzielle nachher funktionieren.
was sich wie durchsetzt und worin die qualität im design steckt sollten auch kommende fragen werden. da fliegen bestimmt die fetzen :)
ich poste anonym da ich mich grad auf etwas heiklem Terrain bewege.
Ich studiere an einer privaten, staatlich anerkannten Hochschule in Stuttgart und plane derzeit ein Wechsel weil ich mit der Situation mehr als unzufrieden bin.
Mich nerven vor allem die Studenten. Da man viele Leute aufnehmen will drückt man bei der Auswahl oft ein Auge zu. Das führt dazu, dass Leute mit einem im Semester sitzen die einfach keine Motivation haben. Ich habe das inzwischen auch von anderen staatlichen Hochschulen gehört das die Zahl der wirklich heiß motivierten Leute abzunehmen scheint. Wie kann sich so ein gutes, sich gegenseitig anregendes Klima bilden?
Anhand einer Bewerbungsmappe schon stark zu sieben finde ich auch etwas zu früh. Aber Professoren und Hochschulen müssen den Mut haben auch mal Leute durchfallen zu lassen. Das ist kein Beinbruch ein Semester länger, es kann helfen die eigene Selbstzufriedenheit zu brechen. Wer x-mal durchfliegt sucht sich von selber einen andern Job.
Ich muss mir hier Präsentationen anhören und ansehen die schlicht eine Frechheit sind und keiner der Profs ruft „so nicht!“.
Beispielsweise wurde bei uns im Kolloqium von einer Studentin eine Präsentation gehalten, über einen stinknormalen Dozenten der bei uns unterrichtet und dessen Arbeit die eines durchschnittlich diplomierten Grafikers ist. Der Studentin fielen im 4ten Semester keine anderen Namen bekannter aktueller oder älterer Grafiker ein, so dass sie einfach auf den nächstbesten Dozenten zurückgriff. Lombardo,Weidemann, Stankowski, Lösch, Spiekermann … all diese Namen wären noch frei gewesen, aber da kam die werte Dame nicht drauf.
Das ist dermaßen demotivierend, dass ich in letzter Zeit oft nicht mehr anwesend war, obwohl ich jeden Monat 350 Euro zahl, für die ich selber arbeite und wegen derer ich auch öfter mal im Minus bin.
Noch kurz zum technischen Aspekt der Lehre. Ich bin der Meinung das Grafiker die Programme größtenteils selbstständig bzw. durch fragen anderer Studenten lernen sollten. Das bringt auf Dauer viel mehr als ein Kurs mit langweilen Illustrator-Übungen. Den Prozess von der Idee bis zum Druck lernt man am besten auch durch Ausprobieren in den Werkstätten. Wer einmal rot mit schwarz überdruckt hat macht das kein zweites mal (das hatte mich 40 Euro gekostet :-) ).
Und zu allerletzt: Das Studium soll mich nicht bestens auf das Berufsleben vorbereiten sondern mit Spaß am Experimentieren zeigen, dass es sich lohnt später hart und auch experimentell zu arbeiten.
ich muss “anonym” in zwei punkten widersprechen:
erstens, das lernen von der basic-software gehört für mich schon mit ins studium. leider vernachlässigen die meisten hochschulen das thema aber. was dabei rauskommt sind leute die auch nach mehreren jahren intensiver photoshop/illustrator nutzung noch keine ahnung von der software haben und später im job unbrauchbare dateien produzieren. ich bin flash-freelancer, da sieht man genug von dem zeug :(
und zweitens: natürlich soll mich das studium auf das berufsleben vorbereiten. und dazu gehört eben auch queerzudenken usw. aber genauso gute handwerkliche kenntnisse und ahnung von der industrie.
Hallo,
Die Diplom-BA-Umstellung läuft meiner Meinung nach alles andere als optimal. Es ist meist so, dass die Diplom-Inhalte in das BA Studium “gequetscht” werden, die Bachelor Arbeit wird auch eher als Diplom-Arbeit verstanden, was den Umgang betrifft. Ich glaube es wird noch min. 5 Jahre dauern bis sich dort eine gewissen Normalität bzw. Verständnis eingestellt hat. Ich bin jedenfalls froh, noch auf Diplom zu studieren :-)
Nadine
- Basic Software ist ein MUSS. Aber DTP-Kurse sind irgendwie von der Idee her veraltet, oder? Die Trennung von Gestaltung einerseits und den WERKZEUGEN der Gestaltung, das ist aus meiner Sicht nicht machbar. Das ist, als würde man im Musikstudium einerseits die GITARRE kennenlernen, andererseits in einem ganz anderen Fach Gitarre SPIELEN lernen – allerdings rein theoretisch. Da läuft was falsch. Leute, die ihr Studium abgeschlossen haben, sollten in PS, AI und IND fit sein, als Basisset, plus Webdesign (Dreamweaver/Flash et al), 3D und einige andere Sachen als Schmankerl. Aber die Creative Suite ist MUSS, sonst hat man im Job so gar keine Chance. Den Studenten müsste aber klar gemacht werden, völlig unmissverständlich, dass DTP-Kurse da nichts bringen und reichen. «Jetzt schiebst du die Maus hier rüber und klickst dann…», doesn’t work at all. Das muss nahtlos Teil eines Ansatzes sein und wer es sich nicht wie wild draufschafft, wird eben nie Gitarre spielen können.
Anonym, ich kann dir größtenteils zustimmen, bis auf die Tatsache, dass ich 350 Euro zu billig finde – eine solide private Ausbildung sollte nicht unter 500 Euro/Monat kosten, dann aber auch wirklich Leistung liefern.
Durchfallen halte ich für einen wichtigen Faktor – Angst gehört zur Leistung dazu. Wer lernt, dass an einer Privatschulen Hürden aus Gummi sind, wird nie tough. Zugleich darf aber gerade an einer Privatschule niemals dieses «ICH Dozent – DU Student»-Denken herrschen, was es leider tut. Da halten sich die Lehrenden ernsthaft für Un-professoren und die zahlenden Studierenden für Studenten, die die Hardships einer echten Uni ertragen müssen. Was natürlich QUATSCH ist. Die Studenten sind zahlende Kunden und sollen und dürfen fordern, ebenso wie sie gefordert werden sollen, und die Lehrenden sind eher wie Fitnesstrainer, Mentoren, Betreuer – das alles ist eine bezahlte Dienstleistung. Die Regeln an einer Privatschule auch nur ANSATZWEISE wie an der staatlichen FH zu machen, ist abstrus. Das schmeichelt zwar allen Beteiligten (weil sie sich für «echte» Studenten halten dürfen oder sich irrigerweise sogar dazu versteigen, sich als Professoren zu bezeichnen), aber es ist Bullshit, es geht völlig an den Stärken und Schwächen einer privaten Schule vorbei, die einfach anders strukturiert ist als eine öffentliche. Mit anderen Worten: Wenn du denkst, hier anonym posten zu müssen, liegst du schon falsch, denn du verstehst die Hierarchie so, wie deine Schule das gerne hätte. Deine Dozenten OBEN und du UNTEN, aber in Wirklichkeit ist es genau anders herum. DU bist zahlender Kunde. DU bezahlst den Laden. Wenn dir was nicht passt, sorg dafür, dass es sich ändert – oder geh woanders hin. Komm aus der Angsthaltung heraus. Es ist KEINE staatliche FH, überlaufen und hart filternd, wo die Profs die Studenten an der Mauer abprallen lassen müssen, sondern im Gegenteil ein System, wo die Schule und Mentoren dafür zu sorgen haben, dass auch aus B-Talenten ein solider Designer wird. Ich hab an der Ruhrakademie oft von Kollegen gehört, wie unbegabt die Studenten sind, seufz seufz… es ist der größte Quatsch. Der Job IST, aus eventuell talentfreien Menschen Talente zu schmieden. Und das geht, wenn die Leute mitziehen und sich motivieren lassen. Ich habs ja erlebt. KEIN Student ist schlecht. Und die, die wirklich hoffnungslose Fälle sind, sollte man schnell und schmerzlos auf eine andere berufslaufbahn schieben, idealerweise nach maximal einem Jahr, damit sie nicht zuviel Zeit mit leeren Träumen verbringen. Ansonsten gilt. Fördern, fördern, fördern und dabei totalen, unglaublichen Druck machen. Und dann wird aus Kohle Diamant.
–> Die Studenten sind zahlende Kunden und sollen und dürfen fordern, …
Was allerdings auch vorraussetzt das sich die Studenten als das sehen! Aber OHNE dabei gleichzeitig diese Art Arroganz a la – na komm – ich geb doch die Kohle für euch, also winkt mich auch schön durch, an den Tag zu legen.
Vorraussetzung Nummer zwei ist – das sie wissen müssen was sie überhaupt fordern können / sollten, das auch in eine für sie richtig Richtung geht. Was ja auch nicht immer so gegeben ist. Und das ist keine “Kritik” oder was auch immer – das ist ja nun auch einfach mal eine Tatsache das man als lernender nicht zwingend überblicken kann was gefordert werden sollte / muss damit es in eine ordentliche Richtung weitergehen kann.
Was die Sache angeht das ein Studium auf den Beruf vorbereiten soll bzw. wie es das machen soll ist so zwickmühlige Sache, oder? Auf der einen Seite kann es das ja machen indem es sagt. Gut: wir studieren unter realistischen Bedingungen … (ist ja schon erwähnt worden) nicht viel mehr Zeit (zum experimentieren) wie in realen Jobs, etc.pp., das nimmt dann auf jeden Fall den Platz für Experimente. Experimente in dem Sinne heißt dann ja soviel wie die Möglichkeit auszuprobieren die zum besten Ergebnis FÜR die “Aufgabe” führt – Das diese Zeit die man später dann zum “experimentieren” benötigt ein wenig bis eine ganze Menge geringer ist als zu Studiumszeiten ist ja irgendwo nachvollziehbar, weil man ja auch schon weitaus mehr Erfahrung ansammeln konnte / kann im Laufe der Zeit. Diese Zeit sollte ein Studiom bereitstellen. Und das sollte das Studium doch eigentlich leisten können?/müssen? Das bedeutet doch vorbereiten auf Berufsleben. Oder? Im Studium die Fähigkeit auszubauen zu sagen Ja/Nein das benötige ich für das und das Problem/diese grobe Richtung kann ich einschlagen … diese muß ich erst gar nicht überlegen. So das die benötigte Zeit aufgrund gesammelter Erfahrung minimiert werden kann. Was allerdings dann wiederum auch nicht dazu führen sollte das man versch. Aspekte ausser acht läßt. Schwierige Sache. Die eierlegende Wollmilchsau – die berühmte – kann es dabei irgendwie nicht geben. Der Versuch muß darin bestehen … möglichst viele Optionen zu bieten aus denen der Student dann am Ende sagen kann – ja komm, der Bereich hat mir viel gebracht – der weniger … es sind ja immer auch eine Ansammlung von unterschiedlichen Erfahrungen am Start.
Also Fazit: Die Fähigkeit eine konkrete, begründetet Meinung zu entwickeln – das muss auch geboten werden. So das späteres ständiges rumprobieren müssen (weil eben gewisser Wissenstands fehlt bzw. nicht aktiviert wurde) ausgemerzt werden könnte. Wobei mit rumprobieren nicht der Blick über den Tellerrand gemeint ist sondern sich erst damit rumschlagen zu müssen wie man was nun wie eigentlich angeht.
Gerade im Team später führt sowas doch dann dazu das man sagt – Hey, unser Ziel ist Frankfurt … gehen wir los … zwischendurch machen wir uns weiter Gedanken … und am Ende ist die Hälfe in F. am Main und die andere in F. an der Oder! Also für mich gehts um Methodik, Planungsphase etc.pp. – Chaos ist hier und da gut und fördernd. Chaos an bestimten Stellen führt in eine Sackgasse und niemand weiß wie das Projekt ausgesehen hätte wäre man gleich vor der Sackgasse abgebogen … Vielleicht ja besser!?
–> Wenn man nicht via Mappe filtert, wie dann? Wie kriegt man die Besten – im Sinne von Leute mit Talent und Feuer im Kopf, mit Motivation und Leidenschaft – in die Hörsäle.
Ich muss gestehen die (ja mitunter auch subjektive) Qualität von Mappen zu Grunde zu legen beim “sieben” ist irgendwie Unfug, oder? Der Blick muß vielmehr auf Originalität und möglicher Weiterentwicklung, Vielseitigkeit etc.pp. liegen!
Und es ist doch im Prinzip egal wie Du filterst. Filtern hat immer etwas negatives. Das bekommst Du da nicht raus. Das Du damit jemanden u.U. auch sagen kannst … Gut, was soll ich sagen … überleg doch einfach mal welchen anderen besseren Job Du für Dich schwänzen würdest, würdest Du HIERMIT weitermachen! Das begreift man immer erst hinterher oder gar nicht. Und egal welchen Aspekt Du beim filtern zu Grunde legst – es bleibt immer diese negative Beigeschmack. Aber den muß man halt hinnehmen … Das ganze Leben ist Auswahl, Benachteiligung, bevorteilen … shit – wer darauf nicht klar kommt … der möge in eine Hippiekommune^^ wechseln!
Motivation erkennt man am Arbeitsaufwand der getrieben wird ein Ziel zu erreichen. Man überlege sich ein Verfahren damit filtern zu können … weiß nicht, oder? z.B. eben!
Was Programme-Ausbildung angeht.
Das geht so ein bißchen Hand in Hand mit der Sache des Arbeitsaufwandes den Du selbst in eine Sache steckst um “erfolgreich” zu sein.
Gerade in Sachen 3D war ich damals nach dem Abi sehr froh jemanden zu haben der mit basics in der Software gezeigt hat. Eben sowas wie hier … da bekommst Du eine Textur gemacht, da ein irgendwas … Ohne das wäre man dabei schnell überfordert. ABER … wie HD schon gesagt hat. Wer dann meinst – Wow, das reicht schon ist auch ganz schnell abgehängt worden. Das ist ein Mischung gefragt aus eigenständigem experimentieren und Dingen gezeigt bekommen. Sonst bekommst Du nie einen coolen Autolackshader oder sonst was hin. Das zeigt Dir nämlich kein Dozent. Und wenn er es täte wärst Du auch viel zu unflexibel … Veränderung ginge nicht … weil man nicht verstanden hätte warum welcher Klick gemacht wurde … und an diesem WARUM finde ich krankt es oft überall … Ich brauche niemanden der mir vorne sagt … gut … Wenn Du den und den Text vorliest mußt Du an dieser Stelle ein Pause machen. Ok, mache ich eine Pause … beim nächsten mal an der selben Stelle vom Aufbau her mache ich wieder keine Pause weil mir am Anfang niemand gesagt hat – mache ein Pause WEIL – ich bin also nicht in die Lage versetzt worden … eine eigene Transferleistung zum nächsten Problem hin zu machen.
Und das ist doch wohl das wichtige? Selbstsicher werden und wissen WARUM man etwas tut … das wie – das wie ist oft das einfachste dabei …
ein merkmal, das mir in zürich gefällt: die klassen haben soweit ich weiss auch die normgrösse von 20 studenten (wie in bern), allerdings werden im ersten jahr nur 16, 17 aufgenommen, der rest wird dann vorallem ab dem dritten semester durch austausch-studenten aufgefüllt – dadurch kommt immer mal wieder neuer wind in die klasse.
was ich in der schweiz spannend finde – und was es glaube ich auch sonst nirgends so gibt – ist der beruf des polygrafen. das ist das “neue” berufsbild, das litho- und typograf seit DTP vereint. das ist eine dreijährige lehre (2 tage schule, 3 tage beruf), nach abschluss kann (wer weiter will) noch die ausbildung zum typografischen gestalter machen. das sind am ende die arbeitstiere, die in grösseren agenturen all die format-anpassungen, druckvorstufe, bildbearbeitung, etc. übernehmen, und die haben meistens auch recht viel ahnung von allen diesen technischen details (gcr.. ucr.. schauder). natürlich gibt es in deutschland den mediengestalter, aber (ohne jemanden beleidungen zu wollen), aus der ferne sieht diese ausbildung ziemlich schlimm aus.
die berufsbilder grafiker / polygraf (als überbegriff) waren ja sehr lange klar getrennt. ich muss dazu mal einen dozenten fragen.. aber wohl entstand in der schweiz mit den jugendunruhen 78-83 eine generation von jungen grafikern, die unabhängig von grösseren strukturen magazine, plakate, flyer, etc. gestalteten, und das erforderte natürlich auch wissen in druckvorstufe und allen weiteren technischen bereichen, also eine gewisse emanzipation von der “maschine”, die vorher nötig gewesen war, um professionell zu drucken. die jungen druckten damals mit hand-offset oder kopiermaschine. das spürt man auch klar in der ausbildung – egal wie klein das projekt ist, solange es um gestaltung geht soll zum beispiel der text sauber geflattert sein. ein gewisser handwerklicher stolz ist schon vorhanden.
Zum Thema Software-Basics:
Klar ist CS ein MUSS! Aber da darf man von Studenten ruhig erwarten dass sie das auch in Eigenarbeit erarbeiten können, in 20 Jahren werden sie niemanden mehr haben der ihnen die neueste Software erklärt. Was technische Kentnisse angeht bin ich ein großer Fan von learning by doing. Meine ganzen Webkentnisse XHTML, CSS, PHP, Kentnisse in Processing oder Arduino sind alle größtenteils selbst angeeignet, dazu sollte man als Student schon in der Lage sein.
Studiengebühren:
350Euro sind 1. eine Mischkalkulation, wir zahlen auch während dem Praxissemster wenn wir ein halbes Jahr schlicht gar nicht da sind und 2. ist die Merz um die es geht staatlich anerkannt und bekommt dadurch auch zu größter Wahrscheinlichkeit einen beachtlichen staatlichen Support.
Aber 350 Euro sind schon heftig. Ich bin auch kein Fan des kostenlosen Studiums, aber wenn du dann mit Miete und Essen 900 Euro im Monat verdienen musst ist Schluss mit lustig, dann hast du keinen Kopf mehr für Grafik, oder da Grafikstudium wird wie an der Merz zum Teil unmotivierten Kindern reicher Eltern überlassen.
Wenn ich nicht von meinem Vater ein gute Kapitalanlage hätte würden viele Projekte einfach scheitern. Geld sollte aber im Grafikstudium nicht die zentrale Rolle spielen.
Hier finde ich die 500 Euro an staatlichen optimal. Man merkt das es Geld kostet und das man dafür auch arbeiten muss, aber gleichzeitig ist es wirklich machbar.
Und HD ich widerspreche dir in dem Punkt das Studenten sich als Kunden sehen müssen. Weil genau deshalb werden viele einfach durchgewunken. Studenten sind ja oft nicht de intelligentesten Kunden. Die von mir beschriebenen unmotivierten Leute ist als Leistung ein Weiterkommen wichtiger als gute Leistung …
Ich widersprech euch auch in dem Punkt dass das Studium sich nach dem Markt/Berufsleben richten soll. Im Studium lernt man natürlich auch technisches, aber entscheidend ist hier imo das man seinen eigenen Anspruch entwickelt.
–> Und HD ich widerspreche dir in dem Punkt das Studenten sich als Kunden sehen müssen. Weil genau deshalb werden viele einfach durchgewunken. Studenten sind ja oft nicht de intelligentesten Kunden. Die von mir beschriebenen unmotivierten Leute ist als Leistung ein Weiterkommen wichtiger als gute Leistung …
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Warum ist das denn so ein Widerspruch? Student gleich derjenige zahlt (in dem Fall) – daraus schlußfolgert jemand der zahlt ist EIN Kunde einer (Dienst)LEISTUNG (auch in dem Fall). Das Problem liegt woanders … Das Problem liegt in dem generellen Verständnis. Zum einen bei den Dozenten, zum anderen bei den Studenten. Die Studenten dürfen ein durchwinken nicht erwarten. Die Studenten dürfen aber sehr wohl erwarten und dann auch fordern (wie ein Kunde) das alles was für ein erfolgreiches und aktuelles absolvieren nötig ist auch vorhanden ist. Das geht von Hardware bis hin zu einer Haltung der Dozenten, der Leitung, etc.pp, der Ausrichtung der Institution. Und die Dozenten dürfen die Studenten eben nicht als unzukritisierende Kunden ansehen die durchwinken müssen. Sie müssen sie anders ansehen als die Nummer die sie womöglich in einer anderen Uni wären. Darauf kommt es doch an. Das sie nicht ihr Soll erfüllen, sondern das sie MIT den Studenten zusammen ein gemeinsames Ziel verfolgen. Da ist umdenken gefordert und nicht wieder einfach nur das übliche Modell – der Kunde zahlt, der Kunde muß zufrieden sein. Der Kunde wäre in dem Fall zufrieden wenn er ohne viel Stress ohne durchzuplumsen am Ende sein Wisch in der Hand hält und Ende. Das ist zu kurzfristig gedacht. Der Kunde / Student muß eben nicht immer zufrieden sein (im Sinne dieser kurzfristig gedachten Idee) Nein – er muß dann später erkennen können – Ok, das hat mir dadurch was gebracht … auch von mir aus deswegen weil er durchs Vordiplom gepurzelt ist … was weiß ich! Aber diese Beziehung darf eben nicht heißen durchwinken, sondern gemeinsames erarbeiten eines Zieles. Das ist die Zufriedenheit die erreicht werden muß. Nicht das schnell durchkommen und hinterher auf die Fresse fallen, weil graue Theorie mit der unweigerlich harten Praxis konfrontiert wird.
Ach ja …
–> Aber da darf man von Studenten ruhig erwarten dass sie das auch in Eigenarbeit erarbeiten können, in 20 Jahren werden sie niemanden mehr haben der ihnen die neueste Software erklärt.
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Natürlich … das hat doch auch niemand angezweifelt oder widersprochen. Das zusätzliche das zum “mastern” des Werkzeuges führt muß unweigerlich in Eigenarbeit gepaart mit Erfahrung erledigt werden. Ohne Frage … aber trotzdem gilt: auch in 20 Jahren gibt es noch jemanden der Dir zur Not erklärt wie etwas grundsätzlich funktioniert in einem Paket. Stichwort spezielle Schulungen für versch. Software. Und diese Einrichtungen halte ich wahrlich nicht für schlecht. Sie helfen Dir auf dem Weg überhaupt Dir selbst den nächsten Schritt beizubringen. Zumind. sollten sie das wenn sie gut sind. Von schlichtem mach’et so und so halten wir/ich ja auch nichts. Aber man kann doch ebenso wenig nichts gegen Starthilfe haben? Und um mehr gehts ja nicht. KANN es nicht gehen!
Und wenn wir – Du und ich – das uns alles Abends im dunklen Kämmerlein beibringen – Supi! Aber so ist ja nunmal nicht jeder … und manch einer brauch eben den ersten Motivationsschub. Den darf er gerne haben! Meiner Meinung nach.
dann sind wir glaub auf einer Linie Peter.
Ich hab das nur geschrieben weil meine FH so technikvernarrt ist … Die kaufen die teuersten Geräte und zwar massenweise. Mit dem Geld könnte man das siebdrucken billiger machen, verschiedene interessante Papier den Studenten zur Verfügung stellen …
Das Werkzeug Rechner/Software muss im Beruf gut sein, vor allem wenn man auf Zeit arbeitet, aber während dem Studium reicht ein stinknormaler 20″ iMac doch dicke aus!
Das selbe gilt für die Kentnisse in Software etc. Im Beruf muss man um effektiv arbeiten zu können seine Technik beherrschen, aber im Studium kann man am Anfang ruhig auch mal stümpern, bis man merkt das man es halt einfach braucht :-)
Hallo,
nun muss ich auch meinen Senf dazu geben.
Ich vermisse in den Grafiker Schulen und der FH Praxisbezug.
3-4 Jahre Studium/Schule und dann ein reingequetschtes Praktikum ist einfach zu wenig.
Es sollte sowas wie ein duales System damit die Lernenden einen Bezug zur Realität bekommen und keine Bewerbungsabsage bekommen wegen fehlende Praxiserfahrung.
Besser wissen was wirklich abgeht anstatt Luftschlüsser bauen. Ist mir Samstag bei den Grafik-/Produktdesign Diplomen in München aufgefallen. „Nette�? Arbeiten aber nichts was mich umhaut. Eigendlich wie die Kunst auf Kulturzeit/3Sat. Völlig überbewerter Durchschnitt. Mehr Gastdozenten (Spiekermmann ;) ) müssen auch her.
Über den Tellerrand schaun ist sehr wichtig.
Ebenso wäre es gut die Zugänge zu Designschulen/FH zu begrenzen.
Leider gibts viel zu viele Gestalter die sich gegenseitig ausbeuten lassen bei geringer Bezahlung und viel zu viele Überstunden machen.
Sentenza (schn, dich hier mal wieder zu sehen, Meister!!!)
> ich geb doch die Kohle für euch, also winkt mich auch schön durch
So ists in der Praxis ja oft leider. Was absurd ist, oder? Fahrschule bezahlt man auch – und trotzdem fällt man durch, wenn man nicht einparken kann. :-D
>Die Fähigkeit eine konkrete, begründetet Meinung zu entwickeln
Amen. Informierte Meinung ist wichtig.
>Filtern hat immer etwas negatives.
Es wird IMMER gefiltert, also kann es nichts negatives sein. Als ich BWL studiert habe, durften 3000 Erstsemester anfangen, weil der NC schwach war und der Fachbereich keinen Eignungstest machen durfte. Da greifen dann andere Filter: Sitzplätze, Parkplätze, Durchfallquoten von 98%. Statt filtern sollte man es vielleicht so sehen,dass man VERSUCHT, die geeigneten Leute in die richtigen Studiengänge zu kriegen. Es geht dabei nicht um Fairness auf subjektiver Ebene: Jeder denkt SELBST, er sei der nächste Sagmeister und die doofe Uni will ihn nur nicht, gemein. Es geht darum: Wie kriegt man es am effizientesten für die Schule hin? Mappe – find ich zu früh. Gespräche? Tests?
Ansonsten gebe ich dir Recht: Ob gut oder schlecht, in unserem System wird PERMANENT gefiltert, und meist unsanft – von der Wiege bis zur Bahre. Und es wird immer krasser. Die Aufgabe einer Schule kann nicht sein, dass in Frage zu stellen, sondern den Studenten das Rüstzeug zu geben, aus diesem Prozess als Sieger hervorzugehen und zugleich innere Integrität zu entwickeln, um in diesem System nicht unterzugehen oder auszubrennen.
Thierry
>aus der ferne sieht diese ausbildung ziemlich schlimm
Leider teilweise ja. Ich finde auch die Trennung von Designern, die «kreativ» sind, aber keinerlei Ahnung von ihren Werkzeugen haben und Leuten, die dann den Dreck sauber zusammenstückeln und sich mit Farbräumen und PDF auskennen, extrem abstrus. Zumal unsere Werkzeuge doch immer einfacher werden. Wir sind ja nicht mehr in den 80ss, als digital noch Abenteuerspielplatz war.
>ein gewisser handwerklicher stolz ist schon vorhanden.
So solls ja auch sein!
>großer Fan von learning by doing
Einzige Weg. Man lernt nicht Auto, indem man drüber redet. trotzdem muss technik – im aktiven Tun – erläutert werden. Ich hab das in den letzten Diplomen gemerkt, was da an Defiziten in dieser Hinsicht existierte und wie man den Leuten IN der Arbeit ein paar Tipps geben kann… etwa, dass es nicht smart ist, 500 Seiten Buch ohne Formatvorlagen zu gestalten oder das Bilder mit 72 dpi gedruckt eher mau aussehen werden ;-D.
>Kunden…durchgewunken
Der Anspruch kann nicht sein, Diplom-gegen-Geld zu kriegen. Der Anspruch ist, beste Leistung zu fordern und sich – siehe Sentanza – schlau zu machen, was man erwarten kann. Da gibt es realistische Grenzen (FHs haben meist bessere Mittel), aber die müssen die Schule und die Studenten im gemeinsamen Diskurs erarbeiten und abstimmen. Gemeinsames Ziel ist doch: Ideales Studium und gut vorbereitet in den Arbeitsmarkt. Ein Kunde ist nicht automatisch ein fordernder arroganter bedienmentalitätsmensch, sondern ein PARTNER. Mir geht es darum, dass die Studenten aus der Opferrolle rauskommen. Mir geht es darum, dass die an der Uni etablierte Hierarchie Dozent oben, Student unten einfach Quatsch ist. Sicher, die beiden sind nicht gleichberechtigt, aber ich finde, die klassische Haltung macht die Dozenten absurd faul. Mann, ich bin an der RA wiederholt von Kollegen gefragt worden, warum ich mich denn so für meine Studenten einsetze (O-Ton: «Warum gibts du dir den Scheiß?»). Ich glaube, wer nicht bereit ist, alles zu tun, um der Verantwortung gegenüber den Studenten gerecht zu werden, sollte etwas anderes machen – es geht immerhin um die Zukunft der Studenten. Klar sagen, wenn einer besser woanders ist, und für die, die am Start sind, 120% geben (und 220% fordern ;-)).
Siebdrucken wirst du heute in keiner Agentur mehr machen, Rechner sind (for better or worse) eben wichtiger – man sollte mit den Tools von heute arbeiten. Obwohl ich es – gerade an FHs – spannend fände, die alten Sachen auch anzubieten. Privatschulen können das nicht, aber FHs eigentlich schon. Und man sieht ja an den Areiten von BUILD wie grandios Siebdruck sein kann.
Gestalter
> Die Frage, ob wir zuviele Designer haben, mach ich nächsten Mittwoch :-D, glaub ich.
Hast du Bilder von den Sachen aus Munich?
… keine Absagen bekommen wegen fehlendem Praxisbezug …
Na komm, da sind wir aber bei einem Klassiker angelangt, oder? Da ist auch ein wenig Realitätsnähe der Arbeitgeber gefordert, nicht wahr! Junge, dynamische und sonst was verschlagwortete Leute will man haben – MIT gleichzeitigen 2-3 Jahren Berufserfahrung. Irgendwann ist man auch an dem Punkt an dem Berufserfahrung erstmal aufgebaut werden muss … Schon von der Logik her … !
Wobei man bei einem Bezug zur Realität eben auch ganz starke Einschränkungen hinnehmen muß – die – muss man sich Fragen – in einem Studium vielleicht doch eher gar nichts zu suchen hätten? Wenn Du Dich im Studium schon dahingehen geißelst nur das machen zu können was auch bezahlbar ist, den Vorstellungen des Kunden entspricht – DANN schränkst Du Dich doch selbst ein und kommst viellleicht sogar gar nicht auf Ideen, die Du ja sofort verworfen hast!? Wiederhole ich mich eigentlich gerade ^^? Egal …
Fehlenden Praxisbezug zu bemängeln der eben auch nicht vorhanden sein kann ist schon irgendwo Unfug … Seine idee’igen “Flausen” muss man eben früh genug ablegen.
Wobei mir gerade auffällt das ich Realitätsbezug evtl. auch anders definiert habe wie jmd. anders. Wie definierst Du das denn?
Und glaubst Du das das Problem lösen würde: den Zugang zu beschränken um Dumpingpreise und usselige Arbeitszeiten ad acta legen zu können? Da ist doch wohl eher die Vorstellungen schuld – ach kommt, ihr klickt doch nur da am Rechner rum und dann löppt das doch!
Auch!
DAAAAS Thema für next week aufsparen bitte :-D.
Das Arbeitgeber immer eigentlich Kindergarten-Abgänger haben wollen, die aber seit 20 Jahren internationale Erfahrung gesammelt haben UND noch voll formbar, aber total praxiserprobt sind… das ist doch in jeder Branche so ein Unding. Aber nicht unbedingt die Norm.
Habs gerade gelesen – wird … aufgespart … Legen wir uns dazu solange die keyboardhandschellen an … und übrigens … @HD ich war eigentlich nie weg – hab immer geschaut, nur – zugegeben – wenig geschrieben!
wie so viele :-D