
Sleepwalkers ist eine Anthologie der Zusammenarbeiten von David Sylvian in letzten Jahren, darunter bereits veröffentlichte Tracks, die zusammen mit Ryuichi Sakamoto oder Nine Horses entstanden sind. Vor allem bei Nine Horses dürfte ohnehin jeder Sylvian-Fan die kompletten Veröffentlichungen haben. Als Sammlung zeigt das Album schön die Bandbreite von Sylvians Arbeit von Sachen, die «fast» Popmusik sind hin zu sperrigen, ambitionierten Konstruktionen aus klassischer Musik und Gesang, der an Rezitation grenzt. In seinen letzten Alben hat sich Sylvian mehr und mehr dem Experiment, dem «Fringe» seiner eigenen Musik zugewandt, ist unzugänglicher geworden, insofern ist Sleepwalkers eine gute Erinnerung daran, wie viel Lebendigkeit und Energie bestimmte Kolloboratoren aus Sylvian herauskitzeln können und wie oft ihm eigentlich die Fusion aus Intensität und Emotionalität gelingt, die auf seinen Soloalben einem kühlen Intellektualismus gewichen ist. Die Bandbreite der Musik, zusammengehalten durch den markanten, unirdisch schönen Gesang, macht Sleepwalkers, selbst wenn man die meisten Tracks schon kennt, zu einer mehr als hörenswerten Compilation und zu einem wichtigen Lebenszeichen von Sylvian. Für Fans ohnehin ein Must-Buy, für Einsteiger neben Everything and Nothing ein Album, das sich gut in jedem Plattenschrank macht.
14. Februar 2011 07:50 Uhr. Kategorie Musik. Tag Alternative. Keine Antwort.