
Clownfisch ist eigentlich kein studentisches Magazin, wird aber von Studenten der Ruhrakademie gemacht. Von Christian Hampe und Beate Blaschczok über ein Jahr lang aus der Taufe gehoben, erscheint heute abend die Nullnummer auf der Releaseparty im Wuppertaler LCB. Das erste Heft hat «America» zum Thema und wartet mit einer bunten Sammlung von Photos, Illustrationen und Texten auf, die – wie immer bei solchen anthologisch strukturierten Magazinen – mal mitreissen, mal nicht so. Es gibt großzügige Illu- und Photostrecken, die ehrlich und trashy daherkommen und Spaß machen, aber den Textseiten fehlt es gestalterisch dann irgendwo an Richtung. Will man etwas kritisieren, so zum einen die typographischen Patzer, sowohl im Layoutraster als auch und besonders nervig die Mikrotypographie, die permanent dissonant falsch ist. Man kann kein Designmagazin machen, wenn Basics wie der Gedankenstrich nicht sitzen, das Mal-zeichen permanent falsch ist, von Durchschuß und Zwischenschlag, fehlenden Kapitälchen, mauen Headline-Fonts und vielen anderen gestalterischen Fragen ganz zu schweigen. Insofern ist die erste Ausgabe vielleicht eher etwas zum Gucken, weniger etwas für Freunde guter Typographie. Das Cover zeigt bereits, wie schnell eine schlecht gewählte Typo ein ansonsten wunderbares Motiv zerschießen kann.
Zweiter denkbarer Kritikpunkt ist die Ähnlichkeit zu Dummy, ebenfalls ein themenzentriertes Design-Magazin. Spätestens ab der nächsten Ausgabe – Zerstörung – sollte Clownfisch die Frage beantworten, inwiefern es sich deutlich für den Leser von dem etablierten Blatt unterscheidet und somit eine Theodizee der eigenen Existenz nachliefern. Die Dummy ist ziemlich gut gemacht, insofern wird der Versuch, sich von ihr abzuheben, unweigerlich zu spannenden Prozessen führen.
Denn das Potential von Clownfisch ist – bei aller Detailkritik – absolut spürbar. Bereits die Nullnummer, immer die schwerste aller denkbaren Geburten, strotzt von guten Arbeiten und führt wie eine Miniatur-Ausstellung durch verschiedene Perspektiven zum gewählten Thema, mal assoziativ mal mit Wut. Obwohl noch zum großen Teil mit Ruhrakademie-Bordmitteln gemacht (Bach, Störr, Lietmann sind Dozenten der Akademie), lässt sich erkennen, wie gut das Heft werden kann, wenn die Basis der Beiträge breiter wird und das Clownfisch-Team, mit dem hoffentlich eintretenden künstlerischen und wirtschaftlichen Erfolg mehr Kontakte, mehr Auswahl, ergo auch mehr Wucht für die kuratorische Arbeit einer Mag-Redaktion haben werden.
Wenn man weiß, wie klein das Team hinter Clownfisch ist und wie persönlich die Vision, wie intensiv die Arbeit dahinter, kann man nicht anders, als das Ergebnis mögen und hoffen, dass Christian, Beate und ihr Team noch einiges mehr an Output produzieren werden, ich freu mich drauf…






















12. Mai 2007 15:15 Uhr. Kategorie Design. 2 Antworten.
Viel Erfolg für eure Zeitschrift.
[...] Christian Hampe ist nicht nur Co-Herausgeber des Clownfisch-Magazins, sondern macht akut auch sein Diplom an der Ruhrakademie bei mir – zum gleichen Thema wie die nächste Clownfisch: Zerstörung. Entweder im Oktober oder im April, wir werden sehen :-D. . . jedenfalls dokumentiert er die Herangehensweise auf einem Blog zum Diplom, ohne dabei allerdings allzuviel zu verraten, damit es noch ein paar Überraschungen geben kann. Das Blog ist so eine Art virtueller Notizblock, Experimentiertstube, vernetzt zugleich aber auch Christian und mich und den Co-Berater Hendrik Lietmann. So wird das Blog zur offenen Korrekturplattform. Gar keine so schlechte Idee für die Zukunft, finde ich… Beitrag vom 17. August 2007 aus der Kategorie ONLINE. // Kommentare durch RSS 2.0 Feed verfolgen. // Kommentar schreiben // Trackback // // zurück zum Blog [...]