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CHKCHKCHK: MYTH TAKES

Auch so eine Platte, die seit Februar aufs bloggen wartet. Postpunkfunkacidravemarchingband70spsychedelicphillydiscosweatboxerbeat ist die noch beste Kategorisierung, die sich für ChkChkChk anbietet. Und vor dem Live-Gig hätte ich die Platte sich noch besser gefunden, aber gegen die surreale Wucht der Band auf der Bühne stinkt die Studioversion stets etwas ab. Dennoch ist das dritte Album der US-East/Westcoast-Band ein Meisterwerk. Polyrhythmisch, unfassbar dicht gewoben, dabei immer tanzbar, etwas so verwirrend und komplex wie das Coverartwork, mit mehr Einflüssen als man aufzählen kann und dennoch absolut straight ins Blut gehende Live-Tanzmusik.

Die Bandmitglieder sind größtenteils Multiinstrumentalisten und das merkt man dem Eklektizismus der Kompositionen auch jederzeit an. Blasinstrumente, flirrende Electronics, lärmende Gitarren sorgen über den brutal treibenden Bass/Drum-Grundgerüst (das Album ist nicht umsonst vom Bassisten co-produziert) für fast voodooartige Stimmung, tiefe tribale Dschungelstimmung, durch die sich Nic Offers seltsamer Sprechgesang/Vocals-Mix oft kaum durchdrücken kann. Der Gesamteffekt ist eine Druckwelle von Musik, deren Zitatvielfalt keine Sekunde davon ablenkt, dass es um Party geht.

Im Grunde klingen ChkChkChk so, wie die Red Hot Chilli Peppers wahrscheinlich gerne klingen würden – eine moderne Funkmusik, die so dicht, so grell, so flirrend, so neon, so explosiv sind, dass man unweigerlich an dichtgepackte Dancefloors in viel zu engen Räumen denkt, in denen der Schweiss von der Decke tropft. Gerade die Hits wie Must be The Moon oder Heart of Hearts wirken wie musikgewordenes Koffein.

Schade ist eigentlich nur, das die Produktion, so tight und professionell sie auch sein mag, hinter dem extremen Wall-of-Sound-Feeling der Liveauftritte zurückbleibt, etwas zu steril und professionell wirkt, etwas zu smooth, oft auch an der Dichte der Instrumentierung versagt. Aber das ist bei den meisten guten Liveacts unweigerlich so – die Bühnenpräsenz ist durch nichts zu ersetzen, die mehrspurige Aufnahmetechnik im Studio macht die Package professioneller, slicker, glatter… aber eben auch ohne Ecken und Kanten und Spielfreude. Bei ChkChkChk klingt das Album oft zu sehr nach Drumcomputer, zu wenig nach Livedrums, zu straight, zu kontrolliert. Dessen ungeachtet eine CD, die man – gerade weil die Musik eingängig, aber nicht einfach ist – immer und immer wieder hören kann.

15. Juli 2007 02:50 Uhr. Kategorie Musik. Eine Antwort.

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