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	<title>HD Schellnack &#187; Technik</title>
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		<title>Interfaces</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 16:46:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HD Schellnack</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technik]]></category>
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		<description><![CDATA[Wo Kommunikation mit dem Computern in den Grenzen der Software (und abgesehen von Abstürzen) bisher weitestgehend sicher und eindeutig war - zieht mit Siri die Fallibilität, das Missverständnis, die Doppeldeutigkeit, eben eine Art »Fuzzyness« ein, die erstmals zu einer Art von Dialog führt, bei der der Computer sogar via verbaler Feedbackschleifen rückfragen kann (und muss!), was der Nutzer denn da  eigentlich  gemeint haben könnte. ...  Aber schon jetzt zeichnet sich ab, dass ein stimmbasiertes und dialogorientiertes Interface einen Paradigmenwechsel darstellt, den die Kids, die Siri mit dummen Fragen auszutricksen versuchen (und dabei der Anthropomorphisierung ihrer Hardware auf den Leim gehen, also bereits Interaktionen starten, die sie per Maus/Tastatur niemals so in Betracht ziehen würden), gar nicht verstehen bzw. hinterfragen und der genau deshalb so grandios unsichtbar und sanft stattfindet - ähnlich wie es ja klug war, uns das Cloning als Technologie in Form eines harmlosen Schafes zu präsentieren. ...  Konsequent zu Ende gedacht, wäre ein derartige nahtlose Verbindung mit Hard- und Software eine Erweiterung unserer mentalen Möglichkeiten, für die wir Menschen sozusagen Anlauf und Training brauchen, weil unser Gehirn sich den Möglichkeiten wird anpassen müssen (so wie es ja bereits jetzt langsam notgedrungen neue Selegierungsstrategien gegen den Zerstreuungsmechanismus einer vernetzten Welt entwickelt, wobei uns wieder Software gegen die Gefahren anderer Software zur Seite springt…).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.hdschellnack.de/uploads/telepathicclark.jpg" alt="hd schellnack" /></p>
<p>Eine der größten Revolutionen in der Kommunikation mit Computern ist neben der Rolle, die Computer im Alltag zunehmend fast beiläufig und wie selbstverständlich spielen, dass wir nicht mehr mit den gewohnten Interface-Schnittstellen arbeiten, die dem Menschen die Logik einer von der Schreibmaschine abgeleiteten Interaktion aufzwingen, sondern die digitalen Schnittstellen so rapide und grundlegend den menschlichen Sinnen und Werkzeugen entgegen kommen, dass eine Unterscheidung zwischen »analog« und »digital« zunehmend obsolet wirkt. Berührung, Stimme, handschriftliche Zeichen oder sogar Blicke &#8211; obwohl die meisten Technologien oft noch rudimentär wirken, hat sich bereits durch diese Ansätze der Umgang mit, vor allem aber das Denken über Software-Interaktionen grundlegend geändert.</p>
<p><strong>Hand</strong><br />
Vor nicht einer Dekade noch komplett in den Kinderschuhen, ist die Steuerung von Software durch Berührung(en) heute längst zu einem Quasi-Standard geworden. Musste man bis vor einigen Jahren noch mit einem Stift auf einer Art Plastikbildschirm herumtippen, Soseins moderne kapazitative Glasdisplays in der Lage, Bewegungen und multiple Berührungspunkte zu deuten, durch Gyroskop und Accelorometer sogar eine Art Anschlagstärke zu ermitteln (etwa bei Garageband). Samsung hat diese Technolgie gerade erst auf der CES 2012 auf Fenstergröße übertragen. Obwohl erst wenige Jahre verfügbar, hat dieser Ansatz zusammen mit fast rahmenlosen, leichten, tragbaren Devices zu einem kompletten Umdenken über Interfaces geführt. Ein Programm ist nicht mehr ein über die Maus-Tastatur-Metapher gesteuerte abstrakte Lösung in einem Monitor, ein Programm simuliert heute das, was es als Lösung anbietet und wird so als Programm unsichtbar. Ein Taschenrechner sieht aus und bedient sich wie ein Taschenrechner, ein Notizbuch sieht aus wie ein echtes Büchlein, beim virtuellen eBook lassen sich die Seiten umblättern als wären sie fast echt, ein DJ-Mischpulte bietet Plattenteller und Mischpultregler und so weiter. Es gibt zwar noch Menüs, aber auch diese wirken eher wie eine Übergangslösung, ansonsten: keine Tastaturkürzel, keine rechten oder doppelten Mausklicks &#8211; sondern eine möglichst approximative Simulation, die optisch aber auch von der Bedienung her daran gemessen werden kann, wie »echt« sich die Bedienung anfühlt.</p>
<p>Apple wurde &#8211; auch von mir &#8211; für die etwas kitschigen Nutzer-Interfaces von iCal und Co. gescholten, aber tatsächlich ist diese Annäherung an das Echte nur konsequent bzw. der sinnvolle erste Schritt zu »Simulacra-Softwares«. Das iPad kann bereits jedes Kleinkind bedienen, weil das unmittelbare Bedienen durch Drücken, Ziehen und andere Gesten mit den dazugehörigen Effekten der Lernfähigkeit der menschlichen Natur entspricht, Cause-and-Effect kennen wir ja auch aus der realen Welt. Angeblich fangen ja die ersten an Tabletts gewöhnten Kleinkinder bereits an, enttäuscht zu reagieren, wen sich echte Bücher eben nicht auf einen Tap hin öffnen oder reale Gegenstände nicht wie virtuelle auf Berührung reagieren und eine Animation starten. Dabei ist das Herumtasten auf einer kalten Glasscheibe sicher nur ein erster Schritt zu berührungssensitiver Kontrolle von Software-Interfaces. So wie es über kurz oder lang unweigerlich 3D-Displays geben wird (und ansatzweise ja bereits gibt), werden wir auch Bildschirme haben, die auf Berührung mit einer Art von Widerstand Feedback geben können und die unterscheiden können zwischen verschiedenen Abständen zum Display (Hover) bzw. auch direkt auf die Stärke des Anschlags. Die jetzt sehr eindimensionale Touch-Fähigkeit wird sich also nach und nach erweitern, bis die Displays nicht nur visuell einen realen Gegenstand simulieren können (und dies mit hochauflösenden Displays zunehmend an der Grenze, an der das menschliche Auge zwischen »echt« und »unecht« nicht mehr unterscheiden kann, d.h. keine Pixelbausteine mehr sichtbar sind), sondern auch haptisch. Nutzen wir einen virtuellen Taschenrechner, wird er nicht nur aussehen und klingen wie »real«, sondern auch die dimensionale Tiefe (3D) haben und sich anfühlen als würden wir auf einem echten Gegenstand Zahlen eingeben, nicht auf der bloßen planen Display-Simulation des Gegenstandes. Die Tasten werden spürbar nachgeben und einen Druckpunkt haben, sie können eventuell durch virtuellen Schweiss und Dreck »rubbelig« werden, sie können sich nach Gummi oder Hartplastik anfühlen. Es wird ein längerer Weg über zahlreiche Zwischenstufen sein, bis man wirklich sensorisch überzeugende Simulationen erzeugen kann, aber es wird sehr wahrscheinlich kommen &#8211; wodurch automatisch Abnutzung zu einer Frage der Programmierung wird.</p>
<p>Schon jetzt ist es so, dass ein iPad, iPhone oder Android als »opportunistische« Devices an sich nahezu unsichtbar werden und in einer Art Camouflage alles tut, um sich selbst unsichtbar zu machen und uns zu überzeugen, dass wir einen Photoapparat, ein Buch, eine Klaviatur usw. vor uns haben. Es ist evolutionär nur logisch, dass die Geräte diese Camouflage perfektionieren werden, denn am Markt werden die Anbieter erfolgreich sein, die mit immer neuen Features noch »realistischer« werden. Sowohl Apple als auch Microsoft (mit Windows 8) bauen bereits jetzt auch bei klassischen Desktop-Geräten die Touch-Metapher aus, was bei diesen zunächst hölzern und befremdlich wirkt. Was auf dem Pad sinnfällig ist, wirkt über ein Touchpad nach wie vor zu umständlich &#8211; dieser Umstand ist ein Symptom für den Übergang vom »klassischen« Computerparadigma, an dessen spezifische Interface-Metahern wir uns gewöhnt haben, hin zu einem neuen Paradigma, dass die Vorstellung dessen, wie wir mit Computern interagieren, neu definieren wird.</p>
<p><strong><br /></strong></p>
<p><strong>Stimme</strong><br />
Apples »Siri«-Stimmerkennung und -kontrolle ist von Google nicht ohne Grund als revolutionäre Veränderung im Umgang mit Computern (und eben Suchmaschinen) beworben worden. Wo Kommunikation mit dem Computern in den Grenzen der Software (und abgesehen von Abstürzen) bisher weitestgehend sicher und eindeutig war &#8211; zieht mit Siri die Fallibilität, das Missverständnis, die Doppeldeutigkeit, eben eine Art »Fuzzyness« ein, die erstmals zu einer Art von Dialog führt, bei der der Computer sogar via verbaler Feedbackschleifen rückfragen kann (und muss!), was der Nutzer denn da <em>eigentlich</em> gemeint haben könnte. Siri ist deshalb natürlich noch &#8211; obwohl bereits verblüffend leistungsstark, vor allem in der englischsprachigen Version &#8211; eine Art Spielerei, die mehr zu Fehlschlägen und Umwegen als zu einer echten Effizienzsteigerung führt. Es ist nach wie vor ärgerlich, wenn beim Diktat Siri nicht reagiert und man ganze Sätze verliert oder wenn eine einfache SMS vier verschiedene Befehle und Anläufe braucht, bis sie stimmt.</p>
<p>Aber bereits heute gibt es Situationen und Kontexte, in denen Spracheingabe natürlicher und schneller wirkt als der Touchscreen, zumal Siri ohne den Start dezidierter Programme läuft, sondern sich an den User-Bedürfnissen orientiert und die Programme dann selbst auswählt und startet &#8211; im Vordergrund steht also was der User will, nicht welches Werkzeug dazu verwendet werden muss. Ich starte also nicht den Browser, um etwas zu suchen, sondern die Software »entscheidet« dies selbst. Diese Art von AI, konsequent zu Ende gedacht, dürfte die Art, wie wir mit Maschinen interagieren, umwälzen und sozusagen renaturalisieren. Nicht nur in dem Sinne, dass wir ganz im Stile von SF-Filmen demnächst Maschinen per Zuruf steuern, sondern weil diese Steuerung wieder analoger (oder zumindest doch <em>simuliert</em>-analoger) wird. Während in den letzten drei bis vier Dekaden wie nie zuvor die visuellen Sinne in den Vordergrund gestellt wurden und wir uns sozusagen evolutionär an diese Verknappung angepasst haben, also Seh-Wesen geworden sind, darf nun der auditive Kanal wieder zum Zuge kommen. Noch ist Siri in der Benutzung dabei eindimensional. Nutze ich die Sprach-Software, wird der visuelle Kanal förmlich abgeschaltet, ich kann nicht auf der visuellen Eingabeebene simultan andere Dinge tun, also etwa einen Text diktieren und gleichzeitig im Web surfen per Touch oder Software per Touch <em>und</em> Stimme kontrollieren, also etwa in Photoshop mit einem Pen oder auf dem Display direkt arbeiten und dabei per Stimmbefehl Werkzeuge auswählen oder Bildeffekte anwenden (»20% mehr Kontrast«). Es ist immer entweder Stummfilm oder Hörspiel. Aber schon jetzt zeichnet sich ab, dass ein stimmbasiertes und dialogorientiertes Interface einen Paradigmenwechsel darstellt, den die Kids, die Siri mit dummen Fragen auszutricksen versuchen (und dabei der Anthropomorphisierung ihrer Hardware auf den Leim gehen, also bereits Interaktionen starten, die sie per Maus/Tastatur niemals so in Betracht ziehen würden), gar nicht verstehen bzw. hinterfragen und der genau deshalb so grandios unsichtbar und sanft stattfindet &#8211; ähnlich wie es ja klug war, uns das Cloning als Technologie in Form eines harmlosen Schafes zu präsentieren.</p>
<p>Wir werden erst in einigen Jahren wahrnehmen, wie zentral dieser Shift war. Mit der Stimmkontrolle fällt prinzipiell die Hardware als Interface-Element weg. Es muss nichts mehr »bedient« werden, es gibt keine Tasten zu drücken, keine Zeiger zu bewegen &#8211; die Interaktion mit Maschinen wird bei ausgereifter Spracherkennung möglich, <em>ohne</em> ein Werkzeug dafür bedienen und erlernen zu müssen. Der Mensch nähert sich nicht mehr dem Rechner an, sondern umgekehrt.</p>
<p><strong><br /></strong></p>
<p><strong>Schrift</strong><br />
Auf der gleichen Ebene liegt die Entwicklung der Schrifterkennung, die sogar technisch ähnlich gelagert ist, weil hier schnelle Webanbindung und OCR auf leistungsfähigen Servern die ehedem hohen Hardware-Anforderungen für lokale Rechner deutlich gesenkt haben. Ein mobiler Prozessor könnte keine vernünftige Stimm- oder Schriftdechiffrierung leisten, ein kraftvoller Server und ein schnelles Internet aber sehr wohl &#8211; die Rechenpower wird einfach ausgelagert. Seit Dekaden ist die eigentlich ja als technische Notlösung zu denkenden QWERTZ-Tastatur <em>der</em> Standard bei der Texteingabe. Ursprünglich entwickelt, um durch eine eben möglichst ungewohnte nicht-alphabetische Tastaturanordung das Schreiben so zu <em>verlangsamen</em>, dass die anfälligen frühen Mechaniken nicht blockieren konnten, haben wir uns so sehr an dieses Layout gewöhnt, dass wir damit aufgrund der Übung oft spürbar schneller und anstrengungsloser schreiben als mit der Hand, so sehr, dass die Handschrift langsam auszusterben droht.</p>
<p>Dennoch kommt die manuelle Eingabe von Schrift und Zeichnungen in den letzten Jahren in eine Art Renaissance &#8211; Techniken wie der Livescribe Echo Smartpen oder der Wacom Inkling machen es möglich, unterwegs zu schreiben oder skizzieren, ganz altmodisch auf Papier, und später mit digitalen Daten weiterzuarbeiten. Ob die audiovisuelle «Pencast»-Verknüpfung des Livescribe, der mit einer Kamera auf speziellem Papier die Handschrift aufnimmt und zugleich Ton aufnehmen kann und insofern z.B. für Notizen bei Meetings nahezu ideal ist oder die sich eher an Künstler wendende (und noch nicht ganz ausgereifte) Inkling-Idee eines «Funk»-Stiftes… beide Ansätze können noch nicht hundertprozentig überzeugen. Der Echo-Pen ist klobig und das Schreiben mit der Kugelschreibermine relativ unergonomisch anstrengend, der Inkling zwar kleiner, aber weniger leistungsstark und zudem (noch) relativ unzuverlässig. Dennoch ist es natürlich phantastisch, handschriftliche Notizen, plus einer Aufzeichnung des tatsächlich zeitgleich Gesagten einfach digitalisieren zu können und dabei die Handschrift noch mit einer soliden Trefferquote in MyScript in «getippte» Schrift umwandeln zu können.</p>
<p>Auch hier noch befindet sich die Technik in einer Art Gestationsphase, der man aber bereits anmerkt, welches Potential freigelegt werden kann, wenn ein normaler Schreibakt auf Papier (bzw. auf einem Display, das Papier emuliert) die Tastatur verdrängt. Ein Beispiel für dieses Potential ist die OCR-Engine des Online-Archivs Evernote, das nicht nur die verschiedensten Eingabemedien «schluckt», sondern vor allem auch in jeder Art von Bild, egal ob Photo oder PDF mit handschriftlichen Notizen, nach lesbarem Text sucht und diesen für die Volltextsuche bereitsstellt, also die Welt in Photos «ausliest». Diese serverseitige state-of-the-art-OCR erkennt in Sekunden selbst Worte zuverlässig, die ich selbst kaum noch entziffern kann. Zwar gibt Evernote (unverständlicherweise) bei Handschrift die Ergebnisse nicht als Text aus, sondern nutzt sie wirklich nur für eine Suchfunktion… aber wie gut auch die unlesbarste Schrift hier verlässlich gedeutet wird, zeigt, wie weit die Technik hier ist und wie sehr die Grenzen zwischen Spracheingabe, Tastatur und Stifteingabe hinfällig werden. Wie auch immer wir Informationen eingeben werden &#8211; die Devices werden lernen, <em>uns</em> zu verstehen.</p>
<p><strong><br /></strong></p>
<p><strong>Bio-Interfaces</strong><br />
Haptik, Stimme und Schrift sollten bereits genügen, um in den kommenden Jahren die Morphologie der Mensch-Maschine-Kommunikation völlig umzuwälzen. Die Möglichkeiten der kommenden Dekade dürften bereits halten, was SF-Filme noch vor 20 Jahren versprachen, von der Realität des Spielberg-Thrillers «Minority Report» sind wir nicht mehr weit entfernt, zumindest nicht in Sachen Interface-Technologie (Fliegende Autos und Jetpacks lassen nach wie vor auf sich warten.) Bereits jetzt deutet sich aber auch ein weiterer, tiefschürfender Umbruch an, der den gesamten menschlichen Körper zum Interface deklariert. Sanfte Vorläufer sind Waagen und Blutdruck- oder Glucosemessgeräte, die Biodaten an Software übermitteln, Kameras, die mit einem Lächeln ausgelöst werden oder die Gesichter von Freunden automatisch erkennen und für den Autofocus nutzen oder auch Gadgets wie das Jawbone Up, das (wenn auch noch unfassbar primitiv) Bewegungssignale ermitteln und an das iPhone übertragen kann. Auch DSLR-Kameras können ja heute bereits analysieren, wohin wir durch den Sucher blicken und auf das, was unser Auge ansieht, automatisch scharfstellen.</p>
<p>Unsere Vitalzeichen, wie lange wir schlafen, unsere Stimmungen und Ernährung werden über kurz oder lang zunächst nur im Sinne reiner Datensammlung, mittelfristig aber auch als Steuerparameter direkt von Softwares genutzt werden. Dies wahrscheinlich zunächst im spezialisierten Bereich &#8211; etwa von Pflegerobotik oder Überwachungssystemen in Krankenhäusern -, sehr bald aber auch im privaten Segment… schon jetzt verkaufen sich Apps und Gagdgets für das Self-Monitoring ausgezeichnet. Was man sich zunächst so einfach denken kann wie Kochbuch-Applikationen, die auf anderenorts gesetzte Diätwerte und -ziele reagieren oder ein iTunes, das auf Stimmungen oder beim Jogging auf das Pulstempo reagiert, öffnet zwei neue Perspektiven… die Nutzung des gesamten Körpers als Interface und die Nutzung des Gehirns im Speziellen. Das Body-Interface kann natürlich bedeuten, dass Software aktiv auf größere Bewegungen, Gesten, Vitalwerte, aber auch auf Geo-Daten und Zeitdaten reagiert (so wie jetzt ja schon Reminder-Softwares aktiv auf GPS-Daten anspringen und uns im Supermarkt die Einkaufsliste zeigen). Der physische Körper und sein Umfeld werden so zu Eingabe-Matritzen der Software. Was der Mensch wo und wann macht, wird zum kybernetischen Steuerimpuls.</p>
<p>Der andere Aspekt, die direkte Schnittstelle ins Gehirn, klingt aus heutiger Sicht nach SF, selbst wenn in der neuronalen Steuerung von Implantaten und Prothesen in den letzten Jahren ebenso sprunghafte Fortschritte gemacht werden wie in der «Geodäsie» der Gehirnfunktionen. Die Idee, direkt aus neuronalen Strömen heraus Software zu steuern bzw. von dieser auch unmittelbar, unter Umgehung anderer Sinnesorgane, Eindrücke vermittelt zu kriegen, mag heute noch abenteuerlich klingen. Aber das, was wir heute Smartphone nennen, war bis vor 50 Jahren auch noch auf Serien wie StarTrek begrenzt (»Navigator«) und dabei deutlich kruder und begrenzter als die heutige Realität, die jedermann frei zugänglich ist. Umgekehrt waren in den 60er Jahren Körpermoddings, die heute für jeden Teenager zum Alltag gehören, undenkbar. Wer hätte zu Zeiten von Truman oder selbst Kennedy geglaubt, in welchem Maße Piercings, Tattoos und anderen Selbstverstümmelungsstrategien reguläre, ja fast langweilige Modephänmene werden würden &#8211; wer hätte zu Zeiten von »Mad Men« voraussehen wollen, dass es heute einen Boom zur elektrische Zigarette geben würde? Will man da heute wirklich noch ernsthaft bezweifeln, dass Google Translation irgendwann so effektiv sein wird, dass wir uns in Echtzeit grob in fremden Sprachen werden unterhalten können &#8211; per Spracherkennung, serverbasierter Übersetzung und Sprachausgabe? Marshall McLuhans 1969er Vision einer telepathischen Welt, in der &#8211; über das hochraffinierte Werkzeug Computer, das alle anderen kruderen Werkzeuge überschreibt &#8211; ein «universales Verständnis» möglich wird, ist zum Greifen nahe.</p>
<p><strong><br /></strong></p>
<p><strong>Der siebte Sinn</strong><br />
Das Interessante an all diesen Entwicklungen ist, dass sie sich dem Menschen zuneigen. Anstatt uns seltsame krude Werkzeuge aufzuzwingen, nähert sich Maschine und Software immer mehr unseren ureigentlichen Kommunikationswerkzeugen an. Tastatur und Maus weichen Gestik, Handschrift, Stimme und Auge, die Lernkurve für die »Steuerung« von Software wird immer flacher, ähnelt immer mehr biologischen Prozessen. Die Maschinen werden biomorph. Man darf diese Entwicklung durchaus kritisch sehen, vor allem wenn sie primär gewinnorientiert und ohne ethische Kontrolle abläuft, wird sie aber kaum mehr zurückdrehen können. Der Computer &#8211; und noch viel mehr der Äther des Web &#8211; sind Büchsen der Pandora, die nur vielleicht ein verheerender Krieg oder eine andere Katastrophe kurzfristig wieder verschließen würde. Positiv gesehen aber fallen hierdurch technologische Krücken weg, die wir seit Gutenberg benutzen, um umständlich eine Brücke zwischen Massenkommunikation und individuellen Ausdruckspotentialen zu schlagen.</p>
<p>Phoneme, Alphabet, Druck, selbst Schallplatte und Video sind nur Faustkeile… und je fortschrittlicher die biomorphen Interfaces werden, um so einfacher und unkomplizierter wird unsere Kommunikation untereinander und mit Maschinen werden. Der Clou dabei ist, dass das Medium sich dabei auflöst. Der Rechner als große Konvergenzmaschine, der sämtliche medialen Ausdrucksformen binär zerhäckselt und völlig neu zusammenstückeln kann, dem es denkbar egal ist, ob er nun Musik oder Bilder, Schrift oder Töne in 0 und 1 auflöst, wird in den kommenden Jahren selbst unsichtbar werden. Bereits das iPad bricht mit der Metapher des »Computers«, ja des technischen Gerätes schlechthin. Abgesehen von einem in Zukunft wahrscheinlich zusätzlich verschwindenden Minimum an Knöpfen ist es als technisches Utensil nicht zu erkennen &#8211; die Eigenbedienung ist ein Minimum, das gerät verwandelt sich durch die Software in was immer auf dem Bildschirm an sich gezeigt wird… wobei das Wort «Bildschirm» schon fast in die Irre führt, wenn das ganze Gerät nur noch ein Screen <em>ist</em>.</p>
<p>Die Frage, inwieweit Computer und Web noch als solche wahrnehmbar sind, wenn es nicht einmal mehr den Bildschirm gibt, sondern osmotische oder sogar direkte neuronale Verbindungen für selbsttätige Steuerungsmechanismen sorgen, die intuitiv, instinktiv genutzt werden können, stellt sich kaum: Was heute noch «externe» Medien sind, würde tatsächlich zur symbiotischen Sinneserweiterung, zu einem siebten, achten, neunten Sinn. Wohin sich das entwickelt sieht man schon heute, wenn Leute bei Gesprächen Fakten kurz googlen, mitten in einem Film mit IMDB nach Trivia suchen oder oft zwar durchaus in der echten Welt anwesend, aber simultan auch in Facebook oder Twitter oder Instagram aktiv sind. Diese Form von Multitasking wird ein Standard werden, eine Art Layer, das sich über die normale Kommunikation legt und durch den Wegfall klassischer Interface-Hardware quasi unsichtbar wird, die Form eines internen Monologs annehmen kann.</p>
<p>Wir sind bereits heute permanent online &#8211; in Zukunft kann das aber ein Teil der tatsächlichen Wahrnehmung von Welt sein, was heute grobmotorisch als Augmented Reality vermarktet wird. Konsequent zu Ende gedacht, wäre ein derartige nahtlose Verbindung mit Hard- und Software eine Erweiterung unserer mentalen Möglichkeiten, für die wir Menschen sozusagen Anlauf und Training brauchen, weil unser Gehirn sich den Möglichkeiten wird anpassen müssen (so wie es ja bereits jetzt langsam notgedrungen neue Selegierungsstrategien gegen den Zerstreuungsmechanismus einer vernetzten Welt entwickelt, wobei uns wieder Software gegen die Gefahren anderer Software zur Seite springt…). Diese Sinneserweiterung wird auf eine Art begrenzte elektronische Telepathie hinauslaufen &#8211; du wirst ohne Bildschirm, ohne Tastatur, ohne »Gerät« in irgendeinem Sinne <em>wissen</em>, ob es Freunden eine halbe Welt entfernt gerade gut oder schlecht geht. Und es läuft auf eine sanfte Allwissenheit hinaus &#8211; weil der Wissensschatz des Webs nicht mehr per Suchmaschine erarbeitet werden muss, sondern ebenso neural einfach »da« ist wie andere Informationen und Erinnerungen ja auch. (Spannend und erschreckend wird die Frage, wie Werbung dann wohl funktioniert…)</p>
<p>Obwohl ich nicht sicher bin, inwieweit unsere Generation solche biotechnologischen Verschmelzungen noch miterleben wird, zeichnen sich solche Lösungen logisch ab. Zum einen werden Prozessoren, wenn sie weiter hohe Leistungssprünge bringen wollen, irgendwann biologisch funktionieren müssen, zum anderen stellen Interfaces wie Displays und Tastaturen die größte Hürde für den Verkleinerungstrend von Elektronik dar. Die Prozessoren und Speicher selbst sind längst winzig &#8211; nur der Mensch braucht eine gewissen Bildschirmgröße und seinem Körper entsprechend große Eingabewerkzeuge, um mit dem Rechner in Dialog treten zu können. Die Vorstellung, dass Hersteller früher oder später den gordischen Knoten durchschlagen und weitestgehend auf Hardware verzichten werden, ist also naheliegend. Die Vorstellung davon, wie diese Art von direkter Wahrnehmung von softwarebasierten Angeboten als «Sinn» sich anfühlen mag, wie es sein könnte, wenn Informationen, aber auch Spiele, Musik, Filme usw. direkt als «Schicht» über unserer normalen Wahrnehmung liegen oder mit dieser unzertrennbar verwoben sind, kann man sich bestenfalls als psychedelischen Trip vorstellen. Ich habe kaum Zweifel daran, dass wir uns als Menschen an diese induzierten zusätzlichen Sinne gewöhnen werden &#8211; wie wir uns an andere mediale Dinge auch gewöhnt haben, die zwei drei Generationen vorher die Menschen in den Wahnsinn getrieben hätte. Die physische Härte moderner Metal- oder Drum’n’Bass-Musik, die extrem schnellen Schnitte in Musikvideos, die surreale Unwirklichkeit von 3D-Filmen, die Absurdität der meisten Werbefilme, die generelle Schnelligkeit der Zivilisation heute &#8211; all das dürfte einen Besucher aus den 1920er Jahren zur Verzweiflung bringen, ist für uns aber Alltag. Wer weiß also, woran sich unsere Nachfahren anpassen werden können?</p>
<p>Unsere Generation wird den langen &#8211; und sicher spannenden &#8211; Weg machen weg von Computern als «externe» Arbeitsgeräte hin zu alltäglichen Begleitern. Aus schrankwandgroßen besseren Taschenrechnern sind in nicht einmal 50 Jahren taschenrechnergroße exzellente Multifunktionsgeräte geworden, die die meisten bisherigen Medienangebote nahtlos in sich vereinen. Geräte, deren Evolution und (Markt-)Überleben davon abhängt, sich für ihre Nutzer unersetzbar zu machen. Unsere Generation wird entscheidend miterleben, wie dieses Eindringen von Web und Software in den Alltag unser Verhalten und unseren Umgang miteinander entscheidend verändern muss. Unser Denken über Copyright, Verhaltenskodexe, wirtschaftliche Modelle, Beziehungsideale, Berufswege, Mode, Kunst, Freundschaft, Kommunikation, Wahrheit &#8211; nichts wird dieser so unscheinbar anfangenden Revolution gewachsen sein. Wir stecken mittendrin und haben die Möglichkeit (und wahrscheinlich die Pflicht), in irgendeiner Form diese Entwicklung mit zu formen… zwischen Hypermarken, die den Markt dominieren und einer Politik, die reflexartig solchen Großunternehmen zuzuarbeiten gewohnt ist, ohne die man allerdings auch die Annehmlichkeiten moderner Technik nicht hätte, so dass nie ganz klar ist, ob man Google, Apple und Co nun lieben oder verfluchen sollte. Der Weg zu den neuen Interfaces wird voller wunderbarer Paradoxien und Irrläufer sein.<br />
Freuen wir uns drauf.</p>
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		<title>Mobile Mouse &#8211;  iPhone zum Diktat</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Nov 2011 22:20:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HD Schellnack</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Trick ist denkbar einfach: Man installiert auf dem iPhone die «Fernbedienung»  Mobile Mouse , die viele von euch wahrscheinlich schon haben, um vom iPhone aus einen Laptop bedienen zu können.   MobileMouse bietet eine Art Touchpad, dessen Bewegungen durch eine kleine Software namens  Mobile Mouse Server , die installiert sein muss und die es gratis im AppStore gibt, an das iPhone übertragen werden. ...  Zunächst auf den ersten Blick unspannend, aber wenn man das Mikrophon von Siri aktiviert und in das iPhone spricht, erscheint wie von Zauberhand der gesprochene Text geschrieben am Cursor im Text auf dem Desktop-Mac, im Grunde völlig verzögerungsfrei.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.hdschellnack.de/uploads/mobilemouse.jpg" alt="hd schellnack" /></p>
<p>Dieser Tip ist zu gut, um ihn nicht doch noch einmal zu teilen. Man kann vom iPhone 4S aus problemlos und in Echtzeit auf jeden beliebigen Mac diktieren. Der Trick ist denkbar einfach: Man installiert auf dem iPhone die «Fernbedienung» <a href="http://itunes.apple.com/us/app/mobile-mouse-pro-remote-trackpad/id289616509?mt=8">Mobile Mouse</a>, die viele von euch wahrscheinlich schon haben, um vom iPhone aus einen Laptop bedienen zu können. MobileMouse bietet eine Art Touchpad, dessen Bewegungen durch eine kleine Software namens <a href="http://itunes.apple.com/us/app/mobile-mouse-server/id412814284?mt=12&amp;ign-mpt=uo%3D4">Mobile Mouse Server</a>, die installiert sein muss und die es gratis im AppStore gibt, an das iPhone übertragen werden. Mobile Mouse kann jedoch nicht nur Mausbewegungen leisten, sondern auch diverse Steuerungsfunktionen übernehmen, etwa Apps starten oder als iTunes-Fernbedienung dienen… oder eben als vollwertige «Ferntatstatur» dienen. Zunächst auf den ersten Blick unspannend, aber wenn man das Mikrophon von Siri aktiviert und in das iPhone spricht, erscheint wie von Zauberhand der gesprochene Text geschrieben am Cursor im Text auf dem Desktop-Mac, im Grunde völlig verzögerungsfrei. Damit wird das iPhone zum Mikrophon für den Mac. Zumindest bis Dragon Express auch auf Deutsch erscheint, ist das eine ideale Zwischenlösung für DIY-Spracherkennung ohne Extrakosten. </p>
<p>(via <a href="http://www.tuaw.com/2011/11/19/how-to-use-siri-for-voice-dictation-on-a-mac/">TUAW</a>)</p>
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		<title>Scan auf iPad und iPhone</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Nov 2011 11:58:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HD Schellnack</dc:creator>
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		<category><![CDATA[iOS]]></category>
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		<description><![CDATA[Für den Fujitsu Snapscan S1100 gibt es ein interessantes Update, das ein direktes Senden von Scans, die mit dem Gerät gemacht werden, auf die ScanSnap-App erlaubt.   Ehrlich gesagt würde ich so etwas heute über Fotostream lösen, aber die Entwicklung zeigt, das Fujitsu es mit der Weiterentwicklung der ScanSnap-Umgebung bisher relativ ernst meint. ...  Dank an Heidi Schall für den Tipp.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.hdschellnack.de/uploads/scantoiPad.jpg" alt="hd schellnack" /></p>
<p>Für den <a href="http://www.hdschellnack.de/fujitsu-scansnap-s1100/" target="_blank">Fujitsu Snapscan S1100</a> gibt es ein interessantes Update, das ein direktes Senden von Scans, die mit dem Gerät gemacht werden, auf die ScanSnap-App erlaubt. Ehrlich gesagt würde ich so etwas heute über Fotostream lösen, aber die Entwicklung zeigt, das Fujitsu es mit der Weiterentwicklung der ScanSnap-Umgebung bisher relativ ernst meint. Mehr gibt es <a href="http://www.scansnapcommunity.de/?p=1707" target="_blank">hier</a> und <a href="http://www.scansnapcommunity.de/?p=1747" target="_blank">hier</a>. Dank an Heidi Schall für den Tipp.</p>
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		<title>12 Tage mit Siri</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Oct 2011 18:13:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HD Schellnack</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Apple]]></category>
		<category><![CDATA[iOS]]></category>
		<category><![CDATA[Software]]></category>

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		<description><![CDATA[Während ich mit ihrer englischen Cousine eigentlich bestens zurecht komme, will die etwas strengere deutsche Dame ihre Pseudo-KI nur sehr sparsam aktivieren und spielt mir statt dessen allerlei Streiche - ruft unversehens Leute an, macht lustigfalsche Termine an falschen Tagen in falsche Kalender, macht aus einer einfachen SMS einen Dialog mit fünf Rückfragen und mag anscheinend keine der Bands auf meinem iPhone, weil mein Musikgeschmack einfach zu englisch-lastig ist.  ...  Es ist verblüffend, das eine Firma, deren Erfolg ursprünglich darauf basiert, ein graphisches User-Interface für einen binär operierenden Rechner erfunden zu haben, also einer Blackbox von 0 und 1 eine Art «Gesicht»verliehen zu haben, uns nun wieder zurückführt zu einem Hör-Kosmos, und damit langsam die visuelle Dominanz von Computern zur Neige geht, weil wir sie wieder ganzheitlich wahrnehmen - mit den Fingern auf dem Display herumstreichen, mit den Augen sehen, mit Mund und Ohren in einem Dialog mit dem Gerät. ...  Das und vielleicht das nach wie vor etwas seltsame Gefühl, wenn man öffentlich relativ deutlich vor sich hinspricht, sei es in Kopfhörer oder ein Handy - andere Leute mögen das durch Bluetooth oder Diktaphon gewöhnt sein, ich komme mir nach wie vor idiotisch dabei vor, so wie man sich ja auch immer noch geniert, wenn man im Wartezimmer eines Arztes nicht mehr ein Buch, sondern iBooks zur Hand hat. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.hdschellnack.de/uploads/siri.png" alt="hd schellnack" /></p>
<p>Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus &#8211; vielleicht liegt es daran, dass ich Apples neue Spracherkennungs-Fee Siri nicht immer ganz verstehe… und sie mich schon gar nicht. Während ich mit ihrer englischen Cousine eigentlich bestens zurecht komme, will die etwas strengere deutsche Dame ihre Pseudo-KI nur sehr sparsam aktivieren und spielt mir statt dessen allerlei Streiche &#8211; ruft unversehens Leute an, macht lustigfalsche Termine an falschen Tagen in falsche Kalender, macht aus einer einfachen SMS einen Dialog mit fünf Rückfragen und mag anscheinend keine der Bands auf meinem iPhone, weil mein Musikgeschmack einfach zu englisch-lastig ist.</p>
<p>Man muss natürlich vorsichtig sein, eine Beta-Version &#8211; und es ist schon weit gekommen, dass Apple eine unfertige Software veröffentlicht und zum Premium-Kaufargument eines ansonsten technisch weitgehend unveränderten Geräts hochjazzt &#8211; allzustreng zu beurteilen. Aber tatsächlich ist die deutsche Fassung von Siri, aufgrund der komplexeren Syntax, der weiteren Akzentmöglichkeiten und der Tatsache, dass Deutschland ein unwichtigerer Markt ist, der US-Fassung gegenüber weit zurückgeblieben. Weniger Features sind das eine (kein Wolfram Alpha ist wirklich schade), das andere ist die vielleicht unumgängliche, im Alltag aber surreale Tatsache, das die deutsche Siri keinen Brocken Englisch erkennt. Bei einer Sprache, die so von Anglizismen, von britischen und amerikanischen Bands, Filmen und Autoren durchtränkt ist, kann das aber zuweilen eine furchtbar wichtige Sache sein. Tatsächlich ist Siri als Steuerung für den iPod nahezu unbrauchbar, wenn man sich nicht auf deutsche Musiker kapriziert &#8211; gute Botschaft für alle Wolfgang-Petry-Fans, ganz schlechte Nachrichten für den Rest der Welt.</p>
<p>Dabei ist Siri eigentlich eine grandiose Interface-Erweiterung. Das definierte, klar umrissene des visuellen Eingabeschemas wird hier ergänzt durch ein weiches Gegenstück, nicht umsonst weiblich bezeichnet, bei dem man nie ganz genau weiß, was es kann und wo die Grenzen des Machbaren sind. Wetter in Frankfurt abfragen, kein Problem. Eine App starten &#8211; Fehlanzeige. Eine SMS diktieren, kein Ding. Eine Mail oder einen Tweet diktieren &#8211; nicht drin. Wecker und Timer stellen &#8211; bravourös. Voicemail abfragen &#8211; impossible. Eine Erinnerung festhalten oder einen Termin eintragen &#8211; geht (wenn auch problembehaftet). Den Termin aber in einen speziellen Kalender haben wollen &#8211; nicht drin. Reminders und iCal sind ohnehin ein Problem &#8211; ich habe es in den zehn Tagen vielleicht drei- oder viermal geschafft, Siri mit einem Ansatz dazu zu bringen, einen richtigen Termin aufzuschreiben. Meist sind die Einträge aber so fehlerhaft &#8211; mal Zeit oder Ort, mal Titel -, dass man am Ende doch Handarbeit vorzieht und den Text korrigieren muss. Es ist ein exploratives, durchaus ja auch unterhaltsames Spiel, zu entdecken, was die Spracherkennungssoftware leisten kann, zumal es von Apple keinerlei echte Anleitung zu geben scheint. Das spielerische daran mag theoretisch grandios sein &#8211; ist es unbedingt &#8211; aber dennoch beinhaltet diese Form von Interface ein Frustrationspotential wie man es von normalen, visuell orientierten Eingabemethoden nicht mehr kennt. Es wirkt langsam, umständlich und erinnert eher an die Automatenstimmen am anderen Ende der Leitung einer Hotline als an einen echten, quasi-humanoiden «Assistenten». Während die amerikanische Siri eine recht angenehme Stimme hat und problemlos auch komplexe Eingaben erkennt, fühle ich mich bei der deutschen Siri stets ein wenig wie bei der Telekom-Service-Hotline.</p>
<p>Grandios ist die Möglichkeit, direkt in allen Apps zu diktieren. Ich nutze bereits seit einiger Zeit Dragon Dictation auf dem iPhone und die Siri-Speech-to-Text-Schnittstelle ist einfach besser, weil unmittelbar in die Software integriert, der Umweg über die Zwischenablage entfällt. Für kurze Memos in Memento, aber auch für Mails während der Autofahrt, oder für längere Texte beim Waldspaziergang, ist die Diktiersoftware absolut ausreichend… scheitert aber ebenfalls sportiv an allem, was entferntestens aus dem Englischen kommt oder Eigenname ist. Es ist zwar absolut humorig, was Siri aus «Palahniuk» macht (Palatschinken…), aber nach einer Weile wäre ein Lerneffekt eben doch eine feine Sache. Dieser Kritik ungeachtet &#8211; die Spracherkennung ist famos gelöst, auch in den Details (ausgeschaltetes iPhone ans Ohr, Siri aktiviert sich automatisch), und hat eine Menge Zukunftspotential &#8211; so viel, dass ich bereits anfange, Siri auf dem iPad zu vermissen. Es ist verblüffend, das eine Firma, deren Erfolg ursprünglich darauf basiert, ein graphisches User-Interface für einen binär operierenden Rechner erfunden zu haben, also einer Blackbox von 0 und 1 eine Art «Gesicht»verliehen zu haben, uns nun wieder zurückführt zu einem Hör-Kosmos, und damit langsam die visuelle Dominanz von Computern zur Neige geht, weil wir sie wieder ganzheitlich wahrnehmen &#8211; mit den Fingern auf dem Display herumstreichen, mit den Augen sehen, mit Mund und Ohren in einem Dialog mit dem Gerät. So primitiv und Cargo-Cult-artig Siri sich noch gegenüber echtem menschlichen F2F anfühlt, so spektakulär ist doch gerade, dass diese Technologie hier so harmlos, so schafsartig brav daherkommt &#8211; vielleicht hätte man sie auch Dolly nennen können. Und darüber, wie wichtig es ist, dass es eine Frauen-Identität ist, ist sicher bereits eine psychologische Semesterarbeit in der Mache, würde ich wetten.</p>
<p>Das größte Manko ist derzeit die Einschränkung auf deutschen Wortschatz &#8211; und mir ist klar, wie unendlich komplexer eine Software sein muss, die aktiv deutsche und englische Wörter auseinanderhalten und richtig zuordnen/erkennen muss. Dennoch &#8211; im Alltag nach knapp zwei Wochen ist dies (neben der eher schlechten Arbeit mit Kalendereinträgen) das Hauptmanko. Das und vielleicht das nach wie vor etwas seltsame Gefühl, wenn man öffentlich relativ deutlich vor sich hinspricht, sei es in Kopfhörer oder ein Handy &#8211; andere Leute mögen das durch Bluetooth oder Diktaphon gewöhnt sein, ich komme mir nach wie vor idiotisch dabei vor, so wie man sich ja auch immer noch geniert, wenn man im Wartezimmer eines Arztes nicht mehr ein Buch, sondern iBooks zur Hand hat. Es ist immer noch zu «anders» um 100% alltagstauglich zu sein.</p>
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		<title>One Less Drop</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Oct 2011 12:34:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HD Schellnack</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Apple]]></category>

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		<description><![CDATA[ Es ist interessant, dass rund um die Marke Apple eine Art Parasitenkultur entstanden ist von kleinen Firmen, die sich mit verschiedensten Produkten an den Wirtskörper von Macs und iDevices angedockt haben – Docks, Taschen, Audio, zusätzliche Kabel und zahlloses anderes mehr oder minder sinnvolles Zubehör, es scheint keine Grenzen der Fantasie zu geben.   Die eben etwas lückenhafte Infrastruktur von Apple gibt vielen kleinen Firmen die Chance, sich mit innovativen Produkten, zu etablieren - in etwa der gleichen Art in der Quark als Quasi-Standard, der aber zig Benutzerwünsche offen ließ, zu einem El Dorado für Plug-In Entwickler wurde. 


...Die Lösung ist dabei zwar ähnlich simpel, aber immerhin etwas eleganter, als einfach ein Buch oder anderes Gewicht auf die diversen Kabel zu legen - und mit dem rutschsicheren Gummi gibt der one less drop sicheren halt für Lade-, Audio- oder Videokabel von Laptops und Smartphones, auch wenn sie nicht von Apple sind. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><IMG SRC="http://www.hdschellnack.de/uploads/onelessdrop_01.jpg" ALT="hd schellnack"></p>
<p>Es ist interessant, dass rund um die Marke Apple eine Art Parasitenkultur entstanden ist von kleinen Firmen, die sich mit verschiedensten Produkten an den Wirtskörper von Macs und iDevices angedockt haben – Docks, Taschen, Audio, zusätzliche Kabel und zahlloses anderes mehr oder minder sinnvolles Zubehör, es scheint keine Grenzen der Fantasie zu geben. Die eben etwas lückenhafte Infrastruktur von Apple gibt vielen kleinen Firmen die Chance, sich mit innovativen Produkten, zu etablieren &#8211; in etwa der gleichen Art in der Quark als Quasi-Standard, der aber zig Benutzerwünsche offen ließ, zu einem El Dorado für Plug-In Entwickler wurde.</p>
<p><IMG SRC="http://www.hdschellnack.de/uploads/onelessdrop_02.jpg" ALT="hd schellnack"></p>
<p>Der <a href="http://www.kickstarter.com/projects/deanheckler/onelessdrop">one less drop</a> vom Heckler Design ist hier keine Ausnahme. Das bei Kickstarter geborene und binnen kürzester Zeit finanzierte Projekt ist im Ergebnis ein einfaches Stück Aluminium, poliert und eingefärbt, das keinen anderen Zweck erfüllt, als Kabel von Notebooks und iPhones oder ein Herz zu halten. Kleiner als eine Handfläche, aber schwer genug um Kabel zu fixieren, ist der Aluminiumklotz in Silber, oder grün-gelblich und rot als Sonderedition verfügbar und fasst ein Kabel in einer oberen Schiene und ein weiteres unter dem Block selbst. </p>
<p><IMG SRC="http://www.hdschellnack.de/uploads/onelessdrop_03.jpg" ALT="hd schellnack"></p>
<p>Was was auf den ersten Blick wie ein sinnloses Zubehör wirkt, funktioniert in der Praxis ausgezeichnet &#8211; Kabel die vom Tisch herunterrutschen oder auf dem Schreibtisch herumliegengehören mit diesen einfachen Alu-Block der Vergangenheit an. Die Lösung ist dabei zwar ähnlich simpel, aber immerhin etwas eleganter, als einfach ein Buch oder anderes Gewicht auf die diversen Kabel zu legen &#8211; und mit dem rutschsicheren Gummi gibt der one less drop sicheren halt für Lade-, Audio- oder Videokabel von Laptops und Smartphones, auch wenn sie nicht von Apple sind. Ein schöner Bonus ist, dass Thunderbolt und HDMI-Kabel ebenfalls präzise und sogar recht fest in die obere Führung passen und man so den Kabelbaum eines ganzen Notebooks sicher stabilisieren kann. Die Zeiten, in denen man hinter einem Regal oder Tisch nach heruntergefallenen Kabeln fischt, sind mit dem one less drop jedenfalls größtenteils vorbei.</p>
<p><IMG SRC="http://www.hdschellnack.de/uploads/onelessdrop_04.jpg" ALT="hd schellnack"></p>
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		<title>Muse</title>
		<link>http://www.hdschellnack.de/muse/</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Aug 2011 17:08:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HD Schellnack</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Software]]></category>
		<category><![CDATA[Web]]></category>

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		<description><![CDATA[Dennoch macht es in Entwicklungsphasen durch recht einfache Werkzeuge und die Einbindung grundlegender JQuery-Tools schon mehr möglich als jedes andere WYSIWYG-Tool bisher und schafft so eine Brücke zum Programmierer, vor allem aber auch einen Weg - und das ist etwa bei uns zunehmend wichtig - komplexere Konzepte auch zumindest semi-funktional vorzustellen, ohne gleich hohe Entwicklungskosten zu haben. ...  Insofern ist Muse vielleicht gar nicht so sehr für die Großmutter, die sich eine kleine Website machen will, gedacht, sondern wird sich als Skizzenblock erweisen, so wie sich in den letzten Jahren Keynote oder das absolut alberne iWeb als solide Lösung in der Ideenfindungsphase erwiesen haben, wenn es darum geht, ein Konzept zu erstellen und noch nicht über die Grenzen von Java nachzudenken.  ...  Angefangen von der Air-Umgebung über das Abo-Modell bis zu der Frage, ob außer Business Catalyst noch andere CMS/Hosting-Lösungen integrierbar sein werden - oder warum Adobe nicht aus Indesign, Edge, Muse, Dreamweaver und all diesen Einzellösungen eine überzeugende Gesamstruktur entwickeln kann -, Muse ist nichts, worüber ein Web-Dev seinen Schlaf verlieren sollte. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.hdschellnack.de/uploads/museicon.jpg" alt="hd schellnack" /></p>
<p>Wer hätte gedacht, dass Adobe noch einmal für Aufregung sorgen würde? Anstatt sich stillschweigend in den Niedergang von Flash zu fügen, setzt Adobe mit der Beta von Muse auf eine Art Nachfolgemodell zu Flash und Dreamweaver und präsentiert in der 0.8er Beta-Version eine Art Indesign fürs Internet. Was man sicher als richtigen Schritt in die falsche Richtung bezeichnen kann &#8211; es sollte inzwischen klar sein, dass der Weg zu einer echten WYSIWYG-Webentwicklungssoftware lang bis eventuell unmöglich ist, und der Weg für Menschen, die schnell und preiswert eine Homepage haben wollen wahrscheinlich eher über modifizierbare Von-der-Stange-Themes à la WordPress oder Squarespace führen dürfte. Tatsächlich sehen ja auch immer mehr von Agenturen gelieferte Sites heute nicht so viel anders aus als die Standards von CMS-Theme-Anbietern, hier ein Nivo-Slider, dort ein Caroussel, hier etwas FluidGrid &#8211; selbst gut gemachte Sites bauen heute auf Jquery-Standardelementen auf und folgen oft, bewusst oder unbewusst, einer Blog-artigen Logik. Und in diesem Kontext ist das komplette Design einer Website mit einer Desktop-Software fast aufwendiger als das Zusammensetzen und Individualisieren bestehender Bausteine &#8211; es scheint also hier nicht darum gehen zu können, dafür ist die Software auch zu komplex, für den Tante-Emma-Laden eine Low-Budget-Weblösung anzubieten. Für professionelle Developer aber dürfte Muse auch nichts sein, die coden zu Recht von Hand und werden wohl kaum eine Lösung akzeptieren, die zwar besseren Code als Dreamweaver und iWeb usw abzusondern scheint, aber natürlich lange keinen sauberen perfekt polierten Programmierer-Ansatz ersetzen kann. Aber für wen taugt Muse dann eigentlich?</p>
<p>Für die Designer, zumindest in der Skizzenphase. Ich glaube keine Sekunde, dass man mit Muse (oder wie immer es final heißen mag) ernsthaft eine saubere Website wird bauen können. Mag sein, dass man einen Low-End-Schnellschuß damit machen kann oder eine Platzhalter-Site. Mag sein, wenn Adobe eine vernünftige CMS-Einbindung liefern kann (die es bisher nicht gibt) und an den Details arbeitet, dass es auch im Entwicklungs-Workflow einen Raum für Muse gibt. Bisher sehe ich den Nutzen eher darin, Dinge, die man bisher in Photoshop oder Indesign (oder sogar iWeb, Keynote oder Flash) gemacht hat, hier solider zu vereinen &#8211; halbwegs lauffähige Previews/Modelle für Pitches, Usability-Experimente, Prototyping und das reine Screendesign. Ob am Ende ein Entwickler den dabei entstehenden Code vielleicht sogar weiter verwerten kann (was ja nicht dumm wäre), ist dabei sowas zweitrangig. Aber ein semibrauchbares Modell einer Idee online zeigen zu können und das nicht gar so unsagbar schlecht wie mit PDF oder iWeb-HTML, wäre schon ein Schritt nach vorne und sei 180 Euro im Jahr gern wert. Muse entpuppt sich also, bei allen bisherigen Schwächen, als brauchbarer Skizzenblock fürs Webdesign. Das Adobe einige wichtige Basics nicht verstanden hat &#8211; etwa die Trennung von Content und Form oder die Endgeräte-unabhängige Fluidität von Layouts durch Browser- und Medienabfragen, sticht ins Auge. Muse überträgt Print-Prinzipien ins Web, wo sie nicht hingehören. Dennoch macht es in Entwicklungsphasen durch recht einfache Werkzeuge und die Einbindung grundlegender JQuery-Tools schon mehr möglich als jedes andere WYSIWYG-Tool bisher und schafft so eine Brücke zum Programmierer, vor allem aber auch einen Weg &#8211; und das ist etwa bei uns zunehmend wichtig &#8211; komplexere Konzepte auch zumindest semi-funktional vorzustellen, ohne gleich hohe Entwicklungskosten zu haben. Wo man bei Indesign nie wirklich eine konkrete Vorstellung hatte, wie Schriftgrößen und Bilder real auf diversen Geräten wirken, hat man hier wenigstens eine grobe Vorstellung, wie es online aussehen wird &#8211; und zugleich aber deutlich mehr Möglichkeiten als bei iWeb, und zugleich weniger abstruse 90er-Jahre-HTML-Ansätze als mit Dreamweaver. Irgendwo zwischen Muse und Hype liegt ein Ansatz, mit dem auch Non-Coder zumindest eine Idee davon, wie sie sich eine Site vorstellen, zunächst gestalten und präsentieren können, ohne sich gleich in den Code-Dschungel zu begeben. Aber warum eigentlich nicht?</p>
<p>Weil es im Webdesign in der Programmierung nur zwei Stufen gibt derzeit &#8211; teuer und individuell oder preiswert und (relativ) ready-made, wobei ich letzteres inzwischen sogar bei High-End-Sites finde. Ich finde aber, so sehr einheitliche Standards ihren Sinn haben, dass hierunter die Vielfalt im Web und damit die Weiterentwicklung des Mediums leidet. Zwar bin ich ja der Meinung, das «Websites» wie wir sie heute kennen in 10 oder 20 Jahren wahrscheinlich völlig obsolet sein werden, aber bis dahin ist es etwas schade, wenn zunehmend alles nach CMS-Templates aussieht. Man mag über Flash denken, was man mag &#8211; aber in den Heydays der Flash-Sites gab es unter dem ganzen visuellen Müll auch einige Sites, die mit den Möglichkeiten der Software wunderbar verspielte und in Sachen Interface «andere» Ideen realisieren konnten. Man denke nur an die Experimente von Yugop mit Flash, an die frühen Group94 und die Möglichkeiten, die eine derart graphische Ausrichtung von Sites bis heute im Hinblick auf Interaktivität mit sich bringt. Heute wirkt alles dagegen etwas nüchtern, schnelle Information ist wichtig &#8211; im Grunde braucht man die Site an sich kaum noch, man kann sich Text und Bilder auch via RSS oder Readability/Safari Reader auslesen und auf das Design drumherum verzichten. Die selbsternannten Minimalisten mag diese Entwicklung freuen &#8211; aber sie hat das Web weniger explorativ, weniger vernetzt, weniger immersiv gemacht.</p>
<p>Was viel damit zu tun hat, dass Webdesign heute zu wenig von Designern kommt. Ich werde das Gefühl nicht los, die Möglichkeiten von HTML und bestehende Lösungen bestimmen, wie Sites aussehen &#8211; unabhängig von den tatsächlichen Bedürfnissen und kommunikativen Anliegen der Auftraggeber. Da geht eine gigantische Standardisierungswelle, bei der am Ende Modemarke wie Museum nach «Typo3» oder «Joomla» aussehen, nicht nach Modemarke oder Kunst. Es geht ja auch mit HTML kaum anders, Java hin oder her, wenn man mit den Browsern nicht havarieren will und die Mobil-Prozessoren nicht durchgrillen.</p>
<p>Die Hoffnung bei Muse &#8211; und ich bin da sicherlich viel zu optimistisch &#8211; wäre also vielleicht, dass Gestalter ohne Rücksicht auf die Möglichkeiten von CM-Systemen, ohne auf etablierte JQuery-Bibliotheken zurückzugreifen, einfach visuell aufregend gestalten und das Design mit seinen Wünschen und Lösungen sich wieder vor das Coding mit seinen (Un)Möglichkeiten und Begrenzungen stellt. Auch wenn ich der Meinung bin, dass nahezu jeder, der heute Design studiert, programmieren können müsste, weil die Entwicklung nahtlos in diese Richtung geht, ist das wichtige an einer Web-Lösung immer noch die dahinterstehende Idee, die kommunikative Strategie. Und je besser die Designer diese entwickeln und dem Auftraggeber (und später den Programmierern) kommunizieren können, umso besser. Muse mag dabei ein primitives Werkzeug sein &#8211; aber es ist immer noch besser als andere bisherige Lösungen. Es fehlt an allen Ecken und Enden &#8211; und sei es nur eine integrierte Upload/FTP-Lösung &#8211; aber für Wireframes, Prototypen und und und kann es ein gutes Werkzeug sein &#8211; wenn auch ein sauberes CSS wahrscheinlich allemal schneller sein dürfte für die, die es händisch können. Dennoch glaube ich gerade für die Entwicklungsphase, das alles gut ist, was das Denken vom Code befreit und auf die Bedienung, die Gestaltung, und vor allem auf schnelles, experimentelles Design zurückführt. Insofern ist Muse vielleicht gar nicht so sehr für die Großmutter, die sich eine kleine Website machen will, gedacht, sondern wird sich als Skizzenblock erweisen, so wie sich in den letzten Jahren Keynote oder das absolut alberne iWeb als solide Lösung in der Ideenfindungsphase erwiesen haben, wenn es darum geht, ein Konzept zu erstellen und noch nicht über die Grenzen von Java nachzudenken.</p>
<p>Zugleich zeigt Adobe aber, wie weit die Marke sich vom Markt entfernt hat. Mag das «Subscription»-Modell noch vor einer Dekade mutig gewesen sein, wirkt es derzeit etwas old-fashioned. So wie bereits bei der Creative Suite ein fast atemberaubend dreister Mietpreis im Raum steht, scheint auch hier weniger der Preis ein Thema zu sein (180 € ist ja recht fair) als vielmehr die enge Anbindung an Adobe und das «Nicht-Besitzen» von Software veraltet zu sein. Warum nicht einfach für 299 € in den AppStore damit und fertig &#8211; und bei der Gelegenheit gleich die nächste CreativeSuite auch auf diesen Weg schicken. Angefangen von der Air-Umgebung über das Abo-Modell bis zu der Frage, ob außer Business Catalyst noch andere CMS/Hosting-Lösungen integrierbar sein werden &#8211; oder warum Adobe nicht aus Indesign, Edge, Muse, Dreamweaver und all diesen Einzellösungen eine überzeugende Gesamstruktur entwickeln kann -, Muse ist nichts, worüber ein Web-Dev seinen Schlaf verlieren sollte. Ich sehe keine Low-Budget-Sites, die damit überzeugend entstehen können, das System ist (noch) viel zu statisch, ohne Datenbank-Anbindung ist doch heute fast keine wirkliche Homepage mehr denkbar. Da gibt es andere Lösungen, die eher in diese Richtung gehen und die Brücke zwischen CMS und Enduser schließen, indem in das Backend Layout-Möglichkeiten integriert werden.</p>
<p>Was Muse aber leisten kann, ist die Non-Coder-Designer aus dem Printbereich näher an die Programmierer heranzubringen, eine Lücke zu schließen, bis diese sich durch die Weiterentwicklung des Designs von selbst schließt oder die Frage durch die weitere Evolution des Webs ohnehin überflüssig wird. Nachdem Adobe einen ähnlichen Konvergenz-Ansatz bereits bei Rome erst entwickelt und dann verworfen hat, darf man gespannt sein, ob Muse eine Chance am Markt hat.</p>
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		<title>Bamboo Stylus</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Jun 2011 17:35:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HD Schellnack</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Apple]]></category>
		<category><![CDATA[Hardware]]></category>

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		<description><![CDATA[Wo der Alupen eher an ein Stück Kreide oder einen Wachsmalstift erinnert und eher schwer, fast etwas klobig in der Hand liegt, ist der Bamboo etwas leichter (aber dabei nicht so flimsig wie der Pogo) und dünner, mehr wie ein normaler Schreiber oder Kuli/Gelroller. ...  Entscheidender Vorteil: Die Weichgummikuppe ist deutlich kleiner als bei vergleichbaren Lösungen und führt zwar nicht zu wirklich «feinerem» Schreiben - das gibt das Display des iPad gar nicht wirklich her, jedenfalls noch nicht - aber zu einem sehr viel natürlicherem Schreibgefühl und einer fast schon «echten» Schreibschrift.   Die weniger ausgeprägte Spitze hat allerdings den Nachteil, dass man nicht nur mit einem Hauch mehr Druck auf den Bildschirm drücken muss, sondern auch, dass man aufgrund des dünneren Gummis sehr viel schneller mit dem Metall des Stiftes auf den Bildschirm kommt - man muss sich also beim Schreiben etwas umstellen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.hdschellnack.de/uploads/bamboostylus_01.jpg" alt="hd schellnack" /></p>
<p>Mit dem <a href="http://bamboostylus.wacom.eu/index-DE.html">Bamboo Stylus</a> bringt Wacom in diesen Tagen relativ spät einen Stift für das iPad und andere kapazitative Displays auf den Markt &#8211; aber das Warten hat sich gelohnt. Der Bamboo beweist, das wider Erwarten eben doch auch bei einem an sich so simplen Konzept wie einem Stift mit einer Gummiblase am Ende noch feine Unterschiede eine Rolle spielen können. Aber gegenüber dem Pogo, dem Erstling auf dem Markt, und auch gegenüber dem AluPen, dem bisher besten Schreibgerät für das iPad, kann der Bamboo spontan überzeugen.</p>
<p><img src="http://www.hdschellnack.de/uploads/bamboostylus_02.jpg" alt="hd schellnack" /></p>
<p>Wo der Pogo dünn und billig wirkt und aufgrund der eher aus Velcro-artigem Material bestehenden Spitze auch sehr unschönes, kratziges Schreibgefühl vermittelt, wirkt der Bamboo solide und edel verarbeitet, gemessen am noch einmal deutlich solideren AluPen überzeugt vor allem die feinere Form. Wo der Alupen eher an ein Stück Kreide oder einen Wachsmalstift erinnert und etwas schwer in der Hand liegt, ist der Bamboo leichter (aber dabei nicht so fragil wirkend wie der Pogo) und dünner, mehr wie ein normaler Schreiber oder Kuli/Gelroller. Er ist ein bisschen kürzer als ein normaler Stift, liegt aber dennoch gut und natürlich in der Hand, der Clip kann optional mit wenigen Handgriffen entfernt werden.</p>
<p><img src="http://www.hdschellnack.de/uploads/bamboostylus_03.jpg" alt="hd schellnack" /></p>
<p>Entscheidender Vorteil: Die Weichgummikuppe ist deutlich kleiner als bei vergleichbaren Lösungen und führt zwar nicht zu wirklich «feinerem» Schreiben &#8211; das gibt das Display des iPad gar nicht wirklich her, jedenfalls noch nicht &#8211; aber zu einem sehr viel natürlicherem Schreibgefühl und einer fast schon «echten» Schreibschrift. Die weniger ausgeprägte Spitze hat allerdings den Nachteil, dass man nicht nur mit einem Hauch mehr Druck auf den Bildschirm drücken muss, sondern auch, dass man aufgrund des dünneren Gummis dabei sehr viel schneller mit dem Metall über dem Gummiball auf den Bildschirm kommt &#8211; man muss sich also beim Schreiben etwas umstellen. Ebenso ist die Haltung der Hand etwas anders &#8211; mit dem zierlichen Bamboo ist die Hand bei mir eher auf dem Glas abgelegt als mit dem Alupen, dessen Formfaktor eine ganz andere Handhabung des Stiftes bedingt.</p>
<p><img src="http://www.hdschellnack.de/uploads/bamboostylus_04.jpg" alt="hd schellnack" /></p>
<p>Einziger Nachteil des Bamboo Stylus ist womöglich, dass man ihn eher verlieren wird, weil er so klein ist &#8211; beim Preis von rund 30 € heißt es also, aufpassen.</p>
<p></p>
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		<title>Toyetic Design</title>
		<link>http://www.hdschellnack.de/toyetic-design/</link>
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		<pubDate>Sun, 19 Jun 2011 15:51:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HD Schellnack</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Retro]]></category>

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		<description><![CDATA[    Auch wenn «Toyetic» eigentlich etwas anderes bedeutet - die Möglichkeit, aus einem Medienangebot, etwa einem Film, Merchandise wie Spielzeug usw. abzuleiten - so gibt es auch mehr und mehr Design, dass im Grunde nichts anderes tut - Alltagsgegenstände und -median einen Spielzeug-artigen Charakter einhauchen und damit die Emotionen einer Gesellschaft triggert, die sich weigert, erwachsen zu werden bis ins hohe Alter.   Diese orangen  Panasonic-Kopfhörer  sind ein meisterhaftes Beispiel für diesen Trend. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.hdschellnack.de/uploads/orangeheadphones2.jpg" alt="hd schellnack" /></p>
<p>Auch wenn «Toyetic» eigentlich etwas anderes bedeutet &#8211; die Möglichkeit, aus einem Medienangebot, etwa einem Film, Merchandise wie Spielzeug usw. abzuleiten &#8211; so gibt es auch mehr und mehr Design, dass im Grunde nichts anderes tut &#8211; Alltagsgegenstände und -median einen Spielzeug-artigen Charakter einhauchen und damit die Emotionen einer Gesellschaft triggert, die sich weigert, erwachsen zu werden bis ins hohe Alter. Diese orangen <a href="http://www.amazon.de/Panasonic-RP-DJS400E-D-Stereo-Kopfh%C3%B6rer-orange/dp/B00464Y822">Panasonic-Kopfhörer</a> sind ein meisterhaftes Beispiel für diesen Trend.</p>
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		<title>Schreiben auf dem iPad: Bamboo Paper</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Jun 2011 13:23:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HD Schellnack</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Die App bietet die gesamte Fläche des iPad als Notiz-Buch, wobei die Schrift nicht wie bei vielen anderen Anwendungen «vektorisiert» wird - das Schriftbild ist so flüssig und «natürlich» wie bei Noteshelf und Penultimate, wobei letzteres Bamboo in vieler Hinsicht so ähnelt, das deutlich wird, wo sich Wacom vielleicht auch etwas Inspiration geholt hat. ... Der Verzicht auf den imitierten Buch-Look im Interface macht das iPad selbst zum Notizblock - und so einfach fühlt es sich definitiv richtig und am besten an. ... Das perfekte Notizbuch für handschriftliche Mitschrift und Zeichnungen, das intuitiv und natürlich funktioniert wie ein Stift und Papier, aber alle digitalen Vorteile mit sich bringt, gibt es aber auch hiermit (immer) noch nicht, das Rennen um die «perfekte» App, die Ästhetik und Funktionalität zu einem überzeugenden Design verbindet, ist noch offen.</p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.hdschellnack.de/wp-content/uploads/CameraRoll.jpg" alt="hd schellnack" /></p>
<p>Zum <a href="http://www.wacom.eu/index2.asp?pid=9221&amp;lang=de&amp;gm=4">Bamboo Stylus</a> Stift für das iPad bringt Wacom eine passende Notizbuch-App heraus &#8211; <a href="http://itunes.apple.com/de/app/bamboo-paper-wacom-notes-for/id443131313?mt=8&amp;ign-mpt=uo%3D4">Bamboo Paper</a> &#8211; die bis Ende des Monats noch gratis verfügbar ist. Unter den vielen Notizbuch-Applikationen für das iPad und für eine «Corporate App» macht Bamboo Paper überraschend viel richtig, vor allem verglichen mit der sehr enttäuschenden und lang erwarteten <a href="http://itunes.apple.com/us/app/moleskine/id429657255?mt=8">Moleskine-App</a>.</p>
<p>Paper ist relativ einfach gehalten, überzeugt aber zugleich mit einem durchdachten Konzept. Die App bietet die gesamte Fläche des iPad als Notiz-Buch, wobei die Schrift nicht wie bei vielen anderen Anwendungen «vektorisiert» wird &#8211; das Schriftbild ist nicht nur mit dem BambooStylus, sondern auch etwa mit dem <a href="http://www.hdschellnack.de/alupen/">AluPen</a> so flüssig und «natürlich» wie bei Noteshelf und Penultimate, wobei gerade letztere App Bamboo in vieler Hinsicht so ähnelt, das deutlich wird, wo sich Wacom vielleicht auch etwas Inspiration geholt hat. Vorteil gegenüber Penultimate ist aber die elegantere, fast nahtlose Integration der Werkzeuge in das «Blatt», so dass man gefühlt mehr Raum zum Schreiben hat.</p>
<p>Die grundlegenden Funktionen &#8211; Stifte in drei verschiedenen Stärken und sechs verschiedenen Farben, Radiergummi, Löschen der ganzen Seite und «Lesezeichen» &#8211; ähneln ebenfalls am ehesten <a href="http://itunes.apple.com/us/app/penultimate/id354098826?mt=8">Penultimate</a>. <a href="http://itunes.apple.com/us/app/noteshelf/id392188745?mt=8">Noteshelf</a> liefert hier einen deutlich größeren Funktionsumfang schon bei den Malwerkzeugen &#8211; mehr Farben, 21 Stufen «Stiiftgrößen», Bild-Import und Emoji-artige Icons geben dem Schreibenden mehr Freiheit bei der Arbeit mit seinem Text.</p>
<p>Auch bei sonstigen Features schwächelt Wacom, wieder vor allem gemessen an Noteshelf. Noteshelf bietet Evernote- und Dropbox-Integration, kann JPG als auch PDF exportieren, optional mit und ohne «Papier» und Seitenzahlen. Bamboo hingegen exportiert einzelne Seiten als JPG (768&#215;1024) oder das Notizbuch als PDF, jeweils mit «Papier» als Hintergrund. Die Auflösung ist bei allen Apps nicht ideal &#8211; besser wäre eine feinere Auflösung, aber hier hat bisher keine Notebook-App einen Vorsprung, wahrscheinlich, weil eine höhere Auflösung den ohnehin spürbaren Latenz-Faktor beim Schreiben erhöhen würde. Wobei Bamboo einen Hauch langsamer zu sein scheint als Noteshelf, weniger schnell hinterherkommt. Dropbox und vor allem Evernote-Sync sind zudem grundlegende Funktionen eines Notizbuchs, da hier das automatische Sammeln von Notizen in einem dafür perfekt geeignetem System ermöglicht wird. So kann man bei einem Meeting mitschreiben, kurz «synchen» und hat die Notizen bereits im richtigen Ordner im Bürorechner, wenn man dort ankommt &#8211; komfortabler und sicherer geht es kaum.</p>
<p>Vorteil von Penultimate und Noteshelf ist auch, dass man mehrere Notizbücher verwalten kann. Bamboo merkt man an, dass dieses Feature geplant ist &#8211; anderenfalls würden verschiedene Farben für die «Umschläge» und ein Papierkorb im Interfacedesign keinen Sinn machen. Aber die Einschränkung, derzeit nur ein Buch nutzen zu können, ist wie das Fehlen von Synchronisation und Bildimport ein großes Argument gegen Bamboo Paper.</p>
<p>Wo die App dennoch punktet ist das Design &#8211; sie ist wunderbar reduziert gestaltet, und trotz der wenigen Optionen scheint beim Schreiben ad hoc nichts zu fehlen. Der Verzicht auf den imitierten Buch-Look im Interface macht das iPad selbst zum Notizblock &#8211; und so einfach fühlt es sich definitiv richtig und am besten an. Die dezenten blauen Linien und Karos sind zum Schreiben ideal &#8211; und die «Hefte» in der Dokumente-Übersicht sind ästhetisch überzeugend gemacht. Hier ist Penultimate mit seinen braunen «Schreibheften» sehr nahe dran, aber gerade in der Reduzierung und Vereinfachung überzeugt Bamboo schon auf den ersten Blick, verschwendet weniger Platz und gibt den Nutzer die maximale Schreibfläche &#8211; definitiv der richtige Ansatz.</p>
<p>Auch der Verzicht auf den nostalgischen «Sepia-Papier-Look» zugunsten einer klaren weißen Fläche, die weniger «retro» ist, gefällt. Das schlimmste Interface weist Noteshelf auf, wo vom Icon bis zur Umschlaggestaltung der «Notizbücher» einfach alles ein bisschen häßlich geraten ist. Noteshelf bietet eine wahre Flut von Vorlagen und Optionen für Buchcover und Seiten, aber nicht eine davon kann gestalterisch überzeugen, keine macht wirklich «Spaß». Ich kann mir fast vorstellen, trotz fehlender Features mehr mit Bamboo zu arbeiten, weil es rein visuell und ästhetisch mehr angenehmer ist, diese Applikation zu benutzen. Es sind nicht immer nur die reinen Funktionen &#8211; man sollte als App-Entwickler das Screen-Design und den emotionalen Aspekt der User Experience niemals unterschätzen. Noteshelf ist funktional ungeschlagen, aber nahezu völlig ohne Flair. Bamboo will seltsamerweise deutlich weniger und überzeugt genau deshalb mehr.</p>
<p>Ein zweites, wenn noch unausgereiftes Plus von Bamboo ist der Zoom. Wo Noteshelf eine «Lupe» bietet, die den unteren Bildschirmbereich kompliziert zur Vergrößerung des oberen macht, zoomt die Wacom-App mit einem Zwei-Finger-Pinch die Seite größer oder kleiner. Hier gibt es das Problem, das man dabei versehentlich oft «malt» anstatt zu zoomen, aber der Ansatz fühlt sich insgesamt dennoch intuitiver und natürlicher an. Spätestens mit dem Retina-Display des iPad3 sollte man bei dieser Zoom-Funktion aber eine höhere Auflösung der Notizen andenken, die Pixel sind im Zoom sehr deutlich sichtbar. Abgesehen davon erlaubt der Zoom, trotz des «klobigeren» Schreibens auf dem iPad-Display, im Endergebnis eine lesbare und realistisch «feine» Schrift hinzubekommen. Im Zoom kann man mit zwei Fingern das Papier natürlich weiterbewegen und ein längeres Drücken an beliebiger Stelle lässt die Schreibwerkzeug-Optionen erscheinen, so dass ein ungestörter Workflow möglich ist. Die noch relativ naive Zoom-Umsetzung sorgt allerdings schon dafür, dass man (zu) oft das Radiergummi verwenden muss, um ungewollte Striche zu löschen.</p>
<p>Wenig störend fiel ein weiteres fehlendes Feature auf &#8211; Penultimate und Noteshelf haben eine Art «Wrist Protection», die verhindert, dass der Handballen auf der Glasfläche beim Schreiben stört. Wacom hat dieses Feature nicht, dennoch funktioniert die App recht sauber &#8211; der Handballen verhindert nur recht selten das Schreiben als solches, macht aber selbst keinerlei «Malstriche». Da die Wrist-Protection auch an sich oft seltsame Nebeneffekte hat und sogar Blattbereiche sperrt, ist ihr Fehlen kein großer Verlust und man gewöhnt sich schnell daran, die Hand nicht auf dem Glas ruhen zu lassen.</p>
<p>Im Resultat überrascht Wacoms Bamboo Paper als Free-App mit einem sehr gelungenen, reduzierten Ansatz, dem es an einigen Features fehlt, die der Hersteller hoffentlich ausbaut. Das perfekte Notizbuch für handschriftliche Mitschrift und Zeichnungen, das intuitiv und natürlich funktioniert wie ein Stift und Papier, aber alle digitalen Vorteile mit sich bringt, gibt es aber auch hiermit (immer) noch nicht, das Rennen um die «perfekte» App, die Ästhetik und Funktionalität zu einem überzeugenden Design verbindet, ist noch offen. Vielleicht kommt das aber auch erst, wenn Apple einsieht, dass eine Stifteingabe für das iPad kein «Fehler» ist, sondern eine wertvolle Ergänzung des Gerätes, und eine entsprechende Hardware/Software-Lösung vorstellt, die dem Feeling eines echten Wacom-Tablett näher kommt.</p>
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		<title>Langsame Revolution</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Jun 2011 07:09:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HD Schellnack</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Die flexible Orientierung an populären und simplen Standards ist immer sinnvoll in Umbruchszeiten (es sei denn man hat wie Apple die Marktmacht, eigene Standards einfach durchzudrücken, wie etwa bei iTunes Audio- und Videoformaten... aber diese Macht hat derzeit eigentlich keine andere Unternehmung und selbst Apple musste sich immer wieder dem Markt anpassen, um Erfolg zu haben). ... Noch gilt also, dass das Archivieren von Büchern digital mehr Freude bereitet als das Lesen - und das sollte sich mittelfristig drastisch ändern, denn es ist so, als könnte man in iTunes Musik nur in 64 kbit /s und frei von Bässen und Höhen hören oder als könnte das Schlagzeug jedes beliebigen Albums sich nur auf die fünf Drumsounds von Garageband beschränken. ... Auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit ist Adobe derzeit scheinbar dabei, alle sich anbietenden Möglichkeiten einer Re-Etablierung als wichtiger Softwareanbieter zu ignorieren. ePub, PDF und andereAusgabe-Formate (also auch non-Adobe-Formate wie mobi oder lit) sowie Magazine-Apps müssen leicht, mit einem gewissen Spaßfaktor und ohne zusätzliche horrende Kosten (wie derzeit bei Digital Publishing) als integrierte Features der Creative Suite angeboten werden.</p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.hdschellnack.de/uploads/ipadreading.jpg" alt="hd schellnack" /></p>
<p>Ein Jahr nachdem das iPad den Auftakt zu einer globalen neuen Digitalisierungswelle bei «Print»-Medien ausgelöst hat, reibe ich mich als Leser (aber auch als Designer) immer wieder an seltsamen und frustrierenden Elementen dieses Umbruchs, die einzeln jeweils sicher erklärbar sind, kollektiv aber den Buchmarkt und die Anbieter von Hard- und Software vor wichtige Herausforderungen stellen. Ein kritischer (und sehr subjektiver) Blick auf den Stand der Dinge im Bereich des e-Lesens:</p>
<p><b>Hardware</b>. Ich hatte letztens bei einem Besuch auf dem mediacampus frankfurt die Chance, mehrere aktuelle eReader in der Hand zu halten. Als iPad-Nutzer eine geradezu schockierende Erfahrung. Unhandlich (mit Ausnahme des Thalia-Readers, der ein sehr süßes Format hat, für «Buch» allerdings einen Tick zu klein ist), ein entsetzlich billiges Aldi-Plastik-Feeling, langsam, medial unflexibel, reines Schwarzweiß&#8230; da kommt wenig Freude auf. Das Buch ist ein sehr haptisches Medium und Buchleser häufig Menschen mit einem Gespür für schöne Gegenstände und gute Dinge. Das sollte man beim Design von Endgeräten durchweg im Kopf haben und nicht taiwanesischen Plastikschrott anbieten. Je näher der Reader an das Gefühl eines «Hardcovers» herankommt &#8211; und je näher auch die digitalen Buchdateien dies emulieren, nicht durch sepia-Hintergründe, sondern im Handling &#8211; desto erfolgreicher wird sich das Angebot durchsetzen. Ich denke auch, niemand hat wirklich Lust, einen längeren Text grau auf grau zu lesen? Die Schrift mag ja «scharf» sein bei vielen Readern, aber sie wirkt pixelig und hat in jeder Hinsicht die Anmutung einer Kinder-«Zaubertafel». Die Bedienung der Software, die sinnfrei wirkenden Hardware-Tasten und viele andere Details der Reader erinnern an die Frühzeit des Computers. Ästhetisch ist das iPad somit fast singulär der einzig annehmbare Weg derzeit. Das iPad aber ist noch zu dunkel in der Sonne, zu hell in der Nacht, reizt die Augen zu sehr beim Lesen als aktives Display gegenüber dem «passiven» Papier und braucht dringend eine höhere Auflösung (iPad3 wird Retina-Display haben). Richtig perfekt ist derzeit noch keine Lösung, Jan Tschichold würde an all diesen Geräten verzweifeln. Das iPad ist noch am nächsten dran und trotzdem einige Jahre von «perfekt» entfernt. Seltsamerweise tut dem Gerät auch die Verschlankung von iPad zu iPad2 nicht wirklich gut. Obwohl für die meisten anderen Anwendungen ein Fortschritt, ist das Pad als Buch jetzt zu surreal dünn, zu scharfkantig, zu sehr Glasscheibe. Ein leichteres, aber voluminöseres Gerät wäre an sich überzeugender. Hier haben wir noch einige schwierige Jahre vor uns &#8211; in Sachen Interface ist kein Reader dem «echten» Buch gewachsen. Was zugleich auch heißt, das für andere Firmen als Apple noch Raum wäre, ein markttaugliches Angebot zu konzeptionieren &#8211; die begeisterte Reaktion auf den dann leider nie realisierten Courier-Entwurf von Microsoft zeigt das sehr deutlich. Monopole sind nie gut und es wäre erfreulich, wenn ein Hardware-Anbieter sich des Themas Digitales Lesen und Schreiben ganz neu und offen stellen würde.</p>
<p><b>Kaufen</b>. Es ist immer noch eine Art Horrortrip, spontan ein eBook zu kaufen. Es wirkt fast so, als <i>solle</i> man in semi-legale Graubereiche hinein gezwungen werden, wenn man als Nutzer auch nur den geringsten Anspruch stellt &#8211; wie etwa den Wunsch, ein gekauftes Buch auf dem eigenen Lesegerät nutzen zu können. Als deutscher Nutzer ist es schwierig, legal ein amerikanisches Buch &#8211; das ich «auf Papier» bei Amazon problemlos binnen 24 Stunden erhalte &#8211; als ePub zu kaufen. In Apples iBook-Store gibt es ofiziell keine 50 englischen Bücher&#8230; verdeckt sind es einige mehr, aber das Angebot ist erschütternd schlecht. Und auch bei den deutschen Büchern ist die Auswahl deutlich zu klein &#8211; Apple hat hier viel zu wenig kleine Verlage im Programm, die Bücher erscheinen deutlich nach den Print-Angeboten, die Vorteile einer digitalen Buchhandlung (Große Auswahl, da keine Lagerfläche, niedrige Preise und hohe Geschwindigkeit) kommen nicht zum Zuge.<br />
Das zugleich die wachsende Zahl der Websites, Foren und Blogs, auf denen Bücher illegal zum Download angeboten werden, explodiert, zeugt von großer Nachfrage, die die Verlage und legalen Anbieter einfach nicht befriedigen. Es ist wie mit dem iPhone und dem Jailbreak &#8211; je mehr Apple mit jeder iOS-Fassung ganz einfache Wünsche der Nutzer befriedigt, desto weniger werden diese zu aufwendigen Tricks greifen, um die Funktionalität ihrer Geräte auszureizen. Je einfacher man also digitale Bücher kaufen kann, umso weniger Chancen haben die illegalen Quellen.<br />
Bei Comics, einem fluideren, überschaubaren aber der Buchbranche nicht unähnlichen und insofern als Erfahrungsfeld besonders spannenden Bereich, zeigt sich das besonders drastisch. Der interessierte Leser bekommt nahezu jedes Mainstream-US-Comic am gleichen Tag von ungezählten internationalen und illegalen Quellen in perfekter Qualität in zwei Standard-Reader-Formaten als One-Click-Lösung. D.h. die illegale Vertriebslösung ist an Komfort &#8211; abgesehen von der langen Suche und Werbeeinblendungen natürlich &#8211; kaum zu überbieten im Hinblick auf das Endergebnis, weist aber einen ungemütlichen Weg dorthin auf, der zudem den Makel des Illegalen aufweist. Kein Konsument von Büchern, Musik, Filmen oder eben Comics will, dass die Macher leer ausgehen. Die Verlage aber &#8211; die die Direktmarktstruktur schützen und vor den in den USA durchaus recht mächtigen Retailern Angst haben &#8211; setzen auf proprietäre Lösungen, die geradezu bizarr inpraktikabel sind. Selbst der Vorstoß von DC, ab September monatlich 52 Hefte day&amp;date, also am gleichen Tag wie die Printversion, digital zu veröffentlichen, ist nur ein halbherziger Schritt &#8211; wenn die Formate nur in geschlossenen Systemen verfügbar sind, wird es wenig nutzen, zumal der Preis bei Erscheinen auf Höhe der Printausgabe liegt. Das schützt die Händler, schadet aber den Verlagen und damit den Autoren und Kreativen. Offene Formate wie CBZ oder CBR, einfache Download-Möglichkeiten, kein DRM und attraktive Angebote für Subskriptionen sind die Lösung. Hier ist übrigens aus meiner Sicht eine große Chance für kleinere Verlage oder Strukturen, ihre Hefte nicht als Webcomics, sondern in ein einem bewährten Format per Blogsystem und Paypal in Echtzeit abzusetzen und die etablierten Strukturen zu umfahren. Flatrates wären gerade für Comic-Publisher, in denen mehrere Hefte ja meist zusammengehören und eine Art «Universum» bilden, zudem eine attraktive Möglichkeit, neue Kunden zu gewinnen und alte zu binden. Wichtig ist aber, nicht nur einen digitalen Zugang mit proprietären Readern zu geben, sondern Zugang UND Besitz zu ermöglichen und auf offene, einfache Formate zu setzen. Oder zumindest beides anzubieten, also eine Art Unterschied zwischen «Streaming» bzw. Miete und «Download» bzw, Besitz anzubieten, wie es im Video- und Musikbereich längst getan wird.</p>
<p><b>DRM</b>. Kaufe ich ein normales Buch, so kann ich es weiterverleihen, beliebig oft. Kaufe ich ein eBook, etwa ein DRM-geschütztes ePub bei iBooks oder Borders, kann ich das <i>nicht</i> tun. Hier verliert sich ein wichtiger Aspekt von Buch &#8211; das Weitergeben, weiterempfehlen, Teilen. Nook ist da einen (halbherzigen) Schritt weiter, sicher, aber generell ist diese Paranoia ein Malus für das eBook-Genre, der zudem auch nur für «legale» Bücher gilt, also wieder den Graumarkt stärkt. Der AppStore und iTunes beweisen, dass gerade DRM-freie Medien und der Verzicht auf Seriennummern/Aktivierungen usw. umsatzsteigernd wirken und die meisten User ein Modell wie das des AppStore &#8211; ein Account, mehrere Nutzungen möglich &#8211; akzeptieren. Es ist also vielleicht nicht klug, gerade angesichts der Erfahrungen der Musikindustrie, immer noch auf Rights Management zu setzen. Rückt den <i>Nutzer</i> in den Mittelpunkt der Anstrengungen, nicht den Raubkopierer. Wer einen Supermarkt hat und diesen mit Selbstschussanlagen und Stacheldraht gegen Einbrecher zu schützen versucht, wird wohl auch nicht viele Kunden mit diesem charmanten Auftritt für sich gewinnen. DRM kills your business.</p>
<p><b>Formate</b> Die Formatvielfalt &#8211; mobi, lit, ePub, PDF und und und &#8211; fühlt sich an wie die frühen Tage von Video mit VHS, Beta und Video2000. Warum es diesen Formatkrieg gibt (und das PDF und textbasierte Formate tatsächlich unterschiedliche Vorteile bieten) ist so offenbar wie schade (anscheinend haben die Hardwareanbieter immer noch nichts aus VIdeo- und DVD-Formatkriegen gelernt, so unfassbar das scheint), aber alle Beteiligten &#8211; Konsumenten wir Produzenten &#8211; können nur von einheitlichen Standards profitieren. Das offene System zumindest halbwegs klarer Standards im Web kann hier Vorbildcharakter haben. Zumindest die XML/HTML-basierten Formate sollten weitestgehend identisch werden. Die flexible Orientierung an populären und simplen Standards ist immer sinnvoll in Umbruchszeiten (es sei denn man hat wie Apple die Marktmacht, eigene Standards einfach durchzudrücken, wie etwa bei iTunes Audio- und Videoformaten&#8230; aber diese Macht hat derzeit eigentlich keine andere Unternehmung und selbst Apple musste sich immer wieder dem Markt anpassen, um Erfolg zu haben).</p>
<p><b>Preise</b>. Warum kostet Wolfgang Büchers wunderbares «Hartland» als ePub im Grunde ebensoviel wie als Hardcover? Obwohl es hier keine materialle Produktion, keine Lieferung, keinen Grossisten, keine Retouren, keine Lagerhaltung gibt und man sozusagen also ein «ideales» Gut hat, das alle Nebenkosten eines realen Objekts nicht mehr aufweist? Das Argument ist nicht neu &#8211; und über kurz oder lang werden die Verlage sich dieser (ja berechtigten) Frage stellen müssen und sich möglichst einheitlich auf ein Modell einigen müssen. Hier zu blockieren, auf Zeit zu spielen und erst einmal Anlaufinvestitionen in eine (allerdings nicht sonderlich teure) neue Technologie mitzunehmen, ist nachvollziehbar &#8211; aber die Zeit verrinnt. Gut beraten wäre die Branche, schnell ein klar am Kunden orientiertes Modell zu entwickeln. Ich kann verstehen, dass Verlage und vor allem auch Sortiment die identischen Preise phantastisch finden &#8211; sie verzögern den Wechsel der Leser zum digitalen Endgerät und sichern so die bestehenden Strukturen &#8211; und die Buchpreisbindung hierfür instrumentalisieren. Ich bin auch dankbar für jeden Job, der durch diesen Ansatz gerettet wird. Nur &#8211; der Arbeitsplatz wird nicht dauerhaft gesichert, der Wandel kommt sowieso und mit Verzögerung nur umso gewaltiger und durchschlagender. Unnachvollziehbar hohe Preise erzeugen zudem nur einen Graumarkt, an dem dann <i>niemand</i> mehr etwas verdienen wird. Fair Play auch bei den Preisen ist hier ein essentieller Ansatz, den zukünftigen digitalen Markt zu meistern.</p>
<p><b>Lesen</b>. Man darf sich nichts vormachen &#8211; so phantastisch es ist, Bücher digital zu verwalten &#8211; kein Regalplatz, grandiose Markier- und Lesezeichenwerkzeuge, Text-Kopierfähigkeit, diverseste Ordnungsmöglichkeiten, so eben doch noch relativ unangenehm ist das Lesen an sich. Neben dem Display ist ein Hauptgrund die Software, die nicht nur generell zu wenig typographisch einwandfreie Schriften bietet sondern eigentlich nur eine winzige Font-Auswahl mit zudem wenig Features. Wichtig wären mehr Schriften, Open-Type-Fähigkeiten und vor allem eine stärkere Möglichkeit für die Gestalter, auch bei textbasierten eBooks Designvorgaben zu machen. Also Schrifteinbettung, optionale Einschränkung der Fluidität des Content und feste Schriftgröße, Zeilenabstand usw (eine Art Designer- vs- Usermode wäre ja denkbar, bei dem ein Buch aussieht wie für das Device «geplant», der Nutzer aber davon abweichend natürlich individuelle Einstellungen vornehmen kann). Sinnvoll wäre eine Balance zwischen Designvorgaben und der Möglichkeit für den Nutzer, gezielt einzugreifen, anstelle des jetzigen Design-Vakuums, bei dem man als Designer in etwa so effektiv arbeiten kann wie im Web vor 10 Jahren. Ich würde gern als Designer eines eBooks gern typographisch und im Layout sehr viel mehr machen können als eine Art aufgebohrte Textverarbeitung. Der erste kleine Schritt hierhin wäre vielleicht eine Möglichkeit geben, eigene Schriften sicher und lizenzrechtlich einwandfrei einzubinden. Ein weiterer Schritt, zudem ein lukrativer, wäre eine kleine Applikation, die gezielt und absolut sicher nur eBooks gestaltet und in der Applikation bereits verschiedene Reader simulieren kann &#8211; eigentlich eine Goldidee für den App-Store. Ein Zwischenschritt wäre, PDF deutlich besser in iBooks zu integrieren &#8211; GoodReader zeigt ja, das Textauswahl, Markieren und Notizen auch in PDF schnell und einwandfrei funktionieren. So wie es jetzt ist, braucht es beim digitalen Buch keine Designer mehr, das kann jeder Verlagspraktikant (leider!) selbst &#8211; und so sehen die Ergebnisse noch aus. An die Schönheit eines gut gesetzten gedruckten Buchs kommt das elektronische Pendant nicht näherungsweise heran. Noch gilt also, dass das Archivieren von Büchern digital mehr Freude bereitet als das Lesen &#8211; und das sollte sich mittelfristig drastisch ändern, denn es ist so, als könnte man in iTunes Musik nur in 64 kbit /s und frei von Bässen und Höhen hören oder als könnte das Schlagzeug jedes beliebigen Albums sich nur auf die fünf Drumsounds von Garageband beschränken.</p>
<p><b>Adobe</b>. Beim Stichwort Gestaltung &#8211; es ist ein wenig seltsam, dass man eBooks fast besser in ausgerechnet Pages «layouten» kann als in InDesign, das von zahlreichen kleinen Bugs und einem Adobe-typisch komplizierten Workflow geprägt ist. Auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit ist Adobe derzeit scheinbar dabei, alle sich anbietenden Möglichkeiten einer Re-Etablierung als wichtiger Softwareanbieter zu ignorieren. ePub, PDF und andereAusgabe-Formate (also auch non-Adobe-Formate wie mobi oder lit) sowie Magazine-Apps müssen leicht, mit einem gewissen Spaßfaktor und ohne zusätzliche horrende Kosten (wie derzeit bei Digital Publishing) als integrierte Features der Creative Suite angeboten werden. Ansonsten verliert Adobe in diesem Bereich ebenso wie zuvor bei Flash und HTML. Nachdem Dreamweaver und Flash rapide an Bedeutung verlieren, und der Macromedia-Zukauf insofern rückblickend verspielt wirkt, bleibt Adobe noch die Printgemeinde mit Illustrator, Photoshop und Indesign. Erstere werden inzwischen teilweise von preiswerterer und schnellerer Software ersetzt (z.B. Pixelmator), die zumindest für Nicht-Profis zu einem Bruchteil der Kosten 80% der Leistung liefert. Aber selbst aus professioneller Sicht ist zumindest der Geschwindigkeitsunterschied zwischen 64-bit Pixelmator und 64-bit Photoshop verblüffend, auch wenn um PS de facto fast kein Weg herum führt derzeit. Das Potential eigener iPad-Apps hat Adobe bisher nahezu vollends unterschätzt. Setzt sich dieser Trend ungebrochen fort, wird es Adobe in 5 bis 10 Jahren nicht mehr geben. Der Zeitpunkt war nie besser, die Adobe Creative Suite samt aller Funktionen und Lizensierungsmodelle, Preispolitik und Offenheit von Strukturen genau JETZT komplett neu aufzustellen und zu überdenken, mit einem kritischen Blick auf die Stärken von Adobe und die Zukunft von Designproduktion in Print, im digitalen Publishing (in all seinen Formen) und in der möglichst nahtlosen Zusammenarbeit mit Programmierern. Ride the Wave, Adobe, don&#8217;t drown in it.</p>
<p>Es ist eine langsame, schmerzhafte Revolution, die sich hier vollzieht &#8211; nicht nur aus Branchensicht, sondern eben auch aus Sicht der Nutzer. Was Not tut, ist Beratung und Kommunikation. Die Verlage und Anbieter müssen sich &#8211; über Berater, über Workshops, über Verbindungen wie den Börsenverein, an strategischen Orten wie der Buchmesse &#8211; schnell und ehrlich mit ihren Kunden und den Lesern kurzschließen und mutige Strategien entwickeln, die gleichzeitig langfristig und flexibel/schnell sein müssen. Wer dies tut, wer das Produkt am Abnehmer orientiert, wer seine Strategie an der wirklichen Zielgruppe &#8211; dem Käufer, nicht dem «Dieb» &#8211; orientiert, der wird überraschende Erfolge feiern. Zugleich brauchen wir auf der produzierenden und die Verlage beratenden Seite des Geschäfts bessere und standardisiertere Werkzeuge für e-Medien, die erwachsen und ausgereift sind und effizient in den Workflow hineinpassen und als Medium per se überzeugen. So interessant diese Zeit des Umbruchs, der Irrwege und Experimente ist, so teuer und anstrengend ist sie auch &#8211; es wird Zeit, dass das junge eBook zumindest in die Teenagerjahre kommt. Und der iTunes-Store allein kann auf Dauer nicht der einzige Weg sein, die Verlage können an Monopol- und Oligopol-Strukturen nicht interessiert sein. Nie war die Zeit besser &#8211; für Verlage, Produzenten, Vertrieb und Sortiment &#8211; sich auf eine gemeinsame Strategie entlang der Kundeninteressen zu einigen.</p>
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		<title>Adventures in buying ePub</title>
		<link>http://www.hdschellnack.de/adventures-in-buying-epub/</link>
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		<pubDate>Thu, 16 Jun 2011 11:22:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HD Schellnack</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Apple]]></category>
		<category><![CDATA[iOS]]></category>
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		<category><![CDATA[Software]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.hdschellnack.de/adventures-in-buying-epub/</guid>
		<description><![CDATA[<p>Nach langer Google-Suche und vielen Fehlschlägen, bei denen man als deutscher Käufer kein Buch in Australien oder den USA kaufen kann, etwa bei Borders oder B&#38;N, finde ich endlich mit «kobo» einen Laden, der das gewünschte Buch als ePub anbietet. ... Selbst wer bereit ist, das zu tun, hat also vier bis fünf Schritte zu tun und muss mehrere Softwares installieren und am Ende die Entscheidung zu treffen, doch semilegal zu handeln, um einen einfachen Buchkauf zu tätigen und das Buch auf dem Endgerät und der Software seiner Wahl lesen zu können. ... So wie es sinnlos ist, Käufer einer legalen DVD mit Raubkopie-Warnungs-Filmchen zu bestrafen oder legale Software-User mit endlosen Ziffernfolgen und Activation-Softwares zu peinigen, die mehr Probleme für legale Nutzer machen als Kopien zu verhindern, so kann es doch nicht sein, dass ein simpler digitaler Buchkauf nicht nur so viel Zeit frisst, sondern am Ende entweder in der Frustration, 20 Euro vergeudet zu haben, oder in der Entscheidung, eben doch Urheberrechte zu verletzten, münden muss.</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.hdschellnack.de/uploads/epublogo.jpg" alt="hd schellnack" /></p>
<p>Morgen generell noch mehr zu dem Thema digitales Lesen, aber ganz kurz, weil es wirklich zum Verrücktwerden ist:</p>
<p>Ich will ein englisches Buch kaufen. Nach langer Google-Suche und vielen Fehlschlägen, bei denen man als deutscher Käufer kein Buch in Australien oder den USA kaufen kann, etwa bei Borders oder B&amp;N, finde ich endlich mit «kobo» einen Laden, der das gewünschte Buch als ePub anbietet.</p>
<p>Nach der Abbuchung per Kreditkarte kommt ein acsm-Link. Also kein ePub, sondern einen Link. Als Käufer weiß ich nicht, was ich da vor mir habe. In den FAQ finde ich nichts. Ich schicke eine Support-Anfrage. Auf die Antwort warte ich noch.</p>
<p>Mit etwas Suchen in Google wird klar: Ich muss Adobe Digital Editions installieren und erst dann kann ich per Doppelklick die .acsm öffnen, die dann ihrerseits einen Download in Digital Editions einleitet. Vorher muss ich mich mit meiner Adobe ID anmelden bei Adobe. Gottlob habe ich eine &#8211; was macht hier eigentlich der Normalverbraucher? Umständlicher geht es wohl kaum und jeder normale Nutzer dürfte bereits an dieser Stelle die Flinte ins Korn geworfen haben. Zudem ist ein Kauf direkt am iPad insgesamt damit völlig undenkbar, was bedeutet, dass die Stores auf eine große potentielle Käuferschaft verzichten. Warum?</p>
<p>Das Buch ist jetzt in Adobe Digital Editions lesbar, einer Art AIR-Applikation und einer der schlimmsten Desktop-Reader, die ich kenne. Es ist vor allem NUR dort lesbar. Weil legendär wir alle ja unser Buch am Desktop lesen wollen. Selbst wenn man die ePub auf dem Rechner nach kurzer Suche doch gefunden hat, funktioniert sie NICHT in iBooks. Das Digital Rights Management macht das Buch auf dem iPad unlesbar. Was angesichts der ja doch sehr geschlossenen Plattform iPad etwas unverständlich ist. Schön, wen Adobe und Apple sich nicht grün sind &#8211; aber muss ich darunter leiden?</p>
<p>Jetzt gibt es den Weg &#8211; der legal schon eher im dunkelgrauen Bereich liegen dürfte &#8211; das Digital Rights Management mit einem Tool oder einfachen Python-Script zu entfernen. Die meisten Tools kosten etwas, die Script-Lösung ist gratis, aber nicht gerade für den Post-PC-iPad-User denkbar. Selbst wer bereit ist, das zu tun, hat also vier bis fünf Schritte zu tun und muss mehrere Softwares installieren und am Ende die Entscheidung zu treffen, doch semilegal zu handeln, um einen einfachen Buchkauf zu tätigen und das Buch auf dem Endgerät und der Software seiner Wahl lesen zu können. Serviceorientiert ist nun wirklich anders. Es fühlt sich in etwa genauso absurd an wie Musikkauf digital vor 10 Jahren &#8211; als man noch CDs «rippen» musste, mit Sonys perfiden Schutzmechanismen kämpfte, alles nur, um Musik auf dem iPod hören zu können. Hier hat sich viel geändert &#8211; unter dem Druck des Marktes &#8211; will die Buchbranche wirklich gar nichts daraus lernen?</p>
<p>Ich kann exzellent verstehen, dass Anbieter ihre Rechte schützen wollen. Aber man darf das Kind doch nicht mit dem Bade ausschütten. So wie es sinnlos ist, Käufer einer legalen DVD mit Raubkopie-Warnungs-Filmchen zu bestrafen oder legale Software-User mit endlosen Ziffernfolgen und Activation-Softwares zu peinigen, die mehr Probleme für legale Nutzer machen als Kopien zu verhindern, so kann es doch nicht sein, dass ein simpler digitaler Buchkauf nicht nur so viel Zeit frisst, sondern am Ende entweder in der Frustration, 20 Euro vergeudet zu haben, oder in der Entscheidung, eben doch Urheberrechte zu verletzten, münden muss.</p>
<p>Es wäre ja vertretbar, wenn es nur diesen einen Weg um Buch gäbe &#8211; aber da vergessen die Verlage, dass seit Erscheinen des iPad digitale Bücher in schier unfassbarer Masse eben auch illegal downloadbar geworden sind. Und ich kann nur als Konsument sprechen und immer wieder das gleiche sagen: Seitdem es in iTunes nahezu alle aktuellen Alben zum fairen Preis ohne DRM gibt, kaufe ich ausschließlich dort. Bei Büchern wäre es genau so. Aber würde ich ein Buch, das ich im Buchhandel kaufe, erst lesen können, nachdem ich viermal durch brennende Reifen gesprungen, einen Salto und einen Hochseilakt gemacht hätte, würde ich dort nicht mehr kaufen. Vor allem nicht, wenn es das gleiche Buch an jeder Ecke umsonst ohne jedwede akrobatische Verbiegungen gibt.</p>
<p>Das ist eine ganz essentielle Erkenntnis, die nicht schnell genug bei den Entscheidern ankommen kann. Ob Comics oder Bücher &#8211; aus Konsumentensicht machen die Verlage hier derzeit nahezu alles falsch. Zu geringes Angebot, zu hohe Preise (bei deutschen Büchern oft defacto der Hardcover-Preis), internationaler Kauf unmöglich bis schwierig und dass tatsächlich noch jemand glaubt, Digital Rights Management sei ein gangbarer Weg ist zum Weinen. Es ist eine Sache, Raubkopie verhindern zu wollen, aber es ist eine ganz andere Sache, den legalen Kauf zu einem unangenehmen bis nahezu unmöglichen Erlebnis zu machen. Digital ist eine Tatsache &#8211; man sollte diesen Markt nutzen statt ihn zu bekämpfen. Der Weg ist nicht, illegale Plattform zu schließen &#8211; der Weg ist, legale Plattformen zu eröffnen, die darauf eingehen, was die potentiellen Legalen Nutzer pragmatisch wünschen. Von iTunes lernen heißt hier siegen lernen.</p>
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		<title>Schutzengel sind gut, Backup ist besser&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Jun 2011 11:13:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HD Schellnack</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Apple]]></category>
		<category><![CDATA[Hardware]]></category>
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		<description><![CDATA[  Obwohl das hier wirklich kein Technik-Blog werden soll - ich wurde kürzlich gebeten, meine Back-Up-Strategie zu erklären und dem will ich natürlich gern kurz nachkommen, auch wenn ich nicht weiß, ob unsere Strategie stellvertretend für ein Designbüro mittlerer Größe ist - seit etwa drei Jahren, mit dem Umzug auf OS X haben wir keine «offizielle» IT mehr und arbeiten mehr mit einfachen, überschaubaren Lösungen.  ...  Sowohl Archivdaten als auch laufende Projekte sind mehrfach, mindestens immer zweimal, vorhanden - und ich muss sagen mit dem Wechsel von Windows zurück zu Mac vor einigen Jahren sind die Backup-Methoden deutlich vereinfacht worden, weil OS X etwas Sync-freundlicher ist als Windows, wo Werkzeuge wie Acronis beispielsweise gern mal ein komplettes RAID-System so zerschossen haben, das man sehr froh über doppelte Speicherungen war. ...  Ich bin sicher, Backblaze ist eher für kleinere Systeme gedacht - MacBooks und iMacs dürften ideal sein -, aber es gibt kein tatsächliches Limit und es st ja relativ egal, wie lange der Upload dauert - als letzte Rettungsleine ist es irgendwann sicher dennoch zu gebrauchen und mit 5 Euro im Monat auch preiswert genug (auch wenn man kaum darüber nachdenken mag, wie lange ein Restore von einem solchen Backup dauern dürfte). ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.hdschellnack.de/uploads/schutzengel.jpg" alt="hd schellnack" /></p>
<p>Obwohl das hier wirklich kein Technik-Blog werden soll &#8211; ich wurde kürzlich gebeten, meine Back-Up-Strategie zu erklären und dem will ich natürlich gern kurz nachkommen, auch wenn ich nicht weiß, ob unsere Strategie stellvertretend für ein Designbüro mittlerer Größe ist &#8211; seit etwa drei Jahren, mit dem Umzug auf OS X haben wir keine «offizielle» IT mehr und arbeiten mehr mit einfachen, überschaubaren Lösungen.</p>
<p>Zentrales Thema beim Backup ist die absolute und permanente Sicherheit von Kunden-Daten. Im Laufe der letzten 15 Jahre ist es nur einmal bei einem Kundenprojekt vorgekommen, dass wir einen richtig bösen Datencrash hatte, durch einen zerstörten Festplattenkopf und ein nicht-aktuelles Backup, und durch viele Beinahe-Katastrophen sind wir mit den Jahren so sensibel geworden, dass wir fast etwas Overkill betreiben und Daten sehr redundant speichern &#8211; und selbst das erscheint mir oft nicht sicher genug. Sowohl Archivdaten als auch laufende Projekte sind mehrfach, mindestens immer zweimal, vorhanden &#8211; und ich muss sagen mit dem Wechsel von Windows zurück zu Mac vor einigen Jahren sind die Backup-Methoden deutlich vereinfacht worden, weil OS X etwas Sync-freundlicher ist als Windows, wo Werkzeuge wie Acronis beispielsweise gern mal ein komplettes RAID-System so zerschossen haben, das man sehr froh über doppelte Speicherungen war. Unter Mac arbeiten wir nicht mehr mit RAID 5-System, aber auch Lösungen wie TimeMachine sowie diverse Ordner-Synchronisations-Werkzeuge machen uns das Leben deutlich einfacher.</p>
<p>Der Hintergrund: Wir arbeiten bei nodesign mit fünf Leuten und mit sieben Rechner, vier iMacs, ein MacPro, zwei Air fürs mobile Arbeiten und Präsentationen. Der MacPro ist mit 2TB und 3TB-Platten voll ausgestattet und dient dem Büro sozusagen als Datenserver für Bilder, alte Projekte und als Ort, an dem alle Projekte gespeichert sind (abgesehen von Zwischenstufen, die jeweils auf dem Desktop der Clients stattfinden können) und beinhaltet außerdem alle Medien &#8211; Fonts, Softwares, Musik, Filme, Bücher und so weiter. Die iMac-Clients haben jeweils 1 oder 2 TB Platten, die Airs 128 bzw 256 GB.</p>
<p>Es gibt keinen klassischen Backup-Plan und meine Methode dürfte jeden ITler in den Wahnsinn treiben, sieht aber etwa wie folgt aus:</p>
<p>Jeder <b>iMac</b> hat zwei externe HDD, je nach Kapazität 1 TB oder 2 TB. Früher waren das bevorzugt <a href="http://www.wdc.com/de/">WesternDigital</a> <a href="http://www.wdc.com/de/products/products.aspx?id=200">MyBook</a>, seitdem WD diese aber zu «klug» gemacht hat, bevorzuge ich die <a href="http://www.wdc.com/de/products/products.aspx?id=260">Elements</a>-Laufwerke, die keine vorinstallierte Software mitbringen, sondern einfache «dumme» externe Volumes sind. Eine der externen HDDs dient als Time-Machine-Backu-Medium, das andere spiegelt via <a href="http://www.bombich.com/">Carbon Copy Cloner</a> (der sich als etwas flexibler erwiesen hat als <a href="http://www.shirt-pocket.com/SuperDuper/SuperDuperDescription.html">SuperDuper</a>) einmal täglich die gesamte Festplatte. TimeMachine ist also sozusagen das Kurzzeitgedächtnis für versehentlich überschriebene oder gelöschte Dateien, CarbonCopy das Krisenmanagement für den Fall eines Absturzes, da man von diesen Clones aus komplett neu booten kann, sogar an anderen Rechnern. Die Platten sind Firewire- oder USB, tatsächlich ist vor allem aber TimeMachine so langsam, dass der Anschluß kaum eine wirklich spürbare Rolle spielt, zumal die Backups im Hintergrund stattfinden und CCC erst nach Feierabend um 18.00 alles sichert. Beide Methoden sind inkremental, brauchen also meist auch nicht lang.</p>
<p>Die <b>Air-Macbooks</b> haben das gleiche Konzept, allerdings mit einer LaCie <a href="http://www.lacie.com/de/products/product.htm?id=10517">Rikiki</a> und einer <a href="http://www.freecom.com/Products/External-Hard-Drives/Mobile-Hard-Drives/Mobile-Drive-XXS">Freecom XXS</a>, jeweils 1TB &#8211; beide sind groß genug, um TM, CarbonCopy und sogar noch etwas Raum für externe Daten zuzulassen und sind zugleich so klein und mobil, dass sie dem leichtgewichtigen Reisespaß mit dem Air nie im Wege stehen. DIe Rikiki unterstützt USB3, das Air allerdings seinerseits noch nicht. Insgesamt ist die XXS die Platte, die ich von Herzen empfehlen kann, obwohl oder vielleicht gerade wegen der fast verbrecherisch leichtsinnigen Ummantelung, die im Grunde nur aus einer Neoprenhülle besteht. Kleiner geht es derzeit kaum.</p>
<p>Der <b>MacPro</b> ist von Ende 2010 und unterstützt insofern leider noch kein Thunderbolt &#8211; also habe ich eine <a href="http://www.lacie.com/de/products/product.htm?id=10493">LaCie USB3-Karte</a> eingebaut, die zwei <a href="http://www.lacie.com/de/products/product.htm?id=10518">Minimus</a>-Platten ansteuert. Die Platten sind klein uns leise und durch USB3 so schnell, wie die internen Platten (512 GB SSD, 2x 3 TB, 1&#215;2 TB) und der Bus der Platten es eben hergeben. Thunderbolt und externe SSD-Laufwerke dürften hier noch mal einen Leistungssprung bringen. Aber um die Wahrheit zu sagen &#8211; siehe oben &#8211; bei beiden Sachen kommt es nur beim ersten Backup aufs Tempo an. LaCie hat einen eigenen USB-Treiber im Angebot, der derzeit einzige (meines Wissens nach) für Mac &#8211; der Haken bei der Sache ist, das er wirklich NUR LaCie-Produkte unterstützt, durch eine kleine Hardware-Abfrage. Verständlich von Seiten der Herstellers, aber nicht sonderlich sinnvoll auf Dauer. Aber ich denke, mit Thunderbolt dürfte sich die Frage nach der Zukunft von USB3 am Mac erledigt haben. Die Minimus-Platten sind nicht so robust im Handling wie die WD-Platten. Es kann schon einmal vorkommen, dass die Platten sich ungefragt aus dem System verabschieden &#8211; und hier hilft nur ein Neustart des Systems. Auch die Hotplug-Fähigkeit ist eher bescheiden, zieht man eine Platte ab, sind beide «unmounted» und auch hier hilft nur erneutes Booten&#8230; Kleinigkeiten, die den ansonsten guten Eindruck der LaCie-Produkte etwas trüben. Diese beiden Platten sichern via CCC und TM die SSD-Bootplate und die «Daten»-Platte sowie die wichtigsten Medien (iTunes-Bibliothek usw.), die auf der vierten Platte liegen.</p>
<p>Ein weiteres CCC-Backup läuft einmal wöchentlich und speichert Daten, die beiden 3-TB-Archive und die Media-Platte auf einen <a href="http://www.drobo.com/">8-TB-Drobo</a>. Der inzwischen drei Jahre alte <a href="http://www.hdschellnack.de/drobo/">Drobo</a> ist erste Generation (hat aber mehrere Platten-Updates hinter sich), hat vier Slots à 1 TB, ist per USB angeschlossen und im Schrank versteckt (wegen der doch recht lauten Lüftung) &#8211; und bisher tut der Drobo zwar nicht wirklich rasant schnell, aber mit zwei Ausnahmen doch sehr sicher seinen Dienst. Der Drobo ist ein redundanter Speicher &#8211; er sichert eigentlich nur Daten ab, die ja bereits im Archiv liegen und gewährleistet eigentlich nur, dass wir bei einem versehentlichen Überschreiben einer Datei im Archiv (was mit InDesign oft genug passieren kann, wenn man in einer Vorlage arbeitet und im Arbeitsfieber CMD-S drückt ) das Original wieder herstellen können bzw. sorgt einem HDD-Crash vor. Er ist keine aktive Platte, insofern ist mir das Tempo vom Drobo relativ egal, zumal die Backups automatisiert am Wochenende laufen. Achtung: Beim Drobo hat es sich als sinnvoll herausgestellt, immer eine Wechselplatte gleichen Formats zur Hand zu haben, falls einmal eine der vier Platten ausfällt und ausgetauscht werden muss. Der Drobo mit vier Slots braucht also eigentlich fünf Platten, der fünfer entsprechend sechs und so weiter.</p>
<p>Per <a href="http://itunes.apple.com/us/app/folderwatch/id408224368?mt=12">Folderwatch</a> werden in Echtzeit die Mediadaten (iTunes usw) auf einer 2-TB-<a href="http://www.apple.com/de/timecapsule/">TimeCapsule</a> synchronisiert, die zugleich ein zweites WLAN neben der Fritzbox liefert. Die Daten sind eine 1:1-Spiegelung und dienen nur als Sicherheit &#8211; um versehentliches Löschen von Daten, das ja sofort mit-synchronisiert würde, abzufangen werden diese Daten außerdem einmal monatlich auf einer weiteren 2-TB-Elements-Platte von WD gesichert &#8211; in diesem Falle manuell per <a href="http://www.binarynights.com/">Forklift</a>-Synclet. Das ist ein wenig Overkill, zugegeben &#8211; aber iTunes kann gelegentlich etwas wirsch reagieren und in drei Fällen hat es mich schon gerettet, einfach noch einmal an alte Tracks heranzukommen. Mit iCloud und iTunes Match könnte sich dieser Schritt als überflüssig erweisen, weil man ja ein Backup «in the cloud» hätte.</p>
<p>Apropos <b>in the Cloud</b> &#8211; SSD-Laufwerk, Daten und das Archiv 01 (aktuellere Projekte des letzten Jahres oder Projekte gerade akuter Auftraggeber) sowie iTunes werden zusätzlich per <a href="http://www.backblaze.com/">Backblaze</a> gesichert. Backblaze ist für die hier bestehenden Datenmengen &#8211; etwa 5 TB &#8211; alles andere als geeignet, das Erstbackup dauert natürlich selbst bei voll aufgedrehtem Upload und VDSL ohne Frage Monate. Ich bin sicher, Backblaze ist eher für kleinere Systeme gedacht &#8211; MacBooks und iMacs dürften ideal sein -, aber es gibt kein tatsächliches Limit und es st ja relativ egal, wie lange der Upload dauert &#8211; als letzte Rettungsleine ist es irgendwann sicher dennoch zu gebrauchen und mit 5 Euro im Monat auch preiswert genug (auch wenn man kaum darüber nachdenken mag, wie lange ein Restore von einem solchen Backup dauern dürfte). Backblaze lässt sich einfach konfigurieren &#8211; welche Platten, welche Ordner nicht sichern, wie schnell, usw. &#8211; und macht dann mehr oder minder unsichtbar im Hintergrund seine Arbeit, sollte nur bei extrem zeitkritischen Uploads vielleicht kurz deaktiviert oder ausgebremst werden, ansonsten merkt man es im Alltag kaum, selbst wenn es permanent hochlädt. Ich glaube, diese Form von Online-Backup wird in Zukunft mehr zunehmen, mit wachsenden Bandbreiten im Web.</p>
<p>Last not least bleiben durch Hardware-Updates eine wachsende Anzahl von 1TB- und 2TB-Platten im Büro, auf die wir mit einem <a href="http://www.sharkoon.com/?q=de/node/1260">Sharkoon SATA Quickport</a> unregelmäßig manuell wichtige Daten aus dem Archiv spiegeln &#8211; falls alle Stricke reißen, ist das besser als nichts. Von wichtigen Daten wie Photos bekommen zudem die Auftraggeber auf Wunsch eine Backup-Festplatte, so dass die Daten auch außer Haus gesichert sind.</p>
<p>Streamer und DVDs setzen wir (gottseidank) seit einigen Jahren gar nicht mehr ein und ich muss zugeben, ich kann es kaum abwarten, bis aus normalen Festplatten durchgehend SSD via Thunderbolt geworden ist und natürlich große Kapazitäten deutlich preiswerter sind &#8211; obwohl das noch Jahre dauern dürfte &#8211; um endgültig etwas aus den «mechanischen» Unsicherheiten sterbender Festplatten heraus zu sein. Obwohl wir mit unseren Datenmengen ein reines Online-Backup derzeit wirklich nicht als brauchbare Lösung betrachten, ist es für kleinere Systeme eigentlich ein ausgezeichneter Weg &#8211; wenn es auch keine Boot-Platte mit einem Clone des Systems ersetzen würde. Langfristig würde mich nicht wundern, wenn Sachen wie TimeMachine aber komplett «in the cloud» passieren und man vielleicht sogar mehr und mehr auch mit den akuten Daten, an denen man kollaborativ arbeitet, direkt auf einem Webserver arbeitet. Dazu müssen bei diesen aber Redundanzen, Versioning und Restores sicher deutlich einfacher und erwachsener werden.</p>
<p>Komplette Sicherheit gibt es selbst so freilich nicht &#8211; mit TimeMachine etwa geht es nur immer zur letzten Stunde zurück &#8211; aber alles in allem habt sich die Methode als verlässliches Sicherheitsnetz erwiesen, um sowohl kurzfristige Fehler durch Überschreiben alter Daten oder Fehlspeichern sowie komplette Systemausfälle (die wir in den letzten drei Jahren ohnehin nur einmal hatten bei einem Rechner) aufzufangen.</p>
<p>Ich weiß nicht, ob diese Information etwas hilft &#8211; zumal wahrscheinlich jeder seine individuelle Methode finden muss, sich «sicher» zu fühlen. Ich kenne Nutzer, die gar kein Back-Up machen und sich auf ihren Schutzengel voll verlassen (durchaus auch mit Erfolg), andere setzen nur auf TimeMachine und die Restore-Disk, andere clonen nur. Ich persönlich finde, das jede Form von Speicherkosten für uns gering ausfällt gegen die Kosten, ein verloren gegangenes Design noch einmal nachbauen zu müssen oder &#8211; persönlicher &#8211; auch gekaufte Musik und Bücher in großer Zahl nachkaufen zu müssen.</p>
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		<title>Fujitsu ScanSnap S1100</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Jun 2011 14:29:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HD Schellnack</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Hardware]]></category>
		<category><![CDATA[Organisation]]></category>

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		<description><![CDATA[Der SnapScan kann zwar kein Duplex - also nicht doppelseitige Dokumente vollautomatisch bearbeiten - hat aber eine recht brauchbare Lösung für ein so mobiles Gerät parat: Die oben aus dem Scanner erscheinende Seite kann sofort - falsch herum - wieder in den Scanner eingelegt werden und wird in der Software um 180° gedreht, so dass man relativ flott Vorder- und Rückseiten durchscannen kann.      ...  Und die Möglichkeiten können sich sehen lassen für ein so relativ neues Gerät: Der Scan kann auf der Festplatte abgelegt werden soll, per Mail verschickt, direkt gedruckt, in Evernote eingefügt (als PDF oder JPG), zu Google Text&#38;Tabellen, Word, Excel oder iPhoto geschickt oder per der integrierten Software CardIris von Visitenkarte zu VCF umgewandelt werden. ...  Im Workflow würde ich mir wünschen, dass man mit einem einmal getätigten Scan adhoc mehrere Aktionen vollführen könnte - also Drucken und Mailen beispielsweise - vor allem aber wäre eine Art Dokumentenmanagement sinnvoll, in dem man die gescannten Seiten auf Wunsch selbst drehen, in der Reihenfolge anordnen und von farbig auf grau konvertieren könnte - in der Art wie ScanDrop es (sehr ansatzweise) anbietet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.hdschellnack.de/uploads/S1100_02.jpg" alt="hd schellnack" /></p>
<p>Kein Zweifel &#8211; obwohl wir bei nodesign gerade auch gezielt bestimmte Prozesse wieder zum Papier zurückführen&#8230; etwa, indem wir nach wie vor Architekten-Zeichenrollen für Skizzen nutzen oder frisch ein großes offenes A3-Moleskine-Skizzenbuch für kollektives Brainstorming-im-Vorübergehen für alle Mitarbeiter eingeführt haben&#8230; wird das Leben immer digitaler. Neben den Büchern und der Musik verlieren auch die Dokumente ihre «Form», oder zumindest wird es wichtiger und einfacher, Papierdokumente auch elektronisch und mit Volltext-Suche zur Hand zu haben, anstatt in Ordnern zu wühlen.</p>
<p>Obwohl aber inzwischen ja immer mehr Korrespondenz ohnehin elektronisch läuft, gibt es immer noch Unterlagen und Rechnungen, die ganz klassisch auf Papier kommen. Neben der normalen Ordner-Ablage haben wir im letzten Jahr begonnen, die wichtigsten Papiere mit Evernote zu archivieren. Bisher bedeutete das aber immer, zu einem der Büroscanner zu gehen und per ScanDrop oder Apples eigenen Scan-Import nach Evernote zu importieren, was wenig unintuitiv war und &#8211; gerade wenn ansonsten auch viel zu tun ist &#8211; mal für Rückstau in den Ablagen sorgte. Das Problem an solchen Dingen ist aber, das man sie nicht tut, wenn sie nicht einfach, schnell, intuitiv und mit einem Hauch Spaßfaktor tun kann. Der ScanSnap S1100 ist eine perfekte Lösung für dieses Problem.</p>
<p>Gerade 28 cm breit und ansonsten nur um die 4 cm hoch und tief ist der Scanner ein Minimum an Technik &#8211; selbst aufgeklappt nimmt er auf dem Schreibtisch absolut keinen Platz weg, geschlossen wird er nahezu unsichtbar. Sobald man die vordere (etwas unsolide wirkende) Klappe öffnet, wird die Software auf dem Rechner wach (das Icon ändert sich von grün zu grau) und der Scanner ist sofort, ohne sonderliche Aufwärmphase, nach einem kurzen Surren scanbereit. Das Papier wird einfach frontal eingeschoben, was mit geknicktem oder dünnem Papier manchmal etwas frickelig sein kann &#8211; der Scanner schluckt dabei von der Visitenkarte bis A4 jedes Format problemlos und erkennt selbst, egal wo man das Papier einlegt, das Format. Mehrere Seiten lassen sich problemlos scannen, indem man einfach immer das nächste Blatt einlegt &#8211; für wirklich lange Dokumente ist natürlich ein richtiger Scanner mit Dokumenteneinzug besser, aber drei bis fünf Seiten lassen sich so wirklich völlig problemlos schnell wegscannen. Der SnapScan kann zwar kein Duplex &#8211; also nicht doppelseitige Dokumente vollautomatisch bearbeiten &#8211; hat aber eine recht brauchbare Lösung für ein so mobiles Gerät parat: Die oben aus dem Scanner erscheinende Seite kann sofort &#8211; falsch herum &#8211; wieder in den Scanner eingelegt werden und wird in der Software um 180° gedreht, so dass man relativ flott Vorder- und Rückseiten durchscannen kann.</p>
<p><img src="http://www.hdschellnack.de/uploads/S1100_01.jpg" alt="hd schellnack" /></p>
<p>Überhaupt ist die Software das eigentliche Highlight des S1100 Ich war &#8211; und bin &#8211; skeptisch mit diesem Gerät, weil es den TWAIN-Standard nicht unterstützt, also wirklich nur mit der Fujitsu-eigenen Scannersoftware zusammenarbeitet. Andere Programme «sehen» den SnapScan nicht. Dieser proprietäre Ansatz scheint mir nicht sehr entwicklungs- und zukunftsoffen und macht den S1100 zu einer sehr geschlossenen Lösung, deren Nutzbarkeit enorm davon abhängt, wie schnell Fujitsu mit Updates ist und wie gut das Unternehmen auf Kundenwünsche eingeht. Dass die Software weder sonderlich gut aussieht &#8211; es sieht enorm nach schlecht portierter Windows-Software aus -, in den Details nicht immer ganz perfekt ist und zudem einiges an Speicher frisst (der ScanSnap-Ordner frisst 720 MB, für ein Scan-Programm generell schon etwas happig), gehört zu den deutlichen Nachteilen dieses Ansatzes.</p>
<p>Zu den Vorteilen hingegen gehört die Leistungsfähigkeit der Scan-Software. Egal, in welchem Format, egal in welcher Orientierung, egal an welcher Stelle des Scanners &#8211; eingezogene Dokumente werden analysiert und kommen mit überraschend hoher Treffsicherheit richtig erkannt aus dem SnapScanManager. Pre-Scans und Formateinstellungen sind unnötig, nahezu alles ist automatisiert. Dinge, die ich normalerweise bei einem Scanner verabscheue, die aber hier enormen Sinn machen für einen Desktop-Dokumentenscanner. Man kann eigentlich jedes beliebige Dokument unter A4 einlegen, die blaue Taste des Scanners drücken und sofort wird das Blatt durchgezogen &#8211; auch mehrere. Erst danach fragt die Software, was mit dem Scan passieren soll. Und die Möglichkeiten können sich sehen lassen für ein so relativ neues Gerät: Der Scan kann auf der Festplatte abgelegt werden soll, per Mail verschickt, direkt gedruckt, in Evernote eingefügt (als PDF oder JPG), zu Google Text&amp;Tabellen, Word, Excel oder iPhoto geschickt oder per der integrierten Software CardIris von Visitenkarte zu VCF umgewandelt werden. Das Verschicken eines Dokumentes per eMail wird so zu einer enorm schnellen Angelegenheit &#8211; einlegen, Knopf drücken, an Mail senden, abschicken. Die Software erkennt automatisch, ob die Unterlagen eher farbig, grau oder s/w zu scannen sind, die «richtige» Orientierung wird bestimmt und in den meisten Fällen kommt ohne ein weiteres Eingreifen des Nutzers eine perfekte PDF mehrseitiger Dokumente in die Mail.</p>
<p><img src="http://www.hdschellnack.de/uploads/S1100_03.jpg" alt="hd schellnack" /></p>
<p>In Evernote wird der Text vor dem Einfügen per OCR durchsucht &#8211; etwas redundant, da Evernote ja genau dieses Feature ja selbst bietet. Der User hat die Möglichkeit, dies abzuschalten und kann auch festlegen, ob Dokumente sozusagen nur «unsichtbaren» Text haben sollen (also durchsuchbar und Copy&amp;Paste-tauglich, aber visuell immer noch «nur» ein Scan), oder ob das Bild komplett zu Text umgewandelt werden soll. Überhaupt sind nahezu alle Features abschaltbar und die Software ist relativ frei konfigurierbar &#8211; wobei tatsächlich die Automatik sich im Alltag sehr effektiv erwiesen hat. Es gibt zwar gelegentlich längere Dokumente, bei denen eine einzelne Seite farbig, alle anderen aber grau gescannt sind, aber das ist eher die Ausnahme als die Regel. Die OCR-Funktion scheitert an manchen Fremdsprachen, hat sich im Deutschen und Englischen aber als überraschend gut erwiesen.</p>
<p>Im Workflow würde ich mir wünschen, dass man mit einem einmal getätigten Scan adhoc mehrere Aktionen vollführen könnte &#8211; also Drucken und Mailen beispielsweise &#8211; vor allem aber wäre eine Art Dokumentenmanagement sinnvoll, in dem man die gescannten Seiten auf Wunsch selbst drehen, in der Reihenfolge anordnen und von farbig auf grau konvertieren könnte &#8211; in der Art wie ScanDrop es (sehr ansatzweise) anbietet. Tatsächlich wäre das ohne weiteren Zwischenschritt in das Interface zu integrieren und würde dem Nutzer eine zusätzliche Sicherheit bieten, wie ein Dokument final aussieht, bevor es archiviert oder verschickt wird. Man kann natürlich noch in der PDF an sich mit Acrobat herumwerkeln &#8211; aber das geht etwas gegen die eigentlich gedachte Einfachheit der ScanSnap-Lösung. Hier &#8211; bei aller Simplicity &#8211; etwas mehr Flexibilität zu bieten, täte der ScanSnap-Lösung sicher gut und wäre dem mit 179 € nicht ganz geringen Preis auch sicher angemessen.</p>
<p>Tatsächlich ist der S1100 nur im geringen Maße ein «richtiger» Scanner &#8211; und soll dies wohl auch nicht sein. Obwohl er 600 dpi liefert und wahrscheinliche eine Scanqualität, die an die meisten normalen Büroscanner aus Multifunktionsgeräten heranreicht, dient er weniger zum Einscannen von Photos oder hochwertigem Bildmaterial &#8211; mehr als eine Art Dokumentenkamera auf dem Schreibtisch oder (mit 350 g ist der S1100 ein Leichtgewicht) unterwegs. Es verwundert fast, das es keinen iPhone/iPad-Adapter und passende Scan-App dazu gibt, denn gerade für das iPad wäre der Scanner ein perfekter Partner. Bei allen kleineren Kritikpunkten ist der S1100 ein klarer Getting-Things-Done-Schatz auf dem Schreibtisch &#8211; selten hat es so viel Spaß gemacht, Papierstapel gar nicht erst entstehen zu lassen.</p>
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		<title>Sparrow</title>
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		<pubDate>Sun, 29 May 2011 08:40:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HD Schellnack</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sparrow  erinnert stark an  Reeder  (oder umgekehrt) und ist insofern ähnlich intuitiv und angenehm zu bedienen, überzeugt mit vielleicht unnötigen aber ja dennoch schönen Animationen, die ja eben doch auch Teil des Gesamteindrucks sind, und unter der schönen Oberfläche - gegen die das ja auch schon nicht unschöne Mail von Apple relativ altbacken wirkt - wimmelt es von durchdachten Details, die auch auf den zweiten Blick das Arbeiten effizienter machen.   Tastatur-Shortcuts bis ins kleinste Details, per Mouse-Geste oder Shortcut zuschaltbare Fensterelemente, eine smarte Nutzung von IMAP-Ordnern als «Label» – unter der schicken Fassade haben sich die Entwickler spürbar Gedanken gemacht, wie eine sehr schmale aber sehr leistungsfähige Mail-Verwaltung funktioniert, die Mail tatsächlich nicht vollständig ersetzt, aber im Alltag für Read-and-Reply mehr als perfekt ist. ...  Die Facebook-Einbindung mag für manche Nutzer Sinn machen, ist aus meiner Sicht aber eher für private Mails sinnvoll, zumal ich die Anzeige von Profilbildern ohnehin deaktiviert habe und ich - ob das nun Paranoia ist oder nicht - möglichst wenig Apps Zugriff auf FB gebe, man muss sich ja nicht freiwillig  zu  sehr mit der Datenkrake vernetzen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.hdschellnack.de/uploads/Sparrow.png" alt="hd schellnack" /></p>
<p>Was als minimalistischer Gmail-Client angefangen hat, mausert sich bereits in der zweiten Überarbeitung zu einem überraschend guten generellen IMAP-Mail-Werkzeug. <a href="http://www.sparrowmailapp.com/">Sparrow</a> erinnert stark an <a href="http://reederapp.com/">Reeder</a> (oder umgekehrt) und ist insofern ähnlich intuitiv und angenehm zu bedienen, überzeugt mit vielleicht unnötigen aber ja dennoch schönen Animationen, die ja eben doch auch Teil des Gesamteindrucks sind, und unter der schönen Oberfläche &#8211; gegen die das ja auch schon nicht unschöne Mail von Apple relativ altbacken wirkt &#8211; wimmelt es von durchdachten Details, die auch auf den zweiten Blick das Arbeiten effizienter machen. Tastatur-Shortcuts bis ins kleinste Details, per Mouse-Geste oder Shortcut zuschaltbare Fensterelemente, eine smarte Nutzung von IMAP-Ordnern als «Label» – unter der schicken Fassade haben sich die Entwickler spürbar Gedanken gemacht, wie eine sehr schmale aber sehr leistungsfähige Mail-Verwaltung funktioniert, die Mail tatsächlich nicht vollständig ersetzt, aber im Alltag für Read-and-Reply mehr als perfekt ist. Mail selbst hat deutlich stärkere Filter-Features, ist sehr viel stärker im Sortieren von Inhalten und beim lokalen Archivieren von Mails &#8211; Sparrow fühlt sich dagegen eher so an wie ein iPhone-Client, klein und immer zur Hand. Per Tastaturkürzel steht Sparrow immer für eine neue Mail zur Verfügung, ohne in das Programm selbst wechseln zu müssen &#8211; und auch die Quick-Reply-Lösung wird schnell zur festen Angewohnheit, zumal das Zitieren von Mail-Inhalten durch die Arbeit in nur einem Fenster deutlich schneller von der Hand geht. Der Konversations-Modus, wie man ihn im Ansatz schon von Mail selbst oder besser von Postbox kennt, ist hier zwar nicht völlig ideal umgesetzt (warum sind zitierte Stellen und selbst die neuste Mail «eingeklappt»?), aber schon nach kurzer Eingewöhnung die beste Form, um in Dialogform Mails zu schreiben &#8211; gerade in der Arbeit an Projekten ein echter Bonus. War Sparrow bis 1.2 eigentlich aus meiner Sicht keine sonderlich überzeugende Lösung, hat das Update die Software überraschend gereift. Eine einheitliche Inbox und zig Details machen das Tool mit wenigen Ausnahmen sehr, sehr alltagstauglich. Die Facebook-Einbindung mag für manche Nutzer Sinn machen, ist aus meiner Sicht aber eher für private Mails sinnvoll, zumal ich die Anzeige von Profilbildern ohnehin deaktiviert habe und ich &#8211; ob das nun Paranoia ist oder nicht &#8211; möglichst wenig Apps Zugriff auf FB gebe, man muss sich ja nicht freiwillig <em>zu</em> sehr mit der Datenkrake vernetzen. Sparrow setzt auf Übersichtlichkeit und Minimalismus und ist deshalb sicher nichts für jemanden, der massiv mit der Möglichkeit, direkt auf dem IMAP-Server Ordner anzulegen arbeitet, denn diese sind nicht so direkt zugänglich wie etwa in Mail. Andererseits ist die Nutzung eben solcher Ordner als «Labels» eine gute Idee &#8211; es wäre nur schön, wenn der Zugriff besser ist. So kann man etwa aus der «Unified Inbox» nicht auf auf die Labels bzw IMAP-Ordner zugreifen, weil diese ja einem bestimmten Account zugeordnet sind. Das sollte man ändern, ebenso wäre es gut, wenn bestimmte Ordner einfach wie gesendete Mail, Papierkorb in die Seitenleiste aufgenommen werden könnten, entweder im Kontext der einzelnen Accounts oder sogar unabhängig davon &#8211; zumal unter den Accounts ja noch reichlich Platz bei den meisten Usern sein dürfte. Vielleicht bringt das für 1.3 angekündigte neue Label-Management da ja eine Besserung. Sehr schön gelöst ist der Favoriten-Stern, der im Grunde der «Flag» in Mail entspricht. Mit einem Stern versehene Mails haben einen eigenen Folder im Account und sind so schneller wiedergefunden als mit der dezenten Flagge in Mail (was man im Mail freilich mit einem Smart Folder auch lösen kann). Es wäre fast schön, wenn dieser Stern mehr könnte &#8211; etwa farbliche Dringlichkeitsstufen &#8211; aber im Grunde ist es so simpel ja auch sehr handlich. Sparrow zeigt den üblichen Kampf zwischen Features und Minimalismus und entscheidet sich überwiegend für letzteres. Einfach gesagt sind Mail oder auch Postbox deutlich bessere Werkzeuge für das Verwalten von Mail, fürs Suchen, Archivieren, Dokumentieren &#8211; wo Sparrow sich durchsetzt ist das fast Instant-Messenger-artige Interface, das das Schreiben und Beantworten von eMails enorm beschleunigt. Man kann darüber diskutieren, wie gut das an sich ist &#8211; Effizienzexperten raten ja etwas weltfremd oft dazu, nur zwei- oder dreimal am Tag eMails zu beantworten &#8211; aber für Nutzer, die relativ viel über Mail kommunzieren ist ein schnelleres und auf Dialogstrukturen optimiertes Mailprogramm natürlich ein Segen. Und Sparrow &#8211; trotz aller kleiner Fehler und trotz der Tatsache, dass man dennoch nicht um Mail herumkommt &#8211; entwickelt sich kontinuierlich in diese Richtung, wird durch recht viele individuelle Optionseinstellungen minimalistisch <em>und</em> funktional.</p>
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		<title>Adobe goes iPad</title>
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		<pubDate>Tue, 10 May 2011 16:32:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HD Schellnack</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Apple]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Software]]></category>
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		<description><![CDATA[Die ersten beiden bringen mir ehrlich gesagt relativ wenig - zumal das Malen mit bloßen Fingern auf dem iPad vielleicht bei David Hockney zu guten Ergebnissen führt, bei mir ist der Finger als Werkzeug nur bei kühlen klimatischen Bedingungen ein geeignetes Mal- und Schreibwerkzeug, wobei das ja mit dem Stift umgehbar ist... nur kann ich dann auch direkt mit dem deutlich überlegenen Intuos direkt in PS arbeiten.  ...  Und was es tatsächlich bringt, abgesehen von einem rasant leergesaugten Akku, ist minimal, weil ein Switch zwischen Werkzeugen oder das Öffnen von Bildern zumindest bei mir schneller und natürlicher über die Tastatur stattfindet - oder zur Not auch per Maus, die man ja eh in der Hand hat und auch in der Hand haben muss, weil «Nav» wirklich nur den Wechsel zwischen Tools erlaubt, nicht aber ihren touchscreenbasieren Einsatz (à la Wacom Cintiq). ...  Apple ist die eine noch bestehende Ausnahme, weil sie durch eine glückliche Fügung so viele Standbeine haben, dass die Software halt mitlaufen kann beziehungsweise von den Spielbeinen beflügelt wird, etwa durch die Präsenz im Appstore, und weil die Firma mit Produkten wie Garageband oder Pages/Keynote relativ schnell auf das ja eben eigene Produkt iPad reagieren konnte, während es immer noch kein «Office 2011» für iPad gibt, außer indirekt eben von Drittanbietern. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.hdschellnack.de/uploads/ipadAdobe.jpg" alt="hd schellnack" /></p>
<p>Ganz generell ist man ja schon fast dankbar, dass Adobe das iPad überhaupt zur Kenntnis nimmt. Jenseits einer eher mauen Photoshop-Express-Version, deren Funktionsumfang nur durch das «Gratis»-Preisetikett zu rechtfertigen ist, scheint der Zwist zwischen Adobe und Apple so tief zu gehen, dass Adobe hier anscheinend einen ganzen Markt verpennt, in dem andere Firmen mit Bildbearbeitung, Filtern und auch den ersten Vektor-Zeichentools durchaus Fuß fassen. Zwei Jahre nach dem Release des iPad gibt es nichts ernsthaftes in Sachen Creative Suite, was auf dem iPad funktioniert &#8211; obwohl ich es für durchaus denkbar halte, via Dropbox eine App mit Indesign so zu verzahnen, dass man zumindest Texte und leichte Grafikkorrekturen machen könnte.</p>
<p>Als ersten Schritt in Richtung Apple kommen nun drei Apps von Adobe, die eigentlich ebenso gut auch eine App hätten sein können, dürfen und vielleicht müssen, mit denen man nun ein bisschen Fingermalen darf, Farben anmischen kann und eine Art rudimentäre Fernbedienung für die Werkzeugleiste. Die ersten beiden bringen mir ehrlich gesagt relativ wenig &#8211; zumal das Malen mit bloßen Fingern auf dem iPad vielleicht bei David Hockney zu guten Ergebnissen führt, bei mir ist der Finger als Werkzeug nur bei kühlen klimatischen Bedingungen ein geeignetes Mal- und Schreibwerkzeug, wobei das ja mit dem Stift umgehbar ist&#8230; nur kann ich dann auch direkt mit dem deutlich überlegenen Intuos direkt in PS arbeiten.</p>
<p>Was «Nav» angeht, so ist inzwischen der Wow-Effekt der Kommunikation zwischen einer Desktop-Applikation und einer iOS-App via WLAN relativ verflogen in Zeiten, wo ich über 3G von jedem beliebigen Ort per Screens meinen ganzen Rechner fernbedienen kann. Das User Interface ist grässlich, die Funktionalität erinnert an eine Amateur-AIR-App. Und was es tatsächlich bringt, abgesehen von einem rasant leergesaugten Akku, ist minimal, weil ein Switch zwischen Werkzeugen oder das Öffnen von Bildern zumindest bei mir schneller und natürlicher über die Tastatur stattfindet &#8211; oder zur Not auch per Maus, die man ja eh in der Hand hat und auch in der Hand haben muss, weil «Nav» wirklich nur den Wechsel zwischen Tools erlaubt, nicht aber ihren touchscreenbasieren Einsatz (à la Wacom Cintiq). Der Zusatznutzen von «Nav» eröffnet sich mir insofern eher nicht.</p>
<p>Und hier zeigt sich ein Wandel, den es seit einiger Zeit spürbar gibt, den aber der App Store sehr greifbar und konkret macht &#8211; das Ende der großen Software-Anbieter. Ungeachtet der Logistik-Stärken, die eben das Internet als Vertriebsweg zunehmend unwichtig macht, ungeachtet der gefüllten Kriegskassen für Zukäufe von bestehenden Firmen&#8230; Microsoft, Adobe und Konsorten schwächeln angesichts eines ätherisierten Verständnisses von Software, das so völlig anders ist als noch vor zehn Jahren. Apple ist die eine noch bestehende Ausnahme, weil sie durch eine glückliche Fügung so viele Standbeine haben, dass die Software halt mitlaufen kann beziehungsweise von den Spielbeinen beflügelt wird, etwa durch die Präsenz im Appstore, und weil die Firma mit Produkten wie Garageband oder Pages/Keynote relativ schnell auf das ja eben eigene Produkt iPad reagieren konnte, während es immer noch kein «Office 2011» für iPad gibt, außer indirekt eben von Drittanbietern. Wobei man sich nichts vormachen darf &#8211; nahezu alle Software-Launches der letzten Zeit von Apple hatten Probleme, die auf die Firmengröße rückführbar sind.</p>
<p>Aber generell hat das Web &#8211; und die Appstores &#8211; die Vorteile großer Softwareanbieter weggewischt, egalisiert. DVD-Brennwerke, Packagedesign &#8211; alles egal. Mit einer passablen Website, etwas Eigen-PR via Twitter und den üblichen Gadget-Blogs, Mundpropaganda und gutem Support kann eine gute Software von einer winzigen Firma über Nacht zum Erfolg werden und Standards setzen (und genau so schnell durch die nächstbessere Lösung obsolet gemacht werden). Die Applikationen, die ich auf dem iPad, aber eben auch auf dem Desktop-Rechner zunehmend verwende, stammen von kleineren Anbietern, oft Ein-Mann-Firmen. Das ist ein großer Umbruch in der Entstehung und im Vertrieb von Programmen, der mir derzeit auch unumkehrbar scheint. Und er macht Sinn, wenn man sich die Preise ansieht. Adobe und Microsoft nutzen eine &#8211; vor allem bei MS schwindende &#8211; Monopolstellung, um überzogene Preise durchzusetzen, und verpassen dabei, wahrzunehmen, wie sehr ihr Monopol wankt. Längst wirkt die Creative Suite so überfrachtet, unnötig kompliziert und schlecht zusammenpassend (während an anderer Stelle wieder an bestimmten Features durchaus eher fehlen), dass es eigentlich nur eine Frage der Zeit ist, bis bessere Alternativen emergieren, so wie Indesign Quark ersetzt hat. Die Entscheidung, iPad-Publishing mit einem hohen Preis als Online-Modell zu realisieren, wird sich hier langfristig als großer Fehler erweisen, ebenso die schlechte Content/Form-Verzahnung bei Indesign. Adobe reagiert nur langsam und schlecht auf Veränderungen im Webdesign und hat Dreamweaver und Flash förmlich verkommen lassen und schlägt selbst aus der Tatsache, mit PDF und SWF zwei grandiose Formate in der Hand zu haben, kein großes Kapital mehr, was an ein Wunder grenzt. Microsoft hat es in zehn Jahren nicht geschafft, aus dem Dauerbrenner Powerpoint auch nur näherungsweise ein vernünftiges Präsentationswerkzeug zu machen, es fühlt sich immer noch an wie Textverarbeitung 1990.</p>
<p>Auf der anderen Seite bieten namenlose Firmen smarte, sehr gut programmierte Tools an, die verblüffend liebevoll gemacht sind und im Alltag exzellente Arbeit leisten. Von welchem Ende der Welt diese Programme dann kommen, ist fast egal, und es ist fast egal, ob es iOS oder OSX-Programme sind, zumal diese künstliche Trennung in den kommenden Jahren sicherlich zunehmend verschwinden wird. All diese kleinen und großen Programme &#8211; Reeder, Writings, Byword, FocusWriter, Drops, Forklift, Omniplan und -focus, ComicZeal, iThoughts, TotalFinder, Alarms, GrandTotal, Frizzix, Saldomat, CopyPaster, iOutbank, Screens und und und &#8211; stammen von kleinen Firmen und selbst Größen wie Dropbox oder Evernote fühlen sich «klein» an gegen Microsoft und kommen eben mit wachsender Größe an bestimmte Grenzen. Denn gerade bei den kleinen Apps wird klar, wie schnell und reaktiv Updates sein können. Wenn etwa ein Zevrix-Plug-In wie LinkOptimizer ein wichtiges Feature vermissen lässt, reicht eine freundliche Frage und das nächste Update zwei Tage später kann&#8217;s. Es ist ein fast surreales Erlebnis in Sachen Service, wie freundlich und offen kleine Firmen für Anregungen sind &#8211; und wie klar sie aber auch wissen, was für sie nicht machbar oder gut wäre. Es ist ein extrem faires Modell &#8211; und zugleich übrigens der beste Schutz gegen Raubkopie. Von anonymen Großfirmen überteuerte Software «klauen» ist ja vielleicht eine Sache &#8211; aber bei kleinen Machern ist schnell klar, dass nur über Verkauf und faires Miteinander eine Pflege und ein Fortbestehen des Programms gegeben ist. Es entsteht so eine vergleichsweise faire, aber kleinere Mikrostruktur, die ein wenig an den Selbstvertrieb von Musik erinnert und es ist nicht ohne Grund, dass Kickstarter auch für Software eine Plattform sein kann. Während es für Monolithen wie Microsoft strukturell fast undenkbar war (und ist), halbwegs direkt mit Endverbrauchern in Kontakt zu kommen, suchen die jüngeren Entwickler diesen Kontakt vom ersten Moment an. Man muss kein Prophet sein, um in diesem Modell ganz generell eine Zukunft für kreative Leistungen aller Art zu entdecken &#8211; Musik, Bücher, vielleicht sogar Design und Architektur. Weg von den Moloch-Strukturen, hin zu projektgerechten und engagierten Größen, die ein one-on-one ermöglichen. Ich habe beispielsweise nie verstanden, warum so viele Auftraggeber in der Architektur mit Foster zusammenarbeiten, wo doch klar ist, dass Sir Norman mit der Firma, die seinen Namen trägt, nicht mehr allzuviel zu tun hat und man eigentlich einen Finanzdienstleister beauftragt, dem es primär ums Geld geht und dessen große Struktur man schlicht mit bezahlt. Entsprechend habe ich mich gefreut, dass Google mutig genug war, anders als Apple, nicht auf die übliche Foster-Lösung zu setzen, oder einen der sehr großen US-Architekten zu nehmen, sondern das vergleichsweise kleinere Büro Ingenhoven zu beauftragen, wo eine viel individuellere Zusammenarbeit machbar ist. Das ist eine richtige Entscheidung. Analog bin ich immer geknickt, wenn wir in Pitches gegen Metadesign oder JvM verlieren &#8211; Büros, die gar nicht in Pitches gegen uns bzw wir gegen sie spielen dürften -, durchaus auch bei Jobs, wo das Budget solche Großagenturen gar nicht hergibt. Nicht, weil uns ein Auftrag entgeht (es kommt ja immer etwas anderes rein), sondern weil es für den Auftraggeber, mit dessen Problemen und Zielen man sich ja intensiv identifiziert hat im Rahmen einer Lösungsfindung, die falsche, nur vermeintlich «sichere» Lösung ist. Entsprechend mies ist das, was dabei meist am Ende rauskommt.</p>
<p>Der traurige Stand der Dinge bei Adobe belegt, dass ein Ende der «Big is beautiful»-Ära präsent auch in der Softwarebranche angekommen ist. In Zukunft werden sich große Strukturen zunehmend fragen müssen, ob man sie noch braucht. Digitaler Direktvertrieb und das Internet machen es möglich, klein anzufangen und nach Bedarf atmend zu wachsen, sich selbst zu vermarkten. Auf diesen Power Shift in dem Verhältnis zwischen Musikern und Labels (die ja inzwischen mehr Kreditgeber sind) oder Autoren und Verlagen, zwischen Programmierern und Salesmen, ist die Industrie offenbar kaum vorbereitet, auch wenn ich sicher bin, dass in den Strukturen smarte Leute längst die Alarmglocken läuten. Was soll einen Autor noch abhalten &#8211; ob Newcomer oder Bestsellerschreiber &#8211; seine Werke mit geringer Startinvestition direkt via iBooks oder als App zu vertreiben? Sobald Apple den «Independants» die Tore öffnet wird es den größten Umbruch in der Verlagswelt geben, den man sich vorstellen kann. Mit dem AppStore ist dieser Umbruch &#8211; prägnanter noch als in der letzten Dekade per Direktverkauf online &#8211; längst im Softwarebereich vollzogen. Größe spielt (fast) keine Rolle mehr, Service, Tempo, Qualität sind entscheidend &#8211; und gute Bewertungen, die daraus resultieren.</p>
<p>Adobe täte gut daran, sich schnell und konsequent auf diese neuen Verhältnisse einzustellen, kleiner, fairer, schneller zu werden und sich vom Marketing wieder auf die Programmierung zu refokussieren &#8211; denn die Marktmacht des Giganten wird zunehmend unwichtig. Die ja immer noch recht gute Softwarebasis gilt es aufzubauen, auszubauen, reaktiver zu bekommen und für neue Plattformen umzusetzen. Ansonsten wird der Tag kommen, an dem der Preisunterschied zwischen Photoshop und sagen wir Pixelmator nicht mehr zu rechtfertigen ist. Und sich die Frage stellt, ob man iPad-Newsmags wirklich noch mit Indesign layouten will oder ob es nicht eine integrierte, viel bessere Lösung eines kleinen Anbieters gibt, die im Endeffekt besser funktioniert. Und auf diese Frage hat Adobe derzeit keine überzeugende Antwort, leider.</p>
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		<title>Freiwild Cases</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 14:35:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HD Schellnack</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Apple]]></category>
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		<description><![CDATA[     Derzeit arbeitsbedingt etwas still im Blog, aber ganz kurz ein wenig Werbung für die Filzcases von Freiwild -  Julia Osters Freiwild-Hüllen  für iPad, iPhone, 13" und 15" Notebooks und - hier im Bild - die beiden Airmodelle - sind wie ja fast alles aus Filz eine augenweide.   In der grauen, rauen Variante machen die Cases am meisten Spaß, sie passen ideal und auch wenn Filz an sich natürlich nicht gerade das pflegeleichteste Material ist, bietet es einen ausreichenden Schutz für die Geräte unterwegs. ...  Ich muss zugeben, da ich das Air in einer  Tasche  transportiere (allerdings für 15") ist das Case gar nicht SO nötig (außer um das Air zusätzlich zu schützen, zumal das iPad meist im gleichen Fach der Kuriertasche mitreist) - aber wer kann bei so einem tollen Produkt nein sagen?           ]]></description>
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<p>
Derzeit arbeitsbedingt etwas still im Blog, aber ganz kurz ein wenig Werbung für die Filzcases von Freiwild &#8211; <a href="http://www.freiwildshop.de/">Julia Osters Freiwild-Hüllen</a> für iPad, iPhone, 13&#8243; und 15&#8243; Notebooks und &#8211; hier im Bild &#8211; die beiden Airmodelle &#8211; sind wie ja fast alles aus Filz eine augenweide. In der grauen, rauen Variante machen die Cases am meisten Spaß, sie passen ideal und auch wenn Filz an sich natürlich nicht gerade das pflegeleichteste Material ist, bietet es einen ausreichenden Schutz für die Geräte unterwegs. Der dicke Schafsfilz ist solide vernäht, das Ganze wirkt trotz des recht kleinen Ladens nie studentisch «handmade» oder fragil, sondern strahlt den Charme eines hochsoliden professionellen Produkts aus, dem man seine Hardware gern anvertraut. Ich muss zugeben, da ich das Air in einer <a href="http://store.apple.com/de/product/TR460ZM/A?fnode=MTY1NDA2Ng&amp;mco=MTE1MDY5NTQ&amp;s=topSellers">Tasche</a> transportiere (allerdings für 15&#8243;) ist das Case gar nicht SO nötig (außer um das Air zusätzlich zu schützen, zumal das iPad meist im gleichen Fach der Kuriertasche mitreist) &#8211; aber wer kann bei so einem tollen Produkt nein sagen?</p>
<p><img src="http://www.hdschellnack.de/uploads/frewiwild_02.jpg" alt="hd schellnack" /> <img src="http://www.hdschellnack.de/uploads/frewiwild_03.jpg" alt="hd schellnack" /> <img src="http://www.hdschellnack.de/uploads/frewiwild_04.jpg" alt="hd schellnack" /> <img src="http://www.hdschellnack.de/uploads/frewiwild_05.jpg" alt="hd schellnack" /></p>
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		<title>iPad 2</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Mar 2011 16:29:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HD Schellnack</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Apple]]></category>
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		<description><![CDATA[Aber andererseits kann ich verstehen, dass die Grafikprozessoren damit wahrscheinlich noch zu viel zu kämpfen hätten und vor allem auch die Developer schon wieder nach nur einem Jahr eine Auflösungsanpassung vornehmen müssten - man sieht ja beim iPhone, dass es teilweise anscheinend ein Jahr dauert, bis das mal umgesetzt wird und einige Apps laufen immer noch mit Prä-Retina-dpi. ...  Auf Photos lässt sich das schwer darstellen, man muss beide Geräte mal in der Hand gehabt haben, das iPad 2 fasst sich einfach (noch) etwas weniger wie ein Stück Hardware an, fühlt sich noch mehr wie etwas an, das eigentlich gar kein Computer mehr sein kann. ...  Für die Benutzer, für die bereits das erste iPad zu einer Art ständigen Begleiter geworden ist, der als Buchersatz, als Browser, als Organisationstool, als Notizbuch, als Schreibmaschine und und und inzwischen in den verschiedensten Situationen immer dabei ist, lohnt sich das Upgrade sicher dennoch, weil sich die zweite Generation unterm Strich einen Hauch selbstverständlicher anfühlt, noch weniger «Gerät» ist, noch weniger Maschinencharakter hat. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.hdschellnack.de/uploads/ipad2.jpg" alt="hd schellnack" /></p>
<p>Im Grunde lohnt sich nach den ausgiebigen Reviews aus den USA und angesichts der ja wenig umwerfenden neuen Features des iPad2 eine echte Auseinandersetzung mit dem Gerät kaum &#8211; es ist einfach ein Upgrade und wer das iPad 1 kennt, kennt auch die zweite Generation. Also nur ein paar erste Eindrücke:</p>
<p>Es gab tatsächlich eine <b>Schlange</b>. Ich hab das nicht geglaubt und bisher auch nicht erlebt, aber da standen tatsächlich bis vor die Tür Leute für ein Stück Hardware. Never underestimate the power of smart marketing (and scarce goods). Ich selbst hatte Gott sei Dank vorbestellt und konnte einfach so rein und es abholen, vielleicht auch, weil das 64 GB 3G vielleicht nicht ganz so nachgefragt ist wie die anderen Modelle. Steffi, die draußen wartete, erzählte, ein alter Mann sei im Vorbeigehen stehen geblieben und habe sich nach einigem Betrachten der Schlange erkundigt, was es denn hier gratis gäbe. Sie: Das neue iPad2. Er: Was? Sie erklärt ihm, was es ist, er will wissen, warum die Leute dafür anstehen und was daran nun so toll sei. Nach einer Erklärung fragt er: Und was kostet das Ding? Steffi: So ab 500 Euro. Er tritt drei Schritte zurück und wendet sich an die wartende Menge: Sie haben alle fünfhundert Euro in der Tasche hier? Und wandert kopfschüttelnd weg, um sich auf dem Rückweg noch einmal bei jemand anderes zu erkundigen, wahrscheinlich weil er vermutet hat, Steffi wolle ihn veräppeln. Der Mann hat ja recht, muss man sagen. Wir leben in seltsamen Zeiten, dass man auf ein Luxusgut wartet als wäre es Obst in der DDR.</p>
<p>Das Pad an eine weitestgehend undramatische Weiterentwicklung des Vorgängers. Die Wahrheit ist &#8211; und das gilt inzwischen ja fast durchgehend für Apple-Produktzyklen &#8211; es keinen zwingenden Grund für iPad1-Besitzer, zu wechseln. Das Gerät wendet sich scheinbar eher an Neueinsteiger, die ohne irgendeine Art von Kamera nicht leben konnten. Ansonsten bietet es zum gleichen Preis eine solide technische Weiterentwicklung, die wie immer ein paar Wünsche offen lässt und wie immer aber auch nett ist. Der größere Arbeitsspeicher, der <b>schnellere Prozessor und die verbesserte Grafikleistung</b> ist im direkten Vergleich zwar spürbar, dürfte im alltäglichen Gebrauch aber nach einer Woche so selbstverständlich geworden sein, dass man es nicht mehr merkt. Apps starten etwas schneller und gerade beim Umblättern von Magazinen «hängt» es einen Hauch weniger. Sync von iTunes scheint schneller zu laufen und auch der Online-Sync wirkt einen Hauch sportiver &#8211; oder bildet man sich so etwas vielleicht auch einfach ein? Dennoch sind leistungshungrige Applikationen immer noch langsam und die Arbeit mit großzügig bebilderten PDF in Minimal Folio zwingt die App immer noch zu einem langen verpuzzelten Aufbau der Seite. Auch die Zeit und PDFs in GoodReader haben noch spürbare Aufbauprobleme &#8211; ein Wunder darf man also vom iPad2 auch nicht erwarten. Aber etwas «snappier» wie es so schön bei Apple heißt ist die Sache schon &#8211; vor allem der Wechsel zwischen Applikationen ist flüssiger geworden. Aber nun auch nichts, was vom Stuhl wirft.</p>
<p>Die <b>Kameras</b> sind in der Tat ein Alptraum. Ich kann verstehen, dass man irgendwo ein Auge auf den Preis haben muss, aber ich hätte mit Vergnügen mehr Geld für die Kameraleistung aus dem iPhone bezahlt. Für mehr als einen kurzen Snapshot in Evernote reicht es einfach nicht. Die Bilder sind düster und rauschig und niedrig aufgelöst. Man kann argumentieren, dass man mit einem 10&#8243;-Gerät nun auch keine Unterwegs-Photos machen will, aber tatsächlich macht gerade eine gut aufgelöste Kamera im iPad Sinn, um Dokumente zu «scannen». Die Videoleistung ist entsprechend &#8211; vergleichbar mit dem iPod Touch &#8211; mau, aber ausreichend. Positiv ist, dass man natürlich mit dem unhandlicheren iPad sehr viel ruhiger, weil zweihändig filmt, als mit dem iPhone, und der Bildschirm dabei die Wucht ist &#8211; Video macht hiermit ziemlich viel Spaß. Wie bei allen iGeräten werde ich aber das Gefühl nicht los, dass die Brennweite für Video schlecht ist, du bist immer zu «nah» dran, das 28-mm-Equivalent etwa der Canon fühlt sich sehr viel natürlicher an, wenn man Räume oder Situationen festhalten will.</p>
<p>Der <b>Bildschirm</b> ist weitestgehend unverändert. Als einzigen Unterschied kann ich feststellen, dass bei schrägen Blickwinkel Schwarztöne weniger schnell ins blassrötliche kippen. Mehr Auflösung, und sei es nur 1280 oder 1440, wäre schön gewesen. Aber andererseits kann ich verstehen, dass die Grafikprozessoren damit wahrscheinlich noch zu viel zu kämpfen hätten und vor allem auch die Developer schon wieder nach nur einem Jahr eine Auflösungsanpassung vornehmen müssten &#8211; man sieht ja beim iPhone, dass es teilweise anscheinend ein Jahr dauert, bis das mal umgesetzt wird und einige Apps laufen immer noch mit Prä-Retina-dpi. Für ein Lesegerät ist die Auflösung des iPad nur leider eben dennoch einen Tick zu pixelig, da darf man aufs iPad 3 hoffen. Interessant, wie immer bei neuen iOS-Geräten, ist, dass der Bildschirm sich glatter anfühlt, responsiver ist. Ich denke, das liegt wahrscheinlich daran, dass die oleophobische Beschichtung mit der Zeit im Gebrauch abnimmt und das Display sich «stumpfer» anfühlt. Apropros öl- und fettabweisend: Natürlich ist auch dieses iPad binnen weniger Minuten von Fingerabdrücken übersäht. Gar nicht anders denkbar. Dies ist die Sorte Gerät, die man eigentlich nicht mehr rhotographieren kann, sondern nur noch aus Renderings oder Photoshop-Montagen antiseptisch clean hervorkriegt.</p>
<p>Der <b>Sound</b> ist definitiv besser, alles andere wäre auch undenkbar gewesen, schlechter als das iPad1 ist ja kaum denkbar gewesen. Du hast natürlich kein Stereo (immer noch nicht) und von Bass darf gar keine Rede sein, aber man kann Musik tatsächlich wahrnehmen und einen Film sehen und dabei den Ton ohne Kopfhörer hören. Tatsächlich habe ich mich dabei erwischt, dass ich die Lautstärke reduziert habe. Am iPad &#8211; wie ungewohnt. Der Sound ist blechern und in voller Lautstärke etwas kratzelig, aber das hier ist ein echter Schritt nach vorn, der eigentlich nur umso deutlicher macht, dass man zwei Speaker bräuchte und zwar ideal einen weiteren oben am Gerät.</p>
<p><b>Gewicht und Größe</b> sind natürlich wichtige Faktoren für diese Sorte eines mobilen Clientgerätes und das iPad2 legt hier einen soliden Unterschied hin. Einfach gesagt ist etwa die Dicke des jetzt geraden Seitenrahmens einfach verschwunden. Dünneres, aber härteres Glas und dünner Akkus haben den Formfaktor drastisch verjüngt. Auf Photos lässt sich das schwer darstellen, man muss beide Geräte mal in der Hand gehabt haben, das iPad 2 fasst sich einfach (noch) etwas weniger wie ein Stück Hardware an, fühlt sich noch mehr wie etwas an, das eigentlich gar kein Computer mehr sein kann. Durch die sanft abgerundeten Ecken liegt es ausgezeichnet in der hand, wenn auch der jetzt recht spitze Übergang zwischen Display und Aluminium etwas und schön an das Air erinnert. Wer im Bett lesend das iPad auf der Brust abstützt, hat es jetzt nicht mehr einen breiten Rand sondern mit einer eine zwar stumpfen, aber doch deutlich spürbaren und unangenehmen «Kante» zu tun. Da der reine Gewichtsunterschied nicht so drastisch ist wie die reduzierte Größe, fühlt sich das iPad2 ungewöhnlich kompakter an, weil mehr Gewicht auf weniger Fläche verteilt scheint. In der Praxis ist der Gewichtsunterschied von um die 10% kaum spürbar &#8211; es ist immer noch subjektiv um ein Drittel bis 50% zu schwer im Vergleich zu einem Buch, selbst einem Hardcover, um sich wirklich «angenehm» anzufühlen.</p>
<p>Das <b>Upgrade</b> läuft wie immer bei Apple &#8211; Backup und Neuaufspielen. Ich würde mir wirklich wünschen, dass dabei die Anordnung meiner Apps beibehalten wird. Da Apple es selbst mit iTunes nicht gerade zur reinen Freude macht, zig Applikationen zu sortieren, wäre es nicht zuviel verlangt, wenn diese bei der Migration auf ein neues Gerät dann dort auch wieder genau so vorzufinden wären. Gerade bei einem Gerät, dass sich auch an Einsteiger wendet &#8211; obwohl, tut es das wirklich? Ist das iPad nicht teilweise viel komplizierter als jeder Rechner? &#8211; ist es seltsam, wenn die Neueinrichtung in zwei Schritten (Wiederherstellung und Sync) stattfinden muss und der Nutzer dann App-Reihenfolge sowie nahezu alle Passworte für Mail, Applikationen, Web und so weiter wieder neu eingeben muss. Man hat den Nerv ja nur einmal im Jahr, idealerweise, aber es erscheint mir unlogisch. Wenn ich ein Gerät wiederherstelle in der Migration sollte es auch weitestgehend 1:1 gespiegelt werden. Die Passworte kann man noch unter «Sicherheit» verbuchen (wäre aber auch eleganter lösbar), für die App-Anordnung finde ich keinerlei logischen Grund. Wer hier viel mit App-Ordnern arbeitet &#8211; ich nicht so sehr, aber ich kenne einige Leute, die ihr ganzes System damit verwalten und nur einen einzigen Bildschirm mit Ordnern haben, in denen die Apps abgelegt sind &#8211; muss nach einem solchen Wechsel doch schier wahnsinnig werden. Zumal das Ordnen der Apps auf dem Gerät selbst ein Alptraum ist, es geht faktisch nur in iTunes und auch dort weitestgehend spaßfrei. Der Wechsel der SIM-Karte ist zwar etwas frickelig &#8211; der Tray ist in den abgerundeten Ecken etwas suboptimal verbaut und es braucht schon etwas Fingerspitzengefühl, um das wieder zusammenzuschieben &#8211; aber fast wider meiner Erwartung lief die Sim ohne neue Aktivierung durch O2 einfach bestens weiter, ohne Passworteingabe oder andere Provider-Mätzchen.</p>
<p>Die <b>Software</b> ist identisch mit der vom iPad1, mit Ausnahme der Tatsache, dass iMovie hier natürlich ohne Trickserei läuft und Factetime, das völlig sinnfreie Photobooth sowie Kamera-App dazugekommen sind. Interessant ist, dass die über X-Code zu aktivierenden Vierfinger-Gesten für das Schließen und Wechseln von Apps &#8211; die den Home-Button faktisch überflüssig machen &#8211; etwas satter und schneller laufen, am iPad 1 war das manchmal etwas ruckelig, hier ist es sanft und glatt, wie es sein sollte. Ich kann verstehen, warum Apple mit Rücksicht auf Einsteiger und App-Kompatibilität diese Gesten deaktiviert hat, aber ehrlich gesagt ist es ein Jammer. Das direkte Wischen zwischen Anwendungen ist unverzichtbar geworden und die Geste zum Schließen von Apps so natürlich, das eine ganz neue Freude an der Bedienung des Gerätes aufkommt, weil man nicht mehr immer den zunehmend dusseligen Button braucht, der nicht in den Flow des Arbeitens am Touchscreen passen will. Fehlt eigentlich nur noch eine Geste für eine Art Exposé, die alle offenen Anwendungen zeigt &#8211; das Hochziehen für die Taskbar ist ja nahe dran, aber Expose mit einer Art «Öffnen von Fünf Fingern»-Geste wäre grandios. Jeder, der ein iPad hat, muss sich eigentlich X-Code holen und diese Option nutzen, es wertet das Gerät ungemein auf. Nicht umsonst ist X-Code im MacAppStore ja bei den Bestsellern, so viele Entwickler kann es gar nicht geben ;.-). <b>Facetime</b> dürfte mittelfristig die Art, wie wir über Videotelefonie denken, revolutionieren. Es ist einfach, smart und dürfte in einigen Jahren zumindest bei Benutzern von Apple-Geräten allgegenwärtig sein. Die Sache hat allerdings einige Haken: Ohne 3G macht es die Sache noch sehr eingeschränkt Sinn, man fühlt sich ein wenig in die Zeiten von kabelgebundenen Telefonen zurückversetzt. Richtig genial wird es erst, wenn man von unterwegs auch Video-Abstimmungen machen kann. Auch die Anbindung an eine Apple-ID kann ein Problem sein &#8211; einerseits macht es Sinn, wenn ich angerufen werde, dass nun MacPro, Air, iPad und iPhone «klingeln», irgendwo könnte man mich ja erreichen. Andererseits kann ich aber nicht ohne weiteres von einem meiner Devices «nach Hause telefonieren», also von unterwegs ins Büro &#8211; jedenfalls nicht an den eigenen Rechner. Die fehlende Möglichkeit, mehrere Userprofile auf dem iPad verwalten zu können, wirft hier ihren Schatten voraus, bei einem Gerät, das so offenbar für gemeinsame Nutzung angelegt scheint. Andererseits will Apple natürlich ein Familiengerät, das nicht geteilt wird, sondern von möglichst vielen Mitgliedern individuell gekauft werden muss. Unschön ist auch, das bei einem Anruf vom iPhone das gesendete Bild des iP ungemein pixelig wirkt auf der viel zu großen 1024er-Fläche, die eine Bildauflösung bräuchte, die die meisten Datenverbindungen heute überfordert. <b>Garageband</b> ist eine der Applikationen, die von dem schnelleren Prozessor bereits spürbar profitiert, der Wartefaktor beim Wechsel von Instrumenten und selbst beim Start ist geringer und «Leistung optimieren» scheint einen Hauch seltener zu erscheinen. Spielt man nicht auf einer harten Oberfläche scheint mir auch die über den Bewegungssensor simulierte Anschlagsdynamik von Tasteninstrumenten zwar immer noch etwas unberechenbar, aber deutlich reaktiver und «echter» als vorher. Ich denke nicht, dass dies am neuen Gyroscope liegen wird, und vielleicht ist es auch nur Einbildung, aber da Garageband eine der besten App fürs iPad schlechthin ist, bin ich für jede Verbesserung der «User Experience» froh. <b>iMovie</b> ist ein weiteres kleines smartes Wunderwerk. Es hat zwar «nur» den Leistungsumfang der ja baugleichen iPhone-Software, bietet also keine Möglichkeiten, die Clips in Farbe, Tempo oder Ästhetik an sich zu verändern, profitiert aber ungemein von dem größeren Bildschirm und der präziseren Arbeit mit den Fingern. Es ist fast unfassbar, wie flüssig selbst 720p-Video, Übergänge, einfache Animationen und so weiter von dem kleinen A5-Prozessor bewältigt werden. Umso mehr fragt man sich allerdings, warum die gleiche Firma mit FinalCut eine so derart miese Videosoftware, die selbst auf Hochleistungsrechnern ohne Pre-Rendering kaum einen kurzen Clip meistert, auf dem Markt hat. Ich muss mehr und mehr sagen, ein FinalCut auf iMovie-Basis mit mehreren Spuren, Blend-Modi, professionellen Plugs, freier typographischer und graphischer Elemente-Anordnung und Animation (à la Keynote beispielsweite) würde mir mehr Spaß machen als das, was derzeit als Express oder Studioversion auf dem Markt ist. Als einfache kreative Lösung für Familienfest-Mitfilmer reicht iMovie allemal, und auch iMovie auf dem Mac hat ja durchaus dramatische Schwachstellen (Multitrack, Plug-In-Mangel) &#8211; eine beeindruckende Präsentation der Möglichkeiten des iPad ist es aber allemal, weil ein sehr flüssiges Arbeiten möglich ist und &#8211; ähnlich wie in Garageband &#8211; das Arbeiten ohne Maus überraschend natürlich und «richtig» scheint.</p>
<p>Das <b>Fazit</b> ist wahrscheinlich, dass das iPad einerseits &#8211; ungeachtet aller Hardwaredaten &#8211; aufgrund der einzigartigen Hardware/Softwarekombination auf absehbare Zeit völlig konkurrenzlos sein dürfte, nichts anderes kann sich bisher an diesem Standard messen und bis die anderen aufgeholt haben, dürfte Apple sich weiterentwickelt haben. Insofern bestand für die Firma vielleicht kein Anlass, sich beim iPad2 gegenüber den Samsung oder Google-Konkurrenten besonders anstrengen zu müssen. Die zweite Generation ist insofern ein irgendwie lässig wirkendes Upgrade, das ein bisschen mehr leistet, aber keineswegs «wichtig» wirkt. Apples smarte Salamitaktik von zeitlich berechenbaren inkrementellen technischen Upgrades, die alle paar Jahre mal von einem dramatischeren Facelift aufgerüttelt werden, bedeutet auch hier, dass iPad1-Besitzer keine schlaflosen Nächte haben müssen und getrost eine Generation überspringen könnten, wenn Kamera oder schmalere Bauweise nicht wichtige Argumente sind. Für die Benutzer, für die bereits das erste iPad zu einer Art ständigen Begleiter geworden ist, der als Buchersatz, als Browser, als Organisationstool, als Notizbuch, als Schreibmaschine und und und inzwischen in den verschiedensten Situationen immer dabei ist, lohnt sich das Upgrade sicher dennoch, weil sich die zweite Generation unterm Strich einen Hauch selbstverständlicher anfühlt, noch weniger «Gerät» ist, noch weniger Maschinencharakter hat. Geringere Wartezeiten und die fast surreal bleistiftschlanke Bauweise &#8211; ein normales Telefonmobilteil wirkt dagegen grobschlächtig &#8211; rücken das iPad ein Stückchen weiter der von Apple versprochenen «Magie» näher.</p>
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		<title>Font Probleme in OS X 10.6.7.</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Mar 2011 10:15:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HD Schellnack</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Waren Updates sonst meist - bis auf nicht funktionierende CUPS-Treiber usw. - eine relativ sichere Sache, so hat das Update auf 10.6.7 anscheinen bei zahlreichen Applikationen und OTF oder PS-Schriften das Fontmanagement zerschossen.   Schriften werden nicht mehr richtig eingebettet und obwohl die PDF in «Vorschau» korrekt angezeigt wird, kann sie nicht richtig ausgedruckt werden und Acrobat 9 und 10 zeigen das Dokument entweder zerschossen an, oder die App hängt sich gleich ganz auf. ...  Nach dem Flop mit FaceTime, den GrafikBugs beim MacBookPro, dem BatterieBug beim iPhone frage ich mich, ob Apple sich derzeit nicht irgendwie etwas übernimmt und schludrig wird.]]></description>
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<p>Man fragt sich schon, was derzeit mit Apple los ist. Waren Updates sonst meist &#8211; bis auf nicht funktionierende CUPS-Treiber usw. &#8211; eine relativ sichere Sache, so hat das Update auf 10.6.7 anscheinen bei zahlreichen Applikationen und OTF oder PS-Schriften das Fontmanagement zerschossen. Schriften werden nicht mehr richtig eingebettet und obwohl die PDF in «Vorschau» korrekt angezeigt wird, kann sie nicht richtig ausgedruckt werden und Acrobat 9 und 10 zeigen das Dokument entweder zerschossen an, oder die App hängt sich gleich ganz auf. Gleiches bei Photoshop, wenn man die PDF importiert. Es scheint einige betroffene Schriften zu geben &#8211; ewa die DinPro, die DInProRounded und die Myriad &#8211; und einige Applikationen, mitunter Pages und GrandTotal, die von diesem systemweiten Bug betroffen sind. Das Problem betrifft zumindest bei uns alle Rechner, die auf 10.6.7 aktualisiert wurden, in relativ gleicher und zudem völlig unberechenbarer Weise. Es sind nicht alle OTF/PS-Fonts betroffen, die betroffenen Schriften sind mit jedem PDF-Export auf eine neue kreative Art zerschossen, die gleichen Glyphen sind in der PDF an einer Stelle einwandfrei da, an anderer verschwunden &#8211; es gibt keine erkennbare Logik des Bugs. Zu helfen scheint derzeit nur ein Downgrade auf 10.6.6. Nach dem Flop mit FaceTime, den GrafikBugs beim MacBookPro, dem BatterieBug beim iPhone frage ich mich, ob Apple sich derzeit nicht irgendwie etwas übernimmt und schludrig wird. So oder so ist es etwas blöde, wenn ein primär von Designern genutztes System mit Fonts Probleme hat ;-)&#8230;</p>
<p>Ich muss sagen, vor dieser Folie macht mir das Upgrade auf Lion wirklich Sorge. Während man bisher bei Apple ja immer recht sorgenfrei auf «Update» klicken konnte, weil es abgesehen von kleineren Problemen, die aber durchaus auch so bereits immer PDF, Drucksystem und Schriften betreffen konnten, immer einigermaßen lief, ist es inzwischen so, dass jede Neuerung mit etwas Angst betrachtet werden muss. So lief bei FaceTime die BETA einwandfrei, die 1.0er Version überhaupt nicht. iOS 4.3 musste binnen kürzester Zeit durch ein nachgeschobenes Bugfix davon abgehalten werden, die Batterie leerzusaugen, X-Code ließ sich nicht installieren und viele andere größere und kleinere Anzeichen von Überforderungen angesichts des eigenen Erfolgs der letzten drei Jahre.</p>
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		<title>Google Translations ist super!</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Feb 2011 08:11:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HD Schellnack</dc:creator>
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		<title>One Less Drop Kickstarter</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Feb 2011 10:53:17 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ich halte Kickstarter ja für eine famose Idee - eine Plattform, die als eine Art Social-Network-Version von Business Angels fungiert und in der das Startkapital für ein Projekt sozusagen durch die ersten Kunden entsteht, ist eine Idee, die wie für das Web geschaffen ist. ...  Nachdem dort bereits die ein oder andere iPod-Nano-Uhr für Furore gesorgt hat, entwickelt sich Kickstarter zu einer relativ ernstzunehmenden Plattform, ich bin gespannt wie das weitergeht.  ...  Dean hat noch 24 Tage um auf die nötige Fördersumme von 12.500 $ zu kommen und ist bereits bei 10.305 $ - wer von euch schon einmal über permanent am Boden liegende oder zertretene Kabel geflucht hat, kann ja mithelfen, die Hürde zu überspringen und ein bisschen Venture-Kapitalist spielen ;-)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.hdschellnack.de/uploads/OneLessDrop-kickstarter-image.jpg" alt="hd schellnack" /> <img src="http://www.hdschellnack.de/uploads/onelessdrop-macbook-power-cord-green.jpg" alt="hd schellnack" /> <img src="http://www.hdschellnack.de/uploads/onelessdrop-three-with-red-white-bg.jpg" alt="hd schellnack" /></p>
<p>Ich halte Kickstarter ja für eine famose Idee &#8211; eine Plattform, die als eine Art Social-Network-Version von Business Angels fungiert und in der das Startkapital für ein Projekt sozusagen durch die ersten Kunden entsteht, ist eine Idee, die wie für das Web geschaffen ist. Und für uns arme Early Adopters die endgültige Hölle darstellt, wo wir von Produkten träumen dürfen, die es vielleicht nie gibt. Nachdem dort bereits die ein oder andere iPod-Nano-Uhr für Furore gesorgt hat, entwickelt sich Kickstarter zu einer relativ ernstzunehmenden Plattform, ich bin gespannt wie das weitergeht.</p>
<p>Mein eigenes erstes Kickstart-Project ist so simpel wie genial: <a href="https://www.kickstarter.com/projects/deanheckler/onelessdrop">One Less Drop von Dean Heckler</a>. Der einfache Recycling-Aluminiumblock tut nichts anderes als eine Kabelführung für ein oder zwei der üblichen Apple-Kabel darzustellen und ein weiteres Kabel zu fixieren. Das klingt nun wenig spektakulär, wer aber wie ich eigentlich permanent mit vom Schreibtisch herabfallenden iPhone/iPad oder MacBook.Kabeln zu tun hat, wird für die kleine und elegante Form eines postmodernen Briefbeschwerers dankbar sein. So dankbar, dass ich gleich drei «vorbestellt» habe. Dean hat noch 24 Tage um auf die nötige Fördersumme von 12.500 $ zu kommen und ist bereits bei 10.305 $ &#8211; wer von euch schon einmal über permanent am Boden liegende oder zertretene Kabel geflucht hat, kann ja mithelfen, die Hürde zu überspringen und ein bisschen Venture-Kapitalist spielen.</p>
<p>Update: Montag und Dean Heckler hat 100% des nötigen Kapitals für seine Kabelklötze zusammen. Nicht schlecht. Bin gespannt, wie die fertigen OLDs aussehen werden.</p>
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