
Installation
Die Installation fühlt sich nach wie vor ausgesprochen seltsam an. Man startet die DMG, klickt auf das CS5-Icon, ein neues Ordner-Fenster mit «Install» öffnet sich und erst nach klicken hierauf geht es wirklich einigermaßen los. Ich kann verstehen, dass Adobe auf der Windows wie auf der Mac-Plattform ein ähnliches Benutzungserlebnis herbeiführen will, aber der Preis dafür ist, dass es sich auf beiden Plattformen nicht «nativ» anfühlt. Man klickt auf OS X mehrfache Subroutinen, bevor die Installation überhaupt startet, das systemübliche drag’n'drop-Installieren gibt es nicht. Statt dessen setzt Adobe auf eine eigene Installationsroutine, im Adobe-Air-üblichen Look, in dunkelgrau und blau gehalten, die nicht nur bizarr lange dauert, sondern dem Nutzer das Gefühl gibt, sein Betriebssystem komplett verlassen zu haben. Abgesehen davon, dass solche eigenen UIs eine Menge Arbeit darstellen und extrem anfällig für Veränderungen sind, während Standardroutinen einfach immer up-to-date aussehen, weil sie an das jeweilige UI des Betriebssystems andocken können, frage ich mich, wieso Adobe als fast letzte Firma der Welt auf einer eigenen Sub-Oberfläche besteht, anstatt auf GUI-Standards aufzusetzen. In Sachen Usability ist das ein Flop.
Photoshop
Was lange, lange, lange währt, wird endlich wahr. Während das deutlich preiswerte und nicht so viel leistungsschwächere Tool Pixelmator bereits seit langem 64bit bedient und dabei unglaublich schnell ist und sehr große Dateien verdauen kann, hat es bei Adobe halt etwas länger gedauert, die 4-GB-Grenze zu sprengen.
Photoshop fühlt sich in 64bit greifbar schneller und reaktiver an und kann endlich seinen großen Speicherhunger besser bedienen. In Zeiten, wo die meisten Rechner für Bildbearbeitung 8-32 GB RAM haben, ist das auch mehr als überfällig.
Vielleicht fühlt es sich aber auch nur schneller an, weil noch keine Plug-Ins (außer Exposure 3 von Alien Skin und Adjust 4 von Topazlab) unter 64bit laufen, alle anderen Plugs lassen sich nur nutzen, wenn man im 32bit-Modus startet. Das ist irgendwie ärgerlich und man sollte einen Weg gefunden haben, um Plugs als 32-bit-Subapplikation laufen zu lassen. Also laufen derzeit zwei Photoshop-Versionen auf meinem Rechner.
Die neuen Tools wie Formgitter und inhaltssensitives Füllen sehen auf den ersten Blick vielversprechend aus – aber auch hier wird nur die Praxis zeigen, was sie taugen.
Das inhaltssensitive Füllen scheint nach einigem Probieren eher Matsch und Chaos als brauchbare Ergebnisse zu bringen… man hat ein Objekt meist schneller weggestempelt als es hiermit zu entfernen. In einigen kritischen Stellen vorsichtig angewandt, waren die Ergebnisse aber brauchbar. Der Puppet Warp wirkt hochkomplex und keineswegs mit «Verflüssigen» zu verwecheln, weil hier nach «physiologischen» Regeln ein ganzes freigestelltes Objekt modifiziert werden kann. Ob das für andere Dinge als Arm/Bein-Verschiebungen und einfachste Animationen sinnvoll ist… abwarten.
Die verbesserte Kantenbearbeitung einer Auswahl ist beeindruckend. Ich glaube nach wie vor, dass sich im Grunde mit pixelbasierten Methoden kaum wirklich gute Freistellergebnisse erzielen lassen – am saubersten wirkt irgendwie immer noch das Pfadwerkzeug –, ist hier mit sehr einfachen Schritten gerade bei Haaren tatsächlich ein beeindruckendes Ergebnis zu erzielen, das sogar teilweise Farben aus dem Hintergrund entnehmen kann. Ein schlechtes Photo kann man so auch nicht retten, aber ein sauber photographiertes Objekt mit Flusen oder Haaren, die sich für «hartes» Freistellen nicht eignen, hat hier vielleicht eine Chance.
Die Objektivkorrektur muss ich mir noch in Ruhe ansehen – ich mache das meist direkt in Lightroom oder idealerweise in LensDoc. Inwieweit Photoshop hier leistungsstark ist und ob es genügend (passende) Objektive sowohl für die Canon5DII (was vielversprechend aussieht) als auch für die S90 (leider bisher nichts) gibt.
HDR machte bei den ersten Versuchen sowohl mit einzelnen Bilder und Fake-HDR-Toning als auch mit Serienaufnahmen keinen sonderlich guten Eindruck, da habe ich bessere Tools gesehen. Allerdings ist der Workflow von Bridge/Lightroom zu Photoshop geradezu genial einfach, vom RAW zum HDR ist ein Kinderspiel. Verwirrend ist, dass die HDR-Preview mit dem fertigen Ergebnis nicht unbedingt viel gemein hat. Bei den ersten Versuchen wirken Farben im Ergebnis zu satt, der ohnehin übertriebene HDR-Look einfach zu übermächtig. Mit etwas Feintuning lässt sich das hoffentlich besser verwenden.
Auch mit dieser Version führt das Photoshop-Team vorsichtige UI-Änderungen ein, etwa ein neues Zoom-Verhalten, das zunächst ungewohnt, nach einiger Einarbeitung aber extrem nützlich ist. Ähnlich wie das Pixelraster oder Preview-Effekt beim Stempel lassen sich alle diese Änderungen aber auch wieder deaktivieren. Wenn Adobe PS noch einige ästhetische Einstellmöglichkeiten verpassen würde (wie bei Lightroom oder bei Bridge), wäre PS wahrscheinlich eines der vielseitigsten Programme am Markt, das der Nutzer sich völlig an seine eigenen Bedürfnisse und Arbeitsprozesse anpassen kann, inklusive der Möglichkeit, komplett eigene Funktionspaletten zu erstellen.
Die in Extended deutlich gewachsenen 3D-Features habe ich noch nicht ausprobiert… ich habe aber bisher auch noch niemals in PS «dreidimensional» gearbeitet, da gibt es im Zweifelsfall bessere Werkzeuge.
Keine Frage – aus dem CS5-Paket hat sich bei Photoshop am meisten getan. Wie bei fast allen neuen Features einer Software, die so lange am Markt ist, darf man sich fragen: Braucht man das? Und die Frage kann sich nur jeder selbst beantworten. Die Schwäche von PS ist sicher derzeit, dass es mehr und mehr versucht, die eierlegende Wollmilchsau zu sein, während andere Programme in 3D, HDR, RAW-Processing einfach als Spezialisten deutlich besser dastehen.
Außerdem wird klar, dass das Interface etwa gegen das von Lightroom einfach altbacken und überarbeitungsbedürftig ist. Photoshop trägt den Ballast von zwei Dekaden im Gewand und das merkt man an allen Ecken und Enden, zumal die PS-Gemeinde Adobe jedes mal lyncht, wenn selbst völlig veraltete Routinen endlich mal abgeschaltet werden.
Indesign
Rein optisch ist in Indesign ebenfalls wenig passiert. Aber tatsächlich sind es diese kleinen UI-Änderungen, die das Upgrade sinnvoll machen. So ist es beispielsweise jetzt direkt über die Menüleiste möglich, Farben für Flächen und Konturen zu ändern (womit wir bei gefühlten zehn verschiedenen Methoden sind, dies zu tun), und die Software merkt automatisch, ob man einen Text markiert hat oder eine Fläche. Zwei Zeilen Text einfärben geht so viermal so schnell wie bisher. Die überarbeitete Ebenenpalette ist auf den ersten Blick verwirrender als bisher – obwohl durch Illustrator grundsätzlich ja vertraut – aber auch deutlich leistungsfähiger. Die neue schnellere Auswahl von Rahmeninhalten wird nach etwas Umgewöhnung ein echter Bonus sein.
Der PDF-Export im Hintergrund ist auch so eine Sache, die schon längst fällig war, immerhin kann Word schon seit fast zehn Jahren im Hintergrund drucken. UI-technisch ist das extrem schlecht gelöst, weil man zunächst denkt, gar keine visuelle Kontrolle mehr über den Export-Fortschriftt zu haben, bis man entdeckt, dass es unter Fenster > Hilfsprogramme > Hintergrundaufgaben eine Palette gibt, in der, wenn man sie nur breit genug aufzieht, ein Export-Balken erscheint. Den aber hätte man ganz charmant auch in der Fußleiste des Programmfensters unterbringen können. So fühlt es sich etwas unelegant an – was schade ist, weil das Feature an sich sehr gelungen ist, man kann endlich auch während langer Dokument-Exporte schon weiter arbeiten und sogar den nächsten PDF-Export starten. Es mag spät kommen, aber es kommt and god bless.
Die Modifikation von Seitengrößen in Indesign ist an sich keine Innovation, dtp tools hatten hier mit Page Control bereits seit CS3 gezeigt, wie einfach und effektiv das geht (wie sie auch seit langem zeigen, dass eine Photoshop-artige «History»-Palette mit Snapshots usw. funktioniert). Jetzt geht es endlich auch ohne Plug-Ins und es läuft anscheinend solide genug. Etwas ärgerlich finde ich, dass man direkt aus der Seitenpalette heraus nicht frei Seitengrößen ändern kann, sondern dort nur definierte Größen (auch selbstdefinierte) nutzen darf.
Die Mini-Bridge bringt eine aus Fotostation bei mir sehr beliebte Funktionalität nahtlos in die CS-Suite und dies sehr komfortabel: Über ein kleines Menüfenster kann man sich die Bilder eines Ordners in den verschiedensten Formen anzeigen lassen, ohne aus der Applikation zu Bridge o.ä. switchen zu müssen. Nicht so übersichtlich wie Bridge, nicht so komfortabel wie Fotostation (das aber gegen Bridge generell zusehends abstinkt), aber eine willkommenere Erweiterung von Bridge und bei bestimmten Projekten sicher extrem hilfreich.
Die neuen Auswahltools finde ich ad hoc erst einmal verwirrend. Was bei den ersten Tests ganz prima war, wird beim Arbeiten in komplexen Layouts sehr schnell auch sehr nervig, weil man nie ganz weiß, ob man nun den Rahmen schiebt oder doch schon aus Versehen wieder ins Innere des Rahmens gerutscht ist und nun den Content herausschiebt. Wahrscheinlich Übungssache. Aber manchmal wünscht man sich dann doch wieder die alte Schwarzer Zeiger/Weißer Zeiger-Lösung zurück.
Die Möglichkeit, Text über Spalten hinweg zu setzen, ist so simpel wie überfällig und wird Magazinmacher und Broschürenlayouter mit vielen Zwischentiteln maßlos beglücken.
Die neuen Multimedia-Funktionen… da muss man sehen, was die Zukunft bringt. Adobe bereitet sich hier auf etwas vor – den Sprung zum animierten ePrint –, was leider auf einem der wichtigsten Trägermedien dieses Sprungs (iOS) mangels Flash-Support nicht funktioniert. Wenn Adobe nicht einen Trick findet, um in PDF völlig ohne jede Notwendigkeit eines Players Flash einzubetten (und sofern Apple dann nicht auch noch PDF ausgrenzt), ist die ganze Flash-Integration in CS5 eher für die Katz und Adobe setzt aufs falsche Pferd. Ansonsten wirkt es auf den ersten Blick seltsam, direkt in Indesign einfache Animationen usw zu machen und diese direkt nach SWF/HTML zu exportieren. Dürfte aber erleichtern, einfach schnell und integriert mit einem Werkzeug, die Interaktivität eines groben Website-Scribbles zu zeigen. Wobei ich die weniger und weniger in Indesign mache. Wobei man sehen muss, wie das Zusammenspiel mit Dreamweaver und eventuell auch mit Catalyst ist – es reicht ja, wenn man einen soliden und anschaulichen Dummy hinkriegt.
Was mir immer noch fehlt ist eine effektive, InCopy-lose Kooperation an einem Dokument im Team, aber auch Editierbarkeit per Browser durch den Kunden (einschränkbar), eine bessere Lösung für «formlosen» also fluiden/dynamischen Content, eine effektive und solide Datenbank-Lösung, die an MySQL andocken kann, aber auch an Excel uswpp (und zwar komfortabel, die meisten Plug-Ins sind hier ein Alptraum). Also Dinge, die das Publishing team- und kundenfreundlicher sowie webkompatibler machen. Und eine ganze Menge Details, von simplen Sachen wie einer glyphen/kontextsensitiven Unterstreichung, bessere Trennung, besseres Ligaturhandling und und und… all sowas steht auch noch auf der Wunschliste. Indesign entwickelt sich in eine neue Richtung, und die alte Richtung… das banale gute alte Printdesign… ist nicht einmal ansatzweise perfektioniert.
Bridge
Der Bildbrowser, früher ein wahrer Alptraum, mausert sich zu einem mehr als alltagstauglichen Tool, das zusätzliche Werkzeuge wie etwa FotoStation eigentlich für die meisten Designer überflüssig macht. Neue Export-Funktionen, die MIni-Bridge, ein spürbar aufgeputschtes Tempo, der nach wie vor unschlagbar modulare Arbeitsbereich und viele andere Detailverbesserungen haben Bridge vom Ärgernis zum Rundum-Werkzeug gemacht, das zwar immer noch fast allergisch langsam auf EPS reagiert (eigentlich ja ein Adobe-Hausformat, mit dem FotoStation sehr viel besser zurechtkommt), ansonsten aber fast unersetzbar geworden ist. Ich würde mir fast wünschen, Bridge und Lightroom (und evtl. Photoshop) würden verschmelzen.
Illustrator
Ich arbeite selten mit Illustrator, vielleicht weil ich Freehand-User war und mit Illustrator nie war wurde. Bis heute finde ich, dass Illustrator einfach nahtlos in Indesign eingebaut sein sollte und fertig, und ich denke, irgendwann wird Adobe das auch so handhaben. Man muss aber klar sagen, dass Illustrator sich mit CS4 und 5 gemacht hat – der ehemaligen Schnecke ist ein passables Arbeitstempo beigebracht, es gibt endlich unterschiedliche Seitengrößen (wenn auch seltsam gelöst), Farben und Pinsel sind etwas freundlicher und vielseitiger gelöst, man kann endlich in Perspektive zeichnen, und es gibt einfachere Tools zum Editieren von Beziers. Anders gesagt: Illustrator ist da angekommen, wo FH und selbst CorelDraw schon vor Jahren waren. Aber das durchaus in einer eleganten und überzeugenden Art. So sehr, dass man fast Lust hat, sich endlich mal mehr mit Illustrator zu beschäftigen.
Soweit der erste Eindruck. Flash/Dreamweaver und Co.sind nicht so meine Werkzeuge, auch wenn sie natürlich installiert sind – aber ich konzeptioniere Websites, Programmieren ist nicht mein Bereich, das können andere deutlich besser. Marian klang recht begeistert von Flash, Catalyst klingt grundsätzlich nach dem Flash-für-Non-Action-Script-Menschen, das ich seit Jahren von Adobe sehen möchte (also müsste ich es ja mal antesten), und Dreamweaver ist eh nicht mein Ding, aber wenn es jetzt CSS besser unterstützt, kann man es ja noch mal ansehen. Ich hätte immer noch gern ein Programm, das so intuitiv wie iWeb oder Indesign ist, aber deutlich mehr Power hat und dem Programmierer danach nicht wieder bei 0 anfangen ließe. Aber ich denke, die Zukunft ist fast eher, Sites direkt programmierend zu entwerfen, das wird ja dank neuer CSS-Features immer naheliegender, direkt vom Wireframing ins Coding zu gehen.
CS-Review klingt nach einer guten Idee, die sich hier leider aus verschiedensten Patchwork-Flicken zusammensetzt (Adobe.com, Browser-Lab), die alle etwas unreif aus dem Adobe-Labor zu torkeln scheinen und auch nicht einwandfrei laufen (CSReview hat bisher bei mit Indesign bei jedem Start der Funktion zum Absturz gebracht). Der cloudbasierte Austausch mit Kunden ist ein hoch wünschenswertes Projekt, auch wenn PDF dazu ein gruseliger Zwischenschritt ist. Ich will meine Indesign hochladen und der Kunde soll in von mir definierten Umfang Text- und vielleicht auch einfache Bildmodifikationen machen können. Dazu wäre eine Web-to-Print-Anbindung sinnvoll (Formulare und Textanbindung, die Datenbankbasiert in Layouts mündet). Gibt es alles einzeln, aber Adobe vertut hier die Chance, eine Art MobileMe für Designer – einfach zu bedienen, funktional, beim Kunden akzeptabel – zu etablieren. Und bitte gratis. Für CSReview noch einmal Geld nehmen zu wollen, wahrscheinlich 200 bis 300 Euro im Jahr, ist übrigens leider bizarr. Laßt das lieber den Bonus sein, der zum legalen Kauf motiviert, statt hier nochmals zuzuschlagen. Es nervt ohnehin, dass man immer und immer wieder für getrennte Cloud-Services einzeln Jahresgebühren zahlt (MobileMe, Evernote, Dropbox…)
Insgesamt fällt auf, das Adobe es immer noch nicht geschafft hat, den einzelnen CS-Komponenten ein gemeinsames Antlitz zu geben, geschweige denn hinter den Kulissen für Ordnung zu sorgen. Wo selbst billigste Softwares sich sauber in OS X installieren, veranstaltet Adobe in der Library ein kaum noch nachzuvollziehendes Chaos an Ordnern und Subordnern ohne jede Logik und Vernunft. Tastaturbefehle, Aktionen und andere Individualisierungen werden nicht von vorherigen Fassungen zu CS5 übernommen (nicht einmal als Option), nach der Installation beginnt eine wahre Orgie an Einstellungen, die man vornehmen muss, wie es bei keinem anderen Programm auf dem Mac der Fall ist. Die gleiche Funktion ist in jeder CS-Tochter irgendwie leicht anders gelöst, Tastaturkürzel sind ungleich, man hat nie das Gefühl in einer Software zu sein, sondern statt dessen werden mit Rücksicht auf User, die seit 1985 dabei sind, die ältesten Standards weitergepflegt, anstatt einen neuen, gemeinsamen Standard zu pflegen. Das Ergebnis ist, das ich eine Sache, die ich in Indesign mit verbundenen Augen tue, in Illustrator nur nach Konsultation der Hilfe-Funktion und Google sauber geschafft bekomme – bei zwei so fast deckungsgleichen Applikationen ein Horror. Dass Photoshop eine History hat, Indesign aber nicht, dass die Ebenenpalette in AI und ID jetzt zwar weitestgehend ähnlich, aber dafür völlig anders als in PS ist, ist doch undenkbar (übrigens fühlt sich auch die Tatsache, dass bei PS auf einer Ebene immer nur ein Objekt sein kann, auch antiquiert an, es wäre revolutionär, wenn ich mit Pixeln so arbeiten könnte wie in AI mit Objekten – mehrere pro Ebene, mehrere Ebenen, völlig frei, ein Ende der 700-Ebenen-PSDs). Adobe braucht dringend ein Großreinemachen in Sachen Interface-Design, Useability und Nutzerfreundlichkeit.
Das Fazit ist eigentlich, dass CS5 ein herausragendes Upgrade wäre, läge der Preis nicht bei um 1000, sondern bei 200 bis 300 Euro. So aber hat man das Gefühl, für eine Menge Bugfixes, für ein immer noch unausgegorenes UI und für kleine, eigentlich eher hinter der Kommastelle liegende Verbesserungen sowie ein paar mehr oder weniger nützliche Features doch arg zur Kasse gebeten zu werden. In dieser Sicht – wieder einmal – fühlt sich Adobe alt an. Es ist eine der letzten wirklich teuren Softwares, eines der letzten Mega-Pakete, der Download ist teurer als die DVD-Box, das Interface ist (immer noch) aufs gruseligste ins Deutsche übersetzt (diesmal so buggy, dass IndesignShortcut-Sets aus CS4 teilweise in der deutschen Version von CS5 nicht laufen, weil Tastenbezeichnungen MIT übersetzt wurden (Strg wurde zu Befehl, z.B.). Adobe fühlt sich an wie ein Dinosaurier – und man wird das Gefühl nicht los, ein Befreiungsschlag täte der Firma gut. Indesign konnte sich gegen Quark so gut behaupten, weil Adobe seinerzeit die Idee Layoutsoftware gegenüber Pagemaker komplett neu gedacht und das alte Programm (weitestgehend) eingestellt hat. Das gleiche täte den Photowerkzeugen und vor allem auch den Web-Tools von Adobe sehr sehr gut. Man sollte überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, einige der Programme zu kombinieren oder sogar so modular zu werden, dass man sie ALLE wirklich zu einer Suite macht… der Anwender würde dann in nur noch einer Oberfläche arbeiten, ganz unabhängig zunächst von der Frage, ob er Print oder Web macht, und Bildbearbeitung, RAW-Workflow, Beziérkurven, aber auch Animation und Programmierung würden modular in objektbezogen zugeladen. Die modulare Struktur würde den Code einfach halten, das Programm trotz enormen Umfangs schmal… und im Grunde könnte man sogar das Vertriebsmodell revolutionieren, weil man sozusagen «In App» dazukaufen kann, was man braucht. Wichtiger aber: Von der ersten Konzeption bis zur Programmierung einer Site, vom ersten RAW bis zur druckreifen PDF alles unter einem Dach. Das wäre dann auch eine Suite, die den Namen verdient und auch den horrenden Preis von 3000 Euro für die DesignPremium-Version (immerhin teurer als ein durchschnittlicher iMac und nicht viel billiger als ein MacPro) rechtfertigen.
So, wie es derzeit ist, kann ich jeden verstehen, der nur noch jede zweite Version upgraded, weil die Sprünge einfach zu marginal ausfallen – und damit bedroht Adobe sich eigentlich selbst. Die Zeit wäre nach dem desaströsen Chaos, das die Fusion mit Macromedia bis heute bewirkt, reif für einen kompletten «Relaunch» des Creative Suite zu einem besseren, moderneren Produkt. So gut die Suite – die ja mehr eine «Anthology» ist, eine lose Zusammenstückelung von Software-Komponenten, die kaum wirklich miteinander verbunden sind – heute ist, die Herausforderung für die Zukunft ist nicht, noch einen Photoshop-Trick mehr zu erfinden und als das neue Schwarz anzupreisen, der Trick ist, eine integrativere und mächtigere und zugleich einfachere Gesamtlösung für das Design für morgen anzubieten, das nicht mehr ganz Print, aber eben auch nicht mehr ganz Web sein wird. Und mit der Gestalten dann auch in Zukunft eben noch einmal einen Tick mehr Spaß macht…
Dass Photoshop eine History hat, Indesign aber nicht, dass die Ebenenpalette in AI und ID jetzt zwar weitestgehend ähnlich, aber dafür völlig anders als in PS ist, ist doch undenkbar (übrigens fühlt sich auch die Tatsache, dass bei PS auf einer Ebene immer nur ein Objekt sein kann, auch antiquiert an, es wäre revolutionär, wenn ich mit Pixeln so arbeiten könnte wie in AI mit Objekten - mehrere pro Ebene, mehrere Ebenen, völlig frei, ein Ende der 700-Ebenen-PSDs). ... Man sollte überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, einige der Programme zu kombinieren oder sogar so modular zu werden, dass man sie ALLE wirklich zu einer Suite macht... der Anwender würde dann in nur noch einer Oberfläche arbeiten, ganz unabhängig zunächst von der Frage, ob er Print oder Web macht, und Bildbearbeitung, RAW-Workflow, Beziérkurven, aber auch Animation und Programmierung würden modular in objektbezogen zugeladen. ... So gut die Suite - die ja mehr eine «Anthology» ist, eine lose Zusammenstückelung von Software-