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Aw Yeah Comics

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Art Baltazar und Franco zeichnen seit einigen Jahren bei DC Comics für Publikationen verantwortlich, die eigentlich an Kinder als Einstiegsdroge gerichtet sind, die aber durch augenzwinkernden Humor, Insider-Kommentare auf den durchaus traurigen Zustand von DC heutzutage und durch phantastisches Artwork zu dem besten gehören, was dieser Verlag derzeit produziert. Umso trauriger, dass den beiden Schöpfern erst ein Heftwechsel aufgezwungen wurde und nun auch das eine Heft noch eingestellt ist, das sie zuletzt für DC produziert haben, ungeachtet der Kultgemeinschaft, die sich um die beiden geschart hat.

Insofern ist es nur konsequent, dass beide nun via Kickstarter ein neues Project starten – Aw Yeah Comics. Es wird spannend sein, ob die Arbeit der beiden auch ohne den satirischen Rückbezug auf die echten Superhelden-Comics ähnlich unterhaltsam sein wird, aber der Schritt zum vorfinanzierten Comic der beiden zeigt einen sehr deutlichen Trend, da immer mehr Autoren und Zeichner via Kickstarter ihre eigenen Publikationen planen, so etwa Gail Simone, die hier wohl auch auf ihre ganz eigene Krise mit DC Comics reagiert und – ähnlich wie Franco und Baltazar – in Rekordzeit ihre Pledge-Limit deutlich überschritten hat.

Warum ist das interessant? Es unterstreicht die Tatsache, dass Kickstarter inzwischen zu einer bedeutsamen Plattform wird (und es ist erschreckend, dass es in Deutschland immer noch nichts vergleichbares gibt), ebenso wie den Umstand, dass Kickstarter faktisch inzwischen zu den großen Comic-Verlagen in den USA gehört, ohne strukturell überhaupt ein Verlag zu sein. Man darf das getrost auf Filme, Bücher, Musik, Games und auf zahlreiche andere Produkte hochrechnen.

Der Grund liegt auf der Hand – Kickstarter ist eine der wenigen Antworten auf Raubkopie in Zeiten digitaler Medien. Denn die Finanzierung findet vorab statt. Die Erlöse nach der Publikation sind sicher Teil des Geschäftsmodells und «nice to have», aber im Grunde sind gut kalkulierte Projekte dieser Art bereits kein Minusgeschäft mehr, wenn sich ausreichend Backer finden, die Entscheidung über Flop oder Erfolg findet statt bevor die eigentliche Arbeit beginnt. Wenn Gail Simone bereits über 100.000 $ eingenommen hat – und damit das dreifache ihrer ursprünglich benötigten Startsumme -, dann dreht sich hier ganz nebenbei eine klassische Produktions- und Verkaufslogik um. Der Absatz findet bereits als Teil der Finanzierung statt.

Man darf sicher darüber diskutieren, ob ein solches Modell nur für bekanntere Kreative eine Basis bietet und sozusagen Überraschungserfolge oder die klassische Arbeit eines Verlages/A&R, überhaupt erst Stars zu generieren, ausschließt. Kickstarter ist keine universelle Antwort. Aber es ist interessant zu sehen, wie gut ein partizipatives Modell funktioniert und wie sich die Ideen hier exzellent positionieren lassen, während das herkömmliche Modell – erst produzieren, dann mal weitersehen, wer sowas braucht – zusehend ins Trudeln gerät.

Nicht nur für Baltazar und Franco dürfte insofern Kickstarter vielleicht eine Alternative zur work-for-hire-Situation darstellen, sondern auch für die Kreativbranche an sich eine Lösung skizzieren. Wir sind damit ja nicht so weit weg von den Methoden, unter denen etwa Musils Mann ohne Eigenschaften entstand, der auch von Freunden und Mäzenen und durch Vor-Veröffentlichungen finanziert war, nur weitaus weniger berechenbar und sozial verteilt. Dass dabei auch engere Verknüpfungen von Machern und Konsumenten entstehen, kann dabei kein Nachteil sein, wenn man bedenkt, dass die Idee des einsamen Autors im stillen Kämmerlein ohnehin und vielleicht auch Gott sei Dank etwas ausstirbt, der lebendige Austausch von Gesellschaft und diese reflektierenden Künstlern wäre ein Zugewinn (für beide Seiten). Die Frage ist, wie Verlage und Plattenfirmen, Produktionseinrichtungen und Künstler selbst mit diesen neuen Chancen umzugehen verstehen, wie schnell sie reagieren können und welche veränderte Rolle sie in diesem Gefüge spielen wollen und können.

Wer sagt, dass nicht das goldene Zeitalter der Autoren überhaupt erst bevorsteht?

Langly Camera Bag

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Eines der erfolgreicheren Projekte – neben der Pebble Watch – der Crowdfunding-Plattform Kickstarter ist die Photo-Rucksack-Lösung Langly CameraBag. Von dem Photographen Evan Lane erfunden, ist der Rucksack Beweis für die Energie von Kickstarter – früher hätte Lane wahrscheinlich nie das Geld beisammen gekriegt, um sich in dieser Form seine eigene Ausrüstung entwickeln zu können, und selbst dann hätte er noch die ersten Kunden und Multiplikatoren suchen müssen. Bei Kickstarter hat er beides in einem, Mini-Kreditgeber und bereits die ersten Abnehmer.

Tatsächlich ist der Rucksack, wenn man die Qualität mancher Kickstarter-Erstgeburten kennt, überraschend solide und durchdacht, kein Hauch von «Beta-Feeling». Die gewachste Baumwolle, die Lederapplikationen, die Nähte – in jedem Detail steckt genug Liebe, um einen deutlich höheren Preis zu rechtfertigen (wenn ich bedenke, was ein guter Weekender ähnlicher Machart so kostet) und den Rucksack wirklich als Objekt, das mit den Jahren und Belastung nur schöner werden kann, zu schätzen. Aber auch der Aufbau ist absolut durchdacht, tatsächlich die beste Kameratasche, die ich je in den Händen hatte. Die Nahaufnahmen zeigen die Qualität:

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Haltbar vernäht, Leder, Baumwolle – ein Rucksack für die Ewigkeit (oder zumindest für eine ganze Reihe harter Außenaufnahmen)

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Erinnert nicht von ungefähr an Vintage-Parkas: Die LanglyCameraBag ist durch und durch vom Military-Style inspiriert.

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Dezentes und schickes Branding – der Schutzschild ist tatsächlich ein passendes Logo für die Belastbarkeit des Rucksacks.

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Was für ein Unterschied zu herkömmlichen Nylon-Rucksäcken! Beausage-Materialien, wo das Auge hinreicht, nichts, was schlecht altern würde, man darf hoffen, dass dieser Rucksack mit der Nutzung einfach nur verrockter und schöner werden kann. Man will förmlich sofort in den Regen und den Schlamm damit.

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Passend zum Bundeswehr-Look hat der US-Hersteller das schöne deutsche «Rucksack» in das innere Label gedruckt, das den Militärstil endgültig auf die Spitze treibt.

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Keine Angst vor den Verschlüssen, sie tun nur so kompliziert: Die oberen Verschlüsse sind in Wirklichkeit durch Magnete sicher, aber leicht zu öffnen gehalten, die Schnallen sind nur Dekoration. Einerseits etwas schade, weil so natürlich etwas unsicherer als bei echten Schnallenverschlüssen, auf der anderen Seite großartig, weil man in der oberen Tasche beim Shooting die Kamera ablegen kann und durch die Magnetverschluss-Lösung blitzschnell zu Hand hat. Ein optionaler «echter» Verschluss wäre schön gewesen, aber da die Objektive und Kamera auf Reisen im unteren Teil des Rucksacks verstaut werden können, ist der Rucksack kein echtes Sicherheitsrisiko. Man beachte die Vielzahl an zusätzlichen Taschen rund um den Sack – Platz für jede Menge Kleinkram.

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Liebe zum Detail: Die Rückseite des Rucksacks ist ergonomisch gepolstert, selbst absolut gefüllt trägt er sich absolut angenehm

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Die größere Fronttasche ist zusätzlich durch einen Reißverschluss gesichert. Die seitlichen nicht.

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Die obere Tasche lässt sich durch Druckknöpfe erweitern und verengen/verschließen – zusätzlicher Schutz vor Wasser und Langfingern.

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Von Innen ist der obere Teil mehr als Geräumig. Ob man hier bei der Arbeit kurz die Kamera parkt oder auf der Reise ein paar Kleidungsstücke o.ä. verstaut – Platz ist genug.

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Dahinter hat ein komplettes Laptop sicher Platz. Mein 13″ Air hat mehr als genug Platz und kann selbst bei absolut vollgestopftem Rucksack noch problemlos untergebracht werden.

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Im unteren Teil des Rucksacks, dessen Reißverschluss durch eine dicke Wulst vor eindringendem Wasser geschützt ist, finden die Objektive (und auf Reisen der Kamera-Body) Platz. Ich habe hier alle sieben Objektive, die ich sonst in einem Crumpler-Bag und einem Alu-Koffer hatte, unterbringen können, indem ich die kleineren Festbrennweiten etwas gestapelt habe. Ähnlich wie bei Crumpler und anderen Anbietern kann man sich den Stauraum mit gepolsterten Trennern, die mit Klettverschluss fixiert werden (stabiler als bei meinem Crumpler), aufteilen.

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Mit allen Objektiven untergebracht habe ich noch zwei längere Trenner über, es sollte also für alle Anforderungen reichen (die beiden eignen sich übrigens auch perfekt, um komplette Objektive «einzurollen»).

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In die obere Tasche passt tatsächlich die komplette 5DIII, mit Batteriegriff und einem 70-200 aufgesteckt. Griffbereit im oberen Rucksackteil ist das die bisher schönste Lösung für unterwegs, die ich kenne. Unten die Objektive, oben die Kamera sicher untergebracht – alles in einer Tasche und im Zweifelsfall trotzdem die Hände frei. Respekt, Mr. Lang!

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So sieht der Bag randvoll aus – hier ist vom ersten Kabel bis zum letzten Fisheye wirklich jedes Kamera-Zubehör drin, das ich besitze. Stoßfest, so wassersicher wie es ohne Koffer-Monster-Lösungen geht, mobil und tatsächlich phantastisch leicht… und vor allem: Mit Materialien, die einfach Spaß machen und keinen Kompromiss kennen (wie etwa die blöden Plastik-Clips bei Crumpler). Dabei kostet der Bag nicht so viel, dass man ihn nicht anstelle anderer Anbieter bedenkenfrei nehmen könnte. Die Tasche gibt es bei Langly in zwei Varianten (hier ist die Alpha-Version gezeigt) und zwei Farben (Khaki und Grün) zu jeweils 199 Dollar, plus etwa 40 € für den Zoll, die man einplanen sollte.

Die LanglyCameraBag gehört, wie Pebble oder der NittyDrive, zu den Projekten, die ich bei Kickstarter gefördert habe, weil die Idee dieser Plattform an sich so spannend ist – das Venture Capital von Morgen. Dass die Tasche dabei noch so überzeugend ist, ist fast ein Bonus. Sie ist funktional die beste Kameratasche, die ich bisher gesehen habe und ästhetisch eine reine Freude. Ich hoffe, dass es in Zukunft noch viele kleine Alltags-Entrepreneure gibt, denen durch Kickstarter ähnlich phantastische Produkte ermöglicht werden.

Gemammamia

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Wer noch Zweifel daran hat, dass die GEMA und die Interessen von Musik-Marketing nicht immer unbedingt eine kongruente Fläche ergeben müssen, obwohl das eigentlich irgendwie doch einleuchtend wäre: Diesen Bildschirm sieht man zu 99%, wenn man hier versucht, sich die Videos zu den Musikempfehlungen anzusehen – die natürliche aktives Musik-Verkaufen sein könnten. Wenn nicht zum einen die Videos nicht ausgecopyrightet wären und zum anderen viele Tracks in iTunes Deutschland noch gar nicht verfügbar sind (bei Esquire-Musiktipps nahezu der Standard, der iTunes-US-Store ist dem deutschen einfach voraus, der deutsche sendet bei den meisten Links aus dem iPad-Magazin eine Fehlermeldung). Wir kommen mehr und mehr zu dem Standard, dass Raubkopieren einfach und schnell ist, legaler Medienkonsum aber kompliziert und langwierig – sinnvoll ist das nicht. Man kann nicht oft genug wiederholen, dass es beim Thema Vermeidung von illegalen Kopien genau um diese Dinge geht, um die Frage des Vertriebs. Schaffen es die Medienvermarkter, eine gekonnte und angenehme Erfahrung von Information über einen Track zu problemlosem Kauf zu langfristigem sicheren Besitz auch bei wandelnden Formaten sicherzustellen? Oder leben wir in einer Welt, in der schon das reine Probehören zu einem Akt wird, bei dem ich mir entweder eine falsche IP zulegen oder die Tracks sozusagen simultan noch per Google ganz woanders suchen muss? Mir selbst wäre ersteres irgendwie einleuchtender.

How News are made…

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In den stets lesenswerten Blog von Newspaper-Designpapst Mario Garcia (den man hierzulande u.a. für seine seinerzeit umstrittenes Zeit-Redesign kennt) findet sich ein Link zu einem Text der (Online-) Journalistin und Designerin Lauren Rabaino von der Seattle Times. Der Text befasst sich mit Twitter als News-Quelle, der enormen Redundanz von timeline-artigen Berichten und versucht einige Antworten auf die Probleme zu geben, die diese Art von Nachrichtenerzeugung mit sich bringt, die am Ende in der Idee einer Art News-Wiki mündet und einem Crossover aus verschiedenen Formen von Online- und Offline-Berichterstattung.

Garcia bring es auf den Punkt: «We have said repeatedly that the printed newspaper has lost the time advantage to the digital media.» Wann immer ich in letzter Zeit lokale Tageszeitungen gesehen habe, war ich überrascht, wie «alt» mir die meisten überregionalen und globalen Nachrichten erschienen. Ich kannte sie meist schon aus Tweeds, RSS und Online-Nachrichtenportalen. Gegen diese Medien ist selbst das Fernsehen, der alte Gegner der Printmedien, träge. Die Stärke von Print liegt aber, wenig überraschend, nach wie vor in den regionalen Nachrichten, die online nicht richtig stattfinden und in der Reflektion – dem Essay, dem Interview, der Langzeitberichterstattung und so weiter. Also in Dingen, die die Wochenzeitungen vorleben und die der Echtzeitigkeit enthoben sind, eher allgemein bekanntes noch einmal aufarbeiten, einordnen, differenzieren. Was mir die Hoffnung gibt, dass mehr Zeitungen aus reinem Überlebenswillen wieder zu essayistischen, feuilletonistischen Formen zurückfinden und die Grenzen zwischen «Literatur» und «Journalismus» wieder aufweichen und sich dadurch tatsächlich entschleunigen als Reaktion auf die High-Speed-Online-Medien.

Zukunft, echt

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Aus dem stets wunderbaren Blog von Christoph Schmidtke und Anja Schöler (a.k.a. Die Zweibeiner), in dem es von echten und wunderbar schlecht gefälschten Fundstücken, Ideen und schönen Texten nur so wimmelt. Hin, hin…

Bear + Potato = Beartato

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Keine Frage, was so wie oben 2005 anfängt und so wie unten 2011 endet, muss eine gute Reise sein: Das Nedroid Bilder-Tagebuch von Anthony Clarke ist, wie so viele Webcomic-Projekte, mehr als einen Besuch wert und gehört fest in den RSS-Feed.

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Caput Update

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Ich plädiere ja seit langem dafür, Schriften wie normale Software zu behandeln und für diese bei technischen Neuerungen oder Erweiterungen als «Update» anzubieten. So macht es nicht nur Vllg.com vor, auch die moderne Sans-Serif Caput von Natascha Dell and K. F. Oetzbachs Fontfarm ist ausgebaut und ergänzt worden. Und das Update wird zu einem mehr als fairen Preis angeboten, wie ich finde. Diese Strategie der Kundenbindung und des Schriftenausbaus würde ich mir von allen Anbietern wünschen – ich glaube, das es so einen größeren Anreiz für Foundries und kleinere Anbieter gäbe, ihre Schriftfamilien nach und nach wachsen zu lassen und die Kunden an diesem Wachstum zu beteiligen.

Ist TV-Land abgebrannt?

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Es wirkt in den letzten Monat etwas verzweifelt, wie die TV-Sender ihre Shows canceln und neue Konzepte herankarren und wieder absetzen – eins der neuesten Opfer bei ABC ist beispielsweise David Goyers Flashforward. Die zum Teil aufwendig produzierte offensichtlich langfristiger angelegte Serie, die Lost beerben sollte, endet nicht nach den geplanten drei oder vier Staffeln, sondern inmitten offener Handlungsstränge. Andere Opfer der letzten Zeit gibt es reichlich, die Liste umfasst 35 Sendungen. Darunter zahlreiche Shows, die einige mehr oder minder erfolgreiche Seasons hinter sich haben. Woran liegt dieser Einbruch?

Er zeugt nicht nur von wirtschaftlichen Problemen – Instantshows und Trash-TV sind einfach billiger, selbst American Idol dürfte weniger kosten als ein Pilot einer guten Serie -, sondern auch vom Ende eines TV-Zeitalters (oder zumindest einem sehr gravierenden Umbruch). Während Sendungen wie American Idol (und all die anderen Casting Shows) noch vom Live-Faktor leben, ähnlich wie Sport-Events, vom Mit-Abstimmen oder von dem Informiertsein / Mitredenkönnen am nächsten Tag, funktionieren die relativ komplexen Serien, die auf dem Season-Konzept aufbauen, wie es Twin Peaks (eigentlich die erste Revolution im TV), X-Files oder auch Buffy etabliert haben und das Lost oder Breaking Bad perfektioniert haben, durchaus auch dann gut wenn nicht sogar am besten, wenn man sie in einem Rutsch schaut – also am Ende einer Staffel. Ein Echtzeit-Sehen ist also nicht notwendig. Während einerseits TV-Serien sich in den letzten Jahren als extrem gutes Erzählformat bewiesen haben, gerade weil sie längeres Format haben und differenzierte Charaktere und langfristige Handlungsbögen erlauben (gegenüber der 3-Stunden-Grenze im Kino, das einfach mehr verdichten muss), verlieren diese anspruchsvolleren Formate den «casual viewer», der einfach nur mal ohne große Vorbereitung 45 Minuten etwas Entertainment will. Für diese Gruppe von Zuschauern reicht die Krimifall-der-Woche-Serie, die relativ statische Charaktere durch immer wieder andere, aber selbstähnliche Konstellationen jagt, eine Serie mit der Dichte von Twin Peaks oder Lost dürfte hier eher abschreckend sein und spricht eher eine spezifische Fan-Audience an. Die aber ist zum einen global, meist eher vorm Rechner als vorm Fernseher anzutreffen und zum anderen von der Jetztzeitigkeit des Webs auf «Ungeduld» programmiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Zielgruppe, bei der Hunderttausende von Teilnehmern bei Lost etwa an einem Alternate-Reality-Game online teilnahmen, die finale Staffel überhaupt noch zur Sendezeit im TV schaut, ist mehr als gering. Die Einschaltquoten von Lost liegen hinter American Idol, und dennoch ist es die meist heruntergeladene Serie weltweit im Moment. Nur hilft das ABC wenig.

Solange die Sender solche «Mythos»-Serien aber weiter nach Einschaltquoten und Nielsen-Ratings beurteilen, werden diese Fanbase-orientierten Serien scheitern, da die TV-Entscheider einen zentralen Paradigmenwechsel der Konsumgewohnheiten ihrer früheren Zuschauer verpassen. Ein Blick auf die Websites nahezu aller US-Sender verrät, wie hilflos der amerikanische Fernsehmarkt mit dem Fernsehen umgeht. Während im Schatten der Serie Lost eine verwobene und verwirrende Wiki rund um die Serie von Fans betrieben wird, bleibt es bei ABC bei Rückblicken und etwas Flash-Gedöhns. Dabei ist Lost, mit ARG-Ansätzen und J.R. Abrams genereller Tendenz zu multimedialer Verwebung seiner diversen Projekte noch durchaus Leitstern, während andere Serien noch stiefmütterlicher behandelt werden. Für FOX, CBS, ABC und Co ist der Zuschauer immer noch das Pantoffeltier vor dem Fernsehbildschirm – das spiegelt ganz wunderbar akut wieder, wie ungelenk viele andere Branchen mit dem medialen Wechsel der letzten Dekade umgehen. Tatsache ist: von der wahrscheinlich großen globalen (und illegalen) Zuschauerschaft hat eine Serie wie Flashforward oder Dollhouse beim jeweiligen Sender gar nichts – und zwar, weil der Sender diesen Zuschauern keine Chance gibt, gezählt zu werden.

Kurzfristig ist der erste Schritt, auf der eigenen Homepage aktiver zu werden und das Web als Kanal zu begreifen. Ob Werbefinanziert oder gegen (moderate) Bezahlung – die Sender sollten den Download aktueller Folgen und alter ganzer Staffeln anbieten. Warum das ganze Geld nur iTunes geben? Staffelpässe mit Extras, eine solide Betreuung der Serie und der Fanbase, eigene Blogs und Wikis, sind erste Möglichkeiten, sich auf das Web einzustellen. Denn wenn erst Technologien wie WiMax/LTE mobiles Internet auf VDSL-Tempo bringen, sollte man vorbereitet sein – ab diesem Zeitpunkt wird es kein Fernsehen, wie wir es in den letzten Jahrzehnten kannten, mehr geben.

Zugleich birgt dieser Umbruch enormes Potential für die Sender, das sie derzeit verschleudern. Wenn «Mythos»-Serien, zudem weltweit, Fans binden, ergeben sich hier Wertschöpfungsketten, die bisher weitestgehend brach liegen, weil es im engen Fernsehraum zwei Probleme gibt: Sendezeit und Produktionskosten. Ersteres ist im Web non-existent, da jeder Zuschauer sich seine Sachen selbst zusammenstellt. Letzteres ist eine Entwicklungsfrage – es kann keinen Zweifel daran geben, dass die Produktion von Film in den nächsten Jahren unglaublich billiger wird. Noch ist es eine bemerkenswerte Ausnahme, wenn die 5DII für den Dreh eines Staffelfinales eingesetzt wird – aber der Einsatz von preiswerteren digitalen Kameras sowie der Preisverfall bei computergenerierten Effekten dürften die Produktionskosten von Serien deutlich senken. Zumal inzwischen eine Zuschauergeneration heranwächst, der Stars weitestgehend egal sind bzw. die ihre Stars selbst generiert.

Warum also nicht in Zukunft – analog zu Direct-to-DVD – in einem direkt für das Web produzierten Format arbeiten? Warum hier nicht weg von dem System, Serien so lange laufen zu lassen, wie es eben geht… was entweder zu abrupten Absetzungen führt oder – schlimmer noch – im Erfolgsfall zu endlos in die Länge gezogenen Formaten, die längst über ihren eigentlichen Spannungsbogen hinweg künstlich am Leben erhalten werden? Warum das Internet nicht als eigenständiges Medium begreifen und entsprechend arbeiten? Warum, kurz, also nicht Geld mit der globalen Fangemeinschaft von Figuren und Serien verdienen anstatt sich an ein anonymes TV-Publikum mit dem kleinsten geringen Nenner zu verheizen und in endlosen Zugeständnissen an die Marketingleute von Großsendern das Herz der ursprünglichen Geschichte zu verkaufen? Vielleicht hätten wir dann auch wieder mehr als nur Cop- und FBI-Shows (plus Mystery-Element bitte) mit möglichst vielen Explosionen und mehr grandioses Format wie eben Breaking Bad, das in der Tat vergleichsweise preiswert zu produzieren wäre.

Online ergibt sich die Chance, auch mit kleinen, feinen Formaten und einer relativ überschaubaren Zielgruppe langfristig stabile Formate zu etablieren, die unabhängig von Quotendruck trotzdem Geld verdienen – zudem eventuell ohne Druck durch die Werbeindustrie. So ließe sich – was bei Lost ja erstaunlich gut funktioniert hat – ein Vorgehen denken, bei dem die Länge eines Stoffes von vornherein grob festgelegt ist und eine Geschichte in dieser längeren Narrationsform vollendet werden kann, um dann als Gesamtwerk abgeschlossen zu sein. Anfang, Mitte, Ende. Zugleich wären auch Mini-Serien denkbar – wie dereinst von Wild Palms vorgemacht. Der Stoff, die Story bestimmt den Umfang, nicht umgekehrt. Was HBO noch im TV weitgehend erfolgreich vormacht, wird im Web deutlich einfacher und zugleich umfassender realisierbar – nicht nur für die großen Sender, sondern vor allem auch für Kreative selbst. Dave Sim hat vor einigen Dekaden begonnen, das creator-owned-publishing von Comics vorzuleben, das Web und die modernen Produktionstechnologien ermöglicht es jetzt den Autoren, Regisseuren und Machern selbst, mit eigenen Produktionsfirmen als Start-Up zu eigenen Online-Sendern zu mutieren, sei es über Deals mit iTunes oder direkt über die eigene Site. Hier ist die Chance, sich auch im Langformat einer Serie vom Moloch TV zu lösen und – wie im Film – zu einer Trennung von «großen» Produktionsfirmen und «Indies» zu kommen, die die besseren, mutigeren Stoffe mit weniger Budget aber mehr Freiheit realisieren… und wie im Filmbereich dürfte auch hier ein reger Crossover zwischen beiden Bereichen herrschen. Schaut man sich an, dass viele Cash-Cows der Filmindustrie bereits heute ihr Handwerk in TV-Serien erlernt haben, wird einem schnell klar, wie lebhaft sich Film und Indie-Web-Serien gegenseitig befruchten dürften.

Das Seriensterben in den USA bringt eine der wenigen halbwegs nativen Kulturleistungen der USA ins Wanken – die Langzeitnarration in Form von Comics und TV-Serien. Aber tatsächlich ist es kein Aufbruchssignal, über bestehende Kommunikationsstrukturen nachzudenken, bevor die Symptome noch ernsthafter werden. Endlose Casting- und Trash-Shows sind kein Ausweg. Ein Ausweg wäre aber, wenn die Leute, die eine Geschichte zu erzählen haben, sich neuer Wege bemächtigen, diese zu vermitteln. Man stelle sich vor, ein Bryan Fuller, ein JJ Abrams oder ein Joss Whedon würden mit einer guten Crew online loslegen (erste Ansätze gibt es ja inzwischen), ordentlich vorfinanziert, als Crossoverprojekt aus (Web)-Serie, Comic, Merchandise, Film, Buch und und und… um ganz ohne Kompromisse der eigenen Vision folgend im großen Stil Geschichten erzählen zu können. Es wäre die nächste Evolutionstufe – und zugleich die Vorbedingung für den nächsten Schritt, ein vollwertiges, interaktives, dynamisches Erzählmedium, das kollektive Gruppennarration, Einwirken in die Erzählung, also Teilhabe zulässt, eine neue und offene Struktur von Storytelling, die mehrere Enden und Bifurkationen zulässt. Bei Lost ist diese Teilhabe – in Form eines komplexen Dialogs zwischen Autoren und Zuschauern und einer wahren Deutungsorgie von Hinweisen in der Serie – bereits in Gang, die tatsächliche Leistung der Serie ist, dass sie primär nicht mehr an sich unterhält, sondern selbst Anlass zur Unterhaltung schafft, anregt statt abstumpft, kaleidoskopisch statt eindimensional ist – im Grunde ist Lost bereits längst mehr ein Onlinephänomen als eine herkömmliche TV-Serie. Die Frage ist nur, wie man den Enthusiasmus der Fans in Geld umwandeln kann, eine Transformation, die aber nicht mehr über herkömmliche TV-Kanäle funktionieren kann, sondern (auf ganz unterschiedlichen Wegen) perfekt über das Internet (oder als jeweilige Kanal-App fürs iPad usw bzw über einen eigenen Sender-Bereich bei iTunes). Mittelfristig, keine Frage, lassen sich hier Summen verdienen, an die jetzige TV-Serien werbefinanziert nicht heranreichen. Und zugleich lassen sich preiswert kleine Konzepte entwickeln, als «Playground» für den kreativen Talente-Nachwuchs.

Gute Aussichten also, wenn nur jemand endlich den ersten wirklich erfolgreichen Schritt auf den neuen Kontinent machen würde.

Vielleicht sollte David Lynch sich eben doch noch mal an Twin Peaks setzen und ein zweites Mal eine Revolution stiften.

TextP bei YouTube

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Während die meisten Aprilscherze ja eher witzlos sind, ist dieser grandios: Bei Youtube kann man sich als neue Auflösung neben 360p und 480p jetzt auch TEXTp ansehen und jeden Video als ASCII-Kunstwerk bewundern. So schön kann virales Marketing sein. Vielen Dank an Stefan für den Tipp.

Design in the Cloud

Seit einigen Jahren munkele ich, dass Software in Zukunft nicht mehr lokal auf dem Rechner liegen wird, sondern – im Grunde gemietet – online auf einem Server, im Sinne von Cloud-Computing, stattfinden wird. Das steckt alles noch in den Kinderschuhen, wird aber fleissig vorwärtsgeschoben, wie das Aviary-Projekt beweist, das sehr beeindruckend Vektor- und Pixelediting, einen Effektegenerator und ein Kuler kaltstellendes Farbpalettensystem programmiert haben. Extrem beeindruckend, um es mal bescheiden zu sagen, wie die Nachbildung eines funktionierenden OS gestalterisch wie in der Umsetzung schon in der Beta funktionieren, auch wenn alles natürlich hinter den Möglichkeiten von etwa der Creative Suite zurückbleibt. Dennoch: Wer hiernach noch behauptet, Flash sei nur für alberne Animationen zu gebrauchen, sollte endlich mal umdenken. Das Cloud-Design wird kommen, und es ist mit Aviary ein ganzes Stück näher gerückt. Würde mich nicht wundern, wenn Adobe entweder schnell nachlegt oder kurzerhand die Tools einkauft…

Erik Johansson

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Der Schwede Erik Johansson vermischt Photographie und Photoshop zu oft surreal-wunderbaren Motiven, mitunter auch etwas banalen Montagen, die aber eher nach Auftragsarbeit aussehen, so dass die Idee vielleicht vom Kunden kam. Die guten Sachen des gerade mal 24-järhigen sind absolut sehenswert…

Christoph Ingenhoven bei Arte

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Gestern live im Fernsehen, heute in zwei Teilen bei arte: Das Interview mit dem deutschen Top-Architekten Christoph Ingenhoven, für den wir seit über zehn Jahren on und off arbeiten, 2008 sogar recht intensiv (auch wenn sein neues CD und die Site von KMS stammen). Christoph ist nicht nur einer der Architekten, die sich Sustainability und denkende Architektur schon auf die Flagge schrieben, als es noch nicht Mode war, sondern in Wettbewerben und Premium-Projekten immer wieder jemand, der es mit seinen Architekten schafft, ikonographische, spannende Architektur nicht aus gestaltertischer Eitelkeit, sondern als Notwenigkeit, als Lösung zu erfinden. Ingenhovens Denken über Architektur, sein Arbeitsfieber, sein Perfektionismus und sein Drive sind uns über die Jahre immer wieder eine Inspiraton gewesen. Wir freuen uns wirklich immer, in die Projekte seines über Jahre gewachsenen, hervorragenden Team in Düsseldorf einzutauchen.

Ich hätte mir den Arte-Beitrag vielleicht ein wenig mehr als «echtes» komplettes Feature über das gesamte Büro und den Output von Ingenhoven Architekten gewünscht, aber ein Einblick in Christophs Denken ist so oder so immer sehenswert.

Danke an Ben für den Tipp.

Daniela bloggt

Okay, es ist offiziell: Jeder hat inzwischen ein Blog zum Diplom anscheinend  — ich mag das gar nicht auf ganz Deutschland hochrechnen. Daniela Sattler, die ihr von ihrem DDR-Buch kennt und die eigentlich ihr Diplom bei mir gemacht hätte und jetzt von Jürgen Störr betreut wird, zeigt, was sie macht online … hier

EISENMANN BLOGGT

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Jeder bloggt und das ist auch gut so, zumindest im Falle von Gregor Eisenmann, der seine Flut von Arbeiten online stellt. Gregor studiert Design, aber schon anhand der Auswahl von Sachen in seinem Blog – und das ist nur die Spitze der Spitze der Spitze des Eisbergs – sieht man, dass er von Herz und Seele ganz und gar Künstler ist und sein wird. Und wir alle werden sagen dürfen: we knew him when he wasn’t famous.

Pockybox

Die von mir über alle Maßen verehrte Maren Marmulla hat ihre Site online, noch nicht voll ausgebaut, aber schon ganz wunderbar im Retro-Gamestyle. Total nah dran an einer Idee, die – ich glaube – Fabian und ich einmal für die Ruhrakademie-Site hatten und insofern nett, es so grandios und phantasievoll von einer Ruhrakademie-Studentin gemacht zu sehen. Richtig super animiert wäre es noch schöner, aber die Idee, die kleinen Gags und das Feeling eines 80s-Telespiels (die ich ja noch live miterleben musste) ist kick-ass. Die Frau wird mal was ganz großes (ist sie eigentlich schon).

Going Down South

Christoph Wilde macht sein an der Ruhrakademie von  Hendrik Lietmann betreutes Photodiplom in Südafrika, der bestdenkbare Ort, um sich dem Thema «Sicherheit» anzunehmen. Ein Land von Armut, Unruhen und Angst geschüttelt, in dem sich die Superreichen in Gated Communities verstecken, das hat einen Hauch von Zukunft à la J.G. Ballard. In seinem Blog kann man die Reise und die Entstehung der Photoarbeiten nachvollziehen – ich bin mehr als gespannt drauf.

Myquire

In der immer unübersichtlicher werdenden Flut von Online-Social Networks und Online-Groupwareangeboten suchen wir immer noch nach der perfekten Alternative. Die meisten Sachen sind entweder unattraktiv oder user-unfreundlich oder schlicht an dem vorbei, was wir bei nodesign an groupware brauchen. Wenn wir wirklich alle mal auf Apple umgestiegen sind, wird eventuell .mac Sinn machen. Eine Freeware-Alternative, die vielleicht für den ein oder anderen da draußen spannend sein kann ist MyQuire, wo sich gratis Gruppen udn Projekte anlegen lassen und sozusagen Groupware und Social Networking zusammengelegt sind. Im grunde Xing plus Chat plus Fileupload plus Kalender plus simples Projekttool.

Hello Kitty – Let’s Play

Hello Kitty hat sich in den letzten Jahren als eine der machtvollsten Markenfiguren schlechthin erwiesen – und startet jetzt mit einem MMORPG, das wahrscheinlich nach dem Start Abertausende von Kids an den Bildschirm fesseln wird. Vielleicht noch nicht die Killerapplication in Sachen VR, aber ich finde, die Schritte in diese Richtung werden immer und immer deutlicher. Die Fusion von Onlinegaming, IM, Social Network und zielgruppengerechtem Webmarketing dürfte in den nächsten Jahren Formen von sozialer Interaktion hervorbringen, gegen die die alten MUDs und auch heutige Systeme wie MySpace oder Facebook oder auch die heutigen iChat/Skype-Videofunktionen eher entsetzlich altbacken wirken dürften. Die Wii zeigt zudem, wie positiv der Markt auf mehr dreidimensionale Interaktion zwischen Körper und Maschine reagiert, preiswerte HI/ODs in Form von Suits oder Brillen sind da nur eine Frage der Zeit. Irgendwo lacht Bart Kosko sich tot, denke ich.

PLANETEN = MEME

Da scheint ja echt was in der Luft zu liegen. Die Planetenidee, die wir für das Saisonheft der Bielefelder Philharmoniker verwendet haben, taucht jetzt auch noch bei Nokia auf… produziert ist die insgesamt sehr geniale Site, die aufzeigt, wie sehr Video und Animation das Webdesign inzwischen beeinflussen, natürlich von group94. Interessant, wie diese Idee von zwei französischen Hobbyknipsern viral die Runde macht. Kommentar von Marian und Raffael war allerdings, dass der Planet nicht optimal gebaut ist, sondern eher nach Spherize aussieht ;-D. Der Zoom allerdings ist sehr schön gemacht und die Idee an sich wunderbar kommuniziert.

EINS LIVE KUNST

Peter Grabowski erzählt was zum einjährigen Bestehen von EinsLiveKunst, dem OnlineStreaming-Sender, der so ist, wie ich mir einen Radiosender wünsche. EinsLiveKunst fusioniert smarte aktuelle Popmusik jenseits des Chartsgedudel mit Kultur-Beiträgen von WDR 5 und WDR 3. Was sich krude anhört, funktioniert für mich in der Praxis optimal. Die Musik könnte manchmal etwas bösartiger sein – mitunter perlt das etwas zu chillig daher – aber die Ehe zwischen meinen bevorzugten On-Air-Formaten (Plan B und WDR 5 Scala) ist ein echtes Glücksrezept. Ich hoffe, die krude Mixtur genießt ein langes Leben und kann vielleicht irgendwann einmal mehr als nur täglich vier Stunden (ab 15:15) senden.

JARRETT TALKS

Ich muss nicht beweisen, dass ich unverwechselbar bin. Jeder ist einzigartig.

Nochmal die Zeit der letzten Woche… großartiges Interview mit dem Meisterpianisten und Jazzklassikgrenzüberschreiter Keith Jarrett darüber, warum man gegen die Essener Philharmonie anspielen muss, über Improvisation, über seinen Burn-Out und wie seine linke Hand ihn gerettet hat. Hochlesenswert. Und natürlich immer absolut hörenswert. Köln Concert ist einer der Sorte Platten für die einsame Inseln und auch neuere Sachen wie Radiance zeigen den gereiften Jarrett als Virtuosen.

DIGITAL CONSUMER

Avenue A | Razorfish hat eine Art Umfrage über digitale Mediennutzung herausgebracht, die nicht allzu viel neues verrät, aber trotzdem einen Blick wert ist. Da aber nur 500 Nutzer befragt wurden, ist die Sache mit Vorsicht zu genießen, das ist ein vergleichsweise kleiner Sample für eine wirklich tiefgehende Untersuchung. Aber selbst wenn die Umfrage eventuell einfach nur Hype für eine Medienagentur ist, zeigt sich hier der allmähliche Shift zum digitalen Inhalt, die Nutzung bestehender Angebote (RSS et al), sowie eine durch das Internet möglich gemachte und der Fragmentierung gesellschaftlicher Gruppen entsprechende Entstehung von stark ausdifferenzierten Nischenangeboten online. Was mit dem Privatfernsehen begann – das auf deinen ohnehin bestehenden Geschmack maßgeschneiderte Angebot, das dich nicht mehr groß herausfordert und zu Neuem führt – findet im Internet scheinbar seine vorläufige Endform…

via creativepro

WONG AGAIN

Mr. Wong haben ja mit ihrem Crowdsourcing-Wettbewerb für einiges an Rumoren gesorgt. Ich finde, die Ergebnisse sprechen einfach für sich. Sieht aus wie diese Sites, wo man für 40 Euro zig Logos kaufen kann. Gerade in diesem WUST von Logos, die hintereinander kommen, wird deutlich, wie sehr Crowdsourcing eben Bedeutungslosigkeit und Masse generiert und keinerlei Entwicklung aufzeigt, sondern nur Nebel ergibt. In der Masse sind natürlich rein visuell ein paar okay-e Sachen dabei, aber zugleich zeigt die reine Flut, wie beliebig und austauschbar ein solches Logo wird, der Prozess der Identitätsfindung, der Selektion, wird zu einem Deutschland-sucht-den-Superstar-Casting. Was, bekanntermaßen, eben keine Superstars hervorbringt.

THE ESSENTIAL MIX

Die BBC hat den Factory-Gründer Tony Wilson mit einem zweistündigen Special verabschiedet, das die Brücke zwischen den frühen Factory-Songs von Band swie Joy Division und A Certain Ration (erste Stunde, zusammengestellt von Pete Tong) bis hin zu den Dancefloorbeats des Hacienda-Clubs (zweite Stunde, von Hacienda-Legende Mike Pickering) schlägt. Der Übergang von frühem Indie zu Dance und Rave, und die kurze Verwandlung von Manchester zu der 24Stundenpartystadt schlechthin für den Factory wie kein zweites Label und Tony Wilson als Popikone steht (und den Joy Division/New Order sozusagen als eine einzelne Band verkörpert) ist hier – auch wenn man die meisten Tracks schon kennt – wunderbar widergespiegelt. Von den frühen Factory-Sachen, vor allen den etwas unbekannten Bands wie Section 25, Stockholm Monsters et al sollte es eigentlich wirklich auch einmal eine Compilation wie die MuteAudioDocuments geben.. es gab nie einen besseren Anlass als den Tod von Wilson.

Erste Stunde 1 (Pete Tong)
Transmission – Joy Division
She’s Lost Control – Joy Division
Shack Up – A Certain Ratio
Knife Slits Water – A Certain Ratio
Atmosphere – Joy Division
Otis – Durutti Column
Confusion – New Order
True Faith (Dub) – New Order
True Faith (Morel Pink Mix) – New Order
Step On (Accapella) – Happy Mondays
Hallelujah (Oakenfold Remix) – Happy Mondays
Fine Time (Steve Silk Hurley Remix) – New Order
Blue Monday (Original) – New Order
5-8-6 – New Order
Getting Away With It (Nude Mix) – Electronic
Getting Away With It (Original Mix) – Electronic

Zweite Stunde (Mike Pickering)
Move Your Body – Marshall Jefferson
Al Naafiysh – Hashim
Dreams Of Santa Anna – Orange Lemon
No Way Back – Adonis
Carin – Tcoy
Make My Body Rock – Jomanda
Can U Dance (Bonus Jack) – Kenny Jammin Jason
Nude Photo – Rhythm Is Rhythm
Pacific State – 808 State
Open Our Eyes – Marshall Jefferson
Good Life (Derrick May Remix) – Inner City
It’s Alright – Sterling Void
Voodoo Ray – A Guy Called Gerald
Someday – CeCe Rogers

Das gesamte Set gibt es (jedenfalls bisher noch – und in nicht wirklich sehr guter Qualität) hier als Download (170 MB).

via BeaucoupKevin

HOWTOONS


Die Howtoons von Saul Griffith, Joost Bonsen and Nick Dragotta sind kleine Comic-Wunderwerke – vielfältig, grell und völlig kickass. Außerdem gibt es ein wunderhübsches Blog.

via newsarama

IT’S GONNA RAIN

René Siepmann kenne und verehre ich schon seit langem als Menschen und Bildermacher. Und ich hatte das Glück, dass er eine Zeit lang bei mir studiert hat und außerdem hier gearbeitet und mit uns einige schöne Projekte gemacht hat. Er ist einer dieser Leute, bei denen ich absolut hoffe, dass sie einen ganz großen Durchbruch à la Flix, Moers oder König hinlegen, einfach, damit er all die brillianten Ideen aus seinem Kopf ungestört zu Papier bringen und auch verkaufen kann, damit ich auf jeden Fall immer etwas von ihm zu lesen habe. Auf dem Weg dahin beglückt er uns mit einem kleinen Blog mit alten und neuen Bildern, die ihr nicht verpassen solltet.

46 HOURS

Zürich–London–Tokyo–Sydney–Singapore ist die Reiseroute, die der Züricher Designer Thierry Blancpain vor sich hat, allein 46 Stunden on the plane. Thierry hat sich vorgenommen die ganze Sache zu bloggen. Und Reiseblogs sind immer super, also schaut ab und zu mal rein…

UNIVERSE…

Ich predige ja seit langem, das Webnavigation mehr sein sollte als horizontale und vertikale Bars. Hier ist ein Beispiel für eine etwas anstrengende, aber innovative explorative Interfacelösung von Jonathan Harris

via Warren Ellis

EXTRALIFE

Mehr hier

via Scans Daily

SINFEST




Läuft seit gut sieben Jahren und ist immer noch absolut grandios: Sinfest von Tatsuya Ishida.

Hier.

BUNNY

Noch ein Webcomic… und sooo niedlich… hier

Auch via Daily Scans

SIGMUND

Sigmund ist ein seit 1994 laufender Zeitungsstrip des Niederländers Peter de Witt. Hier…

via Daily Scans

STUART IMMONEN

Von dem immer bestinformierten Martin Kretschmer kommt ein Webcomic von Stuart Immonen, den ich bisher nur als Artist im Printbereich kenne und der als Comic-Zeichner durch einen extrem wandlungsfähigen und doch stets eigenen Stil überzeugt, wie er gerade mit Warren Ellis bei Nextwave beweist. Sein kleines Webcomic ist zeichnerisch wunderbar, aber vor allem narrativ weit entfernt von den üblichen witzigen kleinen Online-Stories, sondern eher an Dave McKeans Cages erinnernd, kurze Skizzen mit einer an Raymond Carver erinnenden größeren Resonanz, die großartig und leicht von einer Figur und Szene zur nächsten weiterwandern. Ausgezeichnet und mit extrem hohem Suchtfaktor.

DIE TOTALITÄRE SCHWARMINTELLIGENZ

Jaron Lanier, einer der Pioniere des Internet, äußert sich nach der Printversion jetzt auch online im Spiegel zu seinen aktuellen Bedenken über das Internet. Kernsatz: «Die schlimmste ist der Glaube an die sogenannte Weisheit der Massen, die im Internet ihre Vollendung findet.» Im Grunde hat er damit recht. Auf schwarmartig usergenerierte Inhalte setzende Angebote, wie eben Wikipedia, sind sehr problematisch. Wahrheit ist hier nich mehr absolut sondern der Kompromiss zwischen dem Gedächtnis vieler. Das ist im Zweifelsfall sogar mal umfassender oder richtiger als der herkömmliche Weg der Wissensgenerierung über eine objektive redaktionelle Erstellung, das Problem liegt aber darin, dass der Konsensus der Vielen bestimmt, was «wahr» ist. Wikipedia hat da eine lange Historie von Missbrauch hinter sich, von Selbstdarstellern, und Colberts Wikipedia-Gag spricht für sich. Wenn fünfzig Leute bestimmen, Zuckerwatte schmeckt sauer, können drei andere noch so sehr auf süß bestehen, sie wird als sauer definiert sein. Problematisch daran ist, daß zum einen psychologisch seit Jahrzehnten in Tests untermauert ist, dass sich der einzelne unter auch nur sanfter peer pressure der Meinung der überwiegenden Mehrheit anzupassen versucht und zum anderen, daß es so etwas wie übergelagerte neutrale Wahrheiten gibt, die hier untergehen kann. Redet mal mit etwa 30 Amerikanern gleichzeitig über Hiroshima und ihr wisst, was ich meine. Demokratie schützt, das ist ihre Aufgabe, die Wenigen vor den Vielen. Das man dem Massengeschmack aber prinzipiell misstrauen muss, weiss jeder, der mal ins Fernsehen sieht oder in die Musikcharts. Scheiße ist rpima, eine Million Hausfliegen können sich ja nicht irren.

Auf der anderen Seite: Auch von offizieller Seite durch Fachleute erstelltes Wissen muss nicht unbedingt «wahr» oder «neutral» sein. Ich bin sicher, Lexika aus dem Dritten Reich, aus der DDR und aus China sind da interessante Studienobjekte. Wahrheit ist relativ. Und kann gefiltert werden. Der Gedanke, dass drei informierte «Offizielle» Hüter einer höheren Wahrheit sind, ist nicht weniger gruselig als ein anonymer Menschenschwarm, der sich im Diskurs auf eine Art Mittelwertigkeit von Fakten und Meinungen einigt. Die Leistung von Wikipedia ist dabei, den Diskurs offen zu legen, und somit – hallo Meister Habermas – etwas geschaffen zu haben, was oft spannender ist als der Eintrag selbst, nämlich den Metadiskurs über die Generierung gesellschaftlichen Wissens. Das dieses ohnehin seit eh und je ein Konstrukt ist – Wissen und Wahrheit sind soziale Konstrukte, Riten, Übereinkünfte… eine absolute Wahrheit ist meist wenig mehr als eine Art eine gesellschaftlicher Meme, deren Quelle wir vergessen haben. Es gibt also zu Wikipedia auch kein absolut erfolgreiches Gegenmodell.

Last not least ist Meinungs- und Wissensbildung im Internet eher weniger en bloc geworden, sondern kleinteiliger. Die «Wahrheit» setzt sich heute nicht aus Einträgen in Lexika zusammen (wiewohl der Trend, Wikipedia blind zu glauben, wirklich besorgniserregend ist, viele missverstehen es als eine Art echtes Lexikon (und nicht als eine Art Browser, auch, weil es in seiner Bandbreite ohnegleichen ist), sondern aus Artikeln, Foren, Blogeinträgen. Sie wird – mit dem Internet – auch in den Augen der meisten Menschen zu einem formbaren Puzzle, das man sich selbst zusammenzusetzen hat. Wahrheit an sich wird mehr und mehr hinterfragt. Nicht umsonst suchen die Leute ihre Wahrheit ausgerechnet im 21. Jahrhundert wieder im Esoterischen, Absoluten. Die Wirklichkeit, mit all ihren holographischen Subwahrheiten und Diskursen und ihrer fast kristallartigen Komplexität, die das Internet durch seinen Zugriff auf verschiedenste Meinungsströme ja erst richtig greifbar und transparent macht, erschreckt oft auch, wenn man einfache Antworten mag.

Wer aber ohnehin schon immer dachte, dass Wahrheit eher ein hochrelativer Begriff ist, dem man auf offener Straße im Dunkeln lieber nicht begegnen will, weil ihm immer zu mißtrauen ist, sollte sich von Lanier keine schlaflosen Nächte machen lassen.

GONE WITH THE BLASTWAVE

Die Sitcom zum Irakkrieg: In einer fernen Zukunft kämpfen anonyme blaue, rote und gelbe Krieger in einer Stadt ohne Fluchtmöglichkeit gegeneinander. Was nach ödem Strategiespiel klingt, wird bei dem Dänen Kimmo Lemetti zum absurden Comic über Langeweile und schwarzen Humor. Trotz seltener Updates ist Gone with the Blastwave einen wöchentlichen Besuch wert.

via ScansDaily

Don’t shake hands with strangers

Scott Kurtz, der Schöpfer des brillianten Webcomics Player vs. Player hat kürzlich in seinem Blog erklärt, daß er – angesichts der Grippen, die er nach jeder comic Book Convention mit nach Hause schleppt – aufhören wolle, Fremden die Hand zu geben. Ich persönlich halte es für einen (wunderbaren) Gag, vor allem mit der Erfindung eines ersatzweisen rituellen, vor allem auffälllig absurden Kopfnickens und dem Verweis auf seine rituellen Handwaschungen mit antibakteriellen Gels :-D. Und selbst wenn es ihm todernst wäre, ist das ja nun mal seine Entscheidung, so what…

Aber seine Fans sehen das anscheinend anders und haben einen echten Kommentarrekord aufgestellt. Der an Surrealität leider kaum zu toppen ist.
Web 2.0 olé.

DEUTSCHE OPER

Endlich. Ich liege ja seit Jahren – seit dem Schauspielhaus Bochum eigentlich – Intendanten und Dramaturgen in den Ohren, eine Art Blog zu betreiben und so die eigenen Veranstaltungen zu hypen. Photos von Proben, Materialien, Texte, Ideen, .. für einen engagierten Dramaturgen eigentlich eine traumhafte Spielwiese jenseits von reinem Marketing oder just promotion. Aber die meisten deutschen Theaterseiten sind seltsam tot, blutleer – ein Spielplan, etwas Backgroundinfo, etwas Ticketing, ansonsten gähnende Statik, kaum mehr als im Saisonheft. Dabei sind gerade Blogs preiswert und insofern theaterfreundlich machbar, die theaterimmanente Chance zur Improvisation ist ja geradezu typisches Merkmal beim Bloggen.
Jetzt, wo jeder ein Blog hat – sogar ich – ists aber irgendwie fast zu spät. Kutur sollte Speerspitze sein, nicht hinterherhecheln.

Die Deutsche Oper macht jetzt wenigstens den ersten Schritt… richtig so!
(Nur schade, daß während der Saisonpause so gar nichts passiert, oder?)

THE MIRACLE OF INTERNET MARKETING…

Das ist natürlich superschön. wenn auf der Homepage von Marvel Comics ein dickes Webbanner für die DVD der TV-Serie «Smallville» wirbt, die sich um den jungen Superman dreht – der aber als Figur zur Hauptkonkurrenz von Marvel, nämlich DC, gehört. Was ein bißchen so ist, als würde auf der Mercedes-Site ein BMW-Werbebanner erscheinen :-D.

SATURDAY MORNING BREAKFAST CEREAL CARTOONS



Wunderbar geschmacklose, grandios schlechtgezeichnete non-PC-Cartoon. Hier.

SPIEGEL ONLINE REDUX

Ohne allzu großes Trara umgestellt… das ist etwas ungewöhnlich für den Spiegel, bei dessen Printmagazin nahezu jede Änderung für Wellen sorgt und der deshalb auch dem eigenen Relaunch einen Artikel gönnt.

Respekt vor der Änderung, die bei dem wahrscheinlichen Traffic von Spon nicht ganz ohne gewsen sein dürfte, viel Luft für Bugs ist da nicht. Das Layout ist aufräumt und schneller und wirft etwas Ballast ab. Nah am alten Look und doch cleaner.

ANNA

Ikea hat einen AI-Avatar namens Anna, der einfach Spaß macht.
Hier besuchen und dann oben «frag einfach Anna» klicken und ein paar Fragen stellen. Viel Spaß…

MUAHAHAHAHAHA

Also mal ehrlich, dieser ganze Callboy-Thorsten-Schmu in den Blogosphäre interessiert mich eher wenig, weil mir da zu sehr der Wind von Daily Talkshows durchweht. Aber schön ist dann schon, wenn bei Markus Blog, das ganz offensichtlich wie prophezeit gut abhebt, bei diesem Thema so richtig in den Kommentaren was abgeht und Thorsten sich auch selbst zu Wort meldet. Glückwunsch, Markus :-D.

The SADDEST THING I OWN

Hier

via Jonathan Carroll, wo ich gerade auch das italienische Cover von Dave McKean für «A child across the sky» entdecke:


Get here now

Kirsten photobloggert jetzt auch, die alte Trendschnulle. Und da sie tolle Photos macht, wird sich ein Besuch lohnen, auch wenn das Blog jetzt noch etwas embryonal wirkt. Also fix hin, damit ihr sagen könnt: Die kannte ich schon, als sie noch ein Geheimtipp war.

Designklicks

Wahrscheinlich bin ich wieder der letzte, der das entdeckt, oder? Sehr schön gemachte Site für eine schöne Idee.

Maplecroft

Bei Maplecroft Maps findet ihr eine hochinformative interaktive Weltkarte. Beeindruckend.

via infosthetics

SIMPLEVIEWER

Netter gratis Flash-Photo-Viewer, der unter anderem via Serverscript personalisierbar ist.

JK


Julia Kappus photobloggt.

SEVEN SHORES

Ozeanische QT-Kurzfilme vom Grasscollective für wall-framded LCD-Displays. Just relax…

Human Upgrades

Es ist natürlich so, daß das hier ein Fake ist, und ich höre die adbusters förmlich kichern… aber der Background ist nicht zu fiktiv. Nanotechnologie, transgene Modifikationen und Robotik dürften solche enhancements in nichtallzuferner Zukunft denkbar machen. Die Geschichte der Menschheit ist schließlich die der Auflehnung gegen die eigene (hoch mangelhafte) Natur. Medizin, Chemie, Technologie sind Medien dieses Widerstandes … und schon, wer sich auf der Sonnenbank bräunt, sich rasiert, die Augen lasern oder Fett absaugen läßt, ist schon auf dem Weg ins postnaturalistische Zeitalter. Nanobots unter der Haut sind nur die Corsagen der Neuzeit. Was anfangs wie Verstümmelung wirken und eher eine kleine fringe culture ansprechen wird, die schon heute bereit ist, sich Stahlkugeln subkutan einzupflanzen oder Schraubgewinde für Hörner in den Kopf zu setzen, wird als Massenbewegung (jedes fringe movement wird mittelfristig, inzwischen eigentlich fast in Echtzeit, globale Massenkultur, siehe Piercing, Tattoo und andere Außenseiter-Abgrenzungsmerkmale, die inzwischen zum Mainstream geworden sind) wahrscheinlich dafür sorgen, daß unsere Zukunft eben nicht die sterile Welt von Gattaca ist, sondern eher ein surrealer Hort voller Freaks. I’m quite looking forward to it…

via C-Blog

CARROLL

I pass a large empty lot where a building was recently torn down and now there is only rubble left. Looking up at the surrounding buildings, I realize that for the first time in years, perhaps the first time ever, direct sunlight is pouring into windows that never knew sunlight, direct or otherwise, because it was always blocked by the now-destroyed building. What must it be like for the people living in those apartments who suddenly have new light washing the floors of their homes where there was never any light before? And new views out windows where previously there was only a depressing gray wall to see? What will it be like when a new building is inevitably built here and their view goes back to a gray wall four feet away?

Jonathan Carroll

PLAYER VS PLAYER




Beileibe nicht neu, in den Staaten sind bereits drei komplette Paperbacks der Serie bei Image erschienen, aber immer wieder einen Link wert ist PVP, Scott Kurtz’ Stories um die Nerds Cole, Brent, Francis und Kosorten, die einen leider nicht allzuweit von der Wahrheit entfernten Blick auf Comic- und Film-Fans weltweit freigeben. Dabei geht es nicht immer so derbe zu wie hier beim Thema Podcasting, aber der Humor ist fast durchgehend eng an ein zumindest leichtes Insiderwissen der US-Popkultur angelehnt. Ohne StarWars und Batman zu kennen geht hier also nicht viel. Wenn man als Geek aber (noch) über sich selbst lachen kann… perfekt.

PLACES AND SPACES


Der Online-Teil dieser Ausstellung zur Geschichte der Kartographie stellt einige Karten aus der Historie bis zur Neuzeit vor und erklärt ihre Entstehung. Interessanter Überblick über die Selbst-Verortung der Menschheit von der empirischen Erfassung der Welt bis hin zum heutigen Versuch, unsere neuen virtuellen Lebenssphären abzubilden.

via Future-Feeder

INGENIOUS

Wunderbar inspirierende Site.
Hier

via FutureFeeder

CARROLL BLOG

I was at Ruby Tuesday’s having lunch with my son.

Nearby, at another table was an elderly couple. The man was a World War II vet, as was clearly evident by the outfit that he was wearing (it looked as if they had come from the local lodge or some similar place). Clearly, they had been together for many lifetimes, still enjoyed one another, and appeared to be very much in love. I watched them for a long time.

I approached their server and asked her to put their check on my bill. She asked me why; I told her it didn’t matter why and asked her to do it, please. She did.

As the couple was leaving, they approached my table and asked why I had picked up their check. I told the man I just wanted to do something nice for them to thank him for his time in the service and for fighting for our country. A small thing to let him know that I appreciate his commitment to our freedom. He saw my cane and asked if I was in the service. No, I said and Nikko and I explained to them my situation, as they sat with us and had coffee. During my story, the woman began to cry. Her husband leaned over and kissed her tears (an old man, so sweet!). I said to them that that was the kind of love I’d like to find one day… someone who will spend a lifetime kissing away my tears. No, he said, this is my bride of just three weeks. We found each other late and are trying to make up for lost time.

Jonathan Carrolls Blog ist Pflichtlektüre.

ALTE SUPERMARKT PHOTOS




US-Supermärkte
vergangener Zeiten, 50er-Jahre-Futurismus. Die ganze Website ist ziemlich interessant.

via c-blog

BLOG ZWEI


FutureFeeder
ist ein Blog, das Bruce Sterling völlig zu recht als fast surreal – wie aus einem Paralleluniversum sendend – beschreibt. Weit, weit vorn.

BLOG

Schönes Typo-Blog hier.

PIXELGRAPHY

Daniela Börners Site hat jede Menge Links zu Photographen und Designern.

FONTLEECH

Man surft zu wenig. Ich hab dieses Fontblog erst jetzt entdeckt. Links zu Freewarefonts und wöchentliche Diskussion plus Tipps und Tricks rund ums Fi-Fa-Fonten

THE CLUETRAIN MANIFESTO

A powerful global conversation has begun. Through the Internet, people are discovering and inventing new ways to share relevant knowledge with blinding speed. As a direct result, markets are getting smarter—and getting smarter faster than most companies. These markets are conversations. Their members communicate in language that is natural, open, honest, direct, funny and often shocking. Whether explaining or complaining, joking or serious, the human voice is unmistakably genuine. It can’t be faked. Most corporations, on the other hand, only know how to talk in the soothing, humorless monotone of the mission statement, marketing brochure, and your-call-is-important-to-us busy signal. Same old tone, same old lies. No wonder networked markets have no respect for companies unable or unwilling to speak as they do. But learning to speak in a human voice is not some trick, nor will corporations convince us they are human with lip service about «listening to customers.» They will only sound human when they empower real human beings to speak on their behalf.

Komplett und gratis – hier

Passend dazu: Seth Godins Liar-Blog

via Joi Ito

NUKLEAR

Ein Video eines unterirdischen Atombombentests gibt es hier.
Wirklich nuklear sind allerdings die Kommentare auf der Page.

CLOCKWORKS

The goal of this group is to post a clock face for every minute around the clock, in chronological order. When run in slideshow mode at 1 second intervals, this should give us a working 12 minute clock!

Hier

via Liquidgeneration

PVP


Comic. Online. Lesen.

WORLD WIND 1.3

Die globale 3D-Darstellungsengine der Welt von der NASA ist in einer neuen Version online.

BILDBLOG

Notizen über eine große deutsche Boulevardzeitung. Nicht so spannend/lustig wie dereinst Herr Wallraff, aber immerhin regt sich überhaut noh wer ernsthaft über die Springer-Presse auf. Wo man dann kaum weiß, ob man das an sich nun wieder humorig finden soll – nimmt denn wirklich noch jemand die Bild ironiefrei wahr? – oder schön. Hier

DER SHOPBLOGGER

Einsichten in die absurden Seiten des Einzelhandels. Geschichten von wechselnden Aufbewahrungstemperaturen, zerfrorenen Orangen und Kunden, die ihr Geld in Küchenpapier einwickeln, um mehr Küchenpapier zu kaufen. Und Bilder wie diese:

Schöne Sache. Der Shopblogger.

CARROLL

The peculiar tilt of the head many blind people take on when they are being led by those who can see. I’ve also noticed blind people tend to smile more no matter if they are with someone or alone. Why is that?

While we were talking I noticed something shimmery on her forehead. Looking closely, I saw that it was glitter. Reaching across the table, I touched it gently with my thumb, trying to brush it off. It was stubborn and didn’t want to move so it took longer than I expected. She held very still, like a little girl having her shoes tied by her father.

I pass the blind woman on the street and think if she lives alone, how does she know it’s snowing outside?
Does she always put her hand out the window to feel the weather before she leaves her apartment?

Be the person your dog thinks you are.

I like black and white films more than color because they’re more artificial. You have to work harder to overcome your disbelief. It’s sort of like prayer.

If you had to choose, what would you rather drop– something liquid, or something solid?
Explain your choice.

Jonathan Carroll ist einer meiner Lieblingsautoren. Obwohl er nach wie vor darauf besteht, eine Art Thinking Man’s Stephen King zu sein, und sich in die Fantasy-Ecke hat drängen lassen… und dementsprechend das leider immer und immer wieder Hypernatürliches in seine Bücher einbringt (nicht immer zum Besten der Story), ist seine wahre Stärke das normale Leben. Carroll schreibt Menschen, die man unbedingt kennen lernen will. Seine Love Moments sind imer so, daß du deine Frau tagelang noch mehr lieben willst als ohnehin schon. Die meisten seiner Bücher haben wieder aufgegriffene Charaktere, so daß sein Gesamtwerk wie ein Teppich ist, ein großes, fast durchgehendes Netz. Keiner schreibt so wie er Zeilen, die sich tief in deinen Schädel bohren, Zeilen wie «Never pet a burning dog», die du niemals vergißt. Land of Laughs, A Child Across the Sky und vor allem Outside the dog museum sind großartig. Seine letzten Bücher sind etwas lauwarm, aber dennoch lesenswert. Glass Soup, sein nächstes Buch, kommt dieses Jahr auf den Markt.

Hier ist seine Homepage, inklusive dem grandiosen Weblog.

PETER FUNCH

Grandiose Photos. Exzellente Site. Hier.

Things I hate about my flatmate

Ah, die schöne Welt der WG. Hier wird jeden Tag eine neue Haßorgie über die Mitbewohnerin zelebriert.
http://ihatemyflatmate.blogspot.com/via Liquid Generation

Katzenblog

Miau

via Relicious


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