HD Schellnack /// Kontakt iPhoto Twitter s90 Typographie Pop Alternative Aktionen nodesign Apple Licht Photographie Fail Denken Natur Dayshot Fragen Belletristik Software Winter Studium Medien Vernacular Fun Comics Werbung iOS Farbe Gesellschaft Print Web ScienceFiction Electronic Zukunft Magazine Frühling Jazz Hardware Kitsch Drama Retro Klassik Sommer Zitat Herbst Fantasy Sachbuch Kunst Emma Organisation Kultur

CAN YOU CANGLONG?

Zu Evelyn Kwasnys Diplom an der Ruhrakademie, bei dem es ganz vereinfacht gesagt um einen zukünftigen Exodus der fiktiven chinnesichen Firma Canglong zum Mars geht, bei dem (ganz im Sinne typischer dystopischer/protofaschistoider SF-Klischees) nur wenige Auserwählte dabei sein dürfen, gehört unter anderem eine Art Fragebogen. Und ich kann doch nicht an einem Fragebogen vorbei, ohne ihn auszufüllen. Leider ist er nur mit JA und NEIN zu beantworten, was für die meisten (bewußt recht Scientology-ähnlich anmutenden) Fragen nicht annähernd reicht. Zudem fehlt Kontext und die Wortwahl ist oft zweideutig. Ich versuche, möglichst streng mit Ja und Nein zu beantworten, aber kann natürlich nicht umhin, meinen Senf dazuzugeben. Here we go:

Wollen Sie sich verbessern?
Ja.

Wenn Sie gebeten würden, eine Entscheidung zu treffen, würden Sie durch Ihre Zuneigung bzw. Abneigung zu der Person, die daran beteiligt ist, beeinflusst?
Ja.

Beabsichtigen Sie, zwei oder weniger Kinder in Ihrer Familie zu haben, obwohl Ihre Gesundheit und Ihre Einkommen mehr erlauben?
Ja. (Seltsame Frage in einem chinesischen Fragebogen, sehr deutsche Frage.)

Wären Sie lieber in einer Stellung, in der Sie nicht die Verantwortung tragen, Entscheidungen fällen müssen?
Nein. (An manchen Tagen will das wohl jeder, generell nicht.)

Denken Sie, dass mehr Geld für soziale Sicherheit ausgegeben werden sollte?
Ja. (Es kommt nur drauf an, wie.)

Ist Ihre Stimme eher gleichbleibend als abwechslungsreich im Tonfall?
Nein. (Kann man das selbst beantworten?)

Sind Sie normalerweise über die Notwendigkeit, Ihre Gesundheit zu schützen, besorgt?
Nein.

Glauben Sie, dass Sie mehr wert sind als andere Menschen?
Nein.

Sorgen Sie sich noch über Ihre vergangenen Fehlschläge?
Ja. (Nicht übermäßig.)

Nehmen Sie es anderen übel, wenn Sie versuchen, Ihnen zu sagen, was Sie tun sollen?
Nein.

Haben Sie eher einen kleinen Kreis von engen Freunden, statt viele Freunde und flüchtige Bekannte?
Ja.

Würden Sie lieber Befehle geben als empfangen?
Ja. (Wobei «Befehle» vielleicht das falsche Wort ist.)

Könnten Sie strikter Disziplin zustimmen?
Nein.

Würde Sie die Idee, nochmals ganz neu zu beginnen, sehr beunruhigen?
Nein.

Glauben Sie, dass es Leute gibt, die Ihnen unfreundlich gesinnt sind und gegen Sie arbeiten?
Nein. (Zwei Fragen in einer: Es mag eventuell Leute geben, die mir unfreundlich gesinnt sind, was im Alltag oft unumgänglich ist, aber ob Sie gleich aktiv gegen mich «arbeiten»? In der Frage geht es schwuppdiwupp von normal zu paranoid.)

Würden Sie eingestehen, im Unrecht zu sein, nur «um des lieben Frieden willens»?
Nein. (Es sei denn, ich bin mir meines Rechtes nicht wirklich sicher und ein Kompromiss ist sinnvoll und ehrenhaft.)

Gibt es nur wenige Leute, für die Sie wirklich Zuneigung empfinden?
Nein.

Sind Sie selten glücklich, außer Sie haben einen besonderen Grund dafür?
Nein.

Treffen Sie vernünftige Vorsichtsmaßnahmen um Unfälle zu vermeiden?
Nein.

Haben Sie oft das Gefühl, dass Leute Sie beobachten oder hinter Ihrem Rücken über Sie sprechen?
Ja. (Wieder zwei Fragen, normal und leicht paranoid. Alle Leute beobachten alle Leute. Dafür sind Augen da. Ich weiß, dass Leute mich beobachten, weil sie mich ja ansehen. Ich denke auch, dass «Leute» sich über mich unterhalten, auch wenn ich zugegen bin. Das wäre ganz normal, das tue ich ja auch. Die Frage ist ein bisschen à la «Glauben Sie, dass die Sonne scheint?»)

Haben Sie einen bestimmten Hass oder eine bestimmte Angst?
Nein. (Unbestimmte frei flottierende Angst vielleicht, aber «bestimmt» eher nicht. Finde die Kopplung von Hass und Angst in einer Frage wieder bedenklich. Eine bestimmte Angst haben viele, vor Spinnen vielleicht, aber gleich Hass?)

Ziehen Sie eher das Wohl aller in Betracht als Ihre eigenen persönlichen Vorteile?
Ja.

Wenn Sie einem Vortragenden zuhören, haben Sie manchmal das Gefühl, dass der Sprecher ausschließlich Sie meint?
Nein.

Sind Sie normalerweise über alltägliche Angelegenheiten auf dem Laufenden?
Ja. (Außer in Stressphasen.)

Glauben Sie, dass der moderne Strafvollzug mit «Gefängnissen ohne Gitter» zum Scheitern verurteilt ist?
Nein.

Neigen Sie dazu, nachlässig zu sein?
Ja.

Erholen Sie sich schnell von den Auswirkungen schlechter Nachrichten?
Ja. Nein. (Kommt auf die Auswirkungen und die Nachrichten an, oder? Von der schlechten Nachricht «Schatz, die Butter ist alle» erholt man sich recht schnell, von der Nachricht «Sie haben noch zwei Wochen zu leben» nie mehr wirklich.)

Hat gefühlvolle Musik eine ziemlich starke Wirkung auf Sie?
Ja.

Verurteilen Sie jemanden voll und ganz, weil er in einem Bereich in seinem Verhältnis zu Ihnen ein Rivale oder Gegner ist?
Nein.

Sitzen Sie oft da und grübeln über Tod, Krankheit, Schmerz und Kummer nach?
Nein.

Gehen Sie lieber den Wünschen anderer nach, als zu versuchen, Ihren eigenen Willen durchzusetzen.
Ja. Nein. (Wieder kontextabhängig. Wenn in der Situation die Wünsche anderer plausiblen Vorrang haben, oder wenn es mir einfach egal ist, habe ich eventuell keinen «eigenen» Willen, der anderen oder einer Gruppe zuwiderläuft. Die Wünsche anderer sind in den eigenen immer zu berücksichtigen und zu respektieren, man sollte sich nicht dagegen «durchsetzen» müssen, sondern gemeinsame Ziele finden, so dass alle ihre Wünsche möglichst weitgehend realisieren. Bin ich von etwas überzeugt, versuche ich es aber meist durchzusetzen.)

Wenn wir in ein anderes Land eindringen würden, hätten Sie Mitgefühl für die Kriegsdienstverweigerer in diesem Land?
Ja. (YeahbuhWHAT??? Was ist das für eine Frage? Ich hätte auch Mitgefühl für die Soldaten in diesem Lande. Und die Zivilisten. Und wieso marschieren wir überhaupt irgendwo ein? Wir sind kriegsmüde Europäer, wir führen nur noch Krieg, wenn die UN uns losschickt.)

Geht Ihnen manchmal ein einzelner Gedanke tagelang nicht aus dem Kopf?
Nein.

Würden Sie anhalten und herausfinden, ob jemand Hilfe braucht, auch wenn er Sie nicht direkt darum gebeten hat?
Ja. (Außer ich komme mal wieder zu spät zu einem Termin.)

Glauben Sie, dass Sie viele gute Freunde haben?
Nein.

Würden Sie ein zehn Jahre altes Kind körperlich züchtigen, wenn es sich weigerte, zu gehorchen?
Ja. Nein. (Weiß ich real nicht. So etwas weiß man erst in der konkreten Situation. Ich glaube, real hat man eine sehr weite Palette von Sanktionen, bevor man ein Kind schlagen muss. Ich habe keine Ahnung, ob ich mein Kind, das ich ja liebe, gezielt und angekündigt körperlich strafen könnte. Ich bin aber inzwischen auch etwas weg von meiner früheren These, dass man Kinder gar nicht schlagen darf. Das ist einfach Quatsch. Verabscheuungswürdig bleibt aber das Schlagen von Kindern als bloßes Ventil eigener Frustration und Erziehungsunfähigkeit.)

Ziehen Sie in einem Club oder einer Organisation, der Sie angehören, eine passive Rolle vor?
Nein. (Kommt ja sehr auf den Club an…)

Würden Sie einen einmal eingeschlagenen Weg ohne weiteres aufgeben, wenn er Ihnen beträchtliche Unannehmlichkeiten bereiten würde?
Nein. (Solange der Weg richtig ist und die Unannehmlichkeiten nicht einfach Zeichen dafür sind, dass man sich einfach verrannt hat und auf falschem Kurs ist.)

Misstrauen Sie den Handlungen anderer selten?
Ja.

Würde es Ihnen eindeutig Mühe machen, Selbstmord in Erwägung zu ziehen?
Nein. (Aber ihn zu begehen schon.)

Sind Sie für Rassenunterschiede und Klassentrennung?
Nein.

Führen Sie zugewiesene Aufgaben normalerweise prompt und systematisch aus?
Nein.

Fühlen Sie sich in einer unordentlichen Umgebung sehr behaglich?
Nein. (Außer als Gast bei anderen, manchmal ist unordentlich auch gemütlich.)

Fühlen Sie sich oft deprimiert?
Nein.

Sind Ihre Interessen für Sie so wichtig, dass Sie nur wenig Zeit für etwas anderes haben?
Ja. Nein. (Die Frage ist unklar, was sind meine «Interessen» und was das «andere»?)

Würden Sie ein Tier töten, um es von Schmerzen zu befreien?
Ja.

Fällt es Ihnen schwer, eine Sache in Angriff zu nehmen, die getan werden muss?
Ja. Nein. (Hängt von der «Sache» ab, oder?)

Denken Sie oft über Ihre eigene Unterlegenheit nach?
Nein.

Schlafen Sie gut?
Ja.

16. Oktober 2006 09:39 Uhr. Kategorie Stuff. 3 Antworten.

3 Antworten

Antworten

Schreibe eine Antwort, oder hinterlasse einen Trackback von deiner Site. Antworten abonnieren.


Creative Commons Licence