
Schon vor einiger Zeit im Fontblog von Jürgen Siebert vorgestellt, ist die FFNetto eine schöne Erweiterung derja nach wie vor trendigen runden Schriften à la Bryant und Co. Die gut ausgebaute OTF-Schrift, die allerdings scheinbar leider ohne Minuskelziffern daherkommt, wirkt bei allen stilistischen Eigenarten für kürzere Texte auch gut lesbar und passt in ihrer monoline-Ästhetik perfekt zu moderner Architektur, wofür sie (angesichts der vielen Airport-tauglichen Icons) scheinbar auch entwickelt wurde. Erinnert auch vielleict nicht von ungefähr stark an Ruedi Baurs Design für den Köln/Bonner Flughafen. Wenn Zeitgeist Schrift sein kann, dann sind es diese sleeken Schriften allemal, die so schön den windkanalgeformten Korpus des späten Kapitalismus wiederspiegeln, die für überstrahlende Lichtdisplays wie gemacht scheinen, so widerstandlos und frei von allen Ecken und Kanten. Und die eben doch stets versuchen, modern, hip und cool zu wirken, anders zu sein und doch zugleich Mainstream. Daniel Utz ist gelungen, diesem Trend eine neue Wendung abzutrotzen, eine moderne DIN zu schaffen, eine Schrift ohne Gesicht, eine Projektionsfläche, ein Versprechen der Junk Space Culture – und eben deshalb so sexy.
19. August 2008 22:27 Uhr. Kategorie Design. Tag Typographie. 3 Antworten.
hmm ich finde die formen, besonders die der light nicht besonders modern. eher ein wenig altmodisch. da ist die unit round moderner in ihrer anmutung.
ich finde ja die BFA ist irgendwie retro. also immer wenn ich mal setze, wirkt das so auf mich. is ja sicher nicht verkehrt, wenn es so ist. da gibts wenigstens keine hemmschwelle beim kauf *lol*.
Vielleicht beginnt das 50s Revival ja schon mit der Veröffentlichung des Frutiger-Gesamtwerks im Oktober? Es war ja auch eine schöne Zeit: Schweizer Grafik, Emil Ruder, Univers …
An den Zeitgeist habe ich eigentlich nie gedacht, warscheinlich ist es eher so, dass die aktuellen Tendenzen auch unbewusst spiegeln … aber wenn die Schrift Interesse findet ist das ja um so besser.
Von allem Ballast befreit, schlank und effizient, historische Spitzfindigkeiten wegrationalisiert – die Assoziation zur globalisierten Wirtschaft hatte ich auch. Ich finde interessant, dass Dir (HD) das auch auffällt. Auch wenn man Schriften nie zu ideologisch sehen sollte. DIe Rotis z. B. ist einfach eine schöne Schrift, weiter nichts ;-)