
Zufall ist das Thema der dritten Ausgabe des Designbereich-Magazins der FH Krefeld, diesmal betreut von Silvia Beck, und gestalterisch hauptsächlich von Dirk König und Franz Thues geprägt. Dem Titel entsprechend drehen sich die Artikel um die Rolle des Zu-/Unfalls in der Gestaltung und der kreativen Arbeit. Wo die erste Ausgabe sich sehr auf die Darstellung des hochschulischen Arbeitens fokussierte und im besten Sinne ein Portfolio sein wollte, die zweite Ausgabe eher frei flottierend ein Thema beleuchtete und selbst Kunst/Design war, ist die dritte Ausgabe ein durchaus geglückter Zwitter beider Ansätze, gestalterisch wieder einen Tick konservativer und im Fahrwasser vertrauter Editorial-Visuals anderer Magazine, mit Retroserifen und unterstrichener Sans, weitestgehend souverän durchgestaltet, ohne dabei je zu langweilen. Studentisch wirkt an diesem Magazin optisch nichts mehr, auch die Texte und Artikel sind so geschrieben, dass man auch als Leser, der so gar nichts mit der Krefelder FH am Hut hat, bestens informiert und/oder unterhalten wird. Zufallsexperimente in Illustration und Photographie, nachdenkliches über generatives Design, wilde Experimente, spannende Projekte – und das alles umhüllt von einem Cover, das an sich ein Random-Experiment ist und den Namen Botenstoff jedesmal wieder neu remixed (dazu kommt ein limitiertes, eingelegtes Original-Photo von Ines Werner). Die Bandbreite geht weit über das Design hinaus, streift Musik und Kunst, Augmented Reality. Drogenexperimente und fehlgeschlagene Experimente, die zu weltberühmten Erfindungen wurden. Diese Botenstoff zu lesen macht Spaß – und das wieder auf eine ganz andere Art als die beiden vorherigen Male, was an sich eine Leistung ist, sich zum zweiten mal aus einer Form zu befreien und frisch zu bleiben, ohne beliebig zu werden. Respekt – und weiter so!!!

























2. November 2009 14:03 Uhr. Kategorie Design. Tag Magazine, Studium. 4 Antworten.
Lieber HD, danke für die Rezension und die vielen Einblicke. Ja, die Redaktion unter der Kollegin Silvia Beck hat das großartig hinbekommen und ich freue mich, dass sich so unterschiedliche Formate – inhaltlich und visuell – entwickeln. Genau das ist das Ziel – die Vielfalt und die unterschiedlichen Positionen am Fachbereich auszuleuchten. Die nächste Redaktion formiert sich schon – unter Erik Schmid und Nicolas Beucker wird sich der nächste Botenstoff dem Thema Verantwortung widmen … Ich bin gespannt.
Sieht super aus!
macht neugierig!
Hallo Herr Schellnack,
sehr habe ich mich über Ihre ausführliche und inhaltlich in die Tiefe gehende Rezension gefreut – und ich denke, da spreche ich auch für den Rest der Redaktion Botenstoff III. Endlich mal jemand, der das Magazin nicht nur anschaut, sondern auch liest :-)
Denn genau das ist ja das spannende an Themenheften: Man kann so richtig in die Tiefe gehen. Unser Anspruch war es, dies sowohl inhaltlich als auch gestalterisch zu tun. Meiner Ansicht nach ist Zufall ein sehr interessantes Thema, auch für Nicht-Designer, wie es Mittelmäßigkeit auch schon war (und ist). Natürlich machen wir uns keine Illusionen darüber, wer das Heft letztendlich in die Finger bekommt, da es sicher zu 99% in der Branche bzw. in Krefeld bleibt. Trotzdem finde ich es schön und wichtig, auch mal über den Tellerrand zu schauen und Themen, die zumindest nicht direkt mit Design zu tun haben, mit gestalterisch hohem Anspruch von allen Seiten zu beleuchten. Vor allem, nachdem vor kurzem ein Kollege von mir aus der Produktion behauptete, Designer könnten nicht lesen …
Ich denke, das Magazin zeigt ganz gut, dass man aus einem Thema richtig viel rausholen kann – gestalterisch und inhaltlich.
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Herzlichst
Melanie Taylor
PS: Verantwortung ist übrigens auch ein sehr spannendes Thema …